…, naja, beinahe, passend… Also, in einem Betriebsrestaurant, welches ich ab und zu besuche, faszinieren mich schon seit Jahren die rechtschreiberischen Leistungen, die die Speisekarten verunzieren, denen man nicht entgehen kann, sind sie doch in den Fahrstühlen ausgehängt.
Und wer jetzt schon wieder aufstöhnt und denkt „der BlogRuZ und die blöde Rechtschreibung, ist doch egal“, der versetzte sich in die Lage, im lahmen Aufzug rumzustehen, denn dann liest man so etwas zwangsläufig. Mir wird jedenfalls übel, wenn ich im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln ständig etwas von Sandwichse oder Quarkspeie lesen muß.
Den Vogel haben sie aber diese Woche abgeschossen. Gestern gab es

Ich habe spontan keine Ahnung, was sich dahinter verbergen mag. Aber Koriander-Eis schmeckt sicher sehr gewöhnungsbedürftig.
Heute eröffne ich eine neue Kategorie, die sich dem PISA-Kinde und seinem Umfeld widmen wird. Auftakt ist folgender Schnappschuß aus einer Speisekarte:

Aufgefallen ist mir dieser Schatz deutscher Sprachkunst heute Mittag im ansonsten sehr rustikalen und schönen Restaurant nebst Biergarten Wilhelmshöhe. Der ist nicht etwa in Kassel sondern im fränkischen Fürth. Dort waren heute aus traurigem Anlaß TheKaiser, elzoido und der Autor, denn die Mutter unseres gemeinsamen Freundes Frodolf wurde heute beigesetzt.
Die Hin- und Rückfahrt waren eine Katastrophe. Am Vormittag war die A3 Richtung Würzburg voll gesperrt, so daß wir über die A6 ausweichen mußten. Auf der Fahrt hörten wir von einer weiteren Vollsperrung der A3 in Höhe Würzburg-Kist. Die Gegenspur war eine einzige stehende Mauer von LKW aus aller Herren Länder.
Doch auch in unserer Fahrtrichtung lief es zäh und schleppend, so daß wir erst in buchstäblich letzten Minute an der Kapelle eintrafen.
Die Rückfahrt fing ganz gut an, doch keine 5 Kilometer vor dem Zwischenziel gerieten wir in einen Monsterstau, der uns 2 Stunden kostete.
So waren wir mehr als 8 Stunden im Auto, ein chaotischer Verkehrstag.
Direkt nach meiner Kölnreise hatte ich in München einen Termin. Ich nutzte die Gelegenheit, um bei elzoido (Dankefür die Einladung) feist chinesisch zu Abend zu essen und gelangte gegen halb 11 im Hotel an, welches nicht wie das Kölner prohibitive 30 Cent/Minute fürs WLAN verlangte. Dort verzehrte ich noch die beiden restlichen Kölsch vom Vortag und ging ins Bett. Am nächsten Tag klappte die Arbeit prima, nur das Wetter war eine Katastrophe, es war kalt, es stürmte und es schüttete pausenlos wie aus Kannen. Erst hinter Ulm wurde der Regen weniger. Paradox, je weiter ich am Abend gen Westen kam, desto wärmer und heller wurde es. In Pforzheim mußte ich tanken. Dort gabelte ich einen Anhalter auf. Der junge Mann, der gerade seine Walz beendet hatte, wollte ins abgeschiedene Kirn. Da von Alzey aus kein Zug mehr in die Richtung fuhr, war ich so nett, und brachte ihn nach Bad Kreuznach, wo er den letzten Zug nach Hause bequem erreichen konnte. Hier nochmals ein Dank an den elzoido, der per Mobiltelefon für uns Zugauskunft spielte.
Bei lauer Luft und sternenklaren Himmel fuhr ich über die Dörfer nach Haus. Seltsam zweigeteiltes Wetterdeutschland.
Am Montag war ich auf Einladung des RoadRunnRs in Köln zum Konzert von Jonsi.
Die Fahrt nach Köln war unspektakulär, der Einzug ins Hotel ebenso. Dann zogen wir in die Stadt, wo uns das miese Regenwetter und die Kälte leicht den Stadtbummel vergällten. Aber die schließlich doch noch gefundene urgemütliche Kneipe ließen die Stimmung wieder steigen. Und anschließend der Taxifahrer war der Beste. 67 Jahre jung, ein echter köllscher Jong, dessen Plapper keine Sekunde stillstand und der uns auf der kurzen Fahrt zur Konzerthalle von Mainzer Passagieren, Hella von Sinnen, exklusiven Friedhöfen und und und berichtete, köstlich.
Dank pünktlichen Eintreffens bekamen wir Plätze in der ersten Reihe. Glücklicherweise hatte mein Gastgeber an Ohropax gedacht, was sich gerade zum Ende des Konzerts als Segen erwies.
Die Vorband war…, nun decken wir den Mantel der Nächstenliebe über das androgyne Wesen mit Kapuzenmantel, welches am Apple-Notebook fummelte und die junge Frau, die spastisch zuckend seltsame Töne ins Mikro kickerte.
Doch dann kam Jonsi – und beeindruckte durch saubere Arrangements, gute Instrumentierung, prima Gesang und gute Performance. Ein echtes Erlebnis. Ein echtes Erlebnis auch die über 1.000 Fans im ausverkauften Raum. Nein, ich meine nicht die schwulen Pärchen, sondern, daß offensichtlich alle wußten, was sie erwartet. So konnte man bei den besonders beeindruckenden Gesangspassagen überall schwelgende Gesichter mit geschlossenen Augen sehen.
Nach einer Zugabe, die einem die Härchen an den Unterarmen wegzupusten drohte, war das Konzert gegen halb 11 schon vorbei. Nochmals Danke an den Kartenspender, ich war begeistert und beeindruckt.
Wir suchten nun zum Auswerten des Abends das Päffgen auf, was uns aber leider schon 0:00 Uhr wegen Feierabend herauskomplimentierte.
Glücklicherweise war in der Nähe die Klapsmühle, die wir bis gegen halb 3 unsicher machten. Doch als statt rheinischen Weisen nur noch Mainstreammucke lief, beschlossen wir, den Abend zu beenden. Am Kiosk gab es noch einen Sechserpack des unvermeidlichen Kölsch und dann ging es zum Hotel.
Nach einem späten aber sehr opulenten Frühstück ging es dann wieder ab nach Hause. Bis aufs Wetter und trotz des seltsamen Bieres eine sehr adäquate Gelegenheit.

Die Vorband, die nix konnte.


2 x Jonsi, er machte uns den Indianer.


Wie praktisch, statt ständig die Reagenzgläser nachfüllen zu lassen, kann man auch Fäßchen selber zapfen.