Die Fernsehanstalten, die nonstop wollüstig in Zeitlupe jeden noch so unerträglichen Müll ausstrahlen, wandeln sich angeblich angesicht der Erdbebenkatastrophe von Japan.
Ach halt, es ist hierzulande ja zur reinen Atomkatastrophe verkommen. Die halbstündlichen dümmlichen Meldungen von Block sowieso und erhöhten Strahlungswerten, die 1250 mal höher sind (ohne Bezugsgrößen zu wem oder was zu nennen) nerven jedenfalls gewaltig.
Doch nun gilt es, Rücksicht zu nehmen.
Rücksicht auf, ja was eigentlich? Egal, man nimmt Rücksicht und streicht ein paar unpassende Simpsons-Folgen aus dem derzeitigen Sendeablauf.
So wie man Ende 2004 Joachim Witt nicht „Hier kommt die Flut“ oder, noch viel übler, Juli nicht mehr „Die perfekte Welle“ singen ließ.
Ich wette, die haben jetzt bestimmt auch wieder Sendepause.
Nun nimmt man vermeintliche Rücksicht auf, ja auf was eigentlich? Echte Fans der Serie verstehen den ursprünglichen Sinn des SNPP und dem durchschnittlichen Simpsons-Gucker wird bestimmt nicht vor Betroffenheit der Atem stocken, wenn Homer durch pures Glück eine Kernschmelze abwendet.
Seit langem habe ich mal wieder Die Vögel vom zu Recht so genannten Altmeister Alfred Hitchcock gesehen. Wer diesen Kultfilm nicht kennt, hopp hopp!; so schnell es geht nachholen, ich verspreche, es lohnt sich. Für die Kenner einige Gedankensplitter dazu:
– Hey, der ist ja schon in Farbe!
– Die Hauptdarstellerin („Tippi“ Hedren) ist bildschön.
– Die Hauptdarstellerin hat todschicke Sachen an.
– Ihr (auch heute noch absolut geniales) lindgrünes Kostüm und den Pelzmantel trägt sie drei Tage hintereinander.
– Sie ist nicht nur die Mutter von Melanie Griffith, sondern auch Linkshänderin.
– der Film ist (immer noch) verstörend.
– Wow, was ein Film!
Nach so langer Zeit hat die Horrorwirkung ja nachgelassen, so dachte ich mir vor Einlegen der Schnickschnackscheibe. Und ich glaubte auch daran. Aber als ich mir dann die Ohren zuhielt und irgendwelche Melodien summte, um mich vom Film abzulenken, merkte ich, daß dem so nicht war.
Nichtkenner sind hiermit eingeladen, sich dieses Meisterwerk bei mir in bester Bild- und Tonqualität anzuschauen.
Von diesem höchsten militärischen Zeremoniell ist nur noch eine Farce geblieben. Oder ein verwesender Leichnam, den man noch mit Füßen tritt. Laßt es doch einfach sein. Es war schon megapeinlich und traurig, daß man im Sommer 2002 den Scharping mit einem Großen Zapfenstreich ehrte (Wofür eigentlich? In anderen Länderen hatte man so einen Faulpelz und Verräter sicherlich anders behandelt, und zwar ganz anders.)
Dann entblödete sich Horst Köhler nicht, zu seiner Verabschiedung (auch er hat sich unehrenhaft aus seinem Amt verpißt und hätte keine Ehrung durch einen Zapfenstreich erhalten dürfen) sich von der Bundeswehrtkapelle Frank Sinatras „My Way“ spielen zu lassen. Ich schäme mich jetzt noch, wenn ich daran denke.
Doch das läßt sich leicht toppen. So hat der zurückgetretene Kriegs^wVerteidigungsminsiter Dr.^wHerr Karl Theodor zu Guttenberg gestern einen großen Zapfenstreich erhalten. Warum, der Mann ist zurückgetreten, da gebe ich nicht noch Geld für eine ehrenvolle Abschiedszeremonie aus.
Und was wünscht sich der Ex-Minister als Abschiedslied? Genau „Smoke On The Water“ von Deep Purple. Das ist so krank, daß man es gar nicht fassen kann. Und das Schlimmste ist, daß eine Mehrheit im Volk gar nicht mehr weiß, wovon ich spreche.
O tempora o mores!
…den gestern wir noch huppen sah’n.
Warum auch immer verspürte ich heute großen Appetit auf Hühnerfrikassè. Wie gut, daß ich noch ein Suppenhuhn im Tiefkühlfach hatte. Nun heißt es erst einmal warten…

Für alle Interessierten hier noch ein Foto des Frühstückstisches.

Und was macht man nach so einem opulenten Frühstück? Genau, mit TheKaiser feist essen gehen.
Gleich gibt es bei mir gediegenes Sonntagsfrühstück. Die Gäste bringen Brötchen mit. Es gibt Kaffee, O-Saft, Wasser, Babybel, Ananas, Milch, Mini-Salamis, Nürnberger Würstchen, gekochtes Ei, Frühstückssagt, Nutella, Honig, Konfitüre, Champagner, Rührei mit Speck, Joghurt, Gürkchen, Parmesan, Camenbert, Rote Beete, Mortadella, Weintrauben und das, was ich vergessen habe.
Er starb diese Woche nach langer Krankheit im Alter von 63 Jahren. Ein guter Nachruf ist in FAZ zu finden.
Ich möchte noch zwei Geschichten über Rafferty erzählen, der zu Unrecht auf „Baker Street“ reduziert wird. Dummerweise haben aber beide Geschichten etwas mit genau diesem Lied zu tun.
Zum ersten möchte ich nur den Fakt aus einer schottischen Zeitung nennen. Der Spieler des genialen und berühmten Altsaxophonsolos bekam dafür einen Scheck über 27 GBP, der zu allem Überfluß auch noch platzte.
Zum zweiten erinnere ich mich immer, wenn ich „Baker Street“ höre an einen schönen Abend so in den frühen 1990er Jahren oder gar noch zu finstersten DDR-Zeiten. Mein Vater hatte, wie immer, Dienst im Krankenhaus und meine Mutter und ich hockten in der Küche und einer der neuen Privatsender oder eben der Konsumfunk stellte in einem Telefonspiel u. a. diesen Titel zur Abstimmung. Nunja, offensichtlich hatte der Sender damals noch nicht allzu viele Hörer oder es mangelte noch an Telefonanschlüssen oder Anrufwilligen, jedenfalls lieferten sich Gerry Rafferty und „Without You“ (das Original von Nelson von 1990, nicht die unerträgliche Coverjaulversion der Carey von 1994, die es damals ja noch gar nicht gab) ein spannendes Kopf-an-Kopfrennen.
Nelson führte irgendwie mit 11:7 und einen Anruf von uns später stand es dann tatsächlich 11:8. Nun war der Kampfgeist geweckt und abwechselnd riefen wir, albernd kichernd, mit diversen verstellten Stimmen wieder und wieder beim Sender an und manipulierten so die „Baker Street“ auf 14 Stimmen und… dann wurde er auch in voller Länge und Schönheit gespielt und von uns begeistert laut mitgehört.
Schöne Erinnerungen an ein schönes Lied, Gerry Rafferty – Ruhe in Frieden, Deine Lieder haben Dich nicht nur bekannt, sondern auch unsterblich gemacht.
… im SpOn
Bobby Farrell wurde lächerlich gemacht
Äh, ich habe als Kind und Jugendlicher Boney M im Musikladen und bei Ilja Richter im Fernsehen auftreten sehen und… Er hat sich dort immer zum Kasper und immer lächerlich gemacht, aber eben auch unvergeßlich und unverwechselbar.
Und wir fanden das lustig, witzig, peinlich, gut, exotisch, enervierend, eklig, lächerlich, spaßig, kurz: unterhaltsam, also wo ist das Problem?
Das diesjährige Weihnachtsessen fand in Bad Kreuznach auf der Kauzenburg im Rittersaal statt. Ca. 100 Gäste hatten drei Stunden Spaß bei auf alt getrimmter Musik mit unanständigen Texten, aßen mit Holzlöffel und Jagdmesser wohlschmeckendes Essen, tranken gar seltsam Getränke mit dem Trinkspruch „All voll!“
Die Veranstalter nutzten das Ambiente des Rittersaales voll aus und zeigten auch passende Gaukeleien und spielten auf zeitgenössischen Instrumenten, sehr schön. Auch das Essen war sehr zu loben.
Wie wurden wir verabschiedet?
Wem es gefiel, der empfehle uns seinen Freunden, wem nicht, seinen Feinden.


Zu meiner rechten war eine Truppe sehr lustiger Saarländerinnen.

Ausschnitt aus der Speisenfolge. Vor allem der Fisch und das Brot mundeten sehr.
Wetter und Zeit passen prima, also wurde gestern der Schwibbogen in Betrieb genommen und heute die Wohnung behutsam weihnachtlich dekoriert. Und das Weihnachtszeug kaufte ich erst gestern bzw. vorgestern.
Und nun gibt es auch wieder passende Musik von J. S. Bach, den Caldarelli-Geschwistern, nicht George Michael und selbstverständlich auch Mr. Hankey’s Christmas Classics
Wie, ihr kennt die Caldarelli-Geschwister nicht?
Zur Abschreckung lese man vorher die Titelliste ihrer Weihnachts-CD:
– Winterobnd in Arzgebirg
– Derham in Stuebel
– Wenn’s in Winter schneie tut
– Schneeschuhfahrermarsch
– Kinner, guckt naus
– Schihasel-Marsch
– Bleibn mer noch a wen do
– Unser Erzgebirg is schie
– Advent in mem Stuebel
– Freit eich, ihr Leit
– Weihnachten is, stille Nacht
– O selige Weihnachtszeit
– Heilig-Obnd-Lied
– ’s is Weihnachtszeit
– Wiegenlied zur Weihnacht
Seid also froh oder seid mutig und klickt hier für eine Hörprobe. Und Hand auf’s Herz, wer hat tapfer das ganze Lied durchgehalten? Ich harre der Kommentare. Und hat jemand vielleicht gesteigertes Interesse an der ganzen CD? *d&r*

Hier der Beweis, es ist Weihnachtswetter.


