Nov. 302006
 

… für mich ein echter Kotzbrocken. Letzte „Heldentat“, die ich von ihm hörte war seine Begeisterung über die tollen Regierungserfolge, die er am „goldenen November“ festmachte. Die Zahl der Erwerbslosen sank dank der tollen Tätigkeit der großen Koalition erstmalig seit Jahren unter die Viermillionengrenze!
Ob des guten Wetters im November wurde mehr in der Gastronomie verdient, wurden weniger Schlechtwetterpausen gemacht und außerdem kauften alle Bürger schnell noch Autos, Kühlschränke, Fernseher usw., um für diese Produkte nicht im nächsten Monat 19% Mehrwertsteuer zahlen zu müssen.
Nur dadurch wurde es geschafft, die Zahl der Erwerbslosen auf immer noch sehr stolze 3,995 Millionen Personen zu senken.
Stolz darauf kann ein Spitzenpolitiker wahrhaft nicht sein.

 Posted by at 6:41 p.m.
Nov. 302006
 

…, denn ab morgen hat mein Stammeinkaufsgeschäft „täglich von 08:00 – 22:00 Uhr“ geöffnet. Mal sehen, ob das Publikum diese neuen Zeiten annimmt. Ich werde sicher nicht am Sonntag einkaufen fahren, der ist mir dafür irgendwie zu heilig. Aber am späten Dienstag wird man mich da wohl ab und zu antreffen, denn da habe ich bis 20:15 Uhr Schule.

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Nov. 292006
 

Ja, heute hatte ich einen Bagatellunfallchen. Ich fuhr mittags durch die Innenstadt. Direkt hinter einem haltendem Bus auf der Gegenseite kam rasch ein schnauzbärtiger Mann auf den Fußgängerüberweg. Damit hatte ich nicht gerechnet und ging etwas schärfer auf die Bremse. Das ABS stotterte zweimal, da die Straße mit feuchtem Laub bedeckt war, und das Auto kam am Rande des weißen Streifens zu stehen.
Der Fußgänger war noch beruhigende 3 Meter weg, denn er war abrupt stehengeblieben, da er mitbekam, daß ich ihn spät bemerkte.
Dann machte es leicht *BUMM*. Der weiße Kleinwagen hinter mir hatte es nämlich genauso schwer mit dem plötzlichen Bremsen wie ich und kam erst mit leichter Hilfe meiner Stoßstange zum Stehen.
Ich ließ den Fußgänger passieren, fuhr auf den nächsten Parkplatz und beruhigte erstmal die aufgeregte Lenkerin des auffahrenden Autos, die neben mir hielt.
Ich schaute mir beide Autos an. Kein erkennbarer bzw. nicht verschmerzbarer Schaden war feststellbar. Somit einigte ich mich mit der Fahrerin, es auf sich beruhen zu lassen.
Dabei sah das Mädel echt süß aus. Leider war sie aber deutlich unterhalb meiner Altersklasse.

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Nov. 282006
 

…ist das Wort Graubrot. Deswegen verwende ich es auch nicht und zucke jedes Mal zusammen, wenn ich es höre oder gar lesen muß.
Schwarzbrot klingt gut, es klingt nach Schrot und Korn, nach ehrlicher Arbeit, nach Müller und Bäcker und Gesundheit.
Weißbrot als Äquivalent geht auch in Ordnung. Es ist hell, es ist weich, es ist leger, das paßt.
Aber Graubrot? Das klingt für mich nach Schimmel, nach Verfall, nach Depression und Unreinheit. Wieso verwendet man dieses doofe Wort überhaupt? Ich nenne es schlicht und ergreifend Brot.

 Posted by at 8:19 p.m.
Nov. 262006
 

Alle jammern ständig rum, daß die Preise steigen. Hier ist mal eine löbliche Ausnahme.
Meine PKV teilte mir nämlich mit, daß mein Beitrag nächstes Jahr, trotz Mehrwertsteuererhöhung, sinkt!
Nun muß ich nicht mehr fette 306,08 Euronen bezahlen, sondern nur noch schlappe 305,85!
Na bitte, geht doch.

 Posted by at 5:36 p.m.
Nov. 242006
 

In den mittleren 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sendete Bayern 2 einmal die Woche Musik aus fremden Ländern und kommentierte diese. Besonders angetan hatten es meinem Vater Lieder aus Tahiti. Selten hörten wir diese Art Musik und ärgerten uns meist, daß der Rekorder nicht aufnahmebereit war. Irgendwann schaffte es meine Mutter aber, Fragmente von zwei oder drei Liedern auf Magnetband festzuhalten. Ebenso war mein Vater eines Tages erfolgreich und ergatterte ein paar Minuten dieser genialen Folklore. Das er dabei zwei schöne Lieder überspielte war gar nicht so tragisch. Hauptsache, die „fröhliche Negermusik“ war endlich konserviert. Über die Jahre gewöhnten sich meine Familie durch hundertfaches Abnudeln der Kassetten 4 und 9 so an die Lieder, daß wir jeden Trommelschlag und jeden Klatscher mitmachen konnten. Gerade beim Klatschen war das schon höhere Kunst, da dieses sehr ungewöhnlich plaziert war. 2001 verstarb mein Vater. Nach dem Umzug meiner Mutter waren auf einmal die alten Kassetten nicht mehr auffindbar. Gott sei Dank hatte ich aber noch die Kassettenhefte, in denen die Lieder verzeichnet waren. So konnte ich alle liebgewonnenen Lieder in der passenden Reihenfolge auf CD brennen. Nur bei wenigen Einträgen im Kassettenheft kam ich nicht weiter. Vor allem Tahiti – Folklore (Trommeln) half mir nicht sehr. Mein Ehrgeiz war also geweckt. Ich befragte die Mutter, die mir ziemlich genaue Angaben zu der Sendung machte, schrieb dem damaligen Moderator der Folkloresendung Georg Kostia eine Mehl, die er mir zwar sehr freundlich beantwortete, mir aber nicht helfen konnte, allzu vage waren meine Angaben. Auch die Mitglieder der Newsgroup de.rec.recherche.musik waren mit meinen wenigen Informationen nicht in der Lage zu helfen.
Selbst aus den unendlichen Weiten des Internets gelang es mir seit Jahren nicht, diese Musik aufzutreiben. In meiner Verzweiflung begann ich, alles, was den Namen Tahiti, Bora Bora oder Iaora im Namen hatte, zu sammeln. Außerdem kaufte ich diverse CDs und hörte häufig in Musikläden in südländische CDs hinein.
So lernte ich zwar die Band Tahiti80 kennen (durchaus anhörbar) oder auch das Album der Gruppe Mouse on Mars „Iaora Tahiti“ (durchaus unhörbar), fand aber meine Musik aus der Jugend nicht wieder.
Ich fand fast nur öden Ethno-Abklatsch und kommerziellen Mist. Einzig eine gute CD ersteigerte ich in den USA. Die war sündhaft teuer (24,95 USD), enthielt aber echte, unverfälschte und anhörbare Musik aus der Gegend der Pazifik-Atolle.
Aber eben nicht die Musik, die 197x in Bayern 2 lief.
Doch Aufgeben ist nur etwas für Babies und Kommunisten. Insofern holte ich letzte Woche zu einer erneuten Aktion aus. Ich erstand bei eBay eine Minisammlung von vier Langspielplatten mit Musik aus Tahiti.
Diese traf nun heute ein. Nun legte ich vorhin die erste Platte auf: Kommerz-Müll!
Egal, Platte 2 wurde aufgelegt und…hmm, es war schon in die Richtung, aber eben nicht das, was ich suchte. Während noch Lied 2 dieser Schallplatte lief, begutachtete ich die beiden übrigen LPs. Nummer 3 sah vielversprechend aus. Doch hatte der Vorbesitzer dort schon auf der Rückseite vermerkt: „Studioaufnahme mit Synthesizer, keine authentischen Aufnahmen!“. Aha, offensichtlich ein Leidensgefährte. Also legte ich die Nummer 3 ungehört in die Ecke und schaute mir die letzte Platte an. „Stereodimension“ prangt riesig vom Cover. Und auf der Rückseite wird ausführlich beschrieben, wie toll Stereoton sein kann.

Jeder weiß das: Auch auf Tahiti … haben die Menschen zwei Ohren! Die bronzehäutigen Polynesier sind nicht anders konstruiert als weißhäutige Europäer. Sie hören allesamt „stereo“! … „schwimmt“ in Musik. Er ist mittendrin. Aus dem Zuhörer ist ein Teilnehmer geworden, ein Erlebnispartner.
Eins kann diese Schallplatte hier allerdings noch nicht bieten. Sie kann nicht den Duft jener Blumen verbreiten, die in die Haare der busenfreien Polynesiermädchen geflochten sind. An dem Problem arbeiten die Techniker noch. Wir sagen Bescheid, wenn es soweit ist.
Vorerst aber — und das ist gewiß genug: Stereophonie macht das „Knopfloch“ zum Raum!

Hmm, toll! Klar, 1969 war das noch ein Verkaufsargument, aber mich interessierte nun doch die Musik. Ich legte die LP auf und … ES IST MEINE SEIT JAHREN GESUCHTE MUSIK. Genau diese Musik. Genau der selbe Schreihals, der selbe Chor, die gleichen unpassenden Klatscher, die ich natürlich auf Anhieb noch korrekt mitmachen kann.
Ich habe es geschafft. Ich bin glücklich und zufrieden.
Mein oben erwähnter Tahiti-Freund mochte leider diese Platte auch sehr. Sie ist in einem jämmerlichen Zustand. Vielleicht finde ich ein besser erhaltenes Exemplar oder kann mit einigen Softwarezaubertricks die schlimmsten Knisterer, Kratzer und Knackser auf ein erträglich Maß reduzieren. Aber ich habe meine Musik wieder! Ein Stück Kindheit lebt. Eine Erinnerung ist wieder lebendig. Das Leben ist schön.

 Posted by at 11:28 p.m.
Nov. 232006
 

… es auf die gestrige Aktion eine Reaktion geben wird. Was war? Eine Kundin hatte Probleme mit der Darstellung von PDF-Dateien im Browser.
Tja, und ihr Referenzdokument, mit dem mindestens 10x probiert wurde, ob es nun endlich mit dessen Darstellung klappt, war kein anderes als dieses (bitte nicht klicken, Gefahr!).

 Posted by at 11:20 p.m.
Nov. 222006
 

…sollten jedem, der ab und zu Verkehrsfunk hört, vertraute Namen sein, ist doch dieser Abschnitt der BAB 6 schon seit Jahren arg staugefährdet.
Nun werden derzeit in diesem Abschnitt Ausbauarbeiten auf 6 Fahrspuren ausgeführt. Das ist zwar sehr löblich, verschärft aber eher die Verkehrslage.
Und kurz bevor ich heute diese neuralgische Stelle passierte, passierte es: Mitten in der 11 Kilometer langen Baustelle fuhren zwei LKW aufeinander. Und als i-Tüpfelchen war direkt dahinter noch ein überbreiter Schwertransport mit Brückenteilen, der die ohnehin schon enge Fahrbahn vollständig blockierte.
Dank eingespielter ADAC-, Polizei- und Kranführerkräfte, dauerte es nur anderthalb Stunden bis der
Verkehr langsam wieder ins Rollen kam und ich dem kriechenden Schwerlaster hinterhertuckern konnte.
Hinter mir hatte sich der Verkehr auf 16 Kilometer Länge angestaut.
Naja, ich hatte gute Musik, eine Null-Cola und ein nettes Buch zur Ablenkung und Erfrischung und allzukalt war es auch nicht.
Fazit: gestrige Hinfahrt Mainz->München: 2:55 Stunden über Nürnberg mit Tankpause; Rückfahrt München-Mainz über Stuttgart: 6:30 Stunden ohne Tankpause.

 Posted by at 9:59 p.m.