Sep. 082010
 

… die ich gut finde? Und auch verständlich. Sportwetten und Glücksspiele unterliegen nicht mehr dem staatlichen Monopol, da zuviel Werbung dafür betrieben werde. Das zuviel dafür geworden wird, ist unstrittig, denn selbst ich als Fernsehverweigerer fühlte mich von der massiven Bewerbung in Rundfunk, Presse und auf Medienwänden überreizt. Da half auch die nervige Alibizeile mit: „Gewinnchancen 1: 110.000.000, Glücksspiel kann süchtig machen“ nicht.
Eigentlich eine ganz einfache und runde Entscheidung. Und nun soll sich der Gerichtshof mal die GEZ anschauen.

 Posted by at 9:38 a.m.
Aug. 062010
 

Der SpOn-Artikel bringt mich ja gleich in Zorn.
Nur weil ein paar superreiche Amis freiwillig und von sich aus gigantische Summen spenden, entblöden sich rote und grüne Politiker der zweiten und dritten Reihe und fordern deutsche Superreiche auf, doch nun auch einmal die Hälfte ihres Vermögens abzugeben.
Klar, den Amis alles nachäffen ist prinzipiell immer das einfachste, doch die Umkehr der Freiwilligkeit ist sehr dreist. Und wieso eigentlich nur Superreiche. Auch „einfache“ Reiche können dem Staat die Hälfte ihres Vermögens abgeben, ich wurde als Untergrenze das Salär des ganz roten Herrn Ernst ansetzen.

 Posted by at 6:43 a.m.
Juli 252010
 

Wer bei diesem Dreiklang ans Verbindungsstudententum oder Parteilosungen denkt, der ist auf dem Holzweg.
Briefkopf
Wahrscheinlich haben sich die Beamten oder eine Werbeagentur (auszuschließen ist sowas heutzutage auch nicht) „gedacht“, daß auch im drögen Amt ein schmissiger Wahlspruch wie „Ehre, Freiheit Vaterland“, „Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit“ oder ähnlich gut ankommt.
Doch wie soll ich das verstehen?`Habe ich die Freiheit, Steuern zu zahlen? Strebt die EU einen einheitlichen Steuersatz an? Und wozu der Hinweis auf die Demokratie?
Ich finde das alles höchst befremdlich.

 Posted by at 8:59 p.m.
Juli 182010
 

… an dieser Stelle einmal eine Tabelle, die ich basierend auf Wikipedia-Daten erstellte:
Liste
Was lernen wir daraus?
1. Die CDU kann momentan noch weniger als die Sozis, was zugegebenermaßen recht schwer ist.
2. Rücktritte sind in Mode und werden nicht bestraft, eher belohnt.
3. Es regiert derzeit die zweite und oftmals dritte Garnitur.
4. Der Parteienstaat hat sich aber so etwas von gründlich überlebt.
5. Wir haben zu viele Bundesländer.
Volk, erkenne und handle!

 Posted by at 9:49 p.m.
Juni 162010
 

… 8 Jahren bemerken Politik und Presse, daß die soziale Schere auseinanderklafft, daß Reiche reicher und Arme ärmer werden und daß der Mittelstand erodiert. Fehlt bloß noch, daß man auch noch feststellt, daß unsere Jugend in Sachen Ausbildung auf der Verliererstraße ist.
Möglich gemacht hat diese ganze unschöne Entwicklung vor allem der Kollege Computer. Waren doch um die Jahrtausendwende Rechner billig und schön genug, um auch auf jedem Schreibtisch einen Platz zu finden. Und Microsoft hatte mit Windows XP endlich absturzarm gemacht und so kakelig bunt und verspielt gestaltet, daß sich auch Horden von Halbgebildeten an die Maschinen wagten. Und da auch das Excel endlich nicht mehr nur nützlich war, sondern auch viele neue Spielereien hatte, die es nun mutig der Maus zu erkunden galt, setzte sich nach und nach eine Truppe von jungen Dynamischen durch, die alles, aber auch ALLES, was sie irgendwie in Daten verwandeln konnten, mit den im eben abgeschlossenen BWL-Studium erworbenen Wissen analysierten. So kam es, daß Bereiche, die bis dahin von der Allgegenwart von Zahlenkolonnen verschont waren, auch noch kaputtanalysiert worden.
Kein Tag, an dem nicht eine Umfrage für teures (Steuer-)geld Offensichtlichkeiten feststellt, kein Krankenhaus mehr ohne straffes Management. Da werden Windeln gewogen, um zu ermitteln, wie lange ein Patient darin ausharren kann, um seltener wechseln zu müssen, da werden Krankenschwestern mit der Stoppuhr verfolgt, um die durchschnittliche Dauer des Bettwäschewechsels festzustellen und zu normieren. 1,7 Minuten Zeit hat eine Schwester am Tag für einen Patienten, las ich mal irgendwo. Noch ein Beispiel: Gebühren für Totgeburten, bis 500 Gramm nur 250 EUR, alles, was schwerer ist, leider 375 EUR.
Waschmaschine kaputt, Telefon gestört? Wir berechnen Ihnen 32,84 EUR die angefangene Viertelstunde plus MWSt + Anfahrt. Hier, Ihre Kontoumsätze: Sie hatten 11 Buchungen zu 0,25 EUR und führten an Ihrem PC über Ihren Internetanschluß 8 Überweisungen aus (0,10 EUR pro Überweisung). Dazu erheben wir noch eine Kontoführungspauschale zu …
Pizza Tonno mit Liefergebühr und Extra für Entfernung > 1 Kilometer, macht 17,35 EUR. Ihr neuer Computer ist fertig, 10 EUR Versandkosten + 2,50 Verpackungspauschale. Sie wollen Bahn fahren. Nehmen Sie Tarif X + Zuschlag Y + Zuschlag Z. Hier ihr neuer VW Polo, kostet nur 10.900, ach sie wollen Klimaanlage und Servolenkung und Radio? Dann nehmen Sie Ausstattungsvariante „Basic Plus“, dann kostet das Auto allerdings 18.425,32 EUR, weil Sie’s sind sagen wir 18.400 EUR zzgl. Überführung, Erstentwachsung und Ersttankbefüllung in Höhe von 4,5 Litern. Sie sind zu dicht aufgefahren. Sie hatten um 11:43:21 bei Tempo 131,4 einen Abstand von 37,4 Metern, hätten aber, inklusive Toleranz von 1 %, 59,5 Meter Abstand haben müssen; das macht 221,65 EUR.
Alles wird haarklein aufgesplittet und mit Akribie nachgewiesen, woher die Preise kommen und wieso sie so sein müssen, Kollege Computer macht’s möglich.
Dazu kommt noch, daß große Teile der Bevölkerung absolut keinen Hauch einer Ahnung mehr von Zahlen haben und darüber hinaus sehr vergeßlich sein und noch darüber hinaus ausschließlich ihrer Tageszeitung und dem Fernsehen vertrauen und keinen Preis mehr im Gefühl haben.
Uns so geht es nun seit Jahren und alles wird schleichend immer teurer. Dumm nur, daß die Löhne und Gehälter nicht mitklettern. Und dumm, daß Steuern erhöht wurden. Und noch blöder, daß durch die hoch entwickelte Industrie, alle Absatzmärkte binnen kürzester Zeit entdeckt, entwickelt, ausgebaut und gefüllt werden können. Man denke an nervige Plastiktröten oder das Gegenmittel Ohropax.
Uns so ist es kein Wunder, daß die frei verfügbaren Einkommen dahinschmolzen und nun jedwede Teuerung für große Bevölkerungsschichten Probleme bereitet.
Mir geht es da noch prima, denn ich bin alleine. Doch auch ich merke die negative Entwicklung, die derzeit von der Presse und Politik mit überraschtem Augenaufschlag festgestellt wird, schon seit Jahren.
Um mal selbst ein paar Zahlen beizusteuern. Im Jahr der Euroeinführung 2002 hatte ich ein frei verfügbares Einkommen von ca. 500 EUR. Nur 2 Jahre später war dieses auf ca. 150 EUR zusammengeschmolzen, vor allem wegen der deutlich gestiegenen Sprit- und Gastronomiepreise, die mich beide hart trafen, da ich viel unterwegs war.
Ich kompensierte die gestiegenen Lebenshaltungskosten (Strom mehr als verdoppelt, Gas, Wasser, Müll, Abwasser usw), indem ich aufhörte zu rauchen, fast vollständig auf Restaurant- und Kneipenbesuche verzichtete und umschuldete. Doch wer vorher schon sparsam lebte, der hat kein Einsparpotenzial mehr, dem geht es ans Eingemachte, da helfen auch Lohnerhöhungen von 1,2 % nicht viel.
Der Ausweg aus der derzeitigen Misere kann nur dann klappen, wenn der Mittelstand oder die Mittelschicht oder nennen wir sie die arbeitenden Bürger, wenn diese Bevölkerungsgruppe wieder mehr frei ausgebbares Geld zur Verfügung hat. Mehr als drei Viertel aller deutschen Haushalte hat weniger als 100 EUR im Monat an verfügbaren Einkommen übrig, das war eine Meldung von 2008, heute dürfte die Lage noch schiefer sein.
Also: Leute, die nicht arbeiten wollen, dazu nötigen, die soziale Hängematte höher hängen, Bedürftigen mehr materielle Güter geben und kein Geld. Jeder, der arbeitet, dem soll es besser gehen, als jemanden, der dies eben nicht tut. Die Lebensbedingungen müssen dergestalt ausgerichtet sein, daß man wieder mehr Geld am Monatsende in der Tasche hat. Dieses echte Geld läßt sich dann auch echt ausgeben. Diese ganze Kreditierung von überflüssigen Schnickschnack sollte verpönt sein. Ich beneide meinen Nachbarn sicher nicht wegen seines 89.000-EUR-Pseudogeländewagens, weiß ich doch, daß der fast komplett irgendeiner Bank gehört und der arme Fahrer dafür jeden Monat 400 EUR oder mehr dafür an Raten bezahlen muß oder er es gar nur geleast hat usw. usf.
Mal wieder den Boden der Tatsachen erblicken, das täte uns allen gut. Stromnetze, die desolat sind trotz horrender Strompreise, Bahnpreise vom Feinsten und desolate Züge, von denen viele entweder auf Grund der hohen Preise unausgelastet sind oder auf Grund attraktiver Strecken völlig überlastet sind. Keinerlei ganzheitliches Denken, stets nur die Exceltabelle vor Augen, wo alles so schön aussieht, daß ist der schleichende Tod unserer freiheitlichen Gesellschaft. Wir müssen dagegen aufbegehren. Aber erstmal holen wir in Südafrika den Titel!

 Posted by at 7:48 a.m.
Mai 122010
 

… beim Kaiser etwas über Qualitätsjournalismus im Spiegel Online lese, möchte ich auch meinen Senf zu einem Beitrag geben, der diese Woche dort zu finden war. Es handelt sich um einen Artikel, der die Ergebnisse einer Integrationsstudie beschreibt.
Ich zitiere einmal den dritten Absatz des Artikels in Gänze:

Die am schlechtesten integrierte Migrantengruppe seien türkische Muslime. Insbesondere bei Einstellungen zu Glauben und Religion, zur Sexualität und zum Rollenverständnis von Mann und Frau gebe es starke Unterschiede zu denen der Deutschen. „Beim Glauben liegen zwischen den Deutschen und den türkischen Muslimen Welten“, betont Dr. Holger Liljeberg, Geschäftsführer von INFO. Zwischen Religiosität und Migrationserfolg scheine somit ein Zusammenhang zu bestehen.

Wenn hier nicht statt des Doktors Captain Obvious zu Besuch war, dann weiß ich aber auch nicht.
Was kommt als nächste Studie? Ich wäre für eine Glaubwürdigkeitsstudie unter Politikern.

 Posted by at 9:01 p.m.