{"id":615,"date":"2008-11-22T18:18:07","date_gmt":"2008-11-22T18:18:07","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=615"},"modified":"2008-11-22T18:18:07","modified_gmt":"2008-11-22T18:18:07","slug":"ultrasymet_bleibt_geheim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/ultrasymet_bleibt_geheim","title":{"rendered":"Ultrasymet bleibt geheim&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;, so lautet der Titel eines spannenden Science-Fiction-Abenteuerromans aus dem Jahre 1959, welchen meine Mutter f\u00fcr gute schulische Leistungen auf der Oberschule erhielt.<br \/>\nSchon als Knabe las ich dieses packend Werk gerne und so ist es nicht verwunderlich, da\u00df ich dieses Buch nun hier in Olm habe. K\u00fcrzlich geriet es mir in die H\u00e4nde und ich fing begierig an, es zu lesen. Doch was war das? O Schreck! Es ist wohl schon eine Weile her, da\u00df ich es las. Zum Inhalt:<br \/>\nFlei\u00dfige und geniale, deutsche Ingenieure (vom k\u00fcrzlich vergeigten Krieg liest man kein Wort) entdecken Ultrasymet, einen Werkstoff 72mal h\u00e4rter als fester als der beste Schwedenstahl. Der Grundstoff f\u00fcr Ultrasymet liegt in der W\u00fcste. Also bauen die Deutschen mit den algerischen Freunden (Algerien ist eine sozialistische Republik) ein Versuchswerk in der Sahara auf.<br \/>\nDas pa\u00dft einem schwedischen Stahltrustbeitzer \u00fcberhaupt nicht in Konzept und so spionieren seine Agenten dem armen Professor hinterher und unbedarfte Berber werden von franz\u00f6sischen Armeeehemaligen und unwissenden Scheichs zum Sturm auf das Werk \u00fcberredet. Aber dank der \u00fcberlegenen Technik&#8230;<br \/>\nEgal, aus heutiger Sicht liest sich das haneb\u00fcchen. Vor allem die Beschr\u00e4nktheit und die naive Technikgl\u00e4ubigkeit, was Zukunftsvisionen angeht, ist erstaunlich.<br \/>\nSo begeistert man sich auf der einen Seite f\u00fcr Ultraschall, Atomkraft, D\u00fcsenmaschinen, hat aber auf der anderen Seite noch Kreide und Rechenschieber allgegenw\u00e4rtig.<br \/>\nDennoch las ich das Buch mit wohlwollendem Schmunzeln und entsann mich meiner Kindheit, als ich \u00fcber die Geschichte noch staunen konnte.<br \/>\nHerzhaft auflachen mu\u00dfte ich allerdings bei folgendem Abschnitt, in dem der Autor noch etwas hilflos den Sozialismus und seine Vorz\u00fcge preist:<br \/>\n[Alle dreihundert Werksangeh\u00f6rigen sind in der gro\u00dfen Halle versammelt]<\/p>\n<blockquote><p>Professor Thamud drehte sich unerwartet zu Grant, sch\u00fcttelte ihm kr\u00e4ftig beide H\u00e4nde und sagte laut:<br \/>\n&#8222;Ich danke im Namen aller unseren Freunden.&#8220;<br \/>\nEr wandte sich wieder den Arbeitern zu.<br \/>\n&#8222;Auf der gestrigen Sitzung der Werkleitung wurde beschlossen, folgende Mitarbeiter f\u00fcr hervorragende Leistungen auszuzeichnen&#8220; &#8211; er schlug eine Mappe auf &#8211; &#8222;das Kollektiv des Bauleiters Al Habschi. Die Negerbrigade Sieben&#8230;&#8220; Thamud las eine lange Reihe Namen. Hohe Geldpr\u00e4mien und Urlaub waren der Lohn&#8230;(1)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich zieht sich die Klassifizierung durchs ganze Buch. Die Deutschen sind die Herren, die Algerier werden gutm\u00fctig f\u00fcr gehobenere Aufgaben angeleitet und die Neger schleppen schwitzend die Steine.<br \/>\nAber beneidenswert ist die Qualit\u00e4t der Ausf\u00fchrung des Buches. Ich konnte keinen Satz- oder Druckfehler entdecken. Und das wiederum ohne Computer&#8230;<br \/>\n(1) Heinz Vieweg: Ultrasymet bleibt geheim, Verlag Neues Leben Berlin, 1959, S. 181<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;, so lautet der Titel eines spannenden Science-Fiction-Abenteuerromans aus dem Jahre 1959, welchen meine Mutter f\u00fcr gute schulische Leistungen auf der Oberschule erhielt. Schon als Knabe las ich dieses packend Werk gerne und so ist es nicht verwunderlich, da\u00df ich dieses Buch nun hier in Olm habe. K\u00fcrzlich geriet es mir in die H\u00e4nde und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,7],"tags":[],"class_list":["post-615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-non-scholae-sed-vitae","category-uberfluessiges-wissen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}