Apr. 292009
 

Artikel aufmerksam.
Wer wirtschaftswissenschaftlich interessiert ist, der lese diese vier Seiten durch und staune und sei fassungslos.
Für Laien versuche ich das mal in aller Kürze zu erklären:
Früher war alles besser, da hatten wir einen Kaiser, da machten wir keine Schulden, hatten Anstand, Sitte, Moral, waren …Halt!!
Also noch einmal langsam und von vorne:
Vor noch nicht allzulanger Zeit galt das gute, alte Handelsgesetzbuch, kurz HGB. Dort standen kurze, dem Fachkundigen verständliche, Regeln, die bspw. für die Bilanzierung von Unternehmen und Kreditinstituten verbindlich waren.
Diese Regeln folgten immer dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip. Das bedeutet, daß man sich immer ärmer rechnen konnte, als man eigentlich war. Ich möchte nicht ins Detail gehen und nenne nur Schlagworte wie strenges Niederstwertprinzip und Bildung stiller Reserven durch Grundstücksbewertung. Natürlich nutzten alle diese u. a. Möglichkeiten, um ihren (Bilanz-)Gewinn zu schmälern. Die stillen Reserven konnten in schlechten Zeiten problemlos aufgelöst (oder aktiviert) werden und so konnte man in Ruhe die Rezession aussitzen und auf die nächste Konjunktur warten.
Natürlich war dies dem Staat ein Dorn im Auge. Weniger Gewinn bedeutet nämlich auch weniger Steuern. Deshalb gab (und gibt es tw. noch) neben der HGB-Bilanz, in der alle Unternehmen sich bettelarm rechnen konnten recht bald eine Steuerbilanz (SteuBi), deren Richtlinien in der Mutter aller Steuergesetze, der Abgabenordnung (AO), und vielen weiterführendem Gesetzeswerken festgeschrieben sind. Dort gelten, wen überrascht es, in den Präzedenzfällen, in denen sich der Kaufmann arm rechnen kann, meist entgegengesetzte, zumindest aber verschärfte Vorschriften.
Die SteuBi versucht also, möglichst das tatsächliche Bilanzergebnis zu ermitteln. Klar, denn ein realer Gewinn ist immer höher als ein HGB-Gewinn und der arme Staat braucht Steuern.
Eine Steuerbilanz nennt man deswegen auch bilanzehrlich.
Exkurs: wenn die Ergebnisse der SteuBi die der HGB-Bilanz beeinflussen, redet man vom Maßgeblichkeitsprinzip und auch von der umgekehrten Maßgeblichkeit. Mit solchem Wissen kann man Steuerberater werden oder gar Steuerprüfer oder Wirtschaftsberater.
Konnten mir alle bis hierher folgen?
Gut, dann mache ich an dieser Stelle weiter…
Da unsere guten, alten, deutschen Gesetze antiquiert klingen und wir nach dem verlorenem Krieg ja das Allheil (mit ca. 10 Jahren Verspätung) bei den Amerikanern entdeckten, äfften wir den in den 1990er Jahren in den USofA aufgekommenen Shareholder Value nach.
Sehr stark vereinfacht besagt dieser, daß alle Gewinne eines Unternehmens den Investoren (Shareholdern) zugute kommen sollen.
Unternehmenszweck ist also nicht wie im alten deutschen Gesetz formuliert eine „dauerhafte, gewinnorientierte Unternehmung“, sondern im Vordergrund stehen die Interessen der Anteilseigner, die nicht mit kaufmännischer Weitsicht und mit kaufmännischem Sachverstand entscheiden.
Da die Anleger ein recht auf allumfassende Information (Transparenz) haben, muß das Unternehmen also anlegerfreundlich bilanzieren. Dazu bedient man sich im Rahmen der Globalisierung/Europäisierung nicht mehr des ollen HGBs, sondern benutzt das Regelwerk des IAS/IFRS, welches zu einem großen Teil dem (US-amerikanischen) GAAP abgeschaut ist.
Dort gibt es viele Vorschriften, die dem HGB völlig widersprechen (das macht die AO auch), die aber darüber hinaus auch die GBO verletzten, die Realität verschleiern, verzerren…, man nenne es, wie man es mag.
Die Fragwürdigkeit der IAS/IFRS, deren Inhalt zu lesen und zu verstehen ich vor ca. einem Jahr innerhalb des Hauptstudiums BWL ich die zweifelhafte Ehre hatte, wird im oben beschriebenen Artikel schon konterkariert durch…

Selbst der IASB-Vorsitzende David Tweedie distanziert sich von dem Standard: „Wenn Sie IAS 39 verstehen, haben Sie es nicht richtig gelesen“, sagte er dem Fachblatt „Financial Director“.

Im konkreten Beispiel kann also eine Pleitebank durch konsequente Bilanzpolitik (also buchstabengenaue Anwendung der Artikel des IAS/AFRS sich paradoxerweise reichrechnen, was dem Bauchgefühl (und der Realität) völlig widerspricht.
Fazit?
Jagt alle Analysten, Investmentbanker, Börsenyuppies und ähnliches Gesocks zum Teufel. Mißtraut großen Privatbankern und n-tv-Schwaflern. Man besinne sich auf echte Werte und lasse die angemessene kaufmännische Vorsicht gelten.
Ich könnte an dieser Stelle noch endlos weiterpalavern, möchte dieses aber lieber in kleinem Kreise und IRL tätigen als im Netz.

 Posted by at 9:31 p.m.
Apr. 292009
 

Lieber
Spon
heute morgen serviert ihr mir einen tollen Artikel über
Spon
Dummerweise zeigt das Foto keinen T-55.
Auch nicht dieses Bild:
Spon
Dabei hätte ein Blick bzw. Klick auf diesen im Artikel eingeblendeten
Spon
genügt, um Artikelschreiberin Andrea Reidl, die ja offenkundig sogar vor Ort war, etwas mehr Sorgfalt angedeihen zu lassen.
Für Nichtmilitaristen:
ein T-55 ist ein 40 Tonnen schweres Stahlungetüm mit einer riesigen Kanone, welches im Krieg alles plattschießt und niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Das auf den obigen Bildern als T-55 gezeigte Kettenfahrzeug ist ein leichter Schützenpanzer BMP-1, der „nur“ 13 Tonnen wiegt und für die mobile Infanterie(Link bewußt falchs gesetzt) gedacht ist.
Also, wenn alle Nachrichten so granatenmäßig recherchiert sind, dann muß man sich über Vieles hierzulande nicht mehr wundern.

 Posted by at 7:35 a.m.
März 092009
 

An dieser Stelle wird all das untergebracht, was im eigentlichen Reisebericht nichts verloren hat.
Als erstes habe ich eine Übersichtsseite erstellt, von der aus man den Gesamtverlauf nachziehen kann.
Bild
BildBild
Diese beiden Tabellen zeigen die zurückgelegten Kilometer bzw. Seemeilen an und zeigen auf, wieviel wir in den drei Wochen verzehrten.
BildBild
Diese beiden Karten reichen aus, um sich auf einem Transocean-Schiff zu bewegen. Die Bordkarte ist quasi der Ausweis. Außerdem steht die Kabinennummer drauf, darüber wird alles berechnet. Über die Höhe der Bordrechnungen von Muttern und mir decken wir mal den Mantel der Nächstenliebe. Und meinen nächsten Kontoauszug erwarte ich auch schon mit Grauen.
Die Clubkarte gibt 5% auf alle Einkäufe in den Bordgeschäften.

Bild
Bild
Die Liste meiner Visa im vorher druckfrischen schäublefreundlichen Reisepaß, dessen RFID-Chip in keiner der zahlreichen Kontrollen ausgelesen werden konnte.
BildBild
Bier und Wasseretiketten aus Tansania bzw. Sansibar.
Bild
Und noch zum Schluß, die schweineteuren Telefongebühren für 2 Anrufe. Alle anderen Auslandsgebühren kamen ungewollt.
Und diese Reise brachte natürlich auch deutliche Fortschritte in meiner Flugstatistik und in der Übersicht der bisher von mir bereisten Länder.
Bild
Und nun noch die Sätze unseres Reiseleiters von Port Elizabeth, der Folgendes sagte:

In Afrika gibt es eine Krankheit, die erst ausbricht, wenn man das Land verlassen hat. Es ist das afrikanische Fieber, welches nur geheilt werden kann durch eine erneute Reise auf den schwarzen Kontinent.

Dem kann ich nur beipflichten.
Ich hoffe, allen Lesern hat die Lektüre meiner Reiseschilderungen behagt und ich hoffe, die Bilder fanden Anklang. Apropos Bilder, wer Lust auf mehr und/oder qualitativ hochwertigere Bilder hat, der möge einen Blick auf’s letzte Bild werfen und dann entscheiden, ob er mich bei einem Besuch danach fragt ;-).
Auf jeden Fall freue ich mich auf eine Reaktion, einen Kommentar oder einfach nur ein Lebenszeichen von allen, die bis an diese Stelle mit dem Lesen gelangten, damit ich ersehen kann, ob sich die Mühe des Tippens lohnte.
Bild

 Posted by at 9:14 p.m.
Jan. 202009
 

… gibt es tatsächlich! Ich habe mir noch nie *dreimalaufholzklopf* eines dieser unnetten Schadprogramme eingehandelt, aber in den letzten Tagen bin ich nur damit beschäftigt, die Plagegeister zu entfernen.
Den Anfang machte ein Kunde, der sich wunderte, warum seine Maschine so langsam startete. Naja, bei 11 trojanischen Pferden, die ungefähr alle ausführbaren Windowsdateien infiziert hatten und 11.000 Dateien mit Zufallsnamen in %SYSTEMROOT% war es eher ein Wunder, daß die Kiste überhaupt noch hochlief. Das dauerte zwar mehr als 10 Minuten (für Vista-Luser: das ist für WiXP zu lange), danach konnte man mit dem System aber tatsächlich produktiv arbeiten. Also irgendwie ist das OS dann doch zu stabil.
Egal, Daten gesichert, Maschine mit RAM aufgerüstet und auf eine flotte neue und große Festplatte ein neues System installiert und gut war’s.
Als Einfalltor stellte sich übrigens die Fritz!-Karte heraus, die zwar eigentlich nur zum Faxen gedacht war, sie aber standardmäßig über PPP ins Internet ging. So hatte die Firewall im DSL-Router natürlich keine Chance.
Gestern behandelte ich den Rechner einer Bekannten, der „sich komisch verhielt“. Die Maschine entpuppte sich als Aldi-Dingens aus dem Jahre 2001. Das Virus war auch schnell lokalisiert, sein Name „Windows ME“, welches aus Altersschwäche und/oder Plattensektorfehlern sich beim Booten ins Nirwana verabschiedete. Aus der Wühlkiste spendierte ich dem Rechner eine Frischzellenkur und voila: aus 128 MB Hauptspeicher wurden 512 MB, die (evt. defekte) 40-GB-Platte wurde durch eine meiner alten 120er ersetzt, die schmalbrüstige Grafikkarte wurde durch eine 8xAGP nVidia mit 128 MB RAM substituiert und bei der Gelegenheit kam auch noch eine Netzwerkkarte rein, die damals noch nicht an Bord war.
Der ganze Umbau dauerte inklusive Installation von WiXP, welches er original eingeschweißt mitbrachte, nur einen halben Abend.
Apropos Aldi: da war auch noch der Kunde mit einem Notebook vom Kistenschieber, welches auch nicht so recht wollte. Irgendwas Moderneres mit Vista und einem GB RAM, also war Dauerfestplattengerödel angesagt. Aber es hatte kein Virus, denn das Notebook war seit Kauf (Frühjahr 2008) nie im Internet gewesen und sollte nun, zwecks Mail-Empfangs, in ein WLAN eingebunden werden.
Dieses Ansinnen stellte sich als Problem heraus. Denn das WLAN war desaktiviert. Und um es zu aktivieren, mußte man einen Knopf am Notebook oben links drücke. Nur passierte da exakt nichts. Der Medion-Technikmann bei der kostenpflichtigen Hotline kannte das Problem. Die Lösung war banal, man mußte den Touchpad-Treiber neu installieren und dann den Launch-Manager neu installieren. Keine zwei Neustarts später ging das WLAN dann. Und es dauerte dann nur noch sechs Stunden, bis die 72 Updates geladen und installiert waren. Und nein, der Download war zügig, das Updaten war zeitintensiv.
Daß Vista dann beim Herunterfahren abschmierte und das Notebook an der Unterseite glühte, muß ich nicht extra erwähnen.
Und als Krönung rief mich heute Abend ein treuer Kunde an. Der Ärmste hat sich, wie auch immer, auf sein Windows2000-System zwei üble Keylogger eingefangen, die das System während des Hochladens blockieren. Wenn das mal nicht der Bundestrojaner ist.
Morgen werde ich die Daten retten und auf eine neue, noch zu kaufende Maschine transplantieren, denn der 2000-Rechner hat seine Pflicht 11 Jahre lang treu getan und muß nun nicht stundenlang mühsam entwanzt werden.

 Posted by at 9:36 p.m.