{"id":782,"date":"2008-04-11T17:10:28","date_gmt":"2008-04-11T17:10:28","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=782"},"modified":"2008-04-11T17:10:28","modified_gmt":"2008-04-11T17:10:28","slug":"frauen_haben_ja_einen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hodruz.de\/blogruz\/frauen_haben_ja_einen","title":{"rendered":"Frauen haben ja einen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; unbegreiflichen Bedarf und Verschlei\u00df an Schuhen. Wir M\u00e4nner k\u00f6nnen da nicht konkurrieren. Was wir aber im Gegesatz zu den Damen deutlich mehr in Mitleidenschaft ziehen und daher \u00f6fter ersetzen m\u00fcssen, das sind unsere Brieftaschen, Geldbeutel und B\u00f6rsen. Denn eine Frau wird sie selten hinten rechts in der verschwitzten Jeans mit sich rumtragen und sie mit dem Hintern breitsitzen.<br \/>\nNun hatte also meine Brieftasche langsam aber sicher zu erkennen gegeben, da\u00df sie am Ende sei. Erst ging ein Rei\u00dfverschlu\u00df kaputt, dann l\u00f6ste sich die Gaze ab, so da\u00df ich schon mehrfach den dadurch herausrutschenden Personalausweis vom Boden aufklauben mu\u00dfte und letztendlich rutschten die M\u00fcnzen durch ein aufgeriebenes Loch in die Freiheit. Also wurde es gestern Zeit, sich eine neue Brieftasche zu kaufen. Die schlechte Nachricht: gute Brieftaschen sind schweineteuer. Die gute Nachricht: beim Umr\u00e4umen entdeckte ich in meiner ollen B\u00f6rse einen vergessenen 100-Euro-Schein. Den hatte ich dort an versteckter Stelle im Januar f\u00fcr meinen Berlinbesuch plaziert, falls ich \u00fcberfallen werde oder mein Bares verzocke und dann ein Taxi&#8230; oder&#8230;, naja, um was man sich als Provinzler halt sorgt, wenn man in die Gro\u00dfstadt f\u00e4hrt.<br \/>\nW\u00e4hrend ich im Gesch\u00e4ft noch meine neue Brieftasche aussuchte, fragte eine Dame die Verk\u00e4uferin, ob in den Rucksack eine Wasserflasche passe und ob eine Flasche zum Probieren vorhanden sei.<br \/>\nIch war einigerma\u00dfen perplex. Der Rucksack war durchaus geeignet, mehr als eine Flasche zu beherbergen. Und die Dame hatte aus dem benachbarten Supermarkt ihren Einkaufswagen mitgebracht, in dem auf den ersten Blick ein Dutzend Mineralwasserflaschen ruhten. Doch die hatten wohl die flasche Gr\u00f6\u00dfe, es ging um eine konkrete Sorte Wasserflasche.<br \/>\nNach einigem Hin und Her einigten sich die beiden Frauen darauf, da\u00df die Kundin den Einkaufswagen stehen lassen w\u00fcrde, um im Supermarkt DIE Musterflasche zu kaufen. Wie ich oben schon schrieb, h\u00e4tte aber in den Rucksack jede handels\u00fcbliche Flasche bis 2 Liter Fassungsverm\u00f6gen hineingepa\u00dft.<br \/>\nAbgesehen davon finde ich es schon beinahe bedenklich, da\u00df sich wohlsituierte und elegant gekleidete Damen mit kleinen Rucks\u00e4cken ausstatten, um dort Wasserflaschen spazierenzutragen.<br \/>\nMan kann an dieser Unsitte \u00fcbrigens perfekt im Ausland deutsche Urlauber erkennen. Wenn man also in London, Rom oder einer sonstigen Stadt in der zivilisierten Welt, in der es alle f\u00fcnf Meter Kioske, Automaten, Verkaufsst\u00e4nde, Buden, fliegende H\u00e4ndler, Superm\u00e4rkte, Kneipen, Restaurants und Trinkwasserbrunnen befinden, eine erwachsene Person sieht, die einen l\u00e4cherlichen Rucksack auf dem R\u00fccken tr\u00e4gt, aus dessen Au\u00dfennetz oder Rei\u00dfverschlu\u00df eine \u00fcberdimensionierte Mineralwasserflasche lugt, dann kann man dieser, meist weibliche, Person mit &#8222;Guten Tag&#8220; einen passenden Gru\u00df entbieten.<br \/>\nSeitdem man in irgendwelchen Frauenzeitungen lesen kann, da\u00df der K\u00f6rper nonstop und st\u00e4ndig Wasser haben mu\u00df, welches man im 10-Minutentakt in sich reinzus\u00fcffeln habe, befolgen Heerscharen von Deutschen diese unsinnigen Tips und laufen halt die ein, zwei Stunden, die man zum Spazierengehen in einer Stadt Zeit hat, mit einem hinderlichen Rucksack rum, nur um die bl\u00f6de Wasserflasche dabeizuhaben. Da\u00df man auch mal ein paar Minuten ohne Wassertrinken \u00fcberleben kann oder im seltenen Bedarfsfall sich auch ohne M\u00fche vor Ort mit einem Durstl\u00f6scher versorgen kann; auf diese Idee kommen viele Menschen nicht mehr. Da\u00df eine Reisegruppe sich aber nur noch sehr m\u00fchsam durch eine Touristenhochburg bewegen kann, weil st\u00e4ndig zig Personen pinkeln m\u00fcssen, da\u00df wird problemlos toleriert. Auch in meinen Vorlesungen f\u00e4llt das auf. Erstens steht vor fast jeder Kommilitonin\/jedem Kommilitonen eine Flasche mit Wasser. Und zweitens geht sp\u00e4testens 20 Minuten nach Vorlesungsbeginn der Toilettentourismus los. Ich wundere mich mittlerweile, wie die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen es schaffen, w\u00e4hrend der Klausuren, die ja auch mal drei Stunden dauern k\u00f6nnen, nicht gehen zu m\u00fcssen.<br \/>\nInsgesamt gesehen ein gro\u00dffl\u00e4chiger Sieg einer raffinierten Mineralwasserindustrie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; unbegreiflichen Bedarf und Verschlei\u00df an Schuhen. Wir M\u00e4nner k\u00f6nnen da nicht konkurrieren. Was wir aber im Gegesatz zu den Damen deutlich mehr in Mitleidenschaft ziehen und daher \u00f6fter ersetzen m\u00fcssen, das sind unsere Brieftaschen, Geldbeutel und B\u00f6rsen. 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