März 072008
 

…englisch rabbit proof fence. Und ebendieser Titel wurde für den herrlichen Film gewählt, den ich kürzlich sah und für den ich an dieser Stelle einen Schautip geben möchte.
Auf den Zaun, der Anfang des 20. Jahrhunderts über mehrere Tausend Kilometer durchs westliche Austalien gezogen wurde, um der Kaninchenplage Herr zu werden, richtet sich die Hoffnung der drei jungen Heldinnen des Films, ist er doch ihr Wegbegleiter und ihr Kompaß auf dem langen Weg nach Hause. Auf deutsch heißt der Film deswegen auch Long Way Home (sic!).
Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sondern nur sagen, daß ein Film mit Aborigines, unendlich weiter australischer Landschaft, Moral, schönen Menschen und schöner Musik (Peter Gabriel) gar nicht scheitern kann.

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Feb. 172008
 

Wie macht man einen Artikel über eine Studie, ein Wort das seit Jahren immer unsymphatischer wird, also, wie schreibt man einen Artikel, der gleichzeitig sinnlos, dumm, reißerisch, verzerrend, nichtssagend und vorurteilsnährend ist?
Nun, SpOn hat das problemlos hinbekommen.
Reißerisch schon die Überschrift:
„Viel mehr Kindstötungen durch Eltern im Osten“
Nun, welcher Osten ist gemeint? Rußland, Japan und Polen sicher nicht? Man berichtet also pauschal auch im Jahre 2008 geringschätzig vom Osten, der irgendwo drüben ist und nun nach Neonazis und Geldverschwendung nun auch Kinder im Dutzend meuchelt.
Und diese Kindstötungen führen also die Eltern durch. Alleinstehende und Einzeltäter(innen) gibt es nicht, es sind die Eltern, ach was, die Osteltern. Osteltern sind also per se böser als Westeltern, klar, das kommt von den ganzen Leninbildern aus der Kindergartenvergangenheit. Und schon sind alle Osteltern in der Position angelangt, in der sich belgische Männes seit dem Jahre 1995 befinden mögen. Das nur in der Hälfte der Fälle überhaupt Männer involviert sind (30% Frauen, die verheimlichen und 20% psychisch, kranke Frauen), wird erst mal unter den Tisch fallen gelassen.
Natürlich ist das alles nicht so gemeint, wir sind ja aufgeklärt, aber es geht ja diesmal nicht gegen Moslems oder Schwarze, sondern nur gegen Eltern aus dem Osten, das ist was ganz anderes.
Und dann wird also für diese atemberaubende Studie knallhart recherchiert. Aus 150 Fällen von „900 – 1.000“ der letzten 10 Jahre, extrapoliert man die schrecklichen Ursachen.
Halten wir fest: In den letzten 10 Jahren gab es „900 – 1.000“ (abgeschlossene) Fälle bundesweit. Also rund 90 – 100 bekanntgewordene im Jahr bundesweit. (Es wurden also 0,00011 Prozent aller Einwohner Deutschlands durch diese Art vom Leben zum Tod gebracht)
Macht also, da ja die „Ossieltern“ „drei- bis viermal so häufig töten so irgendwie 25 +-4 gemeuchelte Kinder in der Bundesrepublik und 75 +-4 gemeuchelte Kinder, die durch Ossieltern umgebracht werden. Dabei wird natürlich übersprungen, daß meist eine Frau mehrfach als Mörderin in Erscheinung trat. Und da man, in atemberaubendem Tempo unglaublich viele Fälle, nämlich satte 150 mit modernen Computermethoden analysieren konnte, hat man nun so überraschende Fakten gewonnen, daß es vor allem sozial schwache und psychisch geschädigte Eltern sind, die ihre Kinder töten. Naja, und da ja nun im wilden Osten die Armut viel größer ist als im Westen, ist es ja nur logisch, daß auch da Drüben viel mehr Kinder von den Eltern umgebracht werden.
90 bis 100 Kinder, die durch Hand der Eltern sterben, das ist schlimm, das ist grauenhaft. Doch so reißerisch, oberflächlich und falsch dargestellt, wie durch den angesprochenen Artikel, das ist erbärmlich. Leider aber auch Standard in unserer Medienlandschaft. Eigentlich sollte man sich nicht echauffieren, aber ich hatte eben Lust dazu. Und ich mag die verkommene Moral und das Besserwisserische nicht.
Noch ein Denkanstoß an die Medien: Pro Jahr bringen sich in Deutschland ca. 10.000 Menschen um. Nach dem prominenten Fall mit dem Arbeitslosen auf dem Hochsitz, bietet es sich doch an, nun darüber detaillierter zu berichten. Dann lesen wir im Sommer die Studie, daß man in Frankfurt/Oder häufiger den Strick nimmt und in Frankfurt/Main dagegen hohe Gebäude bevorzugt werden.
Man kann natürlich auch die normalen Morde (ca. 800 im Jahr)und Totschläge (1650) nehmen, aber dann natürlich abzüglich der 90 – 100 eigenen Kinder…

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Feb. 132008
 

Zwischen all den Fachbüchern, Andreas Eschbachs, Walter Moers‘, Joachim Fernaus, Jasper FFordes und Frank Schätzings habe ich mich auch einmal an echte Weltliteratur gewagt.
Schuld daran hat Jasper Fforde, dessen Heldin Thursday Next im zweiten Band seiner Next-Quintologie von der literarischen Figur Miss Havisham in die Lehre genommen wird. Miss Havisham faszinierte mich so als Charakter, daß ich mir den Originalroman vornahm. Es handelt sich um das reife Meisterwerk „Große Erwartungen“ (great expectations) von Charles Dickens.
Und was soll ich sagen? Eine weise Entscheidung. Ich war gut unterhalten, amüsiert, gespannt, gerührt und hatte vor allem immer das schöne Nebengefühl, zur Bildungselite zu gehören ;-).
Auch im Originalbuch ist die Figur der Miss Havisham beeindruckend und unvergeßlich.
Ein Lesetip an jeden, der mal über den Tellerrand schauen will und auf leichte und unterhaltsame Weise wissen möchte, was Weltliteratur von schnöder Prosa unterscheidet.
Keine Angst, denn dieser Roman ist nicht so moralinsauer wie „David Copperfield“ oder „Oliver Twist“, der mir vor Jahren den Schulunterricht vergällte.

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Feb. 092008
 

Eine ganze Woche war ich unterwegs. Es gelang mir, das Angenehme mit dem Nützlichen und Geschäftliches und Privates harmonisch miteinander zu verweben. Vorgezogenes Fazit: Alles klappte, alles gelang. Es war eine schöne Tour, aber maximal viermal im Jahr sollte man so etwas machen, mehr muß nicht sein.
Doch hier zu den Details:
Freitag, 01.02.2008
Fahrt von Nieder-Olm nach Bochum-Zentrum [0, 275 km]
Dort stellte ich das Auto im Bahnhofsparkhaus ab, nahm einen Drucker und ein Kabel mit und lief ins nahegelegene Institut. Im Treppenhaus des Parkhauses rutschte ich aus und setzte mich in die Pfütze auf einer Treppe. Gott sei Dank ging dieser Sturz glimpflicher ab als im Dezember und Auge und Drucker blieben unverletzt. Nur eine kleine Beule am rechten Hinterkopf erinnerte mich noch zwei Tage an diesen Vorfall.
Ich erledigte meine Arbeiten (Netz und WLAN auf neuen Standard umsetzen, 12 Notebooks aktualisieren, Druckerkonfiguration und manch anderes) erstaunlich schnell, auch Dank der Hilfe des netten Kollegen vor Ort und war schon gegen 13:00 Uhr fertig mit der Arbeit. Nach einem Kaffee im empfehlenswerten Cafè entschloß ich mich spontan, ins schöne Xanten zu fahren. Warum? Nun, ich war noch nie da und wollte schon immer mal an den Niederrhein in die Stadt des Drachentöters Siegfrieds.
Gesagt – getan.
Fahrt von Bochum-Zentrum nach Xanten-Zentrum [85, 360 km]
Xanten
Gegen 14:30 Uhr traf ich in Xanten ein. Es war kalt, es war windig, aber es war schön, durch die kleine herausgeputzte Stadt zu wandern. Ich bestaunte die mittelalterlichen und frühzeitlichen Spuren, denen man in Xanten auf Schritt und Tritt begegnet. Schlußendlich kaufte ich noch einen schönen Blumenstrauß, denn ich wollte bei einem befreundeten Ehepaar in Ostfriesland übernachten und dort bei der Hausfrau angenehm auffallen.
Fahrt von Xanten-Zentrum nach Spetzerfehn [250, 610 km]
Haus
Nach einem Tankstop erreichte ich gegen 18:30 Uhr mitten in den Fehn das gastliche Haus meiner Freunde. Dort gab es ostfriesisches Bier und sehr reichlich fangfrischen Nordseefisch nebst selbstgebackenem Brot; köstlich. Bis gegen 2:30 Uhr schwätzen wir fröhlich, dann hatte auch der orkanartige Sturm nachgelassen und ich legte mich zur Ruhe ins Gästezimmer. Ruhe ist in dieser Gegend wörtlich zu nehmen, ich hörte bei geöffnetem Fenster bei höchster Konzentration nur einige Äste rascheln.
Fehn
Samstag, 02.02.2008
Am nächsten Morgen spazierte ich kurz durch die Siedlung, kaufte Fehlendes im Nachbarort und verabschiedete mich am gegen Mittag, um zum 70. Geburtstag eines Onkels zu fahren.
Fahrt von Spetzerfehn nach Wischhafen [190, 800 km]
Einer spontanen Eingebung folgend, bog ich kurz vor Hamburg nach Norden ab und fuhr nach Wischhafen. So übel war das Wetter nicht, daß ich nicht mit der Elbfähre nach Glückstadt fahren wollte. Das Wetter bemühte sich aber redlich, schlecht zu sein. Teilweise fuhr ich bei minus einem Grad durch geschlossene Schneedecke bei heftigen Schneesturmböen. Aber diese Unwetter wechselten während der Fahrt häufig mit blauem Himmel, interessant. Die Fähre (9,80 EUR) nutzte ich das letzte Mal im August 1991, also doch schon vor sehr geraumer Zeit. Ach halt, 1995 fuhr ich nochmals damit.
Wetter
Fähre
Elbe
Fahrt von Glückstadt nach Klütz [190, 990 km]
17:30 Uhr traf ich nach Fahrt durch ein verschneites Schleswig-Holstein und ein winterlich ruhiges Hamburg und eine fast leere Ostseeautobahn in Klütz ein, einem verschlafenen Ort, welcher am 01. April dieses Jahres auf sein siebzigjähriges Stadtrecht verweisen kann. Wenn man zurückrechnet, kann man sich denken, wem dieses Stadtrecht zu verdanken ist. Darüber redet man heute aber nicht mehr. Egal, noch älter als das Stadtrecht von Klütz wurde an diesem Tag mein Onkel. Er freute sich sehr über meinen Überraschungsbesuch. Den ganzen Tag über hatten sich zahlreiche Gäste zur Gratulation eingefunden und am Abend saß die Familie mit engen Freunden zusammen. Mich freute, daß die Verwandten so zahlreich erschienen waren, sehen wir uns doch eher selten und dann auch zu eher unerfreulichen Anlässen.
Sonntag, 03.02.2008
Am nächsten Morgen lockte mich die gleißende Sonne zu einem Spaziergang an die Steilküste der nahegelegenen (4 Kilometer) Ostsee. Dieser gestaltete sich ausgiebig, ich war mehr als zwei Stunden unterwegs. Dabei gelangen mir einige nette Fotos, die ich dem Leser nicht vorenthalten will.
Steilküste
Steilküste
Steilküste
Steilküste
Am Nachmittag wanderte ich mit meinen Verwandten lange Zeit bei herrlichem Wetter durch den Ort. Am Abend lud ich sie ins Restaurant zum Essen ein. Da mein Cousin (und ihr Sohn) dort der Chef ist, verlebten wir auch da einen netten Abend.
04.02.2008
Am nächsten Morgen, mittlerweile war es Montag, startete ich in Begleitung eines Onkels nach Kiel. Zuerst aber bewunderten wir noch die Baufortschritte am Yachthafen in Tarnewitz. Ferner mußte ich den Wagen auch zum zweiten Mal auf dieser Tour betanken.
Fahrt von Klütz nach Klütz über Kiel [250, 1240 km]
120 Kilometer ist Kiel entfernt. Nur noch anderthalb Stunden braucht man für diese Strecke, seit man sich flott über die A20 statt schleichend über Schlutup bewegen kann. In Kiel gab es einige Arbeit, die aber in zwei Stunden erledigt war. Mein Onkel und ich fuhren noch an den Kaiser-Wil^wNord-Ostsee-Kanal, wo einige dicke Pötte auf die Durchfahrt warteten. In der Kieler Innenstadt hatten wir schon einen Protestzug gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in der Förde mitbekommen. Einer der Aktivisten stand mit uns am Kanaleingang und erklärte uns ungefragt sehr ausführlich, wie sich die globale Erwärmung bemerkbar mache. Nun war er sowohl mit meinem Onkel als auch bei mir an der denkbar falschesten Adresse gelandet, merkte dies aber nicht. Ein surreales Erlebnis.
Blick aus Kiel über die Förde nach Laboe
Auf der Rückfahrt hielten wir in der Nähe von Eutin auf einem Bauernhof, auf dem wir 15 Kilo Äpfel (Onkel) und eine Kiste 100% Kirschsaft (ich) erwarben. Auf meinen Wunsch hin fuhren wir unter der Trave durch den verlustgeplagten Mauttunnel (1,20 EUR) und waren gegen 16:30 Uhr wieder zu Hause. Mit familiären Gesprächen endete dieser schöne Tag.
Mauttunnel
04.02.2008
Fahrt von Klütz nach Berlin über Rostock [310, 1550 km]
Am Dienstag Morgen fuhr ich nun nach Berlin. Statt der Navigationssystemtante zu folgen, nutzte ich die A20, denn mit 200 km/h über eine fast leere Autobahn zu düsen geht schneller als durch malerische Alleen sich 60 Kilometer nach Schwerin zu quälen. Wenn ich schon an Rostock vorbeifahre, so dachte ich mir, dann kann ich auch in Warnemünde durch den neuen Mauttunnel fahren. Und das machte ich dann auch. (2 EUR)
Mauttunnel
Dann ging es schnurstracks nach Berlin, wo ich gegen Mittag ankam.
Mein Kunde residiert in der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. Dort hatte zu DDR-Zeiten selbst der Nachtwächter mindestens ein Diplom. Im Volksmund wurde der Komplex auch liebevoll (und sicher nicht unzutreffend) als Faultierfarm bezeichnet. Nun, mein Kunde hat ein Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterbüro, beides Dienste, die zu Zeiten Ulbrichts und Honeckers sicher nicht gefragt waren, besser nicht einmal existierten.
Fahrstuhl
Mein bestelltes Material war beinahe vollständig eingetroffen, nur die Software fehlte. Einmal verdankte ich das dem Karneval, denn die Mainzer hatten es, trotz meiner Bitte nicht geschickt und zum anderen hatte der eBay-Mensch mit den Adressen geschlampt. Ich fing mit der umfangreichen Arbeit an und hatte viele Probleme zu lösen. Am Dienstag organisierte ich telefonisch eine Software über ein DATEV-Partnerunternehmen. Diese DVD brachte mir am Mittwoch Herr A. Krösing, mit dem Sebastian S. und ich ja schon vor 14 Tagen zur Blue Man Group waren. Zum Dank lud ich ihn zum Mittagessen ein. In Gedanken an unseren Besuch des Aufsturz vor einigen Tagen beehrten wir diesen angenehmen Laden auch wieder am Abend. Diesmal nutze ich aber ausnahmsweise die BVG für den Heimweg. Dummerweise bin ich nicht so der Held beim Lesen der Fahrpläne und fuhr so an meinem Umsteigebahnhof vorbei und dann in die falsche Richtung (Für Experten: die S9 hält nicht am Ostkreuz, sondern passiert es nur südlich). Egal, so nutzte ich, wie schon beim Weg in Berlins Mitte, wieder ein Taxi.
Am Donnerstag wurde ich endlich mit der umfangreichen Arbeit fertig. Das hätte ich nie geschafft, wenn ich am Dienstag nicht eine Nachtschicht eingelegt hätte. Zwar beinhaltete (ich hasse dieses Wort) das auch Tanken und Materialkauf, aber dennoch hatte ich bis Mitternacht stramm zu tun. Blöderweise war ich dann im Park eingeschlossen und mußte den Wachschutz bitten, mich herauszulassen.
Insgesamt gestalteten sich die Arbeiten (Modernisierung der Kanzlei mit Datenumstellung) als schwierig. Der Teufel lag, wie immer, im Detail. So versagten optische Laufwerke ihren Dienst wegen falscher Kabel, mußten Treiber für die neuen Maschinen aus dem Netz geladen werden (natürlich die Netzwerktreiber, ohne die ich nicht ins Netz komme, die vorhandenen Maschinen hatten alle nur NT4.0 und damit kein USB und nur Diskette, die die neuen Maschinen nicht mehr hatten, tolle Wurst) oder manche Informationen lagen nur auf Disketten vor (neue Rechner ohne Floppy), hatten Hotlines tolle Reaktionszeiten von nicht einmal 6 Stunden usw. usf.. Als lustiger Stellvertreter für alle Mißgeschicke und Ungereimtheiten mag folgende Geschichte dienen:
Ein Multifunktionsgerät sollte per USB an einen Einzelplatzrechner angeschlossen werden. Ich gehe also auf deren Internetseite, wühle mich durch die kaputtdesignte Seite und finde nach langer Suche tatsächlich WiXP-Treiber für den Scanner und den Drucker. Nur kann ich die irgendwie nicht installieren. Nach intensiverer Beschau stelle ich fest, daß die heruntergeladenen Archive alles andere enthalten als Treiberdateien. Also irgendwie schon passende Dateien, aber nichts mit OEMSETUP.INF oder so, also kein Wunder, daß ich nichts installiert bekomme.
Gewitzt durch leidvolle Erfahrungen auf diversen Treiberseiten wühle ich mich durch internationale Seiten des Herstellers. Ich nehme den Treiber der Heimatseite, doch auch dieser ist genauso voller Datenmüll wie der deutsche und britische und amerikanische Treiber. Man kann erahnen, wieviel kostbare Zeit ich schon verplempert hatte, als ich die „Hotline“ von Sharp anrufe. Und tatsächlich kann mir der Mann helfen. Das Problem ist seit einiger Zeit bekannt, aber die Treiber auf der australischen Präsenz wären korrekt. Und so war es auch. Also mal eben die Treiber aus Australien gezogen und schon scannte der Scanner und druckte der Drucker klaglos. Als auch beinahe alles weitere lief, die Daten gesichert, konvertiert und einsatzbereit waren und mehrere Kilo EDV-Schrott entsorgt waren, konnte ich die Rückreise antreten.
08.02.2008
Fahrt von Berlin nach Altenburg [260, 1810 km]
In Rekordzeit fuhr ich zu meiner Mutter. Ein Durchschnittstempo von 128 km/h ließ mich schon gegen 19:00 Uhr in Altenburg sein. Abendbrot, Auswertung, Gespräche, der Callas lauschen, zack – war es Mitternacht und Schlafenszeit.
09.02.2008
Fahrt von Altenburg nach Haus [410, 2220 km]
So schnell wie sonst selten bewältigte ich die Strecke. Und das kann ich sogar beweisen! In ein paar Tagen wird mir nämlich der thüringische Ministerpräsident ein dokumentarisches Photo dieser Fahrt zusenden. (130 bei erlaubten 100 km/h in Höhe Eisenach). Ich brauchte trotz Tankens keine drei Stunden bis Mainz, das ist eher selten, ist die Strecke doch meist mit endlosen Lasterkolonnen zugestellt.

 Posted by at 12:01 a.m.
Jan. 312008
 

…bevor ich heute in der Mainzer Innenstadt mehrere Termine wahrnahm. So kam die (für mich) große Überraschung, als kurz nach 11:00 Uhr die Innenstadt auf einmal von zahllosen Irren und Bekloppten in Phantasiekleidung mit seltsamen Kopfbedeckungen, vulgo Jecken, überschwemmt war. Abgesehen davon war auch ein nettes Verkehrschaos. So benötigte ich nicht eine, sondern satte drei Stunden für meine Termine.
Glücklicherweise bin ich bis Aschermittwoch aus dieser Gegend verschwunden…

 Posted by at 4:44 p.m.
Jan. 242008
 

Gestern nachmittag fuhren elzoido und ich in die Hauptstadt. trotz Staus auf der A5 kamen wir gegen 19:00 Uhr in Berlin an. Wir verwahrten das Auto sicher in der Tiefgarage und bezogen Quartier im Tempelhofer Hotel Columbia. Dann ließen wir uns vom Taxi zum Potsdamer Platz bringen. Dort holte ich die Karten ab und wir trafen uns im nahe gelegenen Andy’s Diner mit Andreas „Andi“ Krösing, der in Berlin lebt zu einem ersten Berliner Pilsener.
Kurz vor 21:00 Uhr betraten wir das Bluemax-Theater, um dort der am Vortag von mir via Internet gefundenen und gebuchten Veranstaltung der Blue Man Group beizuwohnen.
Vielleicht schreibt ja Sebastian etwas zu dieser überaus amüsanten und unterhaltenden und lohnenden Show. Ich fand sie jedenfalls Klasse und bereue keinen Cent der über 60 EUR pro Karte (bereits mit 20% Studentenrabatt), den ich ausgab. Allen, die es nicht kennen, kann ich die Veranstaltung nur wärmstens ans Herz legen mit dem Tip, sich nicht in die Reihe 10 rechts oder links zu setzen…
Gegen 23:00 Uhr ließen wir uns mit dem Taxi nach Mitte in die Oranienburger Straße fahren. Dort besuchten wir das Aufsturz. Andi hatte uns nicht zuviel versprochen, es gab dort mehr Sorten Bier, als man trinken konnte. Dennoch wagten wir uns tapfer an:
Biersorten
– Liefmann Goudenberg (8 Umdrehungen, schmeckte wie Spülwasser und machte den Kopf weich) [J]
– Augustiner Edelstoff [A]
– Samichlaus (stärkstes Bier der Welt mit 14 Umdrehungen, likörhaft) [S]
– Rhöner Pils (Bionade goes back to the roots, naja…) [J]
– Samuel Adams (Amibier, das nach Mais schmeckte, aber immerhin 4,8 Vol% aufweisen konnte) [S]
– Staropramen [A]
– Kwak (weiß nicht, wie es schmeckte, aber das coolste Glas aller Zeiten, ein übergroßer Kolben in einer Holzkutsche) [S]
– Peroni (italienisches Bier, meh)[J]
– Torgauer Ritter [A oder S]
– Bürgerbräu [S oder A?]
– Potsdamer Rex [J?]
Man merkt schon, ab hier wird es schwieriger. Leider (oder Gott sei Dank) wurde die letzte Runde eingeläutet, die wir einmütig mit einem Gambrinus beschlossen. Das schmeckte mir von allen Sorten am besten. Ich stelle aber fest, daß ich gerne noch einmal zum Vergleichen wiederkehren möchte. Vielen Dank an Andreas für den Ausgehtip. Und vielen Dank an Florian, der uns aus England per Telefon zuprostete.
Aufsturz
Also gegen 2:00 Uhr standen wir auf der Straße. Wir liefen noch ein paar Meter, erwehrten uns der vielen Bordsteinschwalben und setzten schließlich den Andreas in ein Taxi nach Hause und uns in ein Taxi zum Hotel. Unterwegs machte uns eine Currywurstbude neugierig, an der wir noch eine halbe Stunde den Abend ausklingen ließen. Kurz nach 3:00 Uhr ins Bett, halb 9:00 Uhr Frühstück und dann ging es an die Arbeit, der eigentliche Grund der Berlintour. Gegen 15:00 Uhr war alles verbaut und funktionierte. Noch schnell nach Köpenick gefahren und dort noch das nächste Projekt geplant und gegen 16:15 Uhr rollte das Auto wieder gen Mainz.Trotz eines Tankstopps und einer langen Essenspause und miesen Fahrwetters waren wir kurz vor 22:00 Uhr wieder bei mir zu Hause.
Plakat

 Posted by at 10:35 p.m.
Jan. 082008
 

…was ich im SpOn lesen mußte.

Holocaust goes Musical: Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank, das 1945 im KZ Bergen-Belsen starb, liefert jetzt erstmals Stoff für ein Musical. Selbst die sonst so zurückhaltende Anne-Frank-Stiftung unterstützt das Sing- und Tanzstück.
Es klingt bizarr und pietätlos…

Also ich sage, daß es nicht nur bizarr und pietätlos klingt, sondern es es bizarr und pietätlos ist.
Und was erwartet uns nächstes Jahr? Schindlers Liste – das Musical?
Oooh! Help me, Dr. Zaius!

 Posted by at 10:24 p.m.
Jan. 072008
 

Als Letzter erfuhr ich davon, daß bei mir eine Silvesterfeier anberaumt war. Nun denn, also besorgte ich Getränke. Bereits am 30.12. kam Mitfeierer Jens. Silvester Vormittag wurden noch Fressalien besorgt und 18:00 Uhr waren nach umfangreichen Vorbereitungen in der Küche alle Vorbereitungen getroffen.
Silvester 2007
Die ersten Gäste aus Amerika und England trafen überpünktlich ein. Wir warteten nicht auf den letzten Gast, sondern fingen an, die leckeren mexikanischen Zutaten zu Tortillas zu verarbeiten.
Also hungern mußten wir schonmal nicht. Dank Tequila, Wodka, Rum, Gin, 15jährigen Single Malt, Cola, Mountain Dew, Fanta, Tonic, Orangensaft, Grenadine, Martini, Sekt, Champagner, Bionade, Pitu, Erdbeersaft, Kirschen, Ginger Ale, Rohrzucker, Limetten u. v. a. m. mußten wir auch nicht Durst leiden.
Was macht man nach dem Essen? Wir wollten Karaoke machen. Doch trotz geballter anwesender EDV-Kompetenz versagten alle Versuche kläglich, den UltraStar gescheit zum Laufen zu bringen.
Also wurde das altmodische Trivial Persuit ausgepackt, bei dem es einen souveränen Gewinner gab.
Silvester 2007
Die Mitternacht rückte näher, die Musik wurde immer feierlicher. Ich legte standesgemäß Händels Feuerwerksmusik auf den Plattenteller und wir gingen bei überfrierendem Regen vor’s Haus, um das neue Jahr mit rotem Krimsekt, Champagner einer Witwe und vielen, vielen, vielen Knallern, Raketen usw. zu begrüßen.
Irgendwann gegen 4:30 Uhr erstarben die Gespräche und einige Stunden Ruhe kehrten ein. Morgens schnell gefrühstückt und ab ging es Richtung Flughafen und weiter.
Und mir blieben die Aufräum- und Austrinkarbeiten…
Silvester 2007
Welcher Depp hatte nur das Zimmerfeuerwerk und die Luftschlangen und… gekauft?

 Posted by at 9:52 p.m.
Jan. 052008
 

Gestern erwarb ich spontan eine (eher teurige) Doppel-DVD, die die Aufzeichnung des 10-jährigen Bühnenjubiläum des niederländischen Plattenauflegers Armin van Buuren aus dem Jahre 2006 (und einiges mehr) enthält.
Zu meiner großen Freude und sicher der eher zurückhaltenden Begeisterung meiner Nachbarn ist die Scheibe ein echter Gewinnkauf.
Bild und Ton sind genial und die Scheibe schafft es auch im kleinen heimischen Wohnzimmer, etwas moderne Monsterdiskothekenatmosphäre zu transportieren. Ich erwischte mich jedenfalls mehrfach beim spontanen Mittanzen und Mitklatschen.
Ein großes Lob an die Kameras, denn sie zeigen neben dem Saal fast ausschließlich hübsche Mädels von der vorteilhaften Seite.
Nach einem harmlosen Auftakt mit Eller van Buuren an der Gitarre steigt peu à peu die Stimmung.
Als Armin endlich den Vorhang fallen läßt ist die Stimmung auf 100%. Spätestens hier frage ich mich, wozu man Designerdrogen braucht, denn ab hier kommt jeder normale Mensch schon voll auf seine Kosten. Ein monströser Saal mit mehr als überlautem, aber sehr wohlklingendem UTZ-UTZ und vollgestopft mit schönen und abertausenden knapp gekleideten jungen Menschen, die zu einer qualitativ hochwertigen Lichtshow abzappeln. Und das Level wird nicht nur gehalten, es wird Stück für Stück verbessert.
Als Sängerin Justine Suissa live den Hit „burning with desire“ vorträgt, kocht der Saal. Genial. Schöne Scheibe. Superkauf. Und ich habe noch nicht einmal die Hälfte gesehen. Auf der Liste warten noch andere Höhepunkte wie bspw. die Technikversion von Barbers „Adagio for Strings“.
Armin van Buuren ist für mich DER Vertreter des globalen Dorfes. Nett fand ich den Blick hinter das Mischpult. Dutzende Platten- und CD-Abspieler, ein Notebook der Fa. Apple und zig andere Geräte werden von Armin souverän bedient. Lustig fand ich den Blick auf die mehr als 1.000 weißen CDs, aus denen sich von Buuren bediente.
Sein richtungweisendes „A State Of Trance“ (einfach einmal in www.shoutcast.com in die Suchzeile eintippen) mit mittlerweile mehr als 400 Sendungen kann seit Jahren kostenfrei in der ganzen Welt per Internet mitgehört werden.
Auf seinen Monster Events sind stets junge Fans aus allen Regionen des Erde vertreten und er tritt auch überall in der Welt auf.
Auch kann ich in der Blogosphäre mitlesen, daß (deutsche) Freunde und Bekannte von mir im letzten Jahr Armin van Buuren live sahen. Allerdings sahen sie ihn in New York, in Shanghai, Dortmund oder irgendwo in Großbritannien. Daran erkennt man den Wandel der Welt. Wie befremdlich muß für diese Gemeinschaft ein religiöser oder ethnischer Konflikt anmuten?
BTW ist das der erste Blogeintrag, bei dem ich alle Kategorien angekreuzt habe.
Wie auch immer. Nochmals einen herzlichen Dank an mich, daß ich die Scheibe kaufte, an Armin van Buuren für seine Botschaft und seine Musik und an meine Nachbarn für ihr Verständnis, daß es etwas lauter wurde. Denn diese Art von Musik kann man nur sehr laut hören.

 Posted by at 5:52 p.m.