{"id":707,"date":"2008-06-30T20:06:12","date_gmt":"2008-06-30T20:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=707"},"modified":"2008-06-30T20:06:12","modified_gmt":"2008-06-30T20:06:12","slug":"eigentlich_wollte_ich_ja","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/eigentlich_wollte_ich_ja","title":{"rendered":"Eigentlich wollte ich ja&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; nichts zu den Mathepr\u00fcfungen der 10. Klassen in Berlin schreiben. Aber die eben im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,563015,00.html\">SpOn<\/a> gelesene Meldung zwingt mich doch dazu ein paar Zeilen zu schreiben. Vor allem dieser Satz:<\/p>\n<blockquote><p>Der Senator [gemeint ist Berlins Bildungssenator J\u00fcrgen Z\u00f6llner] beteuert, dass die Klausur nicht schwerer gewesen sei als die erste. Wegen des zus\u00e4tzlichen Pr\u00fcfungsstresses erleichterte er aber das Bestehen der Klausur. Mit 45 Prozent gilt die Pr\u00fcfung nun als bestanden. Vorher waren es 50 Prozent.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Also nicht nur, da\u00df die Mathepr\u00fcfung kinderleicht war, nicht nur, da\u00df sie in nur leicht ver\u00e4nderter Form wenige Tage sp\u00e4ter wiederholt wurde (und damit den schwachen Sch\u00fclern bessere Chancen einr\u00e4umte); nein, jetzt soll sie also auch schon bei weniger als der H\u00e4lfte der Punkte bestanden sein.<br \/>\nIch nenne so etwas eine Farce! Aber nicht darum geht es mir prim\u00e4r, sondern um die Pr\u00fcfung an sich.<br \/>\nBisher habe ich immer gedacht, da\u00df die Kinder in der Schule lernen. Lesen, Schreiben und Rechnen beispielsweise. So wie meine Gro\u00dfeltern. Diese besuchten alle sechs Jahre die Volksschule und schrieben danach sch\u00f6n, sauber (und selbstverst\u00e4ndlich richtig) und konnten auch vorz\u00fcglich rechnen. Zumindest lie\u00dfen sie sich vom Kaufmann nicht \u00fcbers Ohr hauen.<br \/>\nMit diesen Gedanken lag ich nun v\u00f6llig falsch, wie ich beim Durchlesen der Pr\u00fcfungen sehen mu\u00dfte.<br \/>\nFangen wir doch einmal mit der <a href=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/mathe_1.pdf\">Originalpr\u00fcfung vom 11.06.2008<\/a> [530 kB, Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/pdf\/0,5534,18295,00.html\">SpOn<\/a>] an:<br \/>\nIch will jetzt nicht angeben, aber bis auf Aufgabe 5, l\u00f6ste ich alle Aufgaben w\u00e4hrend des Lesens im Kopf. Nur f\u00fcr Aufgabe 5 h\u00e4tte ich den Taschenrechner, wenn \u00fcberhaupt, bem\u00fcht. Und eventuell, um sicherzugehen, auch die Kugelvolumenformel in der Formel\u00fcbersicht nachgeschlagen. Wobei ich die Formel per Eselsbr\u00fccke immer parat habe (Kommt ein Kugelmann vorbei &#8211; 4 Drittel Pi mal R hoch 3.). Viele Aufgaben waren so peinlich und so banal, da\u00df ich mich beinahe schon beim Durchlesen sch\u00e4mte. Und wo bitte ist die h\u00f6here Mathematik? So eine Pr\u00fcfung ist weniger als eine Mathearbeit, die man vor 30 Jahren in einer siebten Klasse schrieb. Ich war (und bin) jedenfalls hellstens entsetzt \u00fcber diese superleichte Mathepr\u00fcfung, immerhin eine Abschlu\u00dfpr\u00fcfung einer zehnten Klasse. Das hei\u00dft, ich &#8222;alter&#8220; Mann l\u00f6se in nicht mal 10 Minuten ohne gro\u00dfes Nachdenken im Kopf und ohne jedwedes Hilfsmittel eine Mathepr\u00fcfung, f\u00fcr die die Damen und Herren Sch\u00fcler satte zwei Zeitstunden Zeit bekommen?<br \/>\nEntsetzt und besch\u00e4mt waren wohl auch die Berliner verantwortlichen Mathelehrer (oder wer immer daf\u00fcr verantwortlich ist), die sich diese Pr\u00fcfung ausgedacht hatten. So war die <a href=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/mathe_2.pdf\">Wiederholungspr\u00fcfung vom 23.06.2008<\/a> [530 kB, Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/pdf\/0,5534,18294,00.html\">SpOn<\/a>] in der Tat <em>etwas<\/em> anspruchsvoller. Das will hei\u00dfen, da\u00df ich jetzt ab und zu einmal etwas nachdenken mu\u00dfte und ein Hauch Abstraktionsverm\u00f6gen gefordert war. Doch da ja alle Sch\u00fcler wenige Tage vorher eine sehr \u00e4hnliche Pr\u00fcfung schrieben, mu\u00dften sie wissen, was sie erwartet und konnten zielgerichtet noch einmal ihre Schwachstellen beseitigen.<br \/>\nUnd nun bestehen schlechte Sch\u00fcler diese dennoch recht einfache Pr\u00fcfung also auch, wenn sie nur 45 % der Punkte erreichen. Hallo? Wozu habe ich ein Notensystem? Bedeutete weniger als 50 %, also weniger als die H\u00e4lfte nicht eine ungen\u00fcgende Leistung? Wenn man die Kriterien so offen verw\u00e4ssert, dann mu\u00df man sich nicht wundern, da\u00df diese Sch\u00fcler es in der Lehre, der Berufsschule oder gar sp\u00e4ter einer Fachhochschule sehr, sehr schwer haben werden.<br \/>\nWas ich abschlie\u00dfend gerne w\u00fc\u00dfte, das w\u00e4ren die Ergebnisse, die die Berliner Zehntkl\u00e4ssler in beiden Pr\u00fcfungen erzielten. Ich f\u00fcrchte aber, da\u00df ich das dann doch nicht wissen will&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; nichts zu den Mathepr\u00fcfungen der 10. Klassen in Berlin schreiben. Aber die eben im SpOn gelesene Meldung zwingt mich doch dazu ein paar Zeilen zu schreiben. Vor allem dieser Satz: Der Senator [gemeint ist Berlins Bildungssenator J\u00fcrgen Z\u00f6llner] beteuert, dass die Klausur nicht schwerer gewesen sei als die erste. 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