Archiv für: April 2009
Ein Kommilitone machte mich auf folgenden...
... Artikel aufmerksam.
Wer wirtschaftswissenschaftlich interessiert ist, der lese diese vier Seiten durch und staune und sei fassungslos.
Für Laien versuche ich das mal in aller Kürze zu erklären:
Früher war alles besser, da hatten wir einen Kaiser, da machten wir keine Schulden, hatten Anstand, Sitte, Moral, waren ...Halt!!
Also noch einmal langsam und von vorne:
Vor noch nicht allzulanger Zeit galt das gute, alte Handelsgesetzbuch, kurz HGB. Dort standen kurze, dem Fachkundigen verständliche, Regeln, die bspw. für die Bilanzierung von Unternehmen und Kreditinstituten verbindlich waren.
Diese Regeln folgten immer dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip. Das bedeutet, daß man sich immer ärmer rechnen konnte, als man eigentlich war. Ich möchte nicht ins Detail gehen und nenne nur Schlagworte wie strenges Niederstwertprinzip und Bildung stiller Reserven durch Grundstücksbewertung. Natürlich nutzten alle diese u. a. Möglichkeiten, um ihren (Bilanz-)Gewinn zu schmälern. Die stillen Reserven konnten in schlechten Zeiten problemlos aufgelöst (oder aktiviert) werden und so konnte man in Ruhe die Rezession aussitzen und auf die nächste Konjunktur warten.
Natürlich war dies dem Staat ein Dorn im Auge. Weniger Gewinn bedeutet nämlich auch weniger Steuern. Deshalb gab (und gibt es tw. noch) neben der HGB-Bilanz, in der alle Unternehmen sich bettelarm rechnen konnten recht bald eine Steuerbilanz (SteuBi), deren Richtlinien in der Mutter aller Steuergesetze, der Abgabenordnung (AO), und vielen weiterführendem Gesetzeswerken festgeschrieben sind. Dort gelten, wen überrascht es, in den Präzedenzfällen, in denen sich der Kaufmann arm rechnen kann, meist entgegengesetzte, zumindest aber verschärfte Vorschriften.
Die SteuBi versucht also, möglichst das tatsächliche Bilanzergebnis zu ermitteln. Klar, denn ein realer Gewinn ist immer höher als ein HGB-Gewinn und der arme Staat braucht Steuern.
Eine Steuerbilanz nennt man deswegen auch bilanzehrlich.
Exkurs: wenn die Ergebnisse der SteuBi die der HGB-Bilanz beeinflussen, redet man vom Maßgeblichkeitsprinzip und auch von der umgekehrten Maßgeblichkeit. Mit solchem Wissen kann man Steuerberater werden oder gar Steuerprüfer oder Wirtschaftsberater.
Konnten mir alle bis hierher folgen?
Gut, dann mache ich an dieser Stelle weiter...
Da unsere guten, alten, deutschen Gesetze antiquiert klingen und wir nach dem verlorenem Krieg ja das Allheil (mit ca. 10 Jahren Verspätung) bei den Amerikanern entdeckten, äfften wir den in den 1990er Jahren in den USofA aufgekommenen Shareholder Value nach.
Sehr stark vereinfacht besagt dieser, daß alle Gewinne eines Unternehmens den Investoren (Shareholdern) zugute kommen sollen.
Unternehmenszweck ist also nicht wie im alten deutschen Gesetz formuliert eine "dauerhafte, gewinnorientierte Unternehmung", sondern im Vordergrund stehen die Interessen der Anteilseigner, die nicht mit kaufmännischer Weitsicht und mit kaufmännischem Sachverstand entscheiden.
Da die Anleger ein recht auf allumfassende Information (Transparenz) haben, muß das Unternehmen also anlegerfreundlich bilanzieren. Dazu bedient man sich im Rahmen der Globalisierung/Europäisierung nicht mehr des ollen HGBs, sondern benutzt das Regelwerk des IAS/IFRS, welches zu einem großen Teil dem (US-amerikanischen) GAAP abgeschaut ist.
Dort gibt es viele Vorschriften, die dem HGB völlig widersprechen (das macht die AO auch), die aber darüber hinaus auch die GBO verletzten, die Realität verschleiern, verzerren..., man nenne es, wie man es mag.
Die Fragwürdigkeit der IAS/IFRS, deren Inhalt zu lesen und zu verstehen ich vor ca. einem Jahr innerhalb des Hauptstudiums BWL ich die zweifelhafte Ehre hatte, wird im oben beschriebenen Artikel schon konterkariert durch...
Selbst der IASB-Vorsitzende David Tweedie distanziert sich von dem Standard: "Wenn Sie IAS 39 verstehen, haben Sie es nicht richtig gelesen", sagte er dem Fachblatt "Financial Director".
Im konkreten Beispiel kann also eine Pleitebank durch konsequente Bilanzpolitik (also buchstabengenaue Anwendung der Artikel des IAS/AFRS sich paradoxerweise reichrechnen, was dem Bauchgefühl (und der Realität) völlig widerspricht.
Fazit?
Jagt alle Analysten, Investmentbanker, Börsenyuppies und ähnliches Gesocks zum Teufel. Mißtraut großen Privatbankern und n-tv-Schwaflern. Man besinne sich auf echte Werte und lasse die angemessene kaufmännische Vorsicht gelten.
Ich könnte an dieser Stelle noch endlos weiterpalavern, möchte dieses aber lieber in kleinem Kreise und IRL tätigen als im Netz.
das ist kein T-55 - Nachtrag
Schau einer an, die Redaktion hat reagiert und die Fehler korrigiert. Das ist tröstlich.
das ist kein T-55
Lieber

heute morgen serviert ihr mir einen tollen Artikel über

Dummerweise zeigt das Foto keinen T-55.
Auch nicht dieses Bild:

Dabei hätte ein Blick bzw. Klick auf diesen im Artikel eingeblendeten

genügt, um Artikelschreiberin Andrea Reidl, die ja offenkundig sogar vor Ort war, etwas mehr Sorgfalt angedeihen zu lassen.
Für Nichtmilitaristen:
ein T-55 ist ein 40 Tonnen schweres Stahlungetüm mit einer riesigen Kanone, welches im Krieg alles plattschießt und niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Das auf den obigen Bildern als T-55 gezeigte Kettenfahrzeug ist ein leichter Schützenpanzer BMP-1, der "nur" 13 Tonnen wiegt und für die mobile Infanterie(Link bewußt falchs gesetzt) gedacht ist.
Also, wenn alle Nachrichten so granatenmäßig recherchiert sind, dann muß man sich über Vieles hierzulande nicht mehr wundern.
Und tschüß
überflüssiges Wissen, Teil 233
Was haben Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Nepal gemeinsam?
Deren Bürger gelten bereits mit 16 als volljährig.
Quelle
Meine Lieblingsschlagzeile des Tages lautet...

Heute beim Spaziergang...

Zwei Pferde am Wegesrand.

Der Raps steht hierzulande schon in voller Blüte und stinkt bestialisch.

Am Rhein, da ist's so schön...
Wirklich sehr gefreut habe ich mich...
... über die Wahl von Frau Helen Zille zum Ministerpräsidenten vom südafrikanische Westkap. Ich weilte ja im Februar in der Ecke und hörte die Befürchtungen der Einheimischen vor einer Machtausweitung des ANC in dieser Gegend. Die scheint vorerst gebannt.
Meinen Glückwunsch an die Nachfahrin von Heinrich Zille. Hoffentlich fällt sie keinem Anschlag zum Opfer.
Ich gebe gerne zu, daß ich...
... mich manchmal Mittags kurz zum Lesen zurückziehe und es kein Problem ist, wenn ich dabei kurz wegnicke. Logischerweise habe ich immer die Telefone griffbereit.
Was allerdings dem Wegschlummern sehr hinderlich sein kann, sind die Störgeräusche von außen. Dabei meine ich nicht die üblichen Tagesgeräusche sondern Störungen wie das Müllauto, die Kindergartenkinder, die mit plastikberäderten Spielautos endlos den Hang abfahren oder vor dem Kindergarten stehende, laut schwätzende Muttis, die auch noch die Autotür auflassen, aus dem laut scheußliche Musik quillt. Und natürlich möchte ich nicht die mit Heißdampfern, Laubpustern oder Benzinrasenmähern oder ähnlichem Lautgerät ausgestatteten Anwohnenden oder Dienstleistenden vergessen, die alle am frühen Nachmittag versuchen, die 100 dB-Grenze nie zu unterschreiten.
Wer mehr dazu wissen möchte, kann gerne einen Nachbarn von mir befragen, der Schichtarbeiter ist.
Sei's drum, kürzlich hatte ich mich mal wieder zur Lektüre zurückgezogen und die Äuglein wurden schwer. Kein inakzeptabler Störlärm war vernehmbar, als plötzlich...

Das waren keine 300 Meter.
Umfragefragen können manchmal...
... auch bittere Tatsachen enthüllen.
Heute bekam ich ganz viel Besuch im Blog,...
... da der .marc ein Herz für Blogger hatte. Ein Herz für Blogger habe ich auch, aber die meisten hat der .marc eh schon vorgestellt und in die anderen kann der interessierte Leser ja selbst hineinklicken. Heute jedenfalls schaffe ich es nicht mehr, an der Aktion teilzunehmen.
Lipdub - ein Tip
Wer weiß, was Lipdub ist, der kann an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören. Für alle, die es nicht kennen hier mein Webtip.
Irgendwann kamen in Frankreich ein paar Damen in einem Büro auf die nette Idee, ihr Bürogebäude vorzustellen. Dazu benutzten sie Techniken aus der Videoszene und bewegen ihre Lippen synchron (Lipdub) zu dem Lied.
Irgendwie kam diese Idee in der Netzgemeinde gut an und fand zahlreiche Nachahmer und Fans.
Am interessantesten an solchen Videos ist die Tatsache, daß man sie in einem Rutsch drehen muß. Das fördert die Kreativität ungemein und hebt diese Videos von den perfekten Zappelclips der Szene deutlich ab.
Mir war diese Kunstform bis gestern unbekannt und daher möchte ich den ebenso Ahnungslosen das folgende Video aufs Wärmste empfehlen. Studenten einer deutschen Fachhochschule haben nämlich ein fantastisches Lipdub-Video produziert. Ich habe es mehrfach gesehen und kann die Kreativität, die Disziplin und den hohen Aufwand nicht hoch genug schätzen und bewundern.
Auflösung
Bei dem gesuchten Produkt handelt es sich um ein Gadget.
Man nehme also eine SD-Karte, lege 6 Verzeichnisse an, die Cd1..Cd6 heißen (Großbuchstabe am Anfang beachten) und kopiere in diese Verzeichnisse bis zu 99 MP3-Dateien.
Das Gerät verhält sich an einem original VW-Radio Gamma wie ein klassischer CD-Wechsler und wird wie ein Wechsler angesteuert und bedient. Nun kann ich also endlich auch einmal länglichen Hörspielen und Büchern auf großer Fahrt lauschen. Ein geniales Stück Technik, so und zu diesem Preis nicht in Europa erhältlich. Nochmals vielen Dank an Jens.
Dazu noch ein Gedankenspiel. Eine 0815-Musik-CD kostet so 8 Euronen. Wenn ich also 6 CDs kaufe, habe ich für knapp 50 Euro ca. 80 Musiktitel, die ich in ca. 6 Stunden durchgehört habe.
Auf eine 4-GB-SD-Karte zu 4,99 EUR passen problemlos 6 x 99 Lieder Maximalbefüllung drauf. Die meisten MP3-Läden wollen einen Euro pro Lied. Also muß ich rund 600 Euro für eine komplette Bezahlbefüllung einer SD-Karte löhnen. Dafür könnte ich dann natürlich bis zum Abwinken Musik hören (je nach Kompression kommen 60 bis über 200 Stunden zusammen). Bloß, im ernst, glaubt da irgend jemand dran?

Wenn wir schon wie krustyDC...
... beim Wettbewerb sind, oder aber auch wie der RoadRunnR uns ums Musikalische kümmern, nun auch von mir eine Frage.
Wer ahnt, was in der unten abgebildeten Schachtel steckte und was ich vor drei Tagen in mein Auto eingebaut bekam? Die Auflösung gibt es am Wochenende.
In meinem Auto befinden sich...
... seit vorgestern unter anderem alle diese neuen Teile. Nebst einem frischen Akku kostete mich der Spaß 815 Euronen. Was man nicht alles für den TÜV macht.
Keine Sorge, mir ist das Bloggen...
... noch nicht langweilig geworden. Ich hatte nur recht viel zu tun und ich bin auch Ostern viel IRL. Aber danach wird es wieder besser.
Und keine Sorge, ich wünsche nicht Frohe Ostern...
Momentan stehe ich...
vor verschlossener Tür in Frankfurt, da ich deutlich weniger Morgenstau hatte als gedacht hatte. Aber das von mir eingerichtet WLAN reicht, wie man sieht, auch bis in den Flur.
Hewlett Packard war ja einmal... (Update)
Gerade rief ich bei der "freundlichen" Reparaturannahmestelle an und erfuhr, daß man die E-Mail mit dem Kostenvoranschlag noch nicht abgeschickt habe. Nun bin ich auf Prioritätsstufe I gesetzt und sollte sie heute noch bekommen. Man darf gespannt sein.
Als ich diese Woche tankte,...
... blieb mein Blick auf einem Schild an der Zapfsäule hängen, auf dem stand: "Enthält 7% biologische Zusatzprodukte."
Irgendwie hatte ich was gehört, aber ich beschloß nachzufragen. So rief ich eben die kostenlose Informationsnummer der Fa. Total an und eine freundliche Dame, die seit mehr als 30 Jahren im Mineralölgeschäft ist, erklärte mir das Ganze.
Seit 1.2. des Jahres gilt die 10. Auflage des Bundesimmissionsschutzgesetzes, nach der alle Mineralölgesellschaften verpflichtet sind, einen DIN 51628 zu erfüllen. Dieser regelt eben die Beimischung von aus Pflanzen gewonnenen Kraftstoffanteilen für die Bundesrepublik. EU-weit gelten wohl momentan 5%.
Es enstünde kein Schaden an den Motoren und keine Änderung im Betriebsverhalten, wie umfangreiche Tests bestätigt hätten. Im Übrigen gewänne man die Beimischungssubstanzen nur aus eigenen Flächen und nicht aus Drittländern oder gar Ländern, wo die Menschen Hungers stürben.
Und im übrigen mache diese Maßnahme den Sprit teurer. Aber da momentan die Wirtschaft in einer Krise steckt, wird weniger gefahren und weniger Kraftstoff verbraucht und somit bleiben momentan die Bauern, die Raps, Weizen, Zuckerrüben und co. anbauten, auf riesigen Mengen Bioethanol sitzen. Und in der Mineralölbranche sieht man die Entwicklung gar nicht so gerne, denn man sei schließlich im Mineralölgeschaft tätig und nicht auf dem Acker.
Und der Verbraucher ist mal wieder verunsichert und muß die Zeche zahlen.
Wieso kümmert sich der Staat eigentlich um solchen Zuber, wo es doch wirklich wichtigere und relevantere Probleme zu behandeln gilt? Und wieso rieche ich überall Lüge und faule Kompromisse, mit denen alle Teilnehmer unzufrieden sind?
Also wenn ich an die Macht komme, dann...