{"id":335,"date":"2010-01-26T22:04:55","date_gmt":"2010-01-26T22:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=335"},"modified":"2010-01-26T22:04:55","modified_gmt":"2010-01-26T22:04:55","slug":"der_erste_satz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/der_erste_satz","title":{"rendered":"Der erste Satz&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; eines Buches ist seine Visitenkarte, er entscheidet meist \u00fcber Gedeih und Verderb, \u00fcber Lust oder Unlust am Weiterlesen, er separiert Schreiberlinge von Schriftstellern, er ist kurz gesagt einfach wichtig.<br \/>\nIm Folgenden nenne ich einige mir besonders gefallende Anf\u00e4nge von B\u00fcchern, die zu meinen Allzeitlieblingen z\u00e4hlen, der Leser darf gerne ohne googeln in die Kommentare raten, die Aufl\u00f6sung erfolgt demn\u00e4chst an dieser Stelle.<br \/>\nSatz 1:<\/p>\n<blockquote><p>\nGegen sieben Uhr an einem recht schw\u00fclen Sommerabend in den Sionibergen erwachte Vater Wolf, g\u00e4hnte, reckte sich und streckte die L\u00e4ufe, einen nach dem anderen, um das Schlafgef\u00fchl in den Pfoten loszuwerden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 2:<\/p>\n<blockquote><p>An jenem Tag st\u00fcrzte rauschender Regen nieder, daran erinnere ich mich noch gut.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 3:<\/p>\n<blockquote><p>Auf dem Boden der Schachtel stand ein H\u00e4uschen mit rotem Dach &#8211; mit seinen winzigen Schindeln war es einer Himbeere t\u00e4uschend \u00e4hnlich, man bekam direkt Lust, daran zu lecken.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 4:<\/p>\n<blockquote><p>Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, da\u00df ein alleinstehender Mann, der ein betr\u00e4chtliches Verm\u00f6gen besitzt, einer Frau bedarf.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und hier noch einmal im englischen Original, da kommt er deutlich besser.<\/p>\n<blockquote><p>It is a truth universally acknowledged, that a single man in possesion of a good fortune, must be in want of a wife.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 5:<\/p>\n<blockquote><p>Tom!<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 6:<\/p>\n<blockquote><p>Die dreifingrigen H\u00e4nde des Draconiers ballten sich zu F\u00e4usten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 7:<\/p>\n<blockquote><p>My father had a face that could stop a clock.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 8:<\/p>\n<blockquote><p>Dem Korneli Udalow erschien im Traum ein Unirdischer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 9:<\/p>\n<blockquote><p>Die Sonne,die \u00fcber dem \u00e4g\u00e4ischen Meer aufgeht und die Radio-Antennen auf den D\u00e4chern von Athen in Morgenrot taucht, &#8211; das ist die ber\u00fchmte Sonne Homers, von der Schiller sagt: &#8222;Siehe, sie l\u00e4chelt uns auch!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 10:<\/p>\n<blockquote><p>Aus hundert bl\u00fchenden Apfelb\u00e4umen strich eine laue Welle Fr\u00fchlingsduft \u00fcber die morgenflimmernde Chaussee, und aus den B\u00fcschen zu beiden Seiten schmetterte Nachtigallenjauchzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Satz 11:<\/p>\n<blockquote><p>Als meine Mutter in dem kleinen Vorderzimmer des Holzhauses lag, in dem wir wohnten, und die Ankunft der Hebamme erwartete, die ihr bei der Entbindung helfen sollte, konnte sie die hohen Gumb\u00e4ume im Winde schwanken sehen, einen gr\u00fcnen H\u00fcgel und die Wolkenschatten, die \u00fcber die Lichtungen zogen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und weil 5. so einfach war, noch ein kr\u00f6nender Abschlu\u00dfsatz:<\/p>\n<blockquote><p>Ich verdanke der Konjunktion eines Spiegels und einer Enzyklop\u00e4die die Entdeckung Uqbars.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; eines Buches ist seine Visitenkarte, er entscheidet meist \u00fcber Gedeih und Verderb, \u00fcber Lust oder Unlust am Weiterlesen, er separiert Schreiberlinge von Schriftstellern, er ist kurz gesagt einfach wichtig. 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