Letzten Mittwoch hatte ich einen spontanen Einfall: beim Vorbeischlendern an einer Kartenvorverkaufsstelle wurde ich auf ein Konzert von Carlos Nunez aufmerksam und kaufte spontan zwei
.
Meine Wahl war – weise. Der Abend war unvergeßlich schön. Die Musiker waren exquisit und verstanden es problemlos, das Publikum zu fesseln. Die Musik war abwechslungsreich, interessant und mitreißend.
Ich kann allen Lesern diesen Künstler nur wärmstens weiterempfehlen.
…ist eine DVD, auf der ein Kaminfeuer zu sehen ist. Und das Knacken kommt natürlich in dts 5.1 aus den Schallwandlern. Das ist die Moderne, das ist hyperfluid, das ist ein Muß für alle, bei denen es nicht zu einem echten Kamin reicht bzw. bei denen sich in die Wohnung ohne weiteres kein Kamin integrieren läßt.


… fällt mir einer meiner absoluten Lieblings-DDR-Witze ein:
Nicht nur im parasitären Imperialismus gab es diese komischen Wahlen zur Schönheitskönigin, nein auch in der DDR gab es auch selbstverständlich Miß-Wahlen: So wurden gewählt:
* Die Frau von Günter Mittag zur: Miß Wirtschaft
* Margot Honecker zur: Miß Bildung und *trommelwirbel*
* die Gemahlin von Erich Mielke zur Miß Trauen
Wer die Links klicken muß, um den Witz zu verstehen, der ist ein echtes Nachwendekind. Erschreckend übrigens, daß Miß Bildung sich immer noch bester Gesundheit erfreut und sich die seltsamen südamerikanischen Dikta^wPräsidenten sie zum Vorbild nehmen.

Wer mich kennt, weiß, daß ich bei Musikrecherchen hartnäckig sein kann.
Diese Hartnäckigkeit nun führte zu folgendem Brief, den ich den Lesern an dieser Stelle leicht anonymisiert präsentieren möchte.
Sehr geehrter Herr Muster (oder lieber Hans?),
zuerst einmal wünsche ich Ihnen ein gesundes neues Jahr. Sicher wundern Sie sich, wer ich bin und warum ich Ihnen diesen Brief sende.
Dazu nun ein paar Erklärungen.
Im Frühjahr 1976 trafen wir uns anläßlich der Konfirmation meines Cousins Fritz Meier in Ort/Mecklenburg. Ich war damals neun Jahre alt.
Da Sie in Ihrem Wagen noch eine Musikkassette liegen hatten und diese auf der Heimfahrt an der Zonengrenze Probleme bereitet hätte, schenkten Sie diese Kassette meinen Eltern.
Was Sie nicht wissen konnten: diese Kassette entwickelte sich zu einer Institution. Wir hörten sie so oft, daß sie ein Teil unseres Familienlebens wurde und auch jeder Bekannte sie irgendwann auswendig kannte. Wir verdanken der Kassette sehr viele schöne und erinnerungsträchtige Stunden, sei es bei langen Autofahrten, beim Umzug, beim Festessenbereiten, beim Plausch in der Küche, beim Renovieren.
Da es sich bei der besagten Kassette um eine BASF-Kassette mit erstaunlichen 120 Minuten Gesamtspiellänge handelte, war das Band sehr dünn. Damit kam nun unser Sternrekorder nicht allzugut zurecht und zerriß das dünne Band immer wieder. Die Kassette war mindestens siebenmal geflickt, als ich sie schließlich 1983 mit meinem neuen Kassettenrekorder auf ein anderes 120er Band (war in der DDR nicht erhältlich und mußte im Intershop für kostbares Westgeld erworben werden) retten konnte.
Damit stand der weiteren Nutzung nichts mehr im Wege und wir hatten weiterhin viel Freunde in der Familie mit unserer „6“, denn 1976 besaßen wir nur fünf Kassetten und folgerichtig bekam die „6“ diese Nummer. Ein kleiner Wermutstropfen sei nicht vorenthalten: meine Mutter kam auf die wahnwitzige Idee, auf einer Seite die letzten Lieder mit eigener Musik zu überspielen, darüber ärgern wir uns noch heute, wissen wir doch nun nicht mehr, was an dieser Stelle ursprünglich stand. Aber es betrifft nur fünf Titel, diese sind in der Auflistung kursiv dargestellt.
Immer wieder waren wir begeistert über die schöne Auswahl von Titeln, die Anfang der 70er sicher nicht nur dem Mainstream entsprangen. Und ich war begeistert über die Tonqualität, denn auch noch nach über 10 Jahren waren die Aufnahmen besser und knackiger und rauschfreier als Aufnahmen mit aktueller DDR-Technik. Ich gehe davon aus, daß sie damals ein sehr gutes Deck besaßen.
Im Jahr 2001 verstarb mein Vater, ihr Namensvetter.
Beim Umzug in die neue Wohnung gingen leider alle Kassetten (mittlerweile „stattliche“ 25 Stück) verschütt. Glücklicherweise betraf daß aber nicht die „6“, denn von ihr hatte ich eine Kopie in meiner Wohnung. Außerdem hatte ich auch das Kassettenheft gerettet, in welches wir in jahrelanger, mühseliger Detektivarbeit Stück für Stück die Interpreten und Titel hineingeschrieben hatten, welche wir erkannten. Doch blieben immer noch Wissenslücken. Doch dank der Verbreitung des Breitband-Internets hatte ich nun neue Recherchemöglichkeiten und viel Unterstützung bei der Suche nach den mir zwar wohlvertrauten Liedern, von denen ich aber immer noch nicht wußte, wer sie denn nun, verflixt noch einmal, gesungen hatte!
Vielleicht half mir auch mein mittlerweile deutlich verbessertes Englisch beim Auffinden von Texten im Netz. Sei es drum, bis Ende 2003 hatte ich lückenlos alle Titel erkannt. Nun ging es ans Auffinden dieser Titel in gescheiter Qualität. Manche Schallplatte und CD ersteigerte ich im Internet oder beauftragte meinen Plattenladen in Mainz, diese zu besorgen. Auch hier wäre ich ohne Internet nicht sehr weit gekommen. Ende 2003 hatte ich alle Titel parat und konnte diese nun auf 2 CDs bannen, pro CD eine Stunde bzw. eine Kassettenseite.
Schon damals hatte ich den Wunsch, Ihnen eine Kopie zukommen zu lassen, doch wußte ich nicht, wie ich an Ihre Adresse gelangen kann.
Nun weilte ich Weihnachten bei meiner Tante in Hamburg und sie berichtete, daß Hermann und Inge Nachname Kontakt zu Ihnen hätte. Heute ließ ich mir von Inge die Adresse geben und erlaube mir hiermit, Ihnen ihre Kassette „6“ mit knapp 33 Jahren Verspätung in CD-Form wiederzugeben.
Ich hoffe, Ihnen damit eine Freude bereitet zu haben und wünsche Ihnen viel Spaß beim Anhören.
Mit freundlichen Grüßen aus dem winterlichen Rheinhessen
Ein freudiger Anruf und ein schönes Gespräch waren der Dank für meine Mühen. So macht mir das Leben Spaß.
Zum Schluß noch für Interessierte die Titelliste:
Seite 01
Nr. Interpret Titel Zeit
01 Diana Ross & The Supremes Love Child 02:59
02 Rolling Stones Luxury 04:31
03 Gordon Lightfoot Sundown 03:37
04 Eric Clapton Willie And The Hand Jive 03:31
05 Ringo Starr Have You Seen My Baby 03:44
06 The Sparks Amateur Hour 03:28
07 Rod Stewart Dixie Toot 03:28
08 Alvin Stardust My Coo Ca Choo 02:48
09 Eric Clapton Motherless Children 04:53
10 The Searchers Sweets For My Sweet 02:25
11 Diana Ross & The Supremes Where Did Our Love Go 02:33
12 John Lennon Stand By Me 03:29
13 Eric Clapton Give Me Strength 02:54
14 Donna Summer Lady Of The Night 03:59
15 Spotnicks If You Could Read My Mind 03:17
16 Uriah Heep Lady In Black 04:44
17 Leonard Cohen Lover Lover Lover 03:21
18 Roger Whitaker A Little Goodbye 03:00
Seite 02
Nr. Interpret Titel Zeit
01 John Lennon Sweet Little Sixteen 03:01
02 Diana Ross & The Supremes Where Did Our Love Go 02:33
03 Rolling Stones It’s Only Rock’N Roll But I Like It 05:00
04 Leonard Cohen So Long, Marianne 05:37
05 Suzie Quatro Shot of Rhythm and Blues 04:55
06 Gordon Lightfoot Somewhere U.S.A 02:56
07 Eric Clapton Mainline Florida 04:04
08 Sparks Here In Heaven 02:50
09 Bryan Ferry Walk A Mile In My Shoes 04:44
10 Ringo Starr Oh My My 04:16
11 Roxy Music The Thrill Of It All 06:24
12 Rod Stewart Bring It On Home To Me 03:59
13 Beach Boys California Girl 02:34
14 The Searchers Good Bye My Love Good Bye 03:02
15 John Lennon Peggy Sue 02:04
16 John Lennon Medley: Bring It On Home To Me – Send Me Some Lovin‘ 03:42
17 Diana Ross & The Supremes The Happening 02:51
… fand ich letzte Woche Zeit, die in einem Blog „empfohlene“ Welturausstrahlung der ersten klingonisch-chinesische Oper auf Erden anzuhören. Verantwortlich für dieses, äh, Kunstwerk, zeichnete kein Geringerer als Frieder Butzmann, der an dieser Oper seit 1996 fleißig gearbeitet hat und dem dazu sogar echte Größen wie bspw. Diamanda_Galas zur Seite standen.
Frieder Butzmann ist mir seit 1984 ein Begriff, als ich auf DT64 in der Sendung „Trend ad libitum“ in voller Länge sein Performancestück Wolfsburg genoß.
Trend ad libitum lief alle 8 Wochen am Sonntag Abend von 22:00 Uhr bis 0:00 Uhr und erfüllte exotischste Musikwünsche und gab eben auch Performanceaktivisten viel Raum. So eine Sendung ist heutzutage gar nicht mehr möglich.
Selbstverständlich habe ich die klingonische Oper, ein doch sehr außergewöhnliches Rundfunkereignis, aufgezeichnet und werde es gerne mit Interessierten noch einmal in Ruhe anhören.
Nur fürchte ich, daß die Anzahl der Interessenten sehr überschaubar bleiben wird.
Am Samstag traf ich mich nach der Schule mit Freunden auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt, um dort zünftig den ersten Glühwein des Jahres zu vertilgen.
Zuerst trudelten Steffi, Marc und Tim ein. Wenig später stieß Jens zu uns und durch Zufall trafen wir auch den mittlerweile durch Langhaar arg anders aussehenden Tobias. Wenig später war dann mit Marc die Runde komplett.
Fotos gibt es hier. Man verzeihe mir das Gewackle, noch kenne ich mich nicht so gut mit der neuen Kamera aus.

…vergessen, den gestrigen 40. Geburtstag des weißen Albums zu erwähnen. Ich habe mir das Album das erste Mal Ende 1999 als australische Millenniumsausgabe in der mittlerweile nicht mehr existenten WOM Wiesbaden geleistet. Stolze 85 DM zahlte ich für die weltweit auf eine Million Stück limitierte, nett aufgemachte Doppel-CD mit der Nummer: 0307985. Angehört wird sich das Album aber lieber zeitgemäß im liebevoll aufbereiteten und knackigen DTS 5.1 und vor allem in Ruhe. Nach dem Anhören ist man sich wieder ziemlich sicher, daß heutzutage Musik größtenteils armseelig und blutleer ist.
Und gleich im Anschluß an diesen Blogeintrag werde ich mich auf die Couch setzen und mir im Mehrkanalton mit einem Tag Verspätung zu Ehren des 40. Geburtstages die Musik genießen. Und wieder bei Dear Prudence mitsingen, bei Ob-La-Di vorspulen, bei Blackbird verschämt die Träne wegstreichen und bei Helter Skelter grinsen.

…Fakten. Hier ein Schnappschuß eines Onlinefragebogens.

… gelandet im internationalen Vergleich von schulischen Leistungen. Der Hype um die OECD-Studie, die früher mal PISA hieß und dann IGLU und nun VERA artet meiner Meinung nach in MIST aus.
Viel zu detailverliebt und zahlenlastig kommt sie daher und zieht Schlüsse, die niemanden, der bis 10 zählen kann auch nur mäßig überraschen.
Soso, überwiegend von der SPD-regierte Länder schneiden deutlich schlechter ab als die traditionell konservativen Länder. Und in Schulen, in denen jeder dritte Schüler aus einem fernen Land stammt, sind vor allem die Leseergebnisse schlecht. Und so geht es weiter. Überraschend ist da wenig.
Doch was hilft so eine Studie, wenn es nur etwas Aktionismus gibt und keine Konsequenzen gezogen werden?
Bildung sollte Landessache und nicht Ländersache sein. Bundeseinheitliche Lehrmaterialien und Leistungskontrollen würden genauso hilfreich sein wie der Verzicht auf die Festlegung der weiteren schulischen Laufbahn in der vierten Klasse oder etwas frischer Wind in den Lehrerzimmern.
Ich möchte ja nicht wesentlich mehr, als das ein junger Mensch nach Absolvierung seiner Schulpflicht Lesen, Schreiben, Schwimmen und Rechnen kann, aufgeklärt ist und vielleicht noch weiß, wer Goethe, Beethoven und Einstein waren. Und daß er nicht denkt, daß Hitler der Vorgänger von Kohl war. Kann eigentlich nicht so schwer sein, ist es offenkundig aber.