Mrz 222016
 

Heute ist Sonntag. Das BBQ vom Vortag ist gut verdaut, was machen wir heute?

Wir fahren nach Puerto Rico! Also nicht den Freistaat in der Karibik, sondern den reichen Hafen, der wenige Kilometer östlich von Maspalomas liegt. Dank der EU-finanzierten neuen Autobahn sind wir in wenigen Minuten vor Ort. Tunnel-Brücke-Tunnel-Tunnel, das ist ja wie in der Schweiz. Die Landschaft besteht aus ödem, kahlem Fels und deprimiert. Doch das Meer und die tolle Fernsicht entschädigen die Tristesse.

In Puerto Rico finden wir einen tollen Parkplatz direkt am Hafen und setzen gleich mit der Fähre nach Puerto de Mogan über. Das Meer ist blau, die Sonne wärmt – das Leben ist gut.

In Puerto de Mogan waren meine Reisebegleiterinnen bereits gewesen und zeigen mir dieses und jenes Sehenswerte. Wir erkunden die pittoresken Gäßchen, bleiben am Hafen bei einem Kaffee (die Damen) bzw. Sangria (ich) hängen. Dann gehen wir zum nahen Strand, bewundern den regen Badebetrieb und essen eine Kleinigkeit (Fischsuppe bzw. Knoblauchbrot) zu Mittag in einem Restaurant, dessen Besitzer sich als Bodenheimer (12 Kilometer weg von mir) entpuppt. Dann folgen Bummeln, Schauen, Einkaufen, Eis (Damen) bzw. Eiskaffee (ich) genießen und am Spätnachmittag wieder mit der Fähre zurückfahren.

Weil wir dann schon im Auto sitzen, wird die Abendessenfrage geschickt dadurch gelöst, daß wir direkt an der Freßmeile parken. Ich habe noch nicht das Sonnenbrille im Auto deponiert, da hat uns schon ein Kellner “eingefangen” und wir bekommen einen tollen Sitzplatz zum feinen Abendbrot (Schwertfisch) bei guter und geeigneter Gitarrenlivemusik.

So findet ein weiterer schöner Urlaubstag sein würdiges Ende.

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Bausünden

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Heisenberg war auch da.

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Strandleben.

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Sangria

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Puerto de Mogan von seiner schönsten Seite.

 Posted by at 4:50 pm
Dez 102015
 

Dank der seltsamen politischen Lage enthalte ich mich ja momentan jedweder Äußerung, so erklärt sich auch die Stille im Blog.

Heute aber möchte ich das Schweigen brechen, lese ich doch zwei Meldungen, die mich mit Freude und Hoffnung erfüllen.

Da wäre zum ersten die Inbetriebnahme des ersten “richtigen” Quantenrechners durch die sicher dafür prädestinierten Firmen Google und NASA.

Seit vielen Jahren redete man davon, nun ist er da. Sicher heute noch ein Trum wie damals in den 1950er Jahren die ersten Großrechner. Doch wenn ich schaue, wie die Wissenschaftler bzw. Ingenieure diese Maschinen binnen eines halben Jahrhunderts weiterentwickelten, dann werden Quantencomputer noch vor meiner Rente die Welt revolutionär verändert haben.

Viel wichtiger jedoch ist die zweite Meldung.

In Greifswald gelang es ENDLICH, deutliche Fortschritte auf dem Weg zur gesteuerten Kernfusion zu erzielen.

Wenn dadurch in den nächsten Jahren wirklich relevante Energiemengen erzeugt werden können, dann sind wir doch einen Schritt vor der Star-Trek-Ära.

Freilich müssen wir dazu nur noch die Religionen überwinden. Ups, ich wollte doch nicht polititisieren…

 Posted by at 11:30 pm
Okt 162015
 

Am Sonnabend war in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit. In London war davon nichts zu spüren, eher bemerkte man deutlich, daß momentan die Weltmeisterschaften im Rugby stattfanden.

Der erste Ausflug des Tages führte uns mit einem roten Doppeldeckerbus (oben sitzen macht Spaß) nach Primrose Hill. Dort wollten wir den tollen Blick über die Stadt genießen, leider war aber der Morgendunst hartnäckiger als wir.

Egal, wer schöne Bilder dazu sehen möchte, kann ja hier klicken.

Dann wanderten wir durch die offensichtlich etwas bessere Gegend, darauf deuteten zumindest die vielen fetten und superteuren Autos, die an der Straße geparkt waren, hinüber zur nahe gelegenen Abbey Road. Die berühmten Studios mit dem Zebrastreifen waren nicht zu verfehlen, denn die auf einmal rumrennenden dutzenden (japanischen) Touristen mit Deppenzepter waren schwer zu übersehen.

Das nächste Ziel war Klein-Venedig. Reizvolle Kanäle, bunte Fassaden, schmale Hotel- und Restaurantboote ließen wirklich an die norditalienische Stadt denken.

Der Hunger und der Durst trieben uns in die Innenstadt. Natürlich fuhren wir auch dahin mit dem Doppelstockbus. Nach üppigen Mahl ging es via Harrod’s Kaufhaus zurück ins Hotel. Dann fuhren wir ins Odeon-Filmtheater, um dort den Ridley-Scott-Film “The Martian” zu genießen. Beim Vorbier im benachbarten Pub trafen wir uns mit Florian und Anne sowie den beiden Litauern Tomas und Marija, die frisch aus New York eingetroffen waren.

Der Film war sehr gut, Bild und Ton auch, alleine die Sitze waren ein Graus, da hat man ja bei Ryan Air mehr Platz!

Nach dem Kino stellte sich die Frage, rechts oder links. In diesem Fall war der rechte Weg die falsche Entscheidung, denn wir gerieten in einen Stadtteil, der sehr an den Nahen Osten erinnerte. Nur noch vermummte Frauen und ziegenbärtige Moslems und natürlich kein Pub mehr weit und breit. Aber irgendwann fanden wir dann doch noch ein Lokal und ließen dort den Abend gemütlich ausklingen.

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 Posted by at 8:48 pm
Sep 192015
 

… diverse Beiträge verfaßt. Doch gestern erreichte der Service einen neuen Tiefpunkt.

Ich fang mal umständlich an. Ein Kunde hatte einen 5 Wochen alten Drucker der Fa. Epson reklamiert. Er druckte nicht mehr, klarer Garantiefall. Aus Freundschaft erbot ich mich, das Gerät zurückzusenden.

Bei Epson anrufen – RMA-Zettel ausdrucken, alles kein Problem. Nur hatte ich kein passendes Paket vorrätig.

Ich fuhr auf dem Weg zum nächsten Kunden durch Klein-Winternheim und besuchte die dortige Post, da ich die Post vor Ort möglichst wenig frequentiere, man denke nur an Parkplatzprobleme, Unfreundlichkeit, lange Schlangen…

In Klein-Winternheim wurde bei meinem Ankommen gerade die Außentür angeschlossen. Doch der sehr freundliche Verkäufer ließ mich noch ein.

Ich fragte nach einem Paket. Die Post hat keine für Drucker passenden Pakete, doch der nette Herr ging in den Keller und fand dort tatsächlich ein passendes Behältnis. Ich packte den Drucker sorgfältig (und zeitraubend) ein.

Der hilfsbereite Betreiber assistierte mir dabei. Das Paket wurde mit Paketband zugeklebt, der Adressaufkleber angebracht und dann war es endlich bereit. Die Retoure war unfrei, also hatte der Mann nur Last mit mir, verspätete Mittagspause und noch ein 16 Kilo schweres Paket zu schleppen, daß er mit seinem Karton und seinem Paketband erst transportfähig gemacht hatte. Natürlcih bedankte ich mich herzlich für diese tolle Hilfe und versäumte auch nicht, 2 EUR in die Sparbüchse zu werfen, von der ich weiß, daß deren Inhalt seiner Nichte in $WEITWEG (ich vermute in ihm einen Südseeinsulaner, aber bei solchen Schätzungen aber furchtbar schlecht) zu Gute kommt (IIRC kostet dort Schule 1 $ die Woche).

Nun denn. Der damals weggeschickte Drucker fand seinen Weg zu Epson und wurde mir am vergangenen Mittwoch “repariert” zugesandt.

Blöder- bzw. interessanterweise hatte der Drucker immer noch das gleiche Fehlerbild, also verfrachtete ich ihn wieder zurück in den Karton und generierte (nach Telefonat mit dem Hersteller) eine neue RMA-Nummer, um ihn erneut reparieren zu lassen.

Da ich im Ort einen wichtigen Termin hatte, entschloß ich mich, nicht die 6 Kilometer Umweg nach Klein-Winternheim zu nehmen, sondern das Paket vor Ort aufzugeben.

Natürlich fand ich keinen Parkplatz in Postnähe, so daß ich die 16 Kilo (siehe oben) durch den halben Ort schleppte. Und natürlich erwartete mich eine üppige Schlange, aber immerhin kümmerten sich 2 Mitarbeiterinnen um diese.

Nach geraumer Zeit stellt ich den Trum auf die Waage und bat um ein kurzes Stück Paketband (30 cm), da sich an einer Seite mein Band verwickelt hatte und dort eine Lücke klaffte.

Die Postbeamte(?) deutete auf den Verkaufsaussteller hinter mir. Ich fragte noch einmal nach und bekam die selbe Deutung bzw. Antwort.

Tatsächlich mußte ich mir für 1,99 EUR eine Rolle Paketband kaufen, welches ich dann unter den amüsierten, mitleidigen, gierigen und betroffenen Blicken der zahlreichen Nachfolger mühsam händisch abknipperte, entrollte und abriß.

Ich habe das nur getan, weil ich wirklich einen wichtigen Termin vor mir hatte und sicher auch, weil ich völlig konsterniert war.

Normalerweise wäre ich mit einem sehr lauten und sehr spitzen Kommentar, der nicht druckwürdig wäre, von dannen gezogen.

Servicewüste Deutschland? Keine Ahnung, aber, wenn ich nicht gezwungen bin, sieht mich dieser Saftladen nicht mehr.

 Posted by at 11:07 pm
Jun 112015
 

Das Band ist zerschnitten, war Schwarz, Rot und Gold, und Gott hat es gelitten, wer weiß was er gewollt!

Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich Mitglied in einer Burschenschaft bin.

Heute nun jährt sich zum 200. Male die Gründung eben dieser Burschenschaft.

Quasi alles, was uns heute wichtig und heilig ist, also die “richtigen” deutschen Farben, die Grundlagen unserer Demokratie, unserer Verfassung, unseres Wahlrechtes…, alles, haben meine burschenschaftlichen Vorfahren im Geiste erstritten.

Jubelt, jauchzet Heil der deutschen Burschenschaft! Jubelt, jauchzet unserm deutschen Vaterland!

Solch überschwänglichen Gesang intonierte man, aus heutiger Sicht doch recht heftig, zum 100. Jahrestag im Weltkriegsjahr 1915.

Zum 150jährigen Jubiläum gab es Grußworte und Reden von Herbert Ernst Karl Frahm (SPD, Oberbürgermeister des Tagungsortes Berlin), Heinrich Lübke (Zentrum/CDU, Bundespräsident) und des Bundeskanzlers Ludwig Erhard (CDU).

Heute nun gilt es, dem zweihunderjährgen Bestehen der Burschenschaft zu gedanken, doch, ähnlich, wie beim “Politiker des 19. Jahrhunderts”, dessen Geburtstag (01.04.1815), sich ebenso dieses Jahr zum 200. Male jährt, werden diese Ereignisse zeitgeistig komplett übergangen. Keine Kanzlerin, kein Präsident, kein Leitmedium interessieren sich für unsere echte, richtige, greifbare, Geschichte.

Wir reden über Banken, Griechenland, gehackte IT usw., aber unser ALLER Geschichte wird geflissentlich verdrängt. Wie arm, wie traurig, wie wahr; wie konnte es nur innerhalb weniger Jahre dazu (ver-)kommen, daß in Deutschland die vaterlandslosen Gesellen das Sagen haben?

 Posted by at 10:01 pm
Mai 132015
 

… 30 Jahre her, daß das Album “Brothers In Arms” der britschen Gruppe Dire Straits erschien. SWR3 spielte zwischen 19:00 Uhr und 20:00 Uhr gleich alle 9 Titel dieses herausragenden Albums und gab ein paar vage Hintergrundinfos. Ich nutzte zu Hause gleich die Gunst der Stunde und genoß zum Jubiläum das komplette Album im digitalen Theatersound. Denn im Radio hat man die an sich hervorragende Dynamik des Originals völlig kaputtgeregelt und darunter leiden fast alle Titel. Am schlimmsten merkt man das bei den Titeln 6 und 7.

In “Ride Across A River” kann gar keine Dschungelstimmung aufkommen, da alle Geräusche gleich (zu) laut sind. Und am übelsten geht es dem IMHO völlig unterschätzten “The Man’s Too Strong”, wo die gnadenlose Pegelangleichung den kompletten Reiz zwischen lauten und leisen Riffs kaputtkloppt.

Also nix Formatradio (trotzdem Danke für die nette Idee) und stattdessen lieber eigene Konserve in bestmöglicher Qualität.

 Posted by at 9:23 pm
Feb 022015
 

Erst einmal gab es gegen 11:00 Uhr ein sehr spätes und sehr gutes Frühstück.

Dieses Frühstück lernten wir schnell kennen und schätzen und ich werde es vermissen. Es geht so:

Rezept für desayuno Chapin (guatemaltekisches Frühstück):

- Joghurt
- frische Papayas (sehr süß und sehr wohlschmeckend, kannte ich garnicht)
- frisch gepreßter Orangensaft
- Kaffee oder Tee
- Rühr- bzw. Spiegeleier mit
– schwarzen-Bohnen-Dip (frijoles negras)
– Tomatendip
– Chili tepe
– gebratenen Kochbananen (platanas)
- Brot, Quark, Butter, Marmelade, Wurst…

Dann zogen unsere Gastgeber mit uns zu einer ersten Erkundung durch die Millionenstadt. Wir fuhren in die Altstadt in der Zone 1 und sahen und einen Park an, in dem das Land als 3D-Relief dargestellt ist. Dann einen Hügel mit einer Kirche, das Regierungspräsidium, den Hauptplatz der Stadt und zum Schluß den Berliner Platz, der mit drei echten Mauerstücken dekoriert ist.

Wir bekamen also einen ersten Eindruck. Die breiten Straßen! Das Verkehrschaos! Die irren Fußgänger, Motorrad- Auto- und vor allem Busfahrer! Busse bestimmen das Stadtbild, es gibt im Land wohl über 60.000 Busse, die meisten ausrangierte Amischulbusse, die mit dickeren Motoren und kreativer Gestaltung zu neuem Leben erwacht sind.

Der Gegensatz zum 100% reglementierten deutschen Straßenverkehr kann augenscheinlicher nicht sein. Motorradfahrer haben eher selten einen Helm und wenn, dann trägt ihn die Sozia oder man hält ihn in der Hand. Man sieht auch mal vier Personen auf einem Motorrad, im Auto haben dreimal soviel problemlos Platz. Mit dem Händi telefonieren eigentlich alle und das immer. Aber das sieht man eher nicht, denn fast alle Autos haben aus Sicherheitsgründen rundum geschwärzte Scheiben.

Doch zurück zu den Bussen, dort gibt es drei Kategorieen:

1. die roten Busse

Diese durchqueren das ganze Land und die ganze Stadt, nehmen jeden und alles von überall mit (einfach Hand rausstecken) und haben keine Kapazitätsgrenzen. Die Fahrten in diesen Bussen (spanisch camioneta, englisch chicken bus) kostet 10 Quetzales (die Landeswährung, durch 10 ergibt sich Euro) pro 100 Kilometer, ist also außerordentlich günstig. Meist sind die Busse hoffnungslos überfüllt, das Gepäck ist dann mit Schnüren abenteuerlich aufs Dach geschnallt und in den Bussen herrscht Enge wie im Hühnerstall. Dann quälen sich die ollen Karren, dicke schwarze Dieselschwaden ausstoßend die üblen Serpentinen, von denen das Land durchwoben ist hoch und runter. Dank des stetigen Windes ist Smog aber kein Thema. Dafür sind Überfälle an der Tagesordnung und man rät dem Touristen ab, diese Busse zu nutzen.

2. farbenfrohe Busse

Diese sind etwas moderner, wobei das nichts heißen muß und fahren auch internationale Linien. Da man Tickets vorab löst, haben diese Busse kein Geld an Bord und werden seltener überfallen.

3. blaue bzw. grüne Busse

der engagierte Bürgermeister der Stadt Alvaro Arzu, wegen seiner vielen Grünanlagenbaus scherzhaft der Gärtner genannt, hat mit dem Transurbano einen Stadtbus geschaffen, der durch Ticketsystem mit Registrierung als sicher gelten kann und auch gerne von allen genutzt wird.

Die Eisenbahn ist stillgelegt, eine U-Bahn wegen der schwierigen geologischen Bedingungen kaum denkbar; der Verkehr stellt ein schwieriges Problem dar.

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In der Reliefkarte von Guatemala. Hier konnten wir gut sehen, welch interessante Topographie das Land hat und welche Ziele wir bereisen werden.

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Drei Mauerstücke aus Berlin, mitten in Guatemala-City, wer hätte das gedacht?

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Der Reiseführer zeigt uns den Prunksaal im Präsidentenpalast.

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Der Autor geschickt hinter einem Denkmal plaziert.

 Posted by at 8:37 pm
Nov 292014
 

…der Welt findet man in Stein gehauen im Dom zu Naumburg. Ich war schon ungezählte Male da und bewunderte das Genie des Künstlers, der diese Statue schuf. Die dargestelle Uta ist seit beinahe 1000 Jahren tot, doch würde man die Frau sicher sofort wiedererkennen, stünde man vor ihr.

Ich war schon immer zutiefst von der Lebendigkeit beeindruckt. So wundert es nicht, daß ich letzte Woche, als ich auf der A9 fuhr und noch etwas Zeit hatte, spontan einen kleinen Abstecher in den Dom machte und “meine” Uta besuchte.

 Posted by at 7:30 pm
Nov 072014
 

Hä? Wer ist das denn, wird sich der Leser fragen.

Seit Dienstag weiß ich es besser. Da trat nämlich der Gitarrenvirtuose Tommy Emmanuel in meinem Kuhkaff auf, ehrlich!

Nieder-Olm möchte “aus dem Dornröschenschlaf der Banalität erwachen”, wie ein Veranstalter vor dem Konzert erwähnte, und bietet mit Auftritten von Ten Years After und eben Tommy Emmanuel einem verwöhnterem Publikum schmackhafte Kost.
Nächstes Jahr ist schon Canned Heat gebucht, um Saga bemüht man sich noch.

Also bei Saga juckt es mir jetzt schon in den Fingern, von deren Auftritten hört man nur Gutes.

Doch zurück zu Tommy Emmanuel. Alles was ich vorher las und sah, wurde locker in den Schatten gestellt.

Vor dem eigentlichen Konzert hatte Michael Fix einen halbstündigen Auftritt. Ganz schön kuhn, vor einem exzellenten, australischen Sologitarristen einen… nunja, exzellenten, australischen Sologitarristen auftreten zu lassen.

Michael Fix spielte Folk, eigene Werke und interpretierte sogar eine Bachsche Fuge. Das Publikum war begeistert über den souveränen Auftritt dieses begabten Vollblutmusikers.

Doch dann kam Tommy und nach wenigen Minuten war klar, daß es über der Oberliga noch eine höhere Klasse geben muß. Jetzt verstand ich auch, warum um, mich herum (ich hatte glücklicherweise Karten in der zweiten Reihe ergattert und hatte keine 5 Meter zum Geschehen) so viele Leute mit Gitarren saßen, offensichtlich Musiker und Fachpublikum.

Zwei Stunden lang starrte ich dem Meister auf die flinken Hände, genoß die Musik und die glücklichen Gesichter in der ausverkauften Halle und bestaunte die Virtuosität. Wie man einer banalen Westerngitarre so komplexe und schöne Tonfolgen entlocken kann, das wußte ich bis dato nicht. Tommy spielte zwei- oder dreistimmig, und kratzte, schlug oder strich auch noch den Rhythmus dazu. Das alles sah so spielerisch leicht bei ihm aus, doch auch ein Laie mußte ahnen, daß da ein ganz Großer auf der Bühne war. Wie sagte Tommy in etwa über sich? “1959, als ich vier war, fing ich an mit dem Gitarrespielen; mit sechs war ich perfekt und seitdem übe ich.”

Kommentar eines Gitarristen nach dem Konzert: “Morgen verkaufe ich meine Gitarre und hole mir einen Triangel.”

Fazit: eines der besten Konzerte in meinem Leben (und ich sah schon Supertramp, Mark Knopfler, Jean Michel Jarre und selbst Weird Al!)

Tommy Emmanuel absolviert seit Jahren 300 Auftritte im Jahr, die Chance ihn live zu sehen, ist hoch, man sollte, nein man MUSS sie nutzen.

 Posted by at 8:38 pm