{"id":241,"date":"2010-07-06T05:03:56","date_gmt":"2010-07-06T05:03:56","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=241"},"modified":"2024-01-14T09:34:47","modified_gmt":"2024-01-14T09:34:47","slug":"so_ziemlich_genau_20_jahre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/so_ziemlich_genau_20_jahre","title":{"rendered":"So ziemlich genau 20 Jahre&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; ist es her, da\u00df ich mir meinen ersten PC kaufte. Man kann r\u00fcckblickend mit Fug und Recht sagen, da\u00df das mein Leben stark beeinflu\u00dfte, denn damals steckte ich meine gesamten Ersparnisse und irgendwie auch viele Hoffnungen in diesen Kauf. Daher sei mir an dieser Stelle ein R\u00fcckblick gestattet.<br \/>\nAm 01.07.1990 war die W\u00e4hrungsunion. Ich hatte aus Restbest\u00e4nden meiner Armeezeit so ziemlich genau 3.000 Mark der DDR auf meinem Volksbankkonto, die auf einmal so ziemlich genau 3.000 DM waren, unglaublich! Nun endg\u00fcltig auf der Verbraucherseite der Konsumgesellschaft angekommen, war mir als Allererstes klar, da\u00df ohne einen Computer ein Hochschulstudium und eine Zukunft unvorstellbar sind. Ein Rechner mu\u00dfte also schleunigst her. F\u00fcr die j\u00fcngeren Leser: Rechner kaufte man damals ausschlie\u00dflich bei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vobis\">VOBIS<\/a>.<br \/>\nDa ich mit meinen Schulfreund Uwi einen Kurzurlaub bei meinen Gro\u00dfeltern geplant hatte und diese nicht weit weg von der sch\u00f6nen Hansestadt L\u00fcbeck wohnen und ich von einem vorherigem Besuch wu\u00dfte, a) das es dort einen VOBIS gibt und und b) mir gemerkt hatte, wo sich dieser befindet, war ruck-zuck beschlossen, da\u00df wir uns unseren ersten echten Computer dort holen. Gesagt, getan, am 04.07. fuhren wir mit meinem Trabanten nach Nordwestmecklenburg und bezogen bei meinen Gro\u00dfeltern Quartier. Dann wurde erst einmal an den Strand gegangen und anschlie\u00dfend die zahlreiche Verwandtschaft abgeklappert. Am 05.07. fuhren wir nach L\u00fcbeck. Schnell war der VOBIS gefunden, wir schnappten uns Prospekte, redeten mit einem &#8222;Fachverk\u00e4ufer&#8220; und besichtigten dann das Stadtzentrum. Zur\u00fcck im Quartier wurden die beiden Fragen gel\u00f6st, 1. welchen Rechner wir uns leisten und 2. wie wir an unser Geld kommen. Wie das bei Uwi war, wei\u00df ich nicht mehr, aber in meinem Fall holte mir meine Oma 3.000 DM in der \u00f6rtlichen Sparkasse ab und ich \u00fcberwies ihr den Betrag, als ich wieder zu Hause war.<br \/>\nAm Freitag, dem 06.07.1990, also vor glatt 20 Jahren, fuhren wir dann erneut nach L\u00fcbeck in den VOBIS und kauften uns ein Angebotsb\u00fcndel, bestehend aus:<br \/>\neinen PC AT mit:<br \/>\n&#8211; 1 MB RAM, bestehend aus 16 K\u00e4fern, die auf die Hauptplatine gesteckt waren<br \/>\n&#8211; Prozessor 80286 mit 16 MHz (Landmark 21 MHz)<br \/>\n&#8211; 5,25&#8242; Diskettenlaufwerk<br \/>\n&#8211; 5,25&#8242; MFM-Festplatte, die dank RLL-Controller (volle Baul\u00e4nge) statt nur 20 MB satte 30 MB speichern konnte<br \/>\n&#8211; 8bit-Grafikkarte von OAK mit 256 kB RAM (das bedeutete VGA in maximal 16 Farben)<br \/>\n&#8211; Multi-IO-Controller f\u00fcr COM1, COM2 und LPT1<br \/>\n&#8211; eine schwere VOBIS-Tastatur<br \/>\neinen 14&#8242; VGA-Monitor, dessen Lochmaske nur 640&#215;480 Bildpunkte zulie\u00df und der fr\u00f6hlich mit 60 Hz vor sich hinflimmerte und<br \/>\neinen 24-Nadeldrucker von Epson, n\u00e4mlich dem LQ 400.<br \/>\nAls Betriebssystem war vorinstalliert das brandneue <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DR-DOS\">DR-DOS<\/a> 5.0.<br \/>\nDazu gab es noch eine Benutzeroberfl\u00e4che namens <a href=\"http:\/\/www.goldmann.de\/norton-commander-gegen-star-commander-und-ergo---vergleichstest-1990_tipp_360.html\">Ergo<\/a>.<br \/>\nDas alles kostete 2.999 DM. Ich erwarb noch eine klobige Genius-Maus, denn eine Maus war im Bundle nicht enthalten und war damit gr\u00fcndlich pleite, aber ich hatte daf\u00fcr einen Computer.<br \/>\nObwohl Uwi und ich am selben Tag im gleichen Gesch\u00e4ft das gleiche Angebot kauften, gab es Unterschiede. So war Uwis Bildschirm besser (er konnte n\u00e4mlich, wie sich ein Jahr sp\u00e4ter herausstellte auch 800&#215;600) und er hatte einen anderen Multi-IO-Controller.<br \/>\nDer eigentlich gew\u00fcnschte 386SX-16 war damals mit 3.599 DM ohne Drucker weit au\u00dferhalb unserer Budgets.<br \/>\nZur\u00fcck bei Oma, wurde eine Maschine im kleinen Zimmer sofort aufgebaut und ausgiebig getestet. Wir hatten beide \u00fcberhaupt keine Ahnung und wu\u00dften nicht einmal, wie herum man eine Diskette einlegt. Nach einiger T\u00fcftelei hatten wir besagtes Ergo am Laufen, das war bunt, es gab ein Schiebespiel und einen Taschenrechner. Nach noch mehr T\u00fcftelei schafften wir sogar, die Maus ans Laufen zu bringen. Dazu mu\u00dfte nach dem Rechnerstart an der Kommandozeile nur das vorher von der Diskette kopierte Programm gmouse.com mit dem Parameter \/COM:1 gestartet werden.<br \/>\nRecht schnell waren die M\u00f6glichkeiten vor Ort ausgetestet, mehr Disketten bzw. Programme hatten wir nicht, Internet war damals unbekannt, also verpackten wir die Rechner ins Auto und br\u00e4unten uns am Strand.<br \/>\nDer Rest ist Legion, zur\u00fcck an der Uni, hatte in der Tat quasi jeder Kommilitone sein Geld in einen (Vobis-)rechner angelegt (au\u00dfer Achim, der hatte beim Nepph\u00e4ndler f\u00fcrs gleiche Geld sogar nur einen s\/w-Bildschirm erhalten).<br \/>\nGemeinsam lernten wir St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck die Ger\u00e4te, die immerhin unser gesamtes Geld verschlungen hatten, kennen. Alles, was ich an Geld hatte, steckte nun in dieser Maschine, von daher mu\u00dfte ich mich damit besch\u00e4ftigen und sie kennenlernen. Ich las das DR-DOS-Handbuch und tippte die Beispiele ab, ohne nur zu ahnen, was ich da machte. Irgendwann lichteten sich die Nebel. Gemeinsam brachten wir uns Tricks und Kniffe bei. Irgendwoher erschienen Disketten, die Software enthielten. Mein erstes Spiel am PC war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blockout\">BlockOut<\/a>, Larry I und Monkey Island l\u00f6sten wir gemeinsam oder am Wochenende per Telefonkonferenz.<br \/>\nDie Rechner wurden hochger\u00fcstet, bald steckte in meiner Maschine ein mathematischer Koprozessor 80287, damit ich endlich CAD anwenden konnte. Ein 100 DM teures 3,5&#8242;-Diskettenlaufwerk folgte. Nach einem Hauptplatinenwechsel konnte ich die Maschine um 1 MB RAM (EMS) erg\u00e4nzen, damit hatte SuperCalc endlich genug Ressoursen. Und Windows 3.0 lief mit 2 MB sogar im Standardmodus! Und da die neue Platine auch einen AT-Bus-Controller hatte, konnte ich sogar eine flinke 40-MB-Festplatte nachr\u00fcsten. Und als Luxus nach der Ferienarbeit g\u00f6nnte ich mir f\u00fcr 150 DM eine originale Soundblasterkarte 8Bit mit <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Soundblaster\">CMS<\/a>-Chipsatz.<br \/>\nViel, viel Zeit und viel Geld steckte ich in die EDV und alles nebenbei. Doch letztendlich verdanke ich all dem, da\u00df ich heute da stehe, wo ich bin.<br \/>\n20 Jahre eigener PC &#8211; ein kleiner Grund zum Feiern.<\/p>\n<p>Nachtrag zum mittlerweile \u00fcber drei\u00dfigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um: ich habe doch tats\u00e4chlich die Rechnung gefunden!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1661\" class=\"alignnone size-full wp-image-4716\" srcset=\"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis.jpg 2048w, http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis-300x243.jpg 300w, http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis-768x623.jpg 768w, http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-content\/uploads\/vobis-1024x831.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ist es her, da\u00df ich mir meinen ersten PC kaufte. 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