{"id":739,"date":"2008-05-23T10:37:37","date_gmt":"2008-05-23T10:37:37","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=739"},"modified":"2008-05-23T10:37:37","modified_gmt":"2008-05-23T10:37:37","slug":"urlaub_im_hohen_norden_teil_xii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/urlaub_im_hohen_norden_teil_xii","title":{"rendered":"Urlaub im hohen Norden &#8211; Teil XII"},"content":{"rendered":"<p><strong>Donnerstag, 03.08.2006 &#8211; Tromso<\/strong><br \/>\nNur 176 Seemeilen (326 Kilometer) brauchten wir bis zu unserem n\u00e4chsten Ziel zur\u00fcckzulegen. Bei 11 Grad und diesigem Wetter haben wir sechs Stunden Aufenthalt in der nordnorwegischen Stadt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tromso\">Tromso<\/a>. Als erstes beeindruckt uns die gewaltige Br\u00fccke auf, die den Stadtkern mit dem Festland verbindet. Wir gehen von Bord und ich schlendere, diesmal alleine, durchs Stadtzentrum. Es ist eine junge Stadt, es geht international zu, man merkt, da\u00df hier eine international geachtete Universit\u00e4t ist. Das die Stadt jung und voller Studenten ist beweist auch die Statistik, da\u00df es in der Innenstadt 13.000 Sitzpl\u00e4tze in Kneipen, Bars und Cafes gibt.<br \/>\nIch hole etwas Geld und kaufe eine Tageszeitung und ein paar alkoholfreie Getr\u00e4nke, die ich an Bord schaffe. Dann beginnt meine gebuchte Tour. Zuerst f\u00e4hrt unser Bus recht lange durch ein beeindruckendes Tunnelsystem auf die andere Stadtseite. Noch nie sah ich so gro\u00dfz\u00fcgig angelegte unterirdische Stra\u00dfen inklusive diverser Kreuzungen mit Ampeln, Parkpl\u00e4tzen usw. Der Reisef\u00fchrer berichtete, da\u00df es im Winter spannend ist, wenn man aus den Tunneln herauskommt und dort auf einmal gegen Nebel, Sturm und Eis ank\u00e4mpfen mu\u00df.<br \/>\nNach einer kurzen Stadttour halten wir am Polaria. Das ist ein naturkundliches Museum, welches sich der Fauna des Nordmeeres widmet. Ich bestaune monstr\u00f6se Krabben, seltsam aussehende Fische. Am besten gefallen mir nat\u00fcrlich, wie allen anderen Besuchern auch, die Seehundweibchen Aurora, Bella und Mai San, die in einem riesigen Beh\u00e4lter neben und \u00fcber uns ihre Schwimmk\u00fcnste zeigen. Anschlie\u00dfend schauen wir uns einen weiteren Panoramafilm \u00fcber die Natur des Nordens, vor allem auf Spitzbergen, an.<br \/>\nAuf der Fahrt zur n\u00f6rdlichsten Kathedrale der Welt (ich h\u00f6r dann auf mit den Superlativen) passieren wir die Mack-Brauerei, die die n\u00f6rdlichste Brauerei, ups.<br \/>\nUnd nat\u00fcrlich war es ein Deutscher, der die segensreiche Erfindung des Gerstensaftes hierher brachte.<br \/>\nWir \u00fcberqueren die anfangs erw\u00e4hnte Seebr\u00fccke und bestaunen die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eismeerkathedrale\">Eismeerkathedrale<\/a>. Vor allem die Lichtspiele im Panoramafenster beeindrucken mich sehr.<br \/>\nAuf der R\u00fcckfahrt steht uns wieder eine kleine \u00dcberraschung bevor. Statt wieder \u00fcber die Br\u00fccke zum Hafen \u00fcberzusetzen, fahren wir nordw\u00e4rts, um wenig sp\u00e4ter wiederum in einem, ewig langen Tunnel den Meeresarm zu unterqueren. Wir rasten in einem Wald- und Moorgebiet und haben Blick auf eine benachbarte Insel. Die Br\u00fccke dahin kostete 30 Millionen norwegische Kronen (knapp 4 Millionen Euro). Wie wurde sie finanziert? Nun, man stellte f\u00fcr 4 Jahre eine Mautstation auf und kassierte von jedem passierendem Auto eine Geb\u00fchr. Und als dann der Baubetrag beisammen war, wurden die Mauth\u00e4uschen abgebaut. Und das war nicht das erste Mal, da\u00df unsere Reisef\u00fchrer erw\u00e4hnten, da\u00df man in Norwegen Steuergelder nachweisbar f\u00fcr das Volkswohl ausgibt. Da kommt man ins Gr\u00fcbeln.<br \/>\nWir f\u00fchren weiter in Richtung Campus. Gegen\u00fcber der Uniklinik ist eine Riesenschanze zu sehen. So konnte man witzeln, da\u00df \u00fcberm\u00fctige Skiflieger gleich dort landen, wo sie hingeh\u00f6ren. Tats\u00e4chlich k\u00fcmmert man sich aber in der Uniklinik mehr um die Bereiche Lichttherapie (die Suizidrate in der mehrmonatigen Polarnacht ist hoch) und Fernbetreuung. Da das Land d\u00fcnn besiedelt ist, gibt es in der Tat unbemannte Sprechzimmer, in denen ein Arzt per Telefon, Internet, Webcam usw. Erstdiagnosen vornimmt und im Zweifel dann selbst vorbeischaut oder den Patienten holen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nMan sieht, wir hatten wieder riesiges Gl\u00fcck mit unserer Reisf\u00fchrerin, die in aller K\u00fcrze mit viel Charme und guten Informationen unsere Herzen eroberte.<br \/>\nAn Bord zur\u00fcckgekehrt, berichtete meine Mutter, die individuell unterwegs war, von einem Rentner, der, vor dem Polaria stehend, laut \u00fcberlegte, ob er nicht den einen Kilometer zum Schiff zur\u00fcckgehen solle, um seinen Rentnerausweis zu holen, da dann der Eintritt nur 75 Kronen statt 90 Kronen Eintritt kosten w\u00fcrde. Da war die Frage im Nordmeer nach einer aktuellen Tageszeitung ja schon richtig niveauvoll. Aber es sollte noch schlimmer kommen, doch dazu in einem sp\u00e4teren Bericht.<br \/>\nMutter hat sich ein Minit\u00e4schchen aus Robbenfell geleistet und sich von einem fu\u00dfballbegeisterten Lappen ein h\u00f6lzernes Rentier aufschwatzen lassen.<br \/>\nDie Arielle l\u00e4uft am Abend aus und f\u00e4hrt immer entlang der zerfurchten K\u00fcste gen S\u00fcden. Die n\u00e4chsten tausend Kilometer liegen vor uns.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_zentrum.jpg\" alt=\"Zentrum\" title=\"Zentrum\" \/><br \/>\n<em>Belebte Stra\u00dfe in Tromso. Soviel Menschen hatten wir lange nicht auf einem Haufen gesehen.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_bibliothek.jpg\" alt=\"Bibliothek\" title=\"Bibliothek\" \/><br \/>\n<em>Hey, ich kann norwegisch. Dieses sch\u00f6ne Geb\u00e4ude ist offensichtlich eine Bibliothek.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_eisbaer.jpg\" alt=\"Eisbaer\" title=\"Eisbaer\" \/><br \/>\n<em>Auch in Tromso wimmelt es von Eisb\u00e4ren.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_aurora.jpg\" alt=\"Robbe\" title=\"Seehund\" \/><br \/>\n<em>Aurora, eine der drei attraktiven Stars des Polaria.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_mack.jpg\" alt=\"Mack\" title=\"Mack\" \/><br \/>\n<em>Ludwig Mack aus Bremen gr\u00fcndete 1877 die n\u00f6rdlichste Brauerei der Welt.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_wandteppich.jpg\" alt=\"Mack\" title=\"Mack\" \/><br \/>\n<em>Ein Wandteppich in der Kathedrale von Tromso.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_arielle.jpg\" alt=\"Arielle\" title=\"Arielle\" \/><br \/>\n<em>Schnappschu\u00df von unserem Schiff w\u00e4hrend des \u00dcberquerens der Seebr\u00fccke.<\/em><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hodruz.de\/blogruz\/media\/tromso_kong_harald.jpg\" alt=\"Hurtigrouten\" title=\"Hurtigrouten\" \/><br \/>\n<em>Die &#8222;Kong Harald&#8220;, ein Schiff der Hurtigrouten hat gerade abgelegt und f\u00e4hrt durch die Seebr\u00fccke. Im Hintergrund sieht man die Kathedrale. Tip: niemals Hurtigrouten fahren, der Alkohol dort ist prohibitiv teuer.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 03.08.2006 &#8211; Tromso Nur 176 Seemeilen (326 Kilometer) brauchten wir bis zu unserem n\u00e4chsten Ziel zur\u00fcckzulegen. Bei 11 Grad und diesigem Wetter haben wir sechs Stunden Aufenthalt in der nordnorwegischen Stadt Tromso. Als erstes beeindruckt uns die gewaltige Br\u00fccke auf, die den Stadtkern mit dem Festland verbindet. 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