…zum gewonnenen Oscar für den besten fremdsprachigen Film an Herrn Florian Henckel von Donnersmarck und seine Kollegen.
Ich habe „Das Leben der Anderen“ gesehen und finde ihn eines solchen Preises würdig, ist es doch der erste und bisher einzige Film, der es ohne Spaß und moralischen Zeigefinger, ohne Klischees und Pathos schafft, sowohl den Deutschen beiderseits der Elbe als auch dem interessiertem Ausland das Wirken und die Perfidität eines Geheimdienstes in einem totalitätem Land realitätsnah aufzuzeigen.
Dennoch wage ich zu behaupten, daß es noch viele Deutsche gibt, die sich den Film nicht ansehen, damit ihre Seele nicht erneut Schaden nimmt. Denn die Realität war durchaus grausamer.
Selbst ich Gemütsmensch hatte nach Ansehen des Films schwer daran zu arbeiten.
Mein Düsseldorfer Stammhotel wird vom CVJM betrieben. Es ist bezahlbar, sauber und akkurat geführt und jedem Düsseldorfreisenden sehr zu empfehlen..
Selbstverständlich findet man im Hotelzimmer auch Reklamematerial für den CVJM. Unter anderem fand ich auch das Programm für Januar und Februar 2007. Es sei dem Leser nicht vorenthalten:

„church & pray“ und „Pimp My Life“, wenn darauf die Jugend mal nicht voll drauf abfährt.
Also ob man so die Kirchenmüdigkeit der jungen Leute wirkungsvoll bekämpfen kann, das wage ich einmal arg zu bezweifeln.
Besser funktioniert es auf jeden Fall, wenn man als Wunschfilm „The Life Of Brian“ sendet.
… auch ab und zu auf kleine Fehler im System zu stoßen.
So leistete ich mir gestern die Jubiläumsausgabe der DVD von Charlie Chaplins Werk „Der große Diktator“.
Entspannt legte ich die erste der beiden DVD ein und stellte fest, daß es sich um DVD #2 handeln mußte, denn es waren nur diverse Extras auszuwählen, nicht jedoch der Film. Der aufmerksame Leser ahnt es schon, auch die zweite DVD entpuppte sich als DVD #2 mit vielen witzigen und netten Extras.
Heute habe ich alles völlig problemlos umgetauscht und werde morgen in Ruhe den Film genießen.
…noch kommen? Richtig, Dyskalkulie! Mit komplizierten griechischen Worten oder Abkürzungen kann man viel erklären und trefflich über schlechte oder mangelhafte schulische Leistungen der Kinder referieren.
Ein kleiner Ausschnitt aus der Wikipedia gefällig?
Verhaltensauffälligkeiten können als Neurotisierungssymptome bzw. als deren Folge aufgefasst werden. Im Zusammenhang mit Lernstörungen sind insbesondere Vermeidungs- und Kompensationsstrategien zu beobachten. Strategien der Angstbewältigung und Diskrepanzvermeidung führen häufig zu weiterer sozialer Desintegration. Das Kind versucht, unangenehme – weil angstauslösende – Situationen zu meiden. Es beschäftigt sich nicht mehr mit dem Lerngegenstand Mathematik, kapselt sich von der Umwelt ab, reduziert Sozialkontakte. Immer weitere Generalisierung des Vermeidungsverhaltens kann schließlich zum völligen Rückzug führen. Das Kind versucht, sein Selbstbild, die Reaktion der Umwelt usw. dadurch zu kompensieren, dass es Anerkennung für Kaspern, Aggression usw. erhält. Die schlechte Beurteilung der Umwelt kann zu einer allgemeinen Unfähigkeit zu sachlicher Selbstkritik führen (Diskrepanzvermeidung). Teilweise versucht das Kind durch Rollenspiele, sich von sich selbst zu distanzieren.
Spätestens jetzt bin ich weichgequatscht und resigniere.
Ich will nicht in Abrede stellen, daß es diese und noch viel mehr Lernstörungen usw. gibt und das man das berücksichtigen muß. Aber langsam werden mir die Ausnahmen zu viele.
In Bälde wird es eine Entschuldigung für alles geben. Für schlechtes Rechnen, Lesen und Schreiben haben wir schon was. Wie wäre es nun mit Schlechtsein in Geschichte oder Sport?
Oder Kunst. Also ich war die totale Null im Zeichenunterricht. Ich verlange nachträglich Verlängerung der Malzeiten und Einzelbetreuung und eine Umwandlung meiner damaligen Vier in eine Drei! Denn ich konnte nicht schlecht zeichnen, ich hatte lediglich die verbreitete Dystechnichromie.
Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich die Werke Stanislaw Lems sehr schätze.
Lem machte sich vor über einem halben Jahrhundert schon in literarisch überspitzter und verfremdeter Form Gedanken über die Ethik und Moralvorstellungen einer zukünftigen Menschheit. Was dem Leser bis in den 1980er Jahre noch wie ein kafkaesker Alptraum oder überzogene Philosophiererei erschien, ist in den letzten Jahren erschreckend oft von der Realität eingeholt worden.
Damit meine ich nicht einmal die von ihm zielsicher vorhergesehene und sicherlich auch erschreckende totale Überwachung durch staatsmachtliche Gebilde, sondern eher die Veränderung der Moral bezüglich der medizinischen-biologischen Revolutionen der letzten Jahre.
War man in meiner Jugend noch moralisch verwirrt ob des Gedankens an eine Herztransplantation, so häufen sich heutzutage Meldungen aus aller Welt, die das klassische Denken ad absurdum führen und Lems Prognosen eine erschreckende Aktualität bescheinigen.
Zwei Beispiele:
Heute im SpOn gelesen: Das Sperma, welches vor Jahren einem Toten entnommen wurde, darf nun zur „Zeugung“ eines „Sohnes“ verwendet werden. Die Großeltern zahlen die Austrägerin ihres Enkels.
Dagegen verblasst die Meldung aus Australien (das war vor ein paar Jahren), in der ein Gericht einer Witwe erlaubte, sich vom (immerhin zu Lebzeiten des Mannes gespendeten Sperma) künstlich befruchten zu lassen.
Man denke nur einmal an das erbrechtliche Desaster.
Empfehlenswerte und unterhaltsame Lektüre (nicht nur) zu diesem Thema findet man auch in den beiden Büchern des Autors Gert Prokop „Wer stielt schon Unterschenkel?“ und „Der Samenbankraub“.
…verkabelt ist, kann ich endlich wieder Musik genießen. Dank leisen Rechners und einer kürzlichen Lieferung sogar in noch besserer Qualität als gewohnt. Daran mögen auch die am letzten Freitag erworbenen Kabel durchaus ihre Rolle haben. Teuer genug waren sie jedenfalls. Sagen wir es einmal so: andere kaufen für den Preis, den ich für die Kabelage legen mußte, die ganze Anlage 😐
Heute hatte eine günstig im Netz erstandene SACD von Herbert Grönemeyer ihre Premiere. Wem da nicht bei Lied 3 die Tränen fließen, der ist kein „Mensch“.
Und außerdem trudelten heute das Gesamtwerk von Paganini ein. Dabei auch sein wunderbares erstes Violinkonzert und natürlich auch seine 24 Capricci (die waren so schwierig, daß es erst 50 Jahre nach Paganinis Tod gelang, sie nachzuspielen). Diese habe ich nunmehr komplett von drei Virtuosen: James Ehnes (perfekt, steril, atemberaubend), Salvatore Accardo(souverän, verschmitzt) und Itzhak Perlman (gekonnt, zurückhaltend, dennoch mit persönlicher Note). Einige Stücke habe ich auch in Originalaufnahmen von 1929 bzw. 1931, eingespielt vom jungen Menuhin.
Interessenten können gerne bei mir probehören und die Unterschiede herausfinden.
Ein leichter Einstieg in die Materie findet der geneigte Zuschauer unter diesem Link. Eine sehr hübsche und sicher auch hochtalentierte Asiatin bemüht sich in diesem Video, den dritten Satz des ersten Violinkonzertes zu spielen. Dem Kenner des Werkes wird auffallen, daß sie an mancher Stelle die Geschwindigkeit nicht halten kann und superschwere Parts sogar diskret wegläßt.
Wenn man sich danach die Interpretationen eines Accardo, Menuhin, Perlman oder Oistrach anhört, dann merkt man man die Distanz auf höchsten Niveau.
Das erinnert mich an den Frust mit Pi.
Ich war nämlich als Schüler einmal sehr stolz darauf, die transzendente Kreiszahl fehlerfrei bis zur dreißigsten Stelle nach dem Komma auswendig zu kennen. Dann kam in den 1980er Jahren in „Wetten daß?“ ein Kind, welches die Zahl bis zur hundersten Stelle aufsagen konnte. Hut ab!
Nun hörte bzw. las ich irgendwann einmal, daß der deutsche Rekord des Pi-Nachkommastellenauswendigkennens bei 5555 Nachkommastellen ist. Er wird gehalten von einer gewissen Heike Dutch, Respekt!!
Damit ist für mich schon der Götterhorizont weit überschritten. Aber wie es immer so ist: der Japaner Akira Haraguchi kann darüber nur schlapp lachen, hält er doch den derzeitigen Weltrekord mit sage und schreibe 100.000 Nachkommastellen.
Da kommt man sich richtig klein und unwürdig vor 😐
Bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert weilt Humphrey Bogart nicht mehr unter den Lebenden. Das hat mich dann doch arg verwundert.
Jeder Mensch muß, so will es die Gesellschaft, einen Standardwitz, ein Standardlied und ein Standardgedicht beherrschen. Das ist unsofern sehr nützlich als daß man sich nie blamiert, wenn man in einer Gesellschaft danach gefragt wird.
Da ich gerade mein Standardgedicht bei Marc Weinreich in dessen Blog hämmerte, c&pe ich es gleich mal auch hier herein:
Unverhoffte Bekanntschaft (Eugen Roth)
Ein Mensch, und das geschieht nicht oft,
Bekommt Besuch ganz unverhofft,
Von einem jungen Frauenzimmer,
Das grad, aus was für Gründen immer,
Vielleicht aus ziemlich hintergründigen,
Bereit ist, diese Nacht zu sündigen.
Der Mensch müßt‘ nur die Arme breiten,
Schon würde sie in diese gleiten,
Jedoch der Mensch den Mut verliert,
Denn leider ist er unrasiert.
Ein Mann mit schlechtgeschabten Kinn,
Verfehlt der Stunde Glücksgewinn.
Und wird er schließlich doch noch zärtlich,
Wird er’s zu spät und auch zu bärtlich.
Infolge schwacher Reizentfaltung,
Gewinnt die Dame wieder Haltung,
Und läßt den Menschen, rauh von Stoppeln,
Vergeblich seine Müh‘ verdoppeln.
Des Menschen Kinn ist seitdem glatt,
Doch findet kein Besuch mehr statt.
Meinen Standardwitz gibt es später einmal.
Und nun sind die verehrten Blogleser gefordert.
Wie ist denn euer Standardgedicht, das ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit parat habt?
…, meine, ja wie nennt man das heutzutage? Eine College-Mappe? Sowas eben:

Diese Mappe bekam ich 1982 geschenkt. Sie begleitete mich durchs Abitur, durch die Ausbildung, durch Studien und durch das Existenzgründerseminar. Auch leistete sie mir bis heute treue Dienste an der FH Mainz. Doch vorhin begann sich, ihr pappiges Innenleben in Wohlgefallen aufzulösen. Bei dieser Gelegenheit erspähte ich das Preisschild in ihrem Inneren:

Wenn man bedenkt, daß dafür der durchschnittliche DDRler anderthalb Tage seines Durchschnittslohnes auf den Tisch legen mußte. Dafür war sie aber sogar mit einem abschließbaren Fach ausgestattet! Gut, dieses Schloß kann keiner gebogenen Büroklammer länger als 5 Sekunden widerstehen, aber immerhin…
Wie dem auch sei, nun ist also nach nur einem Vierteljahrhundert die Suche nach einem Ersatz angesagt. Doch wo kauft man so etwas? Oder hinter welchen Suchbegriffen verbirgt es sich in der eBucht?
Schwierige Fragen. In der Mappe befandt sich übrigens noch ein weiterer Gegenstand aus grauer DDR-Vorzeit. Es handelt sich hierbei um einen wissenschaftlichen Taschenrechner aus DDR-Produktion, den ich 1987 für stolze 730 (!) DDR-Mark erstand. Er leistet bis heute treue und nützliche Dienste, bspw. hat er mir erst vorhin in der VWL-Klausur geholfen.


Wie bereits letztes Jahr gab es auch dieses Jahr im selben Restaurant ein feierliches Weihnachtsessen. Diesmal gab es:
– Aperitif: flaschengegorener Prosecco
– warmes, selbstgebackenes Brot mit wohlschmeckender Kräuterbutter
– Aufmerksamkeit des Hauses: ein Spanferkelröllchen mit Balsamico-Linsen
– Kartoffelcroissants mit Garnele
– Lachstatar mit Kaviar
– Tagliatelle mit gebackenem Käsering
– Steinbuttfilet auf Kartoffelmousse mit Lauchspitzen und nochirgendwas (Spitze!)
– mit mousse au chocolate gefüllter Baumkuchen und Vanilleeis
– (viel zu wenig) geniale Leckerlis und Kaffee/Cappuccino/Espresso usw.
Dazu wurde einem ständig Mineralwasser und Hauswein kredenzt. Sehr feine Küche. Ein Glück, daß ich nicht zahlen muß, schmeckte fast alles sündhaft gut und wirkte sehr hochwertig. Ich gehe auf Einladung gerne wieder dahin.