Dez 102013
 

Seit einigen Monaten (DE-Mail) bzw. Jahren (E-Post) versuchen ja Bund und Post, uns Anwender von der Nützlichkeit von signierter E-Mail zu überzeugen. Nicht nur, um mitreden zu können, habe ich seit mehr als zwei Jahren eine ePost-Adresse und seit Sommer 2013 eine DE-Mail-Adresse.

Heute nun rief ein Telefonwerber von 1und1 an und wollte mir, ganz uneigennützig, als Kooperationspartner der Bundesrepublik Deutschland die Vorzüge von DE-Mail erklären und mir eine solche Adresse (und sicher auch 1-und-1-Kram) aufschwatzen.

Nun, da war er bei mir an der richtigen Stelle, hätte ich doch gerade erst am Wochenende eine DE-Mail von irgendeinem, die Weihnachtszeit ausnutzenden, sozialen Hilfswerk bekommen, welches mit hungernden Negerkinderbildern an meine Spendenbereitschaft appellierte.

Bei ePost kamen bisher tatsächlich nur AGB-Änderungen und Willkommen-Botschaften. Doch das bei DE-Mail als erste, richtige Nachricht gleich unerwünschte Werbung auftaucht, disqualifiziert das Produkt.

Das sagte ich auch dem jungen Mann an der Hotline, der darauf wenig entgegnen konnte. Als ich ihm dann noch den Designfehler mit der fehlenden Ende-zu-ende-Verschlüsselung erläuterte, merkte ich recht schnell, daß er damit überfordert war.

 Posted by at 10:03 am
Nov 082013
 

Irgendwie reden alle über eine Maut für deutsche Autobahnen, doch berühren alle Diskussionen nie die Punkte, über die ich nachdenke. Deswegen seinen meine Gedanken dazu an dieser Stelle vorgestellt.

Man soll ja alle Sachen historisch und im Zeitablauf und gesamtheitlich betrachten.

In Deutschland wurden Verkehrswege fast ausschließlich staatlich vorangetrieben. Das war in der Weimarer Republik schon so und fing nicht erst mit Adolf Nazi an, in dessen 1000 Jahren dennoch signifikant viele Kilometer Autobahnen durchs Land gebaut wurden. Bis in die 1990er Jahre waren Autobahnen in Deutschland weltweit berühmt. Ich selber lernte als junger Bundesbürger noch die westdeutschen Autobahnen kennen und lieben. Es gab praktisch keine Baustellen, wenn, dann werkelten dort jederzeit dutzende Maschinen und hunderte Leute wie die Ameisen. Im Dunkeln sah man selbst mit Trabbilicht die Begrenzungsstreifen bis zum Horizont. Die rechte Fahrspur konnte man problemlos benutzen, denn zum einen waren LKWs dort eher selten und dadurch auch die Fahrbahn für PKW benutzbar und zum anderen war der Gesamtverkehr auch trotz Wiedervereinigung noch sehr überschaubar.

Das europäische Ausland schaute neidvoll auf diese Leistung und wollte nun auch Autobahnen bauen. Da der jeweilige Staat dafür kein Geld aufbringen konnte (oder wollte), wurden die meisten Autobahnen mit privaten Geldmitteln errichtet und genau DAS ist der Grund, warum man in Frankreich, Italien, Kroatien usw. PKW-Maut entrichten muß.

Vorher: keine Autobahn, keine Maut; nachher: tolle Autobahn, aber nur gegen Gebühr.

Dann kamen der europäische Binnenhandel, die europäische Erweiterung nach Osten und Südosten und binnen weniger Jahre wurden aus Autobahnen LKW-Bahnen oder rollende Lager. Die LKW wurden nicht nur mehr sondern dazu auch immer größer und schwerer. Die Folgen: die rechte Spur ist auf diversen BAB wie der A1, der A2, der A61, der A7 permanent eine einzige, lückenlose LKW-Kolonne aus aller Herren Länder. Diese oft überladenen Laster schädigen die Fahrbahnen und vor allem die Brücken deutlich stärker als je zuvor. Man sagt, ein LKW belastet eine Brücke so stark, daß ein Äquivalent von 40.000 PKW nötig wär, dieselbe Beanspruchung hervorzurufen.
Dazu kommt eine offensichtliche Planlosigkeit und Lobbyismus bei der Vergabe von Bauprojekten.

Weitere Folgen:

Noch 1997 schaffte ich es mit einem VW Golf III TDI mit 90 PS von Mainz nach München in zweieinhalb Stunden zu fahren, keine einzige Baustelle, keine endlosen LKW-Kolonnen, keine sinnlose Einhausung bei Aschaffenburg und kein komisches Tempolimit versauten einem die Fahrzeit.
Heutzutage schafft man selbst mit einem V6 mit mehr als doppelt so viel PS selten innerhalb von vier Stunden, diese Strecke zu fahren.
Und trotz Xenonlicht kann man abends die Begrenzungen kaum noch ausmachen. Eine Bastelbaustelle löst die nächste ab, auf 10 Kilometern Baustellenlänge steht ein Hansel rum und telefoniert und ein zweiter Mensch fegt Bitumenstückchen zusammen, überall sinnfreie Tempolimitschilder, die sich alle paar Kilometer ändern. 60-120-100-80-100-120-60-80-120-100; in anderen Ländern gäbe es statt dessen vielleicht ein Temposchild.
Ist die Straße dann doch mal benutzbar, dann reduzieren Elefantenrennen oder Oberlehrer, die von LKWs überholt werden, die Durchschnittsgeschwindigkeiten. Ich fahre oft die A7 von Bad Hersfeld bis Hamburg, dort habe ich in den letzten Jahren nie, nie NIE ein höheres Durchschnittstempo als 105 km/h erreicht.

In den letzten 15 Jahren hat sich der Spritpreis durch Steuererhöhungen von 0,45 EUR auf 1,45 EUR erhöht, also quasi verdreifacht. Es wurde eine Umweltplakette eingeführt. Die KFZ-Steuer wurde ebenfalls erhöht. Was ist mit den Steuereinnahmen passiert?
Es wurde unter Qualen ein LKW-Maut-System namens Toll-Collect installiert. ich erinnere an das über 10.000-seitige Vertragsdokument, an die mehrjährige Verspätung und die milliardenschweren Kosten dieser Kopfgeburt. Mittlerweile scheint das System sogar Gewinne einzufahren, so gab es laut Ministeriumsbericht im Jahr 2012 mehr als vier Milliarden Euro (genau: 4.362.146.966,51 EUR) Erlöse aus der Maut.

Trotz 488 Millionen Personal- und Unterhaltskosten sollte also seit 7 Jahren die eine oder andere Milliarde hängenbleiben.

Halten wir fest: Deutschland hat eine jahrzehntelang gewachsene Infrastruktur, auf die sich seit zwei Generationen das wirtschaftliche Leben stützt. Es wird kaum nichts Relevantes getan, diese Strukturen grundlegend zu ändern. Das seit Jahrzehnten vorhandene (und gut funktionierende) System wird vernachlässigt und wissentlich auf Verschleiß und irgendwann an die Wand gefahren. Das trifft übrigens auch auf Strom-, Kabel-, Abwasser-, Schienen-, und sonstige Netze zu.
Statt grundlegend zu sanieren und weise in die Zukunft zu investieren, wird sinnfrei rumgebastelt (Einhausungen) und selbst offenkundig notwendige Projekte wie etwa Rheinquerungen in Karlsruhe oder Ersatz der Schiersteiner Brücke nördlich von Mainz kommen nicht in Gang. Und angesichts von Baupleiten wie BER hat man regelrechte Angst vor dem Projekt, sollte irgendwann mal mehr gemacht werden als Bäume zu fällen oder Gründungen durchzuführen.

Und anstatt die Oberen der Republik sich wirklich um echte probleme kümmern, diskutieren CDU und SPD-Vertreter seit Tagen über ein WIE einer PKW-Maut mit Ausnahmen hier und Zusatzregelungen da.

Dabei steht noch nicht einmal die Koalition der Parteien, die übrigens nicht den Wählerwillen ausdrückt. Eine Minderheitenregierung oder Neuwahlen oder von mir aus CDU und Grüne wären angesagt, sicher aber nicht das traurige Heckmeck, was mir täglich die Laune vermiest.

Mein wesentlicher Punkt:

Aus vorhandener (und bei sachgemäßer Pflege heute noch währender) hervorragender Infrastruktur urplötzlich eine Maut für deutsche Autobahnfahrer zu generieren, obwohl diese die Infrastruktur über ihre Vater und Väterväter (und Väter Väter Väter, genauer brauchen wir’s nicht, Loretta) und natürlich auch selbst über die 8,4 Mrd. EUR KFZ-Steuer und üppige Mineralölsteuer von 39,3 Mrd. EUR finanzieren; das ist widerlich.
Und ich weiß jetzt schon, daß sich an den oben beschriebenen Sachen nichts ändern wird.

Ändern wird sich nur, das meine Freiheit wieder ein Stück eingeschränkt wird und mir wieder ein Haufen nutzloser Schmarotzer wegelagernd mir in die Tasche greift.

Mein unwesentlicher Punkt:

Mautsysteme wie in Kroatien und Frankreich, wo es überschaubar wenig Autobahnen gibt, die primär dem schnellen Transit zur Urlaubszeit dienen taugen nicht für Deutschland. Alleine die Autobahndichte, die Anzahl der Ausfahrten verbieten eine solche Lösung. Pickerl für Ausländer von mir aus. Uns Deutschen kann man ja einfach die KFZ-Steuer erhöhen.

Und schlußendlich: ich vermisse eine grundlegende Diskussion. Brauchen wir unendliche Mobilität? Müssen Waren per Flugzeug und LKW in Unmengen quer durch die Welt geschleppt werden? Muß man täglich 100 Kilometer pendeln? Gibt es nicht sinnvollere Konzepte? Konzepte ohne Gängelung, Überwachung und Abkassiererei?

S, nun ist erst einmal Schluß mit meinem unausgegorenen und oberflächlichen, aber doch sehr länglichen Eintrag.

 Posted by at 8:00 am
Okt 242013
 

Wieso bloggte ich eigentlich nie etwas zur NSA-Abhöraffäre? Nun, da ich wußte, daß in solchen Sachen selbst meine Paranoia locker von der Realität getoppt wird. Und so ist es ja auch eingetroffen.

Jetzt wird mit Krokodilstränen gejammert, daß die bösen Amis das Händi der Kanzlerin anzapften. Wie überraschend! (<- Sarkasmus) Den passendsten Kommentar zu dem Thema liefert der Postillion.

Was ich seit Jahren vermisse und was allerallerspätestens jetzt unverzüglich geschehen muß sind folgende Sachen:

– Bereitstellung eigener, wirklich abhörsicherer Kommunikationsmittel und -kanäle.

Damit meine ich keine gedongelte Hard- und Software aus Cupertino oder Redmond, sondern stelle mir vor, daß auf offenern Standards aufsetzende Produkte mit Opensourcesoftware eigenentwickelte und gehärtete Software sich um die Verschlüsselung kümmert. Bei offnen Standards und taugenden und WIRKLICH geheimen Schlüsseln ist dann der Große Bruder jenseits des teiches außen vor. Ein Blick in die Geschichtsbücher, in Prosa oder bei Fachleuten mag da durchaus dienlich sein.

Alternativ gebe man mir 1.000.000 EUR/a und ich mache da alleine eine Analyse, eine Studie, ein Projekte und eine projektbegleitung draus 🙂

 Posted by at 7:09 pm
Sep 292013
 

Immer öfter liest man über alternative Antriebe für PKW, Hybride, Elektroautos; auf der IAA gab es diverse Modelle zu sehen und es wird viel darüber diskutiert.

Deswegen äußere ich an dieser Stelle einmal meine Gedanken dazu.

Es wird viel geredet über:

– Beschleunigung
– CO2-Reduktion
– Umwelt.

Eigentlich nur über Umweltaspekte.
So kommt man aber nicht weiter. Alles, was heute auf dem Markt ist, ist insofern untauglich, als daß eben fast nur über die Umwelt geredet wird. Da müßten die Elektrofreunde ganz schnell die Klappe halten, denn die Gesamtbilanzen fallen katastrophal aus.

Was nützt es, wenn ein E-Fahrzeug 1, 10 oder von mir aus 100 Kilometer mit Strom fährt. Die Stromspeicher sind sehr schwer, aus seltenen Erden hergestellt, in der Herstellung kompliziert und auch die verwendeten Materialien sind schwer zu handhaben.

Das läßt mich zum ersten und wesentlichen Kritikpunkt kommen. Solange man keine taugenden Speicher hat, bringt das alles nichts. Schauen wir die herkömmliche Technik der Benziner/Diesel an:

Der Tank samt 50 Litern Sprit wiegt 60 Kilogramm. Damit kommt ein modernes Fahrzeug locker 600 Kilometer und somit von Fulda aus gesehen an fast jeden Punkt des heutigen Deutschland. Oder ein Berufspendler, der täglich 50 Kilometer einfache Strecke zurücklegt, muß einmal die Woche tanken.

Der Akku in meinem Hybridfahrzeug wiegt 30 Kilogramm. Rein elektrisch kann ich damit 2 Kilometer zurücklegen.
Das beste Leistungsverhältnis bei Akkus ist momentan bei 60 Kilogramm pro 100 Kilometer.

Somit ist das Gewicht/Leistungsverhältnis von fossilen Brennstoffen ggü. heutigen Akkumulatoren deutlich besser.

Deswegen ärgert es mich, daß wir hierzulande nicht seit vielen Jahren schon intensiv nach besseren, kompakteren, effektiveren Energiespeichern forschen. Unis und Menschen haben wir ja mehr als genug. Solange die Speicher nichts taugen, ist der Rest vergebliche Liebesmüh.

Mein zweiter Kritikpunkt wird auch nie besprochen: die Handhabung.

Wir haben uns 100 Jahre an Autos gewöhnt. Sie stehen vor der Tür, wenn man sie braucht, setzt man sich rein und fährt ans Ziel. Egal wohin, bei welchem Wetter. Diese hohe Verfügbarkeit und die Flexibilität und Freiheit machen im Prinzip den Charme des eigenen Autos aus und sorgten für dessen heutige Verbreitung.

Und genau das wird durch heutige Elektromobile zerstört. Denn ständig muß man rechnen, ob der Akku hält, ob man doch lieber die Heizung aus läßt, ob man noch ans Ziel kommt.

Und selbst wenn der Strom reichen würde, machen einem die allgegenwärtigen Staus oder Wetterunbilden schnell einen Strich durch die Rechnung. Man muß spießbürgerlicher denken, hat keine Freiheit mehr, einen spontanen Einkauf zu machen, überraschend bei Freunden einzukehren oder mal eben nach Paris zum Frühstück zu fahren. Nein, man muß jederzeit auf Grund der Einschränkungen den spitzen Stift zücken und rechnen und macht sich zum Sklaven.

Das Gleiche gilt leider mittlerweile auch fürs Heizen und den Hausstromverbrauch. Anstatt in einem der reichsten Industrieländer der Welt wohnend aus dem Vollen zu schöpfen, zerreden wir unsere Individualität und Freiheit und beschäftigen uns kleingeistig mit Geschwurbel wegen da ein Watt sparen, Energiesparlampen, intelligente Stromzähler usw. usf. Von Holzheizungen (im dritten Jahrtausend in einem Industrieland!) rede ich garnicht erst.

Dazu gebracht haben uns die Oberspießbürger der Parteien, allen voran die der Grünen Partei, die zulassen oder gar fördern, daß die Strom- und Heizkosten stets und ständig stark ansteigen und obengenannten Diskussionen erst Raum eröffnen.

Mir stinkt diese Einschränkung der Lebensqualität durch Zwangsbeglückung. Eine Lösung aus diesem Dilemma sehe ich nur durch Vernunft und/oder neue völlig andersgeartete Konzepte.

Bspw. kann man den ganzen Individualverkehr an sich hinterfragen. Wieso müssen wir alle immer wie wild durch die Gegend fahren und und bayerisches Bier nach Hamburg und Jever nach München liefern lassen? Eine Entschleunigung, Förderung regionaler Konzepte zu Arbeit und Leben wären ein Anfang.

Ideen für ein neue Konzepte wären bezahlbarer, flexiblerer Nahverkehr; IT-gestützte autarke Individualmaschinen, Induktionsantriebe, bessere Koordination und Allokation u.v.a.m.

Mal sehen, ob ich noch die Umsetzung des einen oder anderen Konzepts erlebe. Wahrscheinlich nicht, denn die Leute leasen am liebsten fette SUV oder flotte A6 und kaufen Pelletheizungen und die Politiker kümmern sich lieber um Bankenrettung, Steuererhöhungen, Kindergeld, Homoehen und was weiß ich, anstatt ihrem ureigenem Zweck zu erfüllen, nämlich hoheitliche Aufgaben stellvertretend für das Wahlvolk wahrzunehmen wie innere und äußere Sicherheit, Bildung, Verkehrswege, Energie- und Datenflüsse.

 Posted by at 10:51 am
Aug 302013
 

Gestern trudelten die Briefwahlunterlagen ein. Nun möchte ich gerne meine Kreuze machen, doch bei welcher Partei? Deshalb nutze ich mein Blog für laute Gedanken, die nicht immer der Weisheit letzter Schluß sein mögen, mir aber beim Denken und Entscheiden helfen können.

Gehen wir der Reihenfolge auf dem Wahlzettel nach:

1. CDU (Frau Groden-Kranich)

Gleich als erstes ein „politisches Strichmädchen“. Nun, ich wähle nicht nur Gesichter und Personen, sondern Parteien und deren Programme und Aussagen.

Früher war ich CDU-Stammwähler und sogar einige Jahre Mitglied. Bei der bayerischen Schwesternpartei zahle ich sogar noch außerbayerischer Gastbeiträge.
Pro: stabile Innen- und Außenpolitik, wenig Änderung, gutes Wirtschaftsklima, so weiterwurschteln wie bisher
Contra: Frau Dr. Merkel ist schon zu lange im Amt und damit abgehoben, machtgeil und abgehoben und hat den Bezug zur Realität eingebüßt. Ein Nachfolger wurde nicht herangezogen bzw. weggemobbt (zu Guttenberg). Die CDU stand früher für christliche Werte (mir als Nichtchrist eher suspekt) und national-konservative Politik. Jetzt bewegt sie sich in einer Wischiwaschiecke und tummelt sich links von der SPD eines Schmidt. Gute und kompetente Leute gibt es zuwenig, das, was nachrückt sind entweder Loser oder Technokraten, aber keine „normalen“ Leute.

Fazit: eigentlich unwählbar, aber was ist die Alternative

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde (Skala von 0 (niemals) bis 5 (sicher): 2

2. SPD (Herr Hartmann)

Nun, ich war noch nie ein Sozi und werde auch nie einer werden.

Pro: sind seit Jahren in meinem Bundesland (Rheinland-Pfalz) fest an der Macht, daher Kontinuität
Contra: was soll ich sagen, SPD! Verräter, keine Linie, kein Charakter, machtgeil, links wie sonstwas, aber gegen echte Linke, ideenarm

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde (Skala von 0 (niemals) bis 5 (sicher): 0

3. FDP (Herr Brüderle)

Irgendwann habe ich sogar mal FDP gewählt, mein Elternhaus war liberal, Gentscher war (vor Jahrzehnten) cool.

Pro: auf dem Papier kümmert man sich um Wettbewerb, Unternehmertum, Steuerentlastung, kann der CDU beim Weiterregieren nützen
Contra: ist eine politische Hure, die mit jedem ins Bett geht, hat ihren Kredit bei der letzten Wahl 100% verspielt. Der jetzige Parteichef hat sich hemmungslos der Pharmaindustrie an den Hals geworfen und die Partei gespalten.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 1

4. Grüne (Frau Rößner)

Der einzige echte Verdienst der Grünen war, daß sie in den späten 1970er Jahren den anderen Parteien das Umweltthema zwangsverordnete. Doch das ist ein paar Jahrzehnte her. Seitdem bevormunden und gängeln die ehemaligen Anarchos in sehr spießbürgerlicher Art den Normalbürger, also mich.

Pro: Hmmm, ich kenne einen Grünen, der nett ist. Und was Geldabpressen vom Bürger angeht, sind sie halbwegs ehrlich.
Contra: Vor allem die schleichende Entmündigung durch Sprachmanipulation und Vorschreibungen in jeglichen Lebensbereichen (las heute etwas darüber, daß in Freiburg kein Schuß mehr in den Glühwein darf).

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

5. Die Linke (Frau Senger-Schäfer)

Für mich als Ex-Ossi im Westen natürlich unwählbar. Auch nach diversen Umbenennungen für mich immer noch SED. Wird sich auch auf meinem Totenbett nicht ändern.

Pro: Denkt, daß früher alles besser war.
Contra: Denkt, daß früher alles besser war.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

6. Piraten (Frau Werner)

Die frischste Partei im Lande. Wird von mir moralisch und finanziell unterstützt.

Pro: Basisdemokratisch, sorgt für Bewegung im Spektrum, unkonventionell, jung, dynamisch…
Contra: erfolglos, nach diversen Parteitagen in der Außenwahrnehmung neben Grünen, Linken und SPD eine weitere linke Partei, Themen wie Drogen sorgen für Unbehagen beim Bürger; bedingungsloses Grundeinkommen sorgt für starke Irritationen.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 3

7. NPD (ohne Erststimme)

Warum man den Laden 1956 nicht zusammen mit der KPD verboten hat, ist mir schleierhaft. Und wieso es rot-grün in diesem Jahrtausend nicht schaffte noch schleierhafter.

Pro: Würde, wenn sie größere Erfolge erzielen würde (aber bitte unter 50%!) Deutschland wieder politisch zurechtrücken.
Contra: Muß ich da was schreiben?

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

8. REP (ohne Erststimme)

Waren sicher mal vor einem Vierteljahrhundert von gewisser Bedeutung, sind aber heute untergegangen und verhindern, daß es ein intellektuelles, rechtes Lager entsteht. So

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

Jetzt kommen noch die Parteien ÖDP (Faschoökospinner), MLPD (ewig Gestrige), pro Deutschland (nie gehört), Freie Wähler, Partei der Vernunft und BüSo (alle chancenlos). Mit der Wahscheinlichkeit 0 setze ich dort mein Kreuz.

Einzig die AfD (Platz 11, nur Zweitstimme) verdient noch ein paar Zeilen.
So, wie sie von den Medien verbal (und von diversen „Gutmenschen“ auch tatkräftig) angegangen wird, erregt sie beinahe Mitleid. Doch das reicht nicht, um sie zu wählen. Der oft als einziges Argument gebrauchte „Euroausstieg“ steht ja zentral und unübersehbar im Wahlprogramm bereitet mir Unbehagen.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 1

Fazit: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die derzeitige Ausprägung der Demokratie in Deutschland zwangsläufig zu Desinteresse, Neurosen, Radikalität oder Resignation (je nach gusto) führt. Ich bin jedenfalls noch nie so ratlos und lustlos gewesen und kann schon jetzt dem definiertem Gewinner der Wahl, dem Nichtwähler, kopfschüttelnd gratulieren.

Auch der Wahlomat unterstützt meinen Pessivismus; was er ermittelt hat, stimmt nämlich mit obigem Bild nicht sonderlich überein. Das bedeutet ja, daß Parteiprogramme und Wirklichkeit meilenweit auseinanderklaffen.

 Posted by at 4:45 pm
Aug 052013
 

…so liest man, möchte bei einem Wahlsieg in bundesdeutschen Kantinen einen vegetarischen Tag einführen.

Was vernünftig begründet klingt und dem berühmten und bei dieser Gelegenheit gerne zitierten Gutmenschen gefallen mag, ruft bei mir Protest hervor. Und zwar massiven Protest. Langsam werde ich unwirsch. Seit Jahren lasse ich mich immer mehr gängeln und mir Stck. für Stck. Lebenssqualität stehlen. Beim Heizen, Trinken, Essen, Autofahren, Müllwegschaffen, Einkaufen und und und wird einem immer mehr die Freiheit eingeschränkt. Ok, das betrifft nicht nur die Grünen, aber die sind bei sowas immer unter Generalverdacht.

Ich bemerke jedenfalls in der Öffentlichkeit ein immer stärkeres Murren und bei mir unverhohlenen Zorn, der sich durchaus in Haß erwandeln kann. Und wie das so immer ist, wird er beim Ausbruch a) fürchterlich sein und b) die Falschen treffen (wobei ich die Grünen ausdrücklich ausklammere).

Andererseits kämpfe ich in letzter Zeit immer aktiver gegen solche Bevormundungen und Lebensqualitätseinschränkungen und hoffe, damit gegen den Trend ein Zeichen zu setzen.

Jedenfalls werde ich beim Veggie-Tag in einer Kantine diese unter lautem Protest verlassen oder, noch besser, mir irgendwo ein blutiges, fettiges Fleischstück besorgen und dieses dann vor Ort schmatzend verzehren.

 Posted by at 5:27 pm
Jul 152013
 

…war in der DDR eine sehr bekannte Künstlerin, die vor allem im Eulenspiegel mit ihren mitunter selbst für DDR-Verhältnisse recht kritischen Zeichnungen gern gesehener Gast war. Wer aktuelle Zeichnungen sehe möchte, der besuche ihre Homepage.

Eine ihrer kontroversen Zeichnungen, die mir im Gedächtnis blieb, stellt den Blick auf die DDR-Autobahn aus Sicht eines Westautofahrers dar, der gerade die DDR-Grenze passiert hat. Das Bild zeigt

Mit dem Ergänzungsschild

die nächsten 450 km

Besonders pikant war die Tatsache, daß man durch die DDR ja höchstens 450 Kilometer weit fahren konnte; größer war das Ländchen nicht. Das Bild muß Mitte der 1980er Jahre im Eulenspiegel erschienen sein.

Was haben wir uns begeistert ob dieser Kritik die Schenkel geklopft. Wir wußten ja, daß in der heilen BRD Schlaglöcher kein Thema waren. Und nach dem Mauerfall lachte ich noch herzlicher, als ich das erste Mal auf bundesdeutschen Autobahnen entlangrollte, ein Schild „Schlaglöcher“ sah, wie gewohnt (und in der DDR auch angezeigt) abbremste und… sich nichts am sehr gepflegten Straßenzustand änderte.

Nun, mittlerweile sind gut 20 Jahre ins Land gegangen und ich muß feststellen, daß Barbara Henniger die Zeichnung von damals wieder abdrucken kann, wenn auch mit leicht geänderter Kilometerzahl, denn unser schönes Straßennetz hat sich mangels Pflege mancherorts durchaus wieder dem ostzonalen Zustand angenähert. Ganz so schlimm ist es wohl nur deswegen noch nicht, weil erst 20 Jahre ins Land gegangen sind und in der DDR noch ein paar Jährchen mehr Zeit zum Vergammeln waren.

Mangel statt Überfluß – was im Supermarktregal mal nicht schaden würde ist bei der Aufrechterhaltung des Straßennetzes längs die Norm. Statt kleine Schlaglöcher zeitnah ordentlich zu reparieren, wird erst einmal besagtes Schild aufgestellt und so lange gewartet, bis die Schadensbeseitigung das Mehrfache kostet usw. usf.

Wieso ich auf dieses Thema komme? Nun, vor mehreren Wochen wurde an der Kreuzung Mainz-Stadecken-Lerchenberg-Ober-Olm stadteinwärts die Ampel angefahren. Heute morgen sah es dort so aus:

 Posted by at 12:02 pm
Apr 082013
 

Seit langer Zeit mal wieder ein politisch angehauchter Kommentar von mir. Ich bin überrascht über die fast 100% negativen Reaktionen auf die Nachricht über das Ableben der ehemaligen Premierministerin Großbritanniens.

Deswegen an dieser Stelle mein Senf dazu.

Als 1979 Frau Thatcher die Macht auf der Insel übernahm, war ich noch zu jung und politisch uninteressiert. Aber meine gesamte Kindheit spielte sie in meiner Wahrnehmung eine wichtige Rolle, für die ich ihr ewig dankbar sein werde. Sie bezog klare Positionen, vertrat diese Positionen aufrecht und wich von diesen Positionen nicht ab. Damit war sie in meinen Augen ehrenwert. Sie hat nicht nur rumtaktiert, gelogen, betrogen und rumgeheuchelt wie alle heutigen Abklatsche von Politikdarstellerlaien, sondern sie hat klare Positionen aufgezeigt und diese so aufrecht vertreten, daß man heutzutage primitiv ausrufen würde: „Er hat Eier!“. Ging ja nicht, weil Frau und so, aber der Amipräsident hat es dennoch abgemildert gesagt durch seinen Ausspruch: „Englands bester Mann“; dem Rest der Welt wurde das spätestens durch das Attribut „Eiserne Lady“ klar.

Und wenn wir schon bei Ausdrücken unter der Gürtellinie sind, M. Thatcher hatte auch einen A* in der Hose. Nicht nur im Falklandkonflikt, sondern vor allem gegen die übermächtigen und maroden Gewerkschaften. Wie ich heute lesen konnte: „arbeiten wie die Südländer, verdienen wie die Deutschen und Qualität wie bei den Russen“, tja, so sah das damals im UK aus. Diesen gordischen Knoten hat sie durchschlagen und DAS sollte Vorbild für alle Gegner übermächtiger Gewerkschaftsbosse sein.

Freilich hat sie Fehler gemacht. Sicher hat sie Sachen gemacht, die mir überhaupt nicht gefallen.

Ich erinnere mich bspw. an eine Karikatur aus dem Jahr 1990 (kann sie online nicht finden), die Frau Thatcher zeigt, wie sie angesichts der unmittelbar bevorstehenden deutschen Einheit, mit einer (Notfall-)handtasche mit verkniffenem Gesicht in einen Bunkerraum hinabsteigt, während ihr Gemahl ihr hinterherruft: „Siehst du die Dinge nicht allzu pessimistisch?“.

Doch das sei alles verziehen. Sie war aufrecht, sie war geradlinig, sie polarisierte, sie war intelligent, half sogar beim Erfinden leckeren Softeises, wenn sie ihm nicht sogar den Namen gab.

Ich jedenfalls feiere keine Party wegen der Todesmeldung (87 ist ein sogenanntes „gesegnetes“ Alter), ich jubel nicht wie wahrscheinlich alle Gewerkschaftler, sondern ich gedenke mit Trauer und Demut einer Frau, die für das Frauenbild der modernen Welt mehr getan hat, als 10 Alices Schwarzers es je könnten.

 Posted by at 10:08 pm
Mrz 202013
 

Seit einigen Wochen darf/soll/muß ich regelmäßig Tabletten einnehmen. Übermorgen ist die Packung alle. Da die Verpackungsgröße üppig ist, sind die Kosten entsprechend hoch.

Als internetaffiner Mensch wollte ich den zahlreichen Onlineapotheken im In- und Ausland eine Chance geben. Doch nach mühsamer Recherche und diverser Währungsumrechnerei kam ich zu dem ernüchterndem Ergebnis, daß das Präperat egal wo und bei wem immer auf den Cent genau exakt das Gleiche kostet…

Da es in allen Apotheken exakt das Gleiche kostet (und das einzige Generikum übrigens auch), erscheint mir eine Online-Bestellung somit nicht allzu sinnvoll. Man hier hier deutlich, daß ein „Preiswettbewerb“ für „Kunden“ definiert nicht existiert. Wozu auch, ich bin strikt gegen Verhökern von Sachen, die Leib und Leben direkt beeinflussen, aber das soll heute nicht Thema sein.

Also kann ich auch gleich in die Apotheke gehen. Gewitzt, wie ich bin, rufe ich heute morgen im Ort eine der drei Apotheken (liegen fußläufig eine Minute auseinander) an und bestelle das Präparat (es ist nicht vorrätig, soll aber ab 12:15 Uhr verfügbar sein)

Am späten Nachmittag erscheine ich in der Apotheke und will das Medikament mitnehmen. Doch was ist das? Niemand weiß Bescheid. Mein Anruf vom Morgen war offensichtlich ignoriert worden. Öhm, warum hatte ich eigentlich angerufen und wozu war ich extra in den Ort gegangen? Dienstleistungsgesellschaft? Marktwirtschaft? F**!

 Posted by at 11:54 pm
Mrz 042013
 

Lese eben bei heise, daß T-Systems für „Geheimnisträger in Ministerien und Bundesbehörden“ abhörsichere Mobiltelefone bereitstellen soll.
Kosten pro Stück: 2.500 EUR. Und benötigte Stückzahl: 10.000. Macht also 25 Mio EUR (Steuer-)gelder.
Dazu erheben sich bei mir sofort zwei Fragen:

1. 10.000 Leute arbeiten als Geheimnisträger für den Bund? Das erscheint mir zu hoch. Und wenn doch, dann behaupte ich einfach einmal, daß das mindestens doppelt so viele Leute sind, wie nötig.

2. 2.500 EUR für ein modifiziertes Händi? Erscheint mir auch deutlich überhöht.

Außerdem kann ich mir vorstellen, daß es da schon fertige Lösungen gibt. Oder wie kommunizieren die Wirtschaftsbosse, Terroristen oder Politiker anderer Länder?

Und am meisten wunderte mich, daß man nichts Fertiges aus der Apfelapotheke geholt hat.

 Posted by at 7:27 am