Jan. 052008
 

Gestern erwarb ich spontan eine (eher teurige) Doppel-DVD, die die Aufzeichnung des 10-jährigen Bühnenjubiläum des niederländischen Plattenauflegers Armin van Buuren aus dem Jahre 2006 (und einiges mehr) enthält.
Zu meiner großen Freude und sicher der eher zurückhaltenden Begeisterung meiner Nachbarn ist die Scheibe ein echter Gewinnkauf.
Bild und Ton sind genial und die Scheibe schafft es auch im kleinen heimischen Wohnzimmer, etwas moderne Monsterdiskothekenatmosphäre zu transportieren. Ich erwischte mich jedenfalls mehrfach beim spontanen Mittanzen und Mitklatschen.
Ein großes Lob an die Kameras, denn sie zeigen neben dem Saal fast ausschließlich hübsche Mädels von der vorteilhaften Seite.
Nach einem harmlosen Auftakt mit Eller van Buuren an der Gitarre steigt peu à peu die Stimmung.
Als Armin endlich den Vorhang fallen läßt ist die Stimmung auf 100%. Spätestens hier frage ich mich, wozu man Designerdrogen braucht, denn ab hier kommt jeder normale Mensch schon voll auf seine Kosten. Ein monströser Saal mit mehr als überlautem, aber sehr wohlklingendem UTZ-UTZ und vollgestopft mit schönen und abertausenden knapp gekleideten jungen Menschen, die zu einer qualitativ hochwertigen Lichtshow abzappeln. Und das Level wird nicht nur gehalten, es wird Stück für Stück verbessert.
Als Sängerin Justine Suissa live den Hit „burning with desire“ vorträgt, kocht der Saal. Genial. Schöne Scheibe. Superkauf. Und ich habe noch nicht einmal die Hälfte gesehen. Auf der Liste warten noch andere Höhepunkte wie bspw. die Technikversion von Barbers „Adagio for Strings“.
Armin van Buuren ist für mich DER Vertreter des globalen Dorfes. Nett fand ich den Blick hinter das Mischpult. Dutzende Platten- und CD-Abspieler, ein Notebook der Fa. Apple und zig andere Geräte werden von Armin souverän bedient. Lustig fand ich den Blick auf die mehr als 1.000 weißen CDs, aus denen sich von Buuren bediente.
Sein richtungweisendes „A State Of Trance“ (einfach einmal in www.shoutcast.com in die Suchzeile eintippen) mit mittlerweile mehr als 400 Sendungen kann seit Jahren kostenfrei in der ganzen Welt per Internet mitgehört werden.
Auf seinen Monster Events sind stets junge Fans aus allen Regionen des Erde vertreten und er tritt auch überall in der Welt auf.
Auch kann ich in der Blogosphäre mitlesen, daß (deutsche) Freunde und Bekannte von mir im letzten Jahr Armin van Buuren live sahen. Allerdings sahen sie ihn in New York, in Shanghai, Dortmund oder irgendwo in Großbritannien. Daran erkennt man den Wandel der Welt. Wie befremdlich muß für diese Gemeinschaft ein religiöser oder ethnischer Konflikt anmuten?
BTW ist das der erste Blogeintrag, bei dem ich alle Kategorien angekreuzt habe.
Wie auch immer. Nochmals einen herzlichen Dank an mich, daß ich die Scheibe kaufte, an Armin van Buuren für seine Botschaft und seine Musik und an meine Nachbarn für ihr Verständnis, daß es etwas lauter wurde. Denn diese Art von Musik kann man nur sehr laut hören.

 Posted by at 5:52 p.m.
Nov. 282007
 

…die Marketing-Fuzzis der Bundespost, ich meine lat. die Marktexperten der Telekom AG, genauer T-Home.
Seit ein paar Tagen werden massiv Neukunden geworben. Dazu verspricht man einmalig 20 EUR und bietet das DSL/Telefonieren zum Festpreis (sogenannte Flatrate) statt für 49,99 EUR/Monat und für nur 39,99 EUR/Monat an.
Aber selbstverständlich nur Personen, die von der Konkurrenz zur Telekom wechseln oder für Neukunden.
Der Bestandskunde darf explizit nicht an den neuen Tarifen teilhaben, wie ich heute morgen im Gespräch mit einem netten Mitarbeiter der Bestell-Heißlinie erfuhr.
Also wird ein Abtrünniger, der Mitte des Jahres zu Arcor, 1 und 1 oder sonstwem wechselte und nun reumütig wieder zurückkehrt, besser gestellt, als der treue Kunde, der seit Jahren brav seine Rechnungen bezahlt. Und ein Neukunde spart auch mal eben 10 (bzw. 5) EUR/Monat gegenüber dem Bestandskunden für den Bezug exakt der selben Leistung.
Da die Telekom schätzungsweise in zweistelliger Millionenhöhe Bestandskunden hat, ist es IMHO sehr unklug, diese alle wegen ein paar zehntausend flatterhaften Neukunden zu vergrätzen.
Vielleicht hat man ja zuviele Kunden und will diese jetzt zu Kabel Deutschland jagen, die ähnliche, wenn nicht bessere Leistungen mittlerweile für nochmal 10 EUR weniger anbieten.
Ich staune jedenfalls über soviel taktisches Ungeschick. Der nette Mann am Servicetelefon bestätigte auf mein Nachhaken hin übrigens, das er beinahe ausschließlich mit wütenden und frustrierten Bestandkunden zu tun habe.

 Posted by at 4:27 p.m.
Nov. 222007
 

Wenn 2 depperte Typen aus Köln im Internet ankündigen, in ihrer Schule mit Armbrust und Farbkleckspistole ein Massaker zu inszenieren, dann spricht man wenig später gehobener von

Viktimisierungsrate durch Cyberbullying

So tat es laut heise jedenfalls Prof. Thomas Bliesener von der Universität Kiel.
Damit haben wir doch einen Top-Favoriten für Euphemismus, Neusprech und Unwort des Jahres in einem. Glückwunsch!

 Posted by at 10:27 a.m.
Nov. 192007
 

Normalerweise amüsiere ich mich ja, wenn Leute, wie bspw. krustyDC, der mit seinem Vixtarechner nicht auf Google und das StudiVZ zugreifen kann, seltsame EDV-Probleme haben (und verdiene einen nicht unerheblichen Teil meines Geldes damit, ihn wieder gangbar zu machen).
Aber gestern Abend erwischte es mich eiskalt. Auf einmal tauchte wie von Geisterhand das Fenster auf.
Meldung
Und das Schlimme war, daß diese doofe Meldung alle naselang wiederkam. Ganz alleine. Oder öfter, wenn ich die Tastatur bewegte. Besonders Taskwechsel mochte das doofe Fenster. Jedesmal, wenn ich Alt-TAB drückte, kam diese Drecksfenster, das fragte, ob ich den Rechner runterfahren will.
Was war das denn auf einmal? Viren? Bundestrojaner? Freimaurer? Bundestr…, ach das hatten wir ja schon.
Ich startete die Maschine neu. Kein Erfolg sichtbar. Aber, wenn ich auf die Benutzung der Tastatur verzichtete, hielt das System kurze Zeit durch, dann schwächelte es wieder. Nun kann man ohne Tastatur eher schlecht arbeiten. Und jeder Taskwechsel, eine Operation, die ich sehr häufig vornehme, brachte dieses &%/$%-Fenster zum Vorschein.
Was konnte nur passiert sein? Was war das? Kurze Recherchen im Usenet und bei Suchmaschinen brachten nur hervor, daß dieses seltsame Rechnerverhalten offensichtlich keiner außer mir je gehabt hatte. Gedanken von zeitraubender Neuinstallation trübten das klare Denken.
Doch dann kam ich auf die Lösung. Ich hatte nämlich sehr wohl etwas an meiner Rechnerkonfiguration geändert und auch etwas bemerkt.
Geändert hatte ich krimineller Bösewicht nämlich den Bildschirmschoner! Normalerweise habe ich keinen Bildschirmschoner. Aber nach 20 Minuten schaltet DPMS oder AMP oder sowas den Bildschirm aus.
Nur, aus irgendeinem Grund funktionierte das seit einer Woche nicht mehr. Den reparierenden Neustart wollte ich nicht machen. Also schaltete ich, wenn ich länger abwesend war, den Monitor physikalisch aus. Nun hatte ich die tolle Idee, als ich einen Film schaute und mich das Bild des Monitors störte, einfach den Bildschirmschoner nach 1 Minute das Bild auf schwarz schalten zu lassen. Und, jetzt im Nachhinein weiß ich es wieder ganz sicher, irgendwann meldete sich auch der Windowssystemklang, der verkündete, daß ein neues Gerät entdeckt wurde. Ich wunderte mich nämlich kurz, was er denn da entdeckt hätte.
Nachdem ich nochmals in die Energieeinstellungen des Systems schaute, stellte ich fest, daß das Energieschema auf völlig irrwitzigen Werten stand. So sollte der Rechner nach 1 Minute Nichtbenutzung sich in den Energiesparmodus schalten usw usf., also als Schema war „maximum energy savings“ ausgewählt. Aufatmend stellte ich normale Werte ein. Das Ergebnis war erst frustrierend, denn kurze Zeit später erschien dieses blöde Fenster schon wieder.
Gerade wollte ich verzweifeln, da ertönte wieder ein Windowssystemereignissound „USB-Gerät abmelden“. Seitdem habe ich Ruhe. Also wird durch das Verstellen des Energieschemas irgendein (kaputter) Systemdienst zur Geräteüberwachung ins System eingebunden worden sein, der diese schwachsinnigen Aktionen auslöste. Nach dem Zurückstellen auf normale Werte dauert es halt eine Weile, bis so ein Dienst wieder entladen ist.
Tiefer nachforschen werde ich nicht, aber diese Erklärung ist einigermaßen schlüssig.
Fraglich ist nur, wieso ich das Energieschema verstellte (sicher irgendeine abenteuerliche Tastenkombination).
Jedenfalls ist ein System eindeutig überzüchtet, bei dem ein sehr erfahrener Anwender (als den ich mich mal einfach sehe), sehr lange nach einer Lösung für ein Problem suchen muß, welches er nicht wissentlich herbeiführte.

 Posted by at 9:03 p.m.
Nov. 092007
 

…zum Teufel. Passend zum 9. November, u. a. auch der Tag, an dem die verruchte Mauer fiel, stimmten namentlich 366 Bundestagsabgeordnete für eine vorbeugende Bespitzelung aller Bundesbürger. Sch* aufs Grundgesetz.
Interessant in der namentlichen Abstimmung:
Die mir persönlich bekannte Bundestagsabgeordnete meines Kreises hat für dieses unnötige, orwellsche Gesetz mit nicht absehbaren persönlichen Konsequenzen und übrigens auch irrsinnig hohen Kosten gestimmt. Wolfgang Thierse hat auch dafür gestimmt. Thierse! Der müßte es doch nun wirklich besser wissen.
Peter Gauweiler aber spielte den Rufer in der Wüste und stimmte dagegen, Respekt!
Respekt auch für die offenen Worte, die Guido Westerwelle heute morgen im SpOn-Interview fand:

Ich finde die Romantisierung der DDR von einigen Intellektuellen zum Kotzen. Die DDR stand nicht für Gerechtigkeit, sondern für Mord an der Mauer, Unterdrückung, eine wirtschaftliche und ökologische Katastrophe. Der Sozialismus wird seit knapp hundert Jahren auf der Welt probiert – und immer wurde zuerst die Wirtschaft verstaatlicht, dann das Denken, dann landeten die Andersdenkenden im Gefängnis. Demokratischer Sozialismus ist Unfug. Es gibt Demokratie oder Sozialismus, beides zusammen kann es nicht geben. Sozialismus ist eine totalitäre Idee.

Das sind Worte, die ich unterschreiben kann. Auch sehr interessant ist die Abstimmung der SpOn-Leser zum Thema Vorratsdatenspeicherung.
Abstimmung
Irgendwie passen da Wählerwille und Politikerentscheid nicht ganz zusammen. Nunja, wie geht es nun weiter ab 01. Januar des neuen Jahres? Solange man Onion-Router noch nicht auf dieselbe Liste wie Atombomben und Giftgas gesetzt hat, werde ich noch über TOR ins Netz gehen. Im Übrigen ist es für mich so schwer ja nicht, mit der Dauerbespitzelung und Überwachung umzugehen, das kenne ich noch zur Genüge von früher.

 Posted by at 7:10 p.m.
Nov. 062007
 

Nach einem kurzen Test, der nach nur 2430 Tagen sein jähes Ende fand, kaufte ich letzte Woche die Software für 13,44 EUR.
mIRC
Blöderweise bouncte meine PayPal-Adresse, da Frodolf, der sie jahrelang hostete, sie offensichtlich gelöscht hatte, aber eine Mehl an den Autor klärte das Ganze schnell auf.

 Posted by at 8:10 p.m.
Nov. 042007
 

Den „Rekord“ für den langsamsten Marathonlauf aller Zeiten wird bis heute gehalten durch Shisō Kanaguri.
Er brauchte nämlich 54 Jahre, 8 Monate, 6 Tage, 3 Stunden, 32 Minuten und 20 Sekunden dafür. Die ganze Geschichte findet man in der Wikipedia.

 Posted by at 10:03 p.m.