{"id":1151,"date":"2007-02-06T22:13:58","date_gmt":"2007-02-06T22:13:58","guid":{"rendered":"http:\/\/hodruz.de\/wordpress\/?p=1151"},"modified":"2007-02-06T22:13:58","modified_gmt":"2007-02-06T22:13:58","slug":"datenschutz_aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hodruz.de\/blogruz\/datenschutz_aktuell","title":{"rendered":"Datenschutz aktuell"},"content":{"rendered":"<p>Momentan wird ja in der Presse dem Thema Computer\u00fcberwachung viel Raum gewidmet.<br \/>\nNicht ganz passend, aber doch in den Kontext geh\u00f6rend, m\u00f6chte ich mein derzeitiges Erlebnis  berichten.<br \/>\nEin Kunde ben\u00f6tigt mehr als 50 Schulungsrechner. Nun stand die Entscheidung an, ob man feste Arbeitspl\u00e4tze installiert oder einer mobilen L\u00f6sung mit Notebooks den Vorzug gibt.<br \/>\nGegen Notebooks sprachen der deutlich h\u00f6here Anschaffungspreis und vor allem das hohe Diebstahlrisiko, zumal die zu schulende Klientel eher schlecht beleumundet sein w\u00fcrde.<br \/>\nDoch entbehrte die Idee nicht eines gewissen Reizes. So informierte ich mich im Internet und fand bei einem bekannten Computergro\u00dfversender mit vier Buchstaben Unterst\u00fctzung, Hilfe und Beratung.<br \/>\nEmpfohlen wurden Notebooks mit <a href=\"http:\/\/www.absolute.com\/\">CompuTrace<\/a>.<br \/>\nKurz gesagt ist also im Notebook ein nicht entfernbarer Chip, der sich im Falle eines Diebstahls von au\u00dfen aktivieren l\u00e4\u00dft und dann in kurzen Abst\u00e4nden verschl\u00fcsselte Meldungen \u00fcber Modem\/LAN\/WLAN an die CompuTrace-Filiale funkt. Weiterhin befindet sich ein Trojaner im System-Verzeichnis, der auf Wunsch des Bestohlenen die Festplatte formatieren kann.<br \/>\nDiese Software-Hardware-L\u00f6sung klang vertrauenserweckend und einleuchtend. Also wurden letztes Jahr 50 mit Computrace versehene Notebooks gekauft, die sich mittlerweile bundesweit im Einsatz befinden. Tats\u00e4chlich ist CompuTrace unver\u00e4nderbar im BIOS eingetragen und ich mu\u00dfte den Virenscanner wegen des Trojaners beruhigen, den er sofort nach Installation anmeckerte.<br \/>\nK\u00fcrzlich erhielt ich sogar noch einen Anruf von der Service-Abteilung von CompuTrace aus den USA, die sich nach meiner Zufriedenheit erkundigten. Ich konnte nicht klagen und schw\u00e4tzte nett mit dem jungen Ami.<br \/>\nVorgestern nun war der Pr\u00e4zedenzfall da. Ein Notebook wurde entwendet. Ich lehnte mich entspannt zur\u00fcck und meldete dem Hersteller die Service-Nummer, die Nummer des Polizeiberichts usw..<br \/>\nNun also sollte CompuTrace endlich einmal zeigen, was es kann.<br \/>\nAber das w\u00e4re ja langweilig und ich w\u00fcrde das nicht im Blog erw\u00e4hnen.<br \/>\nDenn nach einer mittleren Telefonorgie vorgestern und am heutigen Vormittag kam folgendes Fiasko heraus:<br \/>\nCompuTrace darf auf dem Gebiet der EU nicht aktiviert werden. Wegen Datenschutz usw.. Also in meinem Fall ein 100% T\u00e4terschutz. Nun mu\u00df ich also warten, bis das Notebook nach Japan, der Schweiz oder nach Amiland gewandert ist, denn dort darf ich es dann wieder verfolgen. Selbstverst\u00e4ndlich stand das nirgendwo in den mir gelieferten Beschreibungen und der Kundenberater hatte auch keine Ahnung davon. Ebensowenig der nette Berater von CompuTrace, der mir heute eine Diebstahlbearbeitungs-E-Mail schickte. Ich habe nicht \u00fcbel Lust, trotz Verbotes, die Hardware zu aktivieren, aber wahrscheinlich gehe ich dann vor den Kadi.<br \/>\nFazit: Durch falsche Beratung hat der Kunde mehr als 50 Notebooks gekauft, die er wahrscheinlich nicht geholt h\u00e4tte, wenn er gewu\u00dft h\u00e4tte, da\u00df es einen solchen Schutz nicht gibt.<br \/>\nUnd er hat pro Notebook einen Aufpreis f\u00fcr eine Hardware-Software-L\u00f6sung bezahlt, die in Deutschland nicht funktionieren darf.<br \/>\nDas wird noch ein lustiges Nachspiel geben.<br \/>\nUnd wieso dann Avis, Europcar und Co. ihre Mietwagen mit GPS-Sendern ausr\u00fcsten d\u00fcrfen, erschlie\u00dft sich mir in dem Zusammenhang auch nicht. Noch weniger die absurde Diskussion \u00fcber eine per-se-\u00dcberwachungsm\u00f6glichkeit aller bundesdeutschen Rechner durch den Staat im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Momentan wird ja in der Presse dem Thema Computer\u00fcberwachung viel Raum gewidmet. Nicht ganz passend, aber doch in den Kontext geh\u00f6rend, m\u00f6chte ich mein derzeitiges Erlebnis berichten. Ein Kunde ben\u00f6tigt mehr als 50 Schulungsrechner. Nun stand die Entscheidung an, ob man feste Arbeitspl\u00e4tze installiert oder einer mobilen L\u00f6sung mit Notebooks den Vorzug gibt. 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