Wie man lesen kann, forscht man jetzt auch in Europa munter daran, Chimären zu produzieren.
Als eifriger Science-Fiction-Leser wurde ich schon häufig aus verschiedensten Richtungen mit genau diesem Thema konfrontiert. So erkannte Stanislaw Lem schon in den 1960er Jahren, daß sich die Moral zwangsläufig an den Fortschritt anpassen muß. Andere Schriftsteller beschrieben in ihren Geschichten auch oft moralische Konflikte, ohne freilich Lösungen anbieten zu können. Allzu glatt ist das Eis für uns in Deutschland, denkt man bei Experimenten am Menschen doch automatisch an Adolf Nazi.
Einen gekonnten Umgang mit Halbwesen hingegen beweist der der Waliser Jasper Fforde, in dessen Parallelwelt die Gentechnik eine immense Rolle spielt. So haben viele Bürger ihre Haustiere gentechnisch im Hobbykeller erzeugt. Dazu zählen Dodos (bis Version 1.2 noch ohne Flügel), tasmanische Beutelwölfe (DH 72) oder auch Flamingos. Und man liest den „Splicer“. Mammuts und Neanderthaler leben mitten unter uns, freilich nicht ohne diverse Probleme. So sind Neanderthaler zeugungsunfähig und damit zum zweiten Mal zum Aussterben verurteilt. Sie sollten übrigens als Arbeitssklaven bzw. Soldaten in Massen gezüchtet werden. Dummerweise sind sie vom Charakter her weder für das Eine noch das Andere geeignet.
Doch bei Chimären, da kennt diese Welt keinen Spaß. Dann kommt sofort ein Sondereinsatzkommando, welches das Halbwesen liquidiert und der Erzeuger wird vor Gericht gestellt.
Vielleicht könnte man ja in diese Richtung denken, dann wäre mir wohler, denn was ich nicht weiß, das…
Jedenfalls denke ich bei solchen Forschungen eher an menschliche Ersatzteillager, an leidende Wesen, die weder Tier noch Mensch sind und für die Mutter Natur keinen Platz vorgesehen hat.
Sicher ist jedenfalls, daß sich meine und die nächste Generation in Parteien, Kirchen, Gerichten usw. schon einmal heftig Gedanken machen dürfen, wie wir mit den neuen Herausforderungen umzugehen haben. Dagegen sind die Dinge, die durch die Vernetzung möglich geworden sind, reinster Kindergeburtstag. Ich meine damit so banale Sachen wie Spammer, Schwarzkopierer, Communities usw.
Sieht man einmal, wie schwer wir uns mit dem § 218 StGB taten und immer noch tun, dann möchte ich nicht wissen, wie Menschen auf geklonte Geschwister (bei Haustieren funktioniert das schon) oder Mäuse mit Ersatzpenissen reagieren.
Oder ob ein Kind Erbe werden kann, wenn es erst Monate, Jahre nach dem Tode des Vaters durch dessen tiefgefrorenes Sperma gezeugt wurde. Oder man, so kein Sperma vorhanden war, vom Autounfall noch ein paar Gramm Genmaterial besorgt, aus denen man dann Erbgut gewinnen kann. Was passiert, wenn man seinen Klon umbringt? Oder er einen umbringt? Wenn man Sex mit seinem Klon hat, ist man dann schwul (lesbisch) oder ist das nur eine neue Ebene der Masturbation? Oder ist es gar Inzest? Überhaupt, die Sexindustrie wird Millionen verdienen mit aus echtem Fleisch bestehenden Nachbildungen diverser Persönlicheiten, die dann freilich keine Persönlichkeit haben werden. Oder vielleicht doch? Oder nur ein bißchen?
Die Gedanken führen alle in unfaßbare, moralisch unbesetzte Gebiete.
Und wenn man schaut, wie sich junge Menschen heute schon einem Körperkult hingeben, indem sie ihn nicht nur glatt rasieren, sondern diesen dann auch mit Brandzeichen, Tätowierungen versehen oder überall zerstechen und andersweitig stark gegenüber der Norm verändern, dann ist es nicht mehr weit zum gentechnischen Verändern der Haut in ein feines Blau. Es gibt ja auch schon Haustiere, die im Dunkeln leuchten. Und vielleicht ist in einigen Jahrzehnten oder Jahren der Zweitpenis Standard.
Vor wenigen Jahren hätte ich über solche Gedankengänge nur müde gelächelt, da ich die Verwirklichungen durch die Wissenschaft noch in jahrhunderteweiter Ferne sah. Doch wenn man so in der Fachpresse blättert, dem DLF lauscht oder einfach nur der Tagespresse, dann dürfte sich der Fortschritt gerade von rasend schnell auf explosionsartig ausbreiten.
Ich denke aber auch daran, daß man bisher immer noch nichts gegen die Alopezie gefunden hat.
Zumindest diesen Fortschritt würden viele Herren noch begeisterter begrüßen als eine gewisse blaue Pille.
Mittwoch, 26.07.2006 – Kirkwall – Orkney-Inseln
Schon 6:00 Uhr (eigentlich ist es ja 7:00 Uhr) tigere ich mit einigen Gleichgesinnten über das Sonnendeck und genehmige mir einen Kaffee. Das Wetter verspricht trotz starken Morgennebels prächtig zu werden, die See wie ein Spiegel, ich werde wohl nie rauhe See erleben.

Es ist dunstig auf See.

Viel Spaß beim Suchen des Feueralarmknopfes.

Toller Hinweis auf dem Lift und bedauernswerter Maschinenraum.
Gegen 10:00 Uhr erreichen wir nach 717 Seemeilen (1327 Kilometern) unser erstes Ziel, das nordöstliche Ende von Großbritannien, die Orkney-Inseln mit der Hauptinsel Mainland, und begeben uns in deren Zentrumsstadt Kirkwall auf Erkundungstour. Viele Passagiere hatten eine Inselrundfahrt gebucht, ich gehöre zur Minderheit derer, die sich eine echte schottische Whiskydestillerie anschauen wollen. Gesagt – getan. Bus 12, Einstieg englisch links, bringt uns rasch in die Highland Park Distillery. Die nördlichste Destille Schottlands wurde 1798 gegründet. Wir werden gleich zu Beginn mit einem Glas wohlschmeckenden Single Malt begrüßt. Während ich diese Zeilen schreibe, genehmige ich mir ein Gläschen dieses edlen Tropfens. Der anschließend gezeigte Film ist witzig gemacht und kurzweilig-informativ. Danach werden wir in 12er-Grüppchen geteilt. Meine Gruppe wird von Anna, die einen herrlichen Norddialekt spricht, durch die einzelnen Stationen der Whiskyherstellung geleitet, Vieles ist seit 100 Jahren unverändert und bürgt so für gleichbleibende Qualität. Wir schnüffeln an Torf, bewundern die Hallen, in denen das Getreide per Hand gewendet wird und starren ehrfürchtig in die gut geschützte Lagerhalle, in denen teilweise seit 1968 in endlosen Reihen die edle Flüssigkeit in Holzfässern reift. Wir werden auf ein Jubiläumsfaß aufmerksam gemacht, welches Prinz William 2005 höchstselbst befüllte. Lustig ist auch ein kleines 20-Literfaß am Anfang des Sichtbereiches. Dieses gewann im Jahre 2000 der 250.000ste Besucher dieser Anlage. 2012 darf er es dann endlich genießen.

Aus dem Dunst schält sich die Hauptinsel mit Kirkwall.

Wir sortieren uns in die Busse.

Der Eingang der Highland Park Destillerie.

Der Traum jedes Alkoholikers – Single Malt Whisky in Fässern, soweit das Auge reicht.
Nach dem Besuch der Whisky-Destillerie fährt uns der Bus quer durchs Land zu einer, wer hätte das erwartet, zu einer italienischen Kapelle. Kriegsgefangene aus Italien errichteten zwischen 1941 bis 1943 dieses Kleinod. Zum Schluß besuchen wir noch die St. Magnus Cathedral, einen trutzigen und eindrucksvollen Kirchbau aus rotem Gestein, welcher die Baustile mehrerer Jahrhunderte harmonisch in sich aufnimmt und seine skandinavischen Väter nicht verleugnen kann. Stolz zeigt uns die einheimische Führerin einen Eisenring, an dem Oliver Cromwell sein Pferd festmachte. Beeindruckender sind natürlich die prachtvollen Fenster und die Särge der Erbauer. Auf dem Kirchfriedhof kann man auf beinahe jedem Grabstein den Namen Copland finden.

Eine der zahlreichen Sperren im Meer, die im zweiten Weltkrieg das Durchkommen deutscher U-Boote verhindern sollten.

Eine italienische Kappelle. Nicht vom Eingang täuschen lassen, dahinter ist ein gewöhnlicher Bunker.

Seltsame Steinkreise auf Kirkwall.

Die gewaltige St. Magnus Kirche.

Da ist er! Der Ring, an dem damals Oliver Cromwell sein Pferd festmachte.

Der Beweis: auf allen Steinen steht Copland.
Auf der Rückfahrt zum Schiff wird uns nicht nur der erst vor einem Monat eröffnete Lidl-Markt gezeigt, sondern der Busfahrer berichtet auch noch, daß am heutigem Tage mit 28 Grad Celsius der heißeste Tag des Jahres auf den Inseln herrscht. Wir Deutschen, eben der 10 Grad heißeren Gluthitze der Heimat entkommen, können da nur müde lächeln.
Mutti hatte leider nicht so viel Glück mit ihrer gebuchten Inselrundfahrt, denn dort war alles viel zu oberflächlich und viel zu gedrängt. Das lag zum einem am straffen Zeitplan der Reisegesellschaft und zum anderen an der Vielzahl der Teilnehmer. Darüberhinaus hatte sie auch Pech mit der (sehr dicken und sehr schwitzenden und schlecht deutschsprechenden) Reiseleiterin; bei Busfahrten ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Dennoch bekam sie einen ersten Eindruck vom Geruch der Insel, sah Schafe, die in Koppeln direkt am Meer, dort wo die Wasser des Atlantik und der Nordsee sich mischen, gehalten werden, damit ihr Fleisch schon „naturgesalzen“ ist (deren Fleisch erzielt in Paris zu Weihnachten locker preise von 800 EUR/Kilogramm), sammelte Steine und Muscheln an altnordischen Versammlungsplätzen (Steinkreise), bewunderte zahllose brütende Vögel auf der Vogelinsel und sah seltsame Pflanzen, die sie bis heute nicht zuordnen konnte. Die „gesalzenen“ Orkneyschafe sind übrigens der Exportschlager der Insel. So wundert es nicht, daß hier auf einen Einwohner 20 Nutztiere fallen. Die Hirschfamilie, die ich auf meiner Fahrt sah, war allerdings nicht heimisch, sondern nur zur Bereicherung der Speisekarte eingeführt worden.
Auf dem Schiff essen wir recht spät Mittag und verbringen bei herrlichem Wetter auf dem Sonnendeck den Nachmittag.
Das Abendbrot nehmen wir diesmal im Avalon-Restaurant ein. Dort lernen wir einen Programmpunkt kennen, den wir uns von nun an kaum entgehen lassen. Zum Ende des Mahles singen fast alle Bediensteten ein nettes kleines Lied mit Tambourin und Gitarre und Händeklatschen begleitet und von den Gästen tatkräftig unterstützt. Als Zugabe, die es immer gibt, singt ein kleiner, älterer Asiate mit einer beachtenswerten Stimme ein weiteres Lied (Beatles?). Wir sind nicht nur angetan sondern regelrecht begeistert. Nach einem Cocktail aus der Moonlight-Bar gehe ich zu Bett und schlafe, wie schon die erste Nacht wie ein Baby. Das mag auch am mittlerweile recht starken Seegang liegen, der das Bett wie eine Wiege hin- und herschaukelt.
Es wäre ja ein Frevel gewesen, das herrliche Wetter nicht ausgiebig zu nutzen.
Also wanderte ich heute einige Stunden am und um und auf dem Donnersberg. Jedesmal, wenn mich der Heuschnupfen einholte, fuhr ich ein Stückchen weiter (Pollenfilter im Auto) und ließ mich per Zufall treiben.
Zuerst war ich in Kirchheimbolanden, wo ich lange an der imposanten und gut erhaltenen Stadtmauer spazierte. Anschließend besuchte ich die „Spitze“ des Donnersberges, floh dort aber vor allzuvielen Ausflüglern. Am schönsten war die nächste Station, die Wanderung durch Falkenstein. Dort gab es nicht nur Mittag, sondern auch die schönsten Blicke in alle Richtungen. Die üppig blühende Natur tat ein Übriges. Wenige Kilometer lud ein Wanderwer ein, ihn zu verfolgen, was ich auch eine halbe Stunde bis zu einem Aussichtspunkt tat. Vorbei an fettgrünen Wiesen, auf denen zufriedene Kühe grasten (dem dort gelegenen Biobauernhof mit eigener Schlachtung glaube ich sogar unbesehen das Bio) ging es auf Nebenstraßen durch viele kleine Orte, die alle auf -weiler endeten. Noch ein letzter Spaziergang durch Alsenz, einem mir bis dato völlig unbekannten Ort und ich fuhr durchs Nahetal bis Wöllstein, wo ich wieder Richtung Heimat abbog.
Einzig störend waren die Rennradler, die, das Gesicht stoisch auf den Asphalt gerichtet und konsequent Radwege ignorierend, Fußgängern, Auto- und Motorradfahrern ihre aufgerichteten Hintern präsentierten.
Leider habe ich viel zu wenig fotografiert. Abgesehen davon kann man die mir heute präsentierte Frühjahrspracht bei tollem Wetter sowieso nicht in einem schnöden Bild einfangen.

Aussicht auf den Donnersberg von Alsenz aus.

Die Burgruine in Falkenstein.

Blühender Ginster auf Rhyolit.
Vor einiger Zeit schrieb ich einen Beitrag über ein Bild. Hier ist es nun endlich:

Sachdienliche Hinweise nehme ich sehr dankend entgegen.
… und mir die neue Beta von Google Earth angeschaut.
Insgesamt muß man als gebildeter Industrielandbürger mal folgendes dazu sagen:
WAHNSINN!
Noch vor 20 Jahren hätte man Leute, die das für 2008 vorhergesagt hätten, was momentan auf meinem Rechner geht, unkommentiert in die Irrenanstalt gesteckt. Niemand hätte sich vorstellen können, daß petabyteweise Daten von diversen Satelliten geschickt miteinander verknüpft wurden und kostenfrei in sekundenschnelle in Millionen Haushalte verschickt werden können.
Ich weiß noch, wie beeindruckt wir alle waren, als in den 1980er Jahren die Tagesschau statt der banalen Wetterkarte ein Satellitenbild zeigte. Und als dann wenige Jahre später das Satellitenbild sich auch noch bewegte und der Wetterbericht, im Gegensatz zu früher, immer öfter auch stimmte, da war eigentlich schon das Traumziel erreicht.
Aber heutzutage kann man sich mit einem Computerprogramm nicht nur den gesamten Globus anschauen, teilweise bis auf einen halben Meter Detailnähe; nein, man kann sich jetzt sogar das verdammte aktuelle Satellitenbild über die Ansicht legen lassen. Und dann sieht man bei Nebel eben weniger. Und wenn es draußen regnet, dann hängt über meiner Wohnung eine verflixte Wole. Völlig abgedreht eigentlich!
Da interessiert beinahe schon gar nicht, daß die Software auch die Sonnenauf- und untergänge für jeden Ort gescheit simulieren kann oder daß man sich in manchen Städten, wie bspw. San Francisco sich sogar in gängiger Fotoqualität in 3D-Egoshooter-Manier durch fast die ganze Stadt bewegen kann (die Passage der Golden Gate Bridge kostet 5 USD).
Und „selbstverständlich“ kann das Programm nicht nur auf die Erde herabblicken, sondern seit einiger Zeit auch in den Weltraum schauen. Dort liefert es Abertausende hochauflösende Bilder, die diverse Weltraumteleskope in den letzten Jahren produzierten. Und vieles mehr, wenn auch nur light, im Gegensatz zu professionellen Astronomieprogrammen.
Vor wenigen Jahren noch wären Heerscharen von Wissenschaftlern dankbar auf die Knie gesunken, wenn auch nur wenige Prozente der Möglichkeiten funktioniert hätten.
Heutzutage ist so etwas maximal eine Meldung in meinem Blog wert. O tempora, o mores.
…heute Katie Melua in Stuttgart spielt und daß ich heute beruflich dort zu tun habe, dann hätte ich mir sicher eine Karte für das Konzert besorgt.
So hatte ich heute nur das Vergnügen, 400 Kilometer bei strömenden Regen an mindestens 20 Baustellen und durch 4 Staus durchs Land zu gurken. Aber die Arbeit klappte prima.
…keinen Aprilscherz, dazu bin ich viel zu müde nach den 6 Stunden Vorlesungen. Ich wollte nur lapidar mitteilen, daß seit gestern mein hier im Rhein-Main-Gebiet gern gehörter Amisender ein RDS-Signal ausstrahlt. Ja, richtig gelesen. Seit gestern steht auf der Radioanzeige nicht nur ein lapidares 97,6 sondern AFNEAGLE. Welcome to the world of tomorrow.
Ich weiß nicht, früher (also vor 5, 6 Jahren) hat mir das Kaufen und Verkaufen in eBay Spaß bereitet. Man konnte mit wenigen Mausklicks irgendwelche exotischen Schallplatten und Bücher, aber auch Neuware zu gescheiten Preisen ersteigern und andererseits auch sein altes Kassettendeck, Modelleisenbahnzubehör und Sammeltassen an irgendwelche Leute verkaufen. So erinnere ich mich sehr gerne an einen Kontakt zu einem Polen, der noch vor dem EU-Beitritt seines Landes, bei mir einen ollen Photoapparat für teuer Geld ersteigerte und der sich überschwenglich dafür bedankte und auch ohne Murren die exorbitanten Paketkosten bezahlte. Eine Überweisung in EUR von Polen nach Deutschland dürfte damals auch fette Gebühren gekostet haben.
Doch schleichend verschlimmbesserte sich das eBay-System. Statt schneller und einfacher Handhabung traten nun die Juristen und Manager auf den Plan und verstümmelten den ehemaligen Liebreiz und Charme. Das mag sicher notwendig sein in Anbetracht der Mißbräuche, Manipulationen und bösen, kriminellen, depperten oder unerfahrenen Nutzer, aber mir stößt es eben sauer auf, wenn ich in einer E-Mail vor lauter Hinweisen und Belehrungen die eigentliche Frage des potentiellen Käufers nicht mehr finde, wenn sich das neue Design zäh anfaßt und ein anderes (und ineffektives) Design hat und an allen Ecken und Enden Drangsalierungen, Nötigungen und Sicherheitshinweise überborden. Und durch die gestiegene Nutzerzahl (und den Zulauf der PISA-Generation) ist es nun auch nicht mehr einfach, einen Artikel zu verkaufen. So muß man nun ständig zig nervende Fragen zu seinem Produkt in aller Ruhe und Ausführlichkeit beantworten. Nicht daß ich das nicht gerne täte, aber es kostet Zeit und Nerven und bei Verkaufspreisen von 4,01 inklusive Versandkosten ist mir meine Zeit einfach zu kostbar, um für Nutzer A nachzuschlagen, was der versicherte Versand nach Kroatien (dabei habe ich Lieferung nur nach Deutschland) als Maxibrief kosten würde, einem Italiener auf englisch noch einmal das Produkt zu beschreiben oder einem PISA-Kind antworte, welches in erbarmungswürdiger Orthographie eine Frage stellt, die sich erübrigt hätte, wenn es denn die Beschreibung hätte lesen können.
Und dabei immer höflich bleiben, denn sonst droht ja mittlerweile eine negative Bewertung. Achja und das eigentlich praktische PayPal ist mittlerweile auch recht teuer geworden, die eBay-Gebühren sowieso.
Warum ich nun trotz allem Gemecker eBay nicht die Kehrseite zeige? Nun, ich bin ein Menschenfreund und Optimist und glaube jedesmal, daß es besser würde.
Wird es aber nicht. Meine letzte Auktion bswp.:
Ich verkaufte 5 DVDs, die ich mir sowieso nie wieder anschauen will. Der Einfachheit halber bot ich diese DVDs zum Sofortkauf an. 5 EUR und nochmal 2 EUR Versand – so einfach ist das.
Nun waren aber, warum auch immer, nach Eingabe aller Daten nur 2 der 5 DVDs auf Sofortkauf gestellt. Egal, dann wartet man eben eine Woche. Der erste Fehler, den ich machte, wurde schon eine halbe Stunde nach Auktionsbeginn moniert. So widersprachen sich DVD-Titel und Beschreibung. Ich beantwortet die Mehl des Entdeckers und der kaufte die DVD auch sofort per PayPal und hielt sie auch keine 24 Stunden später in den Händen. So muß das laufen.
Die zweite Sofortkauf-DVD war auch ratzfatz verkauft. Nur sitzt der Erwerber dummerweise in Österreich. Da hatte ich bei den Versandoptionen wieder ein flasches Häkchen gesetzt. Wieso allerdings im eBay-System auch im Jahr 2008 immer noch steht

ist nicht ganz nachvollziehbar. Nun kostet der Versand einer DVD nach Österreich natürlich mehr als meine raffinierten 2 EUR, die ich angegeben hatte. Bauernschlau verschickte ich also die DVD mit 3 EUR frankiert in offener Verpackung als Büchersendung. So hielt sich der Verlust mit einem EUR noch in Grenzen. Nicht mal ein EUR, denn in Deutschland kostet mich der Großbrief 1,45 EUR.
Nun kam am Samstag der Brief zurück. Die Post hat sich nicht übertölpeln lassen, nachgeschaut und mir das Ding postwendend (daher der Begriff!?) zurückgeschickt. Also frankierte ich seufzend 1,50 EUR nach und warf den Brief zum zweitenmal in den gelben Kasten.
Bei der Gelegenheit stellte ich fest, daß der Herr aus Österreich ja noch gar nicht bezahlt hatte. Gestern nun (die Auktion ist seit fast zwei Wochen gelaufen) bekam ich eine Mehl von ihm, in der er zum zweitenmal nach meinen Bankdaten fragt. Die sind zwar im eBay-System hinterlegt, aber jetzt muß man ja die IBAN-Nummer angeben und die habe ich natürlich noch nicht hinterlegt. Die erste Mehl kam nie an oder ich habe im AGB- und Hinweiswust die eigentliche Nachricht des Käufers übersehen.
Nein Leute, so macht das alles keinen Spaß. Zumal es nur um Kleckerbeträge geht. Und auf die zahle ich dann noch Gebühren. Und nicht zu wenig. Und PayPal. Und überhaupt… 🙂
…titelt er doch zum Tod vom Autor Arthur C. Clarke vollmundig:
Der Vater der Science Fiction ist tot.
Also ich würde, wenn man so eine Bezeichnung überhaupt wählt, eher 100 Jahre vor „Vater“ Clarkes ersten Erfolgen in Frankreich nachschauen. Jules Verne, der 12 Jahre vor der Geburt von Arthur C. Clarke verschied, könnte man als Vater des Genres bezeichnen, eroberten doch seine visionären Bücher die Herzen und Hirne von Millionen Lesern weltweit und wirken bis heute.
Aber auch Edgar Allen Poe, Mary Shelley, Karel Čapek, Kurt Laßwitz, Hans Dominik und viele andere Autoren jonglierten schon vor Arthur C. Clarke mit Robotern, Raumschiffen, künstlichem Leben, Atomraketen usw..
Clarke verdankt seinen Weltruhm in erster Linie Stanley Kubricks genialen Film „2001: Odyssee im Weltraum“, der auf einer Kurzgeschichte von ihm basiert und an dessen Drehbuch er auch mitwirkte. Doch als dieser Film im Jahr 1968 in die Kinos kam, hatten Captain Kirk, Spock und Pille auch schon ein paar Dutzend Abenteuer auf dem Fernsehschirm hinter sich.
Nein, lieber Spiegel, Arthur C. Clarke war ein bekannter und gern gelesener Autor von Science Fiction, ihn als Vater des Genres zu bezeichnen wird aber seinem Leben und Schaffen nicht gerecht.

