{"id":458,"date":"2009-07-25T00:59:04","date_gmt":"2009-07-25T00:59:04","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=458"},"modified":"2009-07-25T00:59:04","modified_gmt":"2009-07-25T00:59:04","slug":"ende_einer_ara_eine_rein_fiktive_geschic","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/ende_einer_ara_eine_rein_fiktive_geschic","title":{"rendered":"Ende einer \u00c4ra &#8211; eine rein fiktive Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Vor ca. 10 Jahren wurde <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichten_vom_Herrn_Keuner\">Herr K.<\/a> Mitglied der Internetgemeinde. Grund daf\u00fcr war die Einf\u00fchrung einer so genannten Flatrate zu damals ungeheuer g\u00fcnstigen 79 DM (das sind 40,40 EUR). Herrn K., einem internetaffinen aber auch kostenbewu\u00dften B\u00fcrger, war klar, da\u00df er nun erstmalig zu kalkulierbaren Kosten und ohne den st\u00e4ndig mitlaufenden Geb\u00fchrenz\u00e4hler in die Welt von E-Mail, Usenet und bunten Klickbildern eintauchen konnte.<br \/>\nDoch 79 DM waren schon verdammt viel Geld f\u00fcr das Betrachten der (damals) marginalen Inhalte und das Lesen und Schreiben von Posts und Mehls.<br \/>\nWas konnte man denn 1999 noch im Netz mit einer Flatrate anfangen? Chatten hatte wenig Sinn, da man alleine auf weiter Flur war, Onlinespiele waren Fehlanzeige usw.<br \/>\nAbgesehen davon hatte Herr K. nur eine ISDN-Flatrate und mit maximal 8 kB\/s konnte man damals nicht die Wurst vom Teller ziehen.<br \/>\nDoch die Internetgemeinde wuchs st\u00e4ndig und war findig. Schnell machte eine Software namens Napster Furore, die auch Herr K. noch intensiv und aktiv kennen und sch\u00e4tzen lernte.<br \/>\n2001 gab es dann nicht nur breitbandigen Zugang zum Internet sondern auch, ungef\u00e4hr zur Zeit des Sterbens von Napster, <strong>DAS<\/strong> Produkt f\u00fcr den weltm\u00e4nnischen Musikfreund. Audiogalaxy war klein, schnell, webbasiert, fernwartbar und fand jede, aber auch jede Musik auf dem Globus. Jede noch so abstruse Maxiversion, jeder Bootleg, jeder Livemitschnitt eines Fans, jede obskure B-Seite oder jedes Demoband fand man dort und hatte es auch irgendwann auf der heimischen Platte. In dieser sch\u00f6nen Zeitschuf sich Herr K. den soliden Grundstein zu seiner mittlerweile doch recht \u00fcppigen Musiksammlung.<br \/>\n2002 hatte die Audiogalaxy ein schnelles, juristisch indiziertes Ende.<br \/>\nDoch dank Breitband und st\u00e4ndig wachsender Nutzerzahl wurden nun schon lange keine Musiktitel im MP3-Format mehr getauscht, sondern ganze Alben, ja Diskografien fand man an entsprechenden Stellen. Durch die Zunahme des breitbandigen Internets (und durch immer g\u00fcnsigere und immer gr\u00f6\u00dfere Festplatten) waren nun selbst Spielfilme, Telespiele usw. \u00fcberall im Netz kostenlos zu finden. Dabei spielten eMule und zunehmend auch Torrent-Klienten eine wesentliche Rolle.<br \/>\nKlar, da\u00df sich die Rechteinhaber nach einer Besinnungsphase, sich nicht mehr bieten lie\u00dfen, da\u00df die Internetgemeinde einen einfachen, funktionierenden, bl\u00f6derweise aber sehr gut funktionierenden und dazu auch prosperierenden Weg entdeckt hatte, sich relevante Medieninhalte im Netz zuzuspielen.<br \/>\nHerr K. hatte nun den eMule f\u00fcr \u00e4ltere Daten und eine Bittorrent-Software f\u00fcr aktuelle Filme und Serien am Laufen. Aus DSL wurde DSL 1000, wurde DSL 2000 und schlu\u00dfendlich DSL 6000.<br \/>\nDSL 16000 ist seit \u00fcber einem Jahr in Herrn Ks. Wohngegend verf\u00fcgbar, aber von ihm nie beauftragt worden, denn mittlerweile waren alle relevanten Inhalte schon auf Herrn Ks. Festplatten und DSL 16000 benutzen bekanntlicherweise nur kindersch\u00e4ndende Raubm\u00f6rderkopierer oder so.<br \/>\nSo weit, so gut; einige Jahre blieb die Situation gleich.<br \/>\nDoch dann entdeckten unlautere aber dennoch findige Juristen, da\u00df man selbst oder gerade im Internet Geld verdienen kann, anstatt anst\u00e4ndig zu arbeiten. Zuerst verklagte man Amazon und eBay, dann irgendwelche Webseitenbetreiber mit irgendwelchem Kokolores und k\u00fcrzlich entdeckten die Juristen auch, da\u00df man mit sogenannten Urheberrechtsverletzungsklagen massig Geld scheffeln kann. Vorbild waren wieder einmal die Amis mit ihrem beknackten Rechtssystem und es kostete einige Jahre fachliche und vor allem Lobbyarbeit, um das BGB und andere einheimische Gesetze entsprechend fehlzuinterpretieren und die arglose und meist v\u00f6llig unkundige Politik und diverse <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?q=OLG%20Hamburg\">OLG<\/a> vor den Karren zu spannen.<br \/>\nHerr K. bekam nun mit, wie in seinem Umfeld in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden unm\u00fcndige Kinder, ahnungslose Teenager, unbedarfte Nutzer, Handwerksbetriebe und gr\u00f6\u00dfere Firmen mit WLAN f\u00fcr >1.000 Personen identisch vorformulierte Schreiben von <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?q=Abmahnkanzlei\">Abmahnkanzleien<\/a> erhielten, in denen sie zur Zahlung von rund 1.000 Euro gen\u00f6tigt wurden.<br \/>\nDeshalb entschlo\u00df sich Herr K. nach reiflicher \u00dcberlegung mit sofortiger Wirkung von allen P2P-Programmen zu trennen und auf Frau von der Leyen zu h\u00f6ren und sich ab sofort zu <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/digital\/computer\/verbraucher-von-der-leyen-fordert-benimm-regeln-fuers-internet_aid_419733.html\">benehmen<\/a>.<br \/>\nHerr K. stellte mir noch einen Screenshot seiner eMule-Statistik vor, ehe er in die Schweiz auswanderte und nun in den Berner Alpen Ziegen z\u00fcchtet.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/esel.png\" alt=\"Esel\" title=\"Esel\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ca. 10 Jahren wurde Herr K. 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