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Kategorie: Reise

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Miniurlaub

Im Blog wird es die nächsten Tage etwas leiser, denn ich fahre morgen zu einem Kurzbesuch der Verwandtschaft an die Ostsee.

kleine Wochenendrundreise

Am Wochenende hatte ich Familienbesuch. Da beide junge Damen die Gegend nicht kennen war ein Tagesausflug natürlich Pflicht. Am Samstag vormittag kletterten wir bei strömenden Regen ins Auto und fuhren Richtung Ingelheim durch die rheinhessische Schweiz. In Ingelheim schien schon die Sonne. Deshalb änderte ich spontan meinen Plan, der vorsah, daß wir über die BAB 61 nach Koblenz fahren, und wir wählten die linksheinische Route durchs Mittelrheintal.
Diese Tour fahre ich gerne und meine Passagiere dankten es mir auch mit häufigen Ahs und Ohs. Nicht nur die Schiffe und Burgen waren zu bestaunen, sondern auch ein Hubschrauber, der wie eine übergroe Biene an den Weinbergen entlangflog und die Rebstöcke besprühte.
In Koblenz wollte ich ans Deutsche Eck. Doch irgendwie war mir entgangen, daß dank der Gelder für die Bundesgartenschau (diese Gartenschauen habe ich im Verdacht, Jahr für Jahr größer, fetter und teurer zu werden) rund um diese schöne Stelle alles aufgerissen, gesperrt und verbaut ist. Für Hinweise war sich die Stadt zu schade, so daß alle Touris, ob zu Fuß, mit Auto, Rad oder Bus sich erst einmal im Chaos befinden mußten, um das festzustellen. So standen wir zweimal vor einem Bauzaun, einmal mit dem PKW und einmal zu Fuß.
Was auch völlig an mir vorbeiging war der Bau einer Seilbahn vom Deutschen Eck zur gegenüberliegenden Festung Ehrenbreitstein. Selbstverständlich nutzten wir, nachdem wir sahen, daß die Bahn ein österreichisch-schweizerisches Unternehmen gebaut hatte, dieses Verkehrsmittel (8 EUR/Person für Hin- und Rückfahrt), begeisterten uns für die tolle Aussicht und aßen oben im Freien bei mittlerweile herrschenden Kaiserwetter zu Mittag.
Gegen 14:00 Uhr verließen wir Koblenz und fuhren durch das liebliche Moseltal bis Cochem. Dort wich ich auf die Autobahn aus und fuhr durch bis Wasserbillig in Luxemburg. Dort tankte ich (für 98 Cent den Liter) und dann ging es an der Sauer, der Igeler Säule und Haßdenteufel vorbei nach Trier.
Ein kurzer Bummel an der Porta Nigra beendete das Ausflugsprogramm. Es war kurz nach 18:00 Uhr, als wir aus Trier wegfuhren. Mein Navi wußte, genau wie ich, daß das Kreuz Mainz Süd das Wochenende gesperrt war und machte gar keine faulen Kompromisse via Hunsrückhöhenstraße und irgendwelche Dorfstraßen, sondern empfahl den 50 Kilometer langen Umweg, die A1 gen Süden zu nehmen und dann über Landstuhl, Kaiserslautern, Alzey zu fahren. Dieser Empfehlung folgte ich gerne und so waren wir eine gute Stunde später wieder zu Hause. Ein wunderschöner Tag bei wunderschönem Wetter.

Koblenz
Gut erkennbar, daß das ganze linke Rheinufer aufgewühlt ist.
Seilbahn
Blick nach Süden aus 80 Meter Höhe.
Seilbahn
Die Seilbahn und das Deutsche Eck.
Seilbahn
Blick nach Norden aus 100 Meter Höhe.

So ziemlich genau 20 Jahre...

... ist es her, daß ich mir meinen ersten PC kaufte. Man kann rückblickend mit Fug und Recht sagen, daß das mein Leben stark beeinflußte, denn damals steckte ich meine gesamten Ersparnisse und irgendwie auch viele Hoffnungen in diesen Kauf. Daher sei mir an dieser Stelle ein Rückblick gestattet.
Am 01.07.1990 war die Währungsunion. Ich hatte aus Restbeständen meiner Armeezeit so ziemlich genau 3.000 Mark der DDR auf meinem Volksbankkonto, die auf einmal so ziemlich genau 3.000 DM waren, unglaublich! Nun endgültig auf der Verbraucherseite der Konsumgesellschaft angekommen, war mir als Allererstes klar, daß ohne einen Computer ein Hochschulstudium und eine Zukunft unvorstellbar sind. Ein Rechner mußte also schleunigst her. Für die jüngeren Leser: Rechner kaufte man damals ausschließlich bei VOBIS.
Da ich mit meinen Schulfreund Uwi einen Kurzurlaub bei meinen Großeltern geplant hatte und diese nicht weit weg von der schönen Hansestadt Lübeck wohnen und ich von einem vorherigem Besuch wußte, a) das es dort einen VOBIS gibt und und b) mir gemerkt hatte, wo sich dieser befindet, war ruck-zuck beschlossen, daß wir uns unseren ersten echten Computer dort holen. Gesagt, getan, am 04.07. fuhren wir mit meinem Trabanten nach Nordwestmecklenburg und bezogen bei meinen Großeltern Quartier. Dann wurde erst einmal an den Strand gegangen und anschließend die zahlreiche Verwandtschaft abgeklappert. Am 05.07. fuhren wir nach Lübeck. Schnell war der VOBIS gefunden, wir schnappten uns Prospekte, redeten mit einem "Fachverkäufer" und besichtigten dann das Stadtzentrum. Zurück im Quartier wurden die beiden Fragen gelöst, 1. welchen Rechner wir uns leisten und 2. wie wir an unser Geld kommen. Wie das bei Uwi war, weiß ich nicht mehr, aber in meinem Fall holte mir meine Oma 3.000 DM in der örtlichen Sparkasse ab und ich überwies ihr den Betrag, als ich wieder zu Hause war.
Am Freitag, dem 06.07.1990, also vor glatt 20 Jahren, fuhren wir dann erneut nach Lübeck in den VOBIS und kauften uns ein ANgebotsbundle, bestehnd aus:

einen PC AT als mit
- 1 MB RAM, bestehend aus 16 Käfern, die auf die Hauptülatine gesteckt waren
- Prozessor 80286 mit 16 MHz (Landmark 21 MHz)
- 5,25' Diskettenlaufwerk
- 5,25' MFM-Festplatte, die dank RLL-Controller (volle Baulänge) statt nur 20 MB satte 30 MB speichern konnte
- 8bit-Grafikkarte von OAK mit 256 kB RAM (das bedeutete VGA in maximal 16 Farben)
- Multi-IO-Controller für COM1, COM2 und LPT1
- eine schwere VOBIS-Tastatur
einen 14' VGA-Monitor, dessen Lochmaske nur 640x480 Bildpunkte zuließ und der fröhlich mit 60 Hz vor sich hinflimmerte und
einen 24-Nadeldrucker von Epson, nämlich dem LQ 400.

Als Betriebssystem war vorinstalliert das brandneue DR-DOS 5.0.
Dazu gab es noch eine Benutzeroberfläche namens Ergo.

Das alles kostete 2.999 DM. Ich erwarb noch eine klobige Genius-Maus, denn eine Maus war im Bundle nicht enthalten und war damit gründlich pleite und hatte dafür einen Computer.

Obwohl Uwi und ich am selben Tag im gleichen Geschäft das gleiche Angebot kauften, gab es Unterschiede. So war Uwis Bildschirm besser (er konnte nämlich, wie sich ein Jahr später herausstellte auch 800x600) und er hatte einen anderen Multi-IO-Controller.

Der eigentlich gewünschte 386SX-16 war damals mit 3.599 DM ohne Drucker weit außerhalb unserer Budgets.

Zurück bei Oma, wurde eine Maschine im Telefonzimmer sofort aufgeaut und ausgiebig getestet. Wir hatten beide überhaupt keine Ahnung und wußten nicht einmal, wie herum man eine Diskette einlegt. Nach einiger Tüftelei hatten wir besagtes Ergo am Laufen, das war bunt, es gab ein Schiebespiel und einen Taschenrechner. Nach noch mehr Tüftelei schafften wir sogar, die Maus ans Laufen zu bringen. Dazu mußte nach dem Rechnerstart an der Kommandozeile nur das vorher von der Diskette kopierte Programm gmouse.com mit dem Parameter /COM:1 gestartet werden.
Recht schnell waren die Möglichkeiten vor Ort ausgetestet, mehr Disketten bzw. Programme hatten wir nicht, Internet war damals unbekannt, also verpackten wir die Rechner ins Auto und bräunten uns am Strand.

Der Rest ist Legion, zurück an der Uni, hatte in der Tat quasi jeder Kommilitone sein Geld in einen (Vobis-)rechner angelegt (außer Achim, der hatte beim Nepphändler fürs gleiche Geld sogar nur einen s/w-Bildschirm erhalten).

Gemeinsam lernten wir Stück für Stück die Geräte, die immerhin unser gasamtes Geld verschlungen hatten, kennen. Alles, was ich an Geld hatte, steckte nun in dieser Maschine, von daher mußte ich mich damit beschäftigen und sie kennenlernen. Ich las das DR-DOS-Handbuch und tippte die Beispiele ab, ohne nur zu ahnen, was ich da mache. Irgendwann lichtetn sich die Nebel. Gemeinsam brachten wir uns Tips und Kniffe bei. Irgendwoher erschienen Disketten, die Software enthielten. Mein erstes Spiel am PC war BlockOut, Larry I und Monkey Island lösten wir gemeinsam oder am Wochenende per Telefonkonferenz.
Die Rechner wurden hochgerüstet, bald steckte in meiner Maschine ein mathematischer Coprozessor 80287, damit ich endlich CAD anwenden konnte. Ein 100 DM teures 3,5'-Diskettenlaufwerk folgte. Nach einem Hauptplatinenwechsel konnte ich die Maschine um 1 MB RAM (EMS) ergänzen, damit hatte SuperCalc endlich genug Ressoursen. Und Windows 3.0 lief mit 2 MB sogar im Standardmodus! Und da die neue Platine auch einen AT-Bus-Controller hatte, konnte ich sogar eine flinke 40-MB-Festplatte nachrüsten. Und als Luxus nach der Ferienarbeit gönnte ich mir für 150 DM eine originale Soundblasterkarte 8Bit mit CMS-Chipsatz.

Viel, viel Zeit und viel Geld steckte ich in die EDV und alles nebenbei. Doch letztendlich verdanke ich all dem, daß ich heute da stehe, wo ich bin.

20 Jahre eigener PC - ein kleiner Grund zum Feiern.

mal wieder: Granatapfelsaft

Einer meiner am meisten gesuchten Blogeinträge ist derjenige, in dem es sich um Granatapfelsaft dreht. Das war vor vier Jahren, wow, so lange blogge ich schon?
Aber darum geht es nicht. Seitdem hat sich bzgl. Granatapfelsaft in Deutschland einiges getan. So habe ich eine Quelle für Brausepulver. Das schmeckt allerdings nur nach Zucker und ist somit unbrauchbar. Dann fand ich einmal Granatapfelbonbons. Gut schmecken sie, aber sicher nicht nach der feinen Frucht. Irgendein Supermarkt verkauft recht günstig Granatapfelsaft im Tetrapack. Doch das ist eine Mogelpackung, denn in dem Liter schwappen auch über 800 Milliliter Apfelsaft ohne Granat und diverse andere Säfte mit herum und somit bleibt vom herbfeinen-pelzigen Aroma wieder exakt nichts übrig.
Ein Hoffnungsschimmer war Anfang des Jahres das Einkaufszentrum in Bretzenheim, in dem der ansässige Saftladen tatsächlich frisch gepressten Granatapfelsaft anbot. Aber 4,50 EUR für einen 200 Milliliterbecher sind auch viel zu teuer. Dennoch bestellte ich mir natürlich ein Glas. Doch was war das? Der nahöstliche Verkäufer wollte ihn 50:50 noch mit Orangensaft vergällen. Das verbat ich mir. Das Glas reiner Saft war dann nur 100 Millilter zu 3 EUR. Kein Wunder, daß das nicht mehr angeboten wird.
Gestern nun entdeckte ich im Wasgau ein weiteres Angebot an Granatapfelsaft.
239 Milliliter oder so ähnlich für 1,99 EUR und dann auch noch "aus Konzentrat", so wird das alles nichts mit diesem besonderen Saft.

Saft

Links 1,5-Liter Apfelschorle zu 0,62 EUR inkl. 25 Cent Pfand, daneben der oben besprochene Saft zu 1,99 EUR exkl. Pfand aus dem Amiland.

meine Rente

Heute eröffne ich eine neue Kategorie, die sich dem PISA-Kinde und seinem Umfeld widmen wird. Auftakt ist folgender Schnappschuß aus einer Speisekarte:

Wein Karte

Aufgefallen ist mir dieser Schatz deutscher Sprachkunst heute Mittag im ansonsten sehr rustikalen und schönen Restaurant nebst Biergarten Wilhelmshöhe. Der ist nicht etwa in Kassel sondern im fränkischen Fürth. Dort waren heute aus traurigem Anlaß TheKaiser, elzoido und der Autor, denn die Mutter unseres gemeinsamen Freundes Frodolf wurde heute beigesetzt.

Die Hin- und Rückfahrt waren eine Katastrophe. Am Vormittag war die A3 Richtung Würzburg voll gesperrt, so daß wir über die A6 ausweichen mußten. Auf der Fahrt hörten wir von einer weiteten Vollsperrung der A3 in Höhe Würzburg-Kist. Die Gegenspur war eine einzige stehende Mauer von LKW aus aller Herren Länder.
Doch auch in unserer Fahrtrichtung lief es zäh und schleppend, so daß wir erst in buchstäblich letzten Minute an der Kapelle eintrafen.

Die Rückfahrt fing ganz gut an, doch keine 5 Kilometer vor dem Zwischenziel gerieten wir in einen Monsterstau, der uns 2 Stunden kostete.

So waren wir mehr als 8 Stunden im Auto, ein chaotischer Verkehrstag.

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