Jul 052017
 

Sehr geehrter Herr Möglich,

vielen Dank für Ihre ausführliche Mail und die intensive Beschäftigung mit
unserem – ja eigentlich Ihrem – SWR1-Programm.
Einige Ihrer Beobachtungen sind sicherlich richtig, einige subjektiv und
andere, ja, was soll ich sagen, ja entwicklungsbedingt anders.
Da Sie sich so viel Mühe gegeben haben, möchte ich nicht einfach eine
Standard-Mail schreiben, sondern Ihnen gerne ein paar Antworten anbieten.
Ich mag Ihnen aber nicht garantieren, dass Sie damit zufrieden sind. Es ist
möglicherweise nur eine vorsichtige Erklärung aus unserer Macher-Sicht.

Aber am liebsten möchte ich mit dem letzten Punkt beginnen, um Sie ein
wenig positiv zu stimmen:

Wenn jetzt noch am Morgen ein Moderatoren-Team anfängt, dünne Witzchen
zu reißen, dann wird es schwer, eine Abgrenzung zum Formatradio zu
erkennen.

Das kann ich definitiv ausschließen. Wir wollen Sie auch gut gelaunt,
fröhlich und nicht miesepetrig in den Tag begleiten. Unser SWR1-Programm
soll aber erwachsen klingen. Modern, ja, aber vor allen Dingen erwachsen.
Deshalb werden wir keine „Morning-Crew“ haben, die Ihnen aus dem Witzebuch
vorliest. Fest versprochen.

1. Die Häufung der Jingles zur Sender-Bindung. Mehrfach die Stunde wird
nun rausposaunt, welchen Sender man gerade hört. Nun: ich weiß es, denn
ich habe ihn ja aktiv eingeschaltet. Ab und zu kann man sich ja wichtig
tun, doch die Häufungen nerven mittlerweile arg.

Das stimmt. Wir versuchen natürlich immer wieder neue Hörer zu uns zu
locken, die ähnlich wie Sie, durch die Programme zappen auf der Suche nach
guter Musik bei uns hängen bleiben. Und an dieser Stelle helfen wir den
Hörerinnen und Hörern sich zu erinnern, welches Programm sie jetzt hören.
Sie stört das – ich kann das verstehen – uns hilft es gerade bei den vielen
Hits der unterschiedlichen Jahrzehnte ein fließendes Musikprogramm zu
gestalten. Gerade wenn ein 60er Titel auf einen 80er Hit trifft können wir
mit diesen Jingles gut am Klangbild arbeiten. Und natürlich lieben wir auch
die Modernität, die das aussendet. Das lässt uns immer jung bleiben:-)

2. Die mehrere Minuten lange Penetranz der immer gleichen (und
grauseligen) Werbungen zu bester Sendezeit. Gut, Sie brauchen das Geld
und ich kann solange umschalten (was ich derzeit auch mache), aber es
nervt Tag für Tag mehr.

Da haben wir leider keinen Einfluss darauf. Das ist genau wie Sie es
schreiben. Nur noch so viel: ohne die Werbegelder müsste der
Rundfunkbeitrag erhöht werden.

3. Das erkennbare Anbiedern an Hörer außerhalb des eigenen Dunstkreises
durch Abspielen von kurzlebigen Chart-Titeln, die besser in DASDING oder
im 3. Programm aufgehoben wären (Ed Sheeran als Beispiel soll genügen).
Bisher konnte man eigentlich allen SWR1-Titeln problemlos zuhören,
mittlerweile sehe ich mich öfter genötigt, irgendwelche grottigen Lieder
stummzuschalten. Das kenne ich bisher nur von den SWR1-Hitparaden, bei
denen ich die, ansonsten SWR1-untypischen, Helene-Fischer-Titel
pausierte oder eben von anderen ersten Programmen, wenn die sich in die
Schlagerwelt verirren.

Wir machen das nicht, um uns anzubiedern. So ein Radioprogramm ist immer
ein geschmacklicher Kompromiss. Da passiert auch mal musikalisch etwas, was
nicht zu 100% (zu Ihnen) passt. Der eine aktuelle Titel gibt uns die
notwendige Frische, dass wir auch mal unseren Hörern präsentieren können,
was unter Umständen mal ein größter Hit aller Zeiten werden wird.
Musikalisch und vom Klangbild her passen sie aber sehr gut zu uns. Sie sind
nur für einige Ohren noch unbekannt. Aber für ein abwechslungsreicheres
(Musik-)Programm und für den oben angesprochenen Jungbrunnen sind sie
unerlässlich.

4. Das gehäufte Ansagen von Musiktiteln der nächsten halben Stunde und
mittlerweile sogar das Anspielen dieser Titel. Auch diese Unart kann man
jugendlich-hippen Sendern überlassen.

Ja, da haben sie recht. Das soll Lust machen. Das gelingt mal mehr und mal
weniger gut. Hängt aber auch von den Musiktiteln ab – auch ob man sie mag
oder nicht. Und noch wichtiger: dass sie nicht zu lange angespielt werden,
sonst hat man das Gefühl, da kommt der Titel ja schon wieder. Am richtigen
„Timing“ arbeiten wir.

5. Die „lustigen“ Kinder. Ok, hier schieße ich über mein Ziel hinaus,
Geschmäcker sind verschieden. Zum Schluß aber der wichtigste Punkt und
der eigentliche Grund meines Schreibens.

Das haben Sie wieder recht. Die Fangemeinde des „kleinen
Erziehungsratgebers“ ist riesig und er wird sehr gerne gehört. Da gilt das,
was Sie selbst sagen: Geschmäcker sind verschieden. Das ist bei so
humorvollen Beiträgen häufig. Und gerade für unsere Hörerinnen und Hörer
ist es sehr schwer mal einen Schmunzler zu finden, der a.) nicht so
läppisch, seicht oder total überzogen ist. Deshalb sind wir damit sehr
zufrieden.

6. ABC-Quiz um 13:10 Uhr?!? Wer hört denn um diese Zeit zu und wer hat
dann Zeit, mitzumachen? Also ich sicher nicht. Ein kleiner Höhepunkt
meines Arbeitstages und gelegentliches Gesprächsthema mit Kollegen und
Familie war das morgendliche Quiz, das mir nun jäh weggenommen wurde.
Und was ist der Ersatz? Nichts! Ich bin vergrätzt. Kann man nicht
wenigstens die Wiederholung vom Vortag senden?

Über 10 Jahre ist der ABC-Champion Ihnen jetzt an dieser Stelle treu und
ich kann mitfühlen, wie sehr man sich an so ein tolles Mitrate-Element
gewöhnt: uns geht es an dieser Stelle übrigens genau gleich. Auch wir haben
mitgeraten und mit unseren Hörerinnen und Hörern mitgefiebert. Auf der
anderen Seite haben wir seit 10 Jahren um dieselbe Zeit immer dasselbe
gemacht. Wir wissen natürlich, dass es eine starke Marke für SWR1 geworden
ist, wollten jetzt aber auch anderen Menschen die Gelegenheit geben, dieses
wunderbare Wissensquiz zu erleben. Und die Rückmeldungen die wir bekommen
sagen auch, dass man am Nachmittag – im Büro und Zuhause, wenn die Hektik
des Morgens weg ist, eher mal die Chance hat, selbst mitzumachen oder
mitzuraten. Das wollen wir jetzt ausprobieren und noch mehr Menschen die
Gelegenheit geben mitzuspielen.

Wir selbst sind auch neugierig, ob wir den ABC-Champion damit in eine
ausgeruhtere Erlebniswelt transponieren können und noch mehr Menschen mit
unserem Wissensquiz bekannt machen können.
Eine Idee könnte sein, den ABC-Champion im Internet zusätzlich anzubieten.
Aber ein Quiz, das nicht live ist, ist wie die Zeitung von gestern oder das
Confed-Cup-Finale in der Mediathek. Könnte langweilig sein – nehme ich aber
mal als Anregung mit. Wir denken jetzt darüber nach, doch wieder einen
Zeitpunkt festzulegen, weil wir so wieder eine Verabredung mit Ihnen und
anderen Hörerinnen und Hörerinnen schaffen können.

Lieber Herr Möglich, haben Sie noch einmal vielen Dank für Ihre Mail, die
uns (und mir speziell) eine Anregung und ein Hinweis ist, über das Programm
und die konkreten Punkte nachzudenken. Manchmal unterscheidet sich die
Macher-Sicht von der Hörer-Sicht. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass
wir immer eine (ich finde gute) Erklärung zu jeder Frage haben. Dennoch
hoffe ich, dass Sie ein paar Punkte nachvollziehen können und uns – bei
allem Frust – gewogen bleiben. Und bitte schauen Se doch Anfang Oktober bei
der SWR1-Hitparade in Mainz im Gläsernen Studio vorbei. Da können Sie die
Moderatorinnen und Moderatoren und viele Macher kennenlernen und mit uns
persönlich ins Gespräch kommen.

Nochmals Danke für Ihre Mühe.

Mit freundlichem Gruß
Roland Welling

SWR1 Rheinland-Pfalz
Abteilungsleiter SWR1 Magazine und Musik
Stv. Programmchef SWR1 Rheinland-Pfalz

SWR
Südwestrundfunk
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

roland.welling@SWR.de

SWR1.de

Eins gehört gehört. SWR1.

 Posted by at 7:01 am
Jul 042017
 

Liebes SWR1-Team,

im Jahre 1999 zog ich nach Rheinland-Pfalz. Über die Jahre entwickelte ich mich nach und nach zum Stammhörer von SWR1. Mittlerweile sind mir die Stimmen und Namen vertraut, ich habe schon manche E-Mail ins Studio geschickt, diverse Veranstaltungen besucht, einige Musikwünsche erfüllt bekommen, selbst mein Name wurde schon von Prof. Udolph analysiert.
Die seriöse Art der Moderation, die im Gegensatz zu vergleichbaren Sendern angenehme Musikauswahl, überhaupt die Gesamtwirkung hinterließen bisher einen sehr guten Eindruck bei mir.
In letzter Zeit häufen sich jedoch Entwicklungen in Ihrem Haus, die mich in Summe verzweifeln lassen. Hier eine Aufzählung meiner Beobachtungen:
1. Die Häufung der Jingles zur Sender-Bindung. Mehrfach die Stunde wird nun rausposaunt, welchen Sender man gerade hört. Nun: ich weiß es, denn ich habe ihn ja aktiv eingeschaltet. Ab und zu kann man sich ja wichtig tun, doch die Häufungen nerven mittlerweile arg.
2. Die mehrere Minuten lange Penetranz der immer gleichen (und grauseligen) Werbungen zu bester Sendezeit. Gut, Sie brauchen das Geld und ich kann solange umschalten (was ich derzeit auch mache), aber es nervt Tag für Tag mehr.
3. Das erkennbare Anbiedern an Hörer außerhalb des eigenen Dunstkreises durch Abspielen von kurzlebigen Chart-Titeln, die besser in DASDING oder im 3. Programm aufgehoben wären (Ed Sheeran als Beispiel soll genügen). Bisher konnte man eigentlich allen SWR1-Titeln problemlos zuhören, mittlerweile sehe ich mich öfter genötigt, irgendwelche grottigen Lieder stummzuschalten. Das kenne ich bisher nur von den SWR1-Hitparaden, bei denen ich die, ansonsten SWR1-untypischen, Helene-Fischer-Titel pausierte oder eben von anderen ersten Programmen, wenn die sich in die Schlagerwelt verirren.
4. Das gehäufte Ansagen von Musiktiteln der nächsten halben Stunde und mittlerweile sogar das Anspielen dieser Titel. Auch diese Unart kann man jugendlich-hippen Sendern überlassen.
5. Die „lustigen“ Kinder. Ok, hier schieße ich über mein Ziel hinaus, Geschmäcker sind verschieden. Zum Schluß aber der wichtigste Punkt und der eigentliche Grund meines Schreibens.
6. ABC-Quiz um 13:10 Uhr?!? Wer hört denn um diese Zeit zu und wer hat dann Zeit, mitzumachen? Also ich sicher nicht. Ein kleiner Höhepunkt meines Arbeitstages und gelegentliches Gesprächsthema mit Kollegen und Familie war das morgendliche Quiz, das mir nun jäh weggenommen wurde. Und was ist der Ersatz? Nichts! Ich bin vergrätzt. Kann man nicht wenigstens die Wiederholung vom Vortag senden?
Wenn jetzt noch am Morgen ein Moderatoren-Team anfängt, dünne Witzchen zu reißen, dann wird es schwer, eine Abgrenzung zum Formatradio zu erkennen.
Eine Besinnung auf Ihre über Jahrzehnte bewiesenen Qualitäten, wie etwa gute Moderatoren, gute Musikauswahl, gute Sendungen (Kopfhörer!) würde dafür sorgen, daß ein Stammhörer gerne seine GEZ zahlt.
Mit freundlichen Grüßen

Joachim Möglich

 Posted by at 6:54 am
Mai 232017
 

Nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag an dieser Stelle.
Heute zum Thema Dateninterpretation:

Das Medium Business-Insider.de befaßt sich in einer Meldung vom 19.05.2017 mit dem Thema, welche Menschen Elektroautos kaufen.

In der Meldung taucht ein lustiges Säulendiagramm auf, das sogleich meine Aufmerksamkeit erweckte. Mittlerweile geschult, fühlte ich mich spontan bemüßigt, ein besseres Diagramm zu erstellen. Und ja, ich habe die Zahlendreher 2015/2016 1:1 übernommen.
Hier die Diagramme im Vergleich:

Original:
diagramm_eautos

Mein Diagramm:
eautotabelle

 Posted by at 8:21 am
Mrz 222016
 

Letzter Tag für mich, die beiden Damen bleiben noch bis Sonntag.

Am Vormittag gehen wir im Atlantik baden, dann gibt es eine Abschieds-Sangria in sengender Sonne.

14:00 Uhr fahre ich mit meinem treuen Mietwagen, der in der Woche 800 Kilometer zurücklegte (zur Erinnerung: die Insel hat 45 km Durchmesser, also haben wir in der Tat fast alle relevanten Straßen und Orte abgeklappert) zum Flughafen zurück, gebe ihn ab und dann geht es mit einer Stunde Verspätung (Militärübungen) zurück nach Frankfurt. Dort ist natürlich kein direkter Anschluß mehr nach Olm, so daß ich mich entschließe, mit dem Taxi heimzufahren. 84 EUR sind dafür definiert viel zu happig, aber ich hatte nach der stundenlangen Warterei auch keine Lust mehr, mühsam bis Mainz zu fahren, um dann von dort doch wieder ein Taxi zu nehmen.

Abgesehen davon war der Urlaub ja sehr bezahlbar, denn die Verwandtschaft zeigte sich generös und meine Fahrdienste und der Mietwagen und das Spritgeld wurden mir komplett ersetzt.

Fazit: Bin schön braun und erholt. Jederzeit wieder! Alles hat mir sehr gut gefallen, Leute, Essen, Straßen, Wetter, Wasser, …. Ich fahre gerne noch einmal hin, dann aber länger. Und nicht nur für Autotouren, denn Jetski, Katamaran, Taucherausrüstung usw. wollen auch erprobt werden.

gcp

 Posted by at 10:23 pm
Mrz 222016
 

Der letzte „richtige“ Urlaubstag ist angebrochen, denn morgen geht es schon wieder zurück.
Heute geht es erneut mit dem Auto in die Berge. Unser Weg führt via Mogan zur höchstgelegenen Stadt des Landes Artenara. Dort wollen wir Höhlen besichtigen und nett zu Mittag essen.

Die Reise beginnt verheißungsvoll. Bis Puerto de Mogan kennen wir die Strecke ja schon. Dann säumen Palmen und später Kakteen den Weg. Es folgen Plantagen und die Landschaft erinnert immer mehr an eine Karl-May-Filmkulisse. Natürlich ist herrlichstes Wetter, so kann es ruhig bleiben.

Bleibt es aber nicht, denn in Artenara sind ganze 6 Grad über Null und wir stehen mitten in Wolken uns sehen nur wenig. Naja, ein bißchen können wir schon erkennen und der Kaffee, den wir vor Ort trinken ist der beste, den wir bisher bekamen.

Schnell versuchen wir, aus der Wolke zu entkommen. In Santa Lucia haben wir es geschafft, die Sonne scheint, das Thermometer zeigt 24 Grad und wir haben eine atemberaubende Aussicht auf ein Palmental, daß wir in der nächstbesten Gastwirtschaft einkehren und dort ein überzeugend gutes Essen erhalten.

Wir wollen gar nicht wieder losfahren, wenden uns dann aber doch gen Osten, bis wir wieder auf der Autobahn sind, die mich nun mittlerweile zum vierten Mal zum Apartment bringt.

Am Abend gehen wir zum Abschied wieder zur Gaststätte mit dem Livemusiker. Alle erkennen uns wieder und wir sitzen bei schöner Musik und lauschen dem Meer und der Musik.

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Jetzt haben wir die ganze Insel erkundet.

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Einer der zahlreichen Luftfilter, äh Friedensfahrer, also Radfahrer, die die Abgase der Autos mit ihren Lungen säubern und stets nur auf den Asphalt starren und denen die herrliche Landschaft gänzlich entgeht.

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Hier kommt der Nachschub fürs Mittagessen her.

 Posted by at 10:07 pm
Mrz 222016
 

Autofahren – Landschaft sehen – essen, schon wieder? Wird das nicht langweilig? Nein! Heute soll einer der schönsten Tage werden.

Zuerst schauen wir uns die berühmte Südküste von Maspalomas mit dem Leuchtturm und dem wunderschönen Strand an. Zur Erholung gibt es im Pub ein Guinness. Dann wandern wir an der Promenade entlang und „schauen Menschen“.

Zurück am Auto beschließe ich, einer Route vom Reiseführer zu folgen und wir fahren wieder Richtung Puerto Rico wie am Vortag. Doch diesmal nehmen wir die normale Straße, die sich abenteuerlich an die Hänge anschmiegt.

Dann biegen wir auf die GC505 ab und fahren bis an deren bitteres Ende, d.h. wir müssen umkehren. Kurz vorher haben wir aber Rast bei Casa Fernando gemacht und dort Kleinigkeiten (Potaje = Eintopf) gegessen und natürlich Sangria getrunken.

Dann endlich lernten wir einmal die urtümlichen Straßen kennen, die sich ohne Sicherung und ohne Markierung in sehr kreativer Weise durch die schroffe Landschaft schlängelten. Glücklicherweise war wenig Gegenverkehr, denn Ausweichen war meist nicht möglich.

Die Damen waren leicht verängstigt, weil links oder rechts Abgründe gähnten, doch ich jubelte und steuerte das brave, kleine Auto sicher zur nächsten „richtigen“ Straße.

Eine tolle Strecke, die fahre ich gerne noch einmal!

Dann durchkreuzten wir die Landesmitte, das Wetter wurde immer schlechter und schließlich hatten wir 9 Grad und fuhren durch Wolken. Schnell ging es wieder ab ins Tal und schon hatten wir wieder unsere gewohnten 22 Grad und die Sonne schien.

Jetzt folgte ein spannender Reiseteil, doch nicht die Landschaft faszinierte (die war grau und grau), sondern die Restkilometeranzeige wurde von drei Augenpaaren immer gespannter angeschaut.

Ich wollte beim Losfahren in Maspalomas noch Volltanken, doch war auf der Route nur eine Tankstelle und die war auf der falschen Straßenseite und ich hatte keine taugende Chance, die Seite zu wechseln. Zu diesem Zeitpunkt zeigte der Bordcomputer noch 180 Kilometer Reserve, was bei einer Insel mit einem Radius von 23 Kilometern durchaus üppig erscheint. Abgesehen davon wollte ich aber an der nächsten Tankstelle Sprit fassen. Dummerweise kam auf der gesamten Strecke keine einzige Tankstelle. Egal, ich hatte ja genug Sprit, oder?

Als der Tageskilometerzähler bei 80 Kilometern Rest auf — umsprang, beruhigte mich daß nicht, denn wir fuhren bei miesem Wetter ständig steil bergauf. Die Benzinnadel sank gnadenlos der Null entgegen.

Ich gab im Navi die Frage nach der nächsten Tankstelle ein. 46 Kilometer war die Antwort. Und dabei waren wir nur 5 Kilometer von der Regionalhauptstadt entfernt, aber dort gibt es nunmal keinerlei Tankstelle. Na gut, wir fuhren noch nicht lange mit ungewisser Reichweite und eigentlich ging es ab jetzt ja nur noch bergab. Und im Zweifel könnte man ja das Pendant des ADAC…, doch spannenderweise hatte keiner der drei Insassen ein Telefon dabei.

Hmm, ich plante schon einen Halt in einer Notbucht, das Winken, bis mich einer zur Küste mitnimmt und eine Taxifahrt mit Kanister zurück.

Andererseits waren es nur noch 27 Kilometer, aber die Tanknadel schon unter 0 und irgendwie mußten wir STÄNDIG irgendwelche blöden Hügel erklimmen, obwohl es doch eigentlich nur abwärts gehen sollte. Und dann war da noch der lahme Bus vor einem…

Stotterte beim letzten Hügel nicht schon der Motor oder war das nur Einbildung?

Also die Situation ist klar beschrieben. Am meisten ärgerte mich der eigene Dilettantismus und die gedachte, berechtigte Häme der Mitmenschen. Auf so einer pipseligen Insel ohne Sprit liegenbleiben, Ha-Ha!

Die Erlösung kam überraschend, denn im nächsten Ort war auf einmal ein Schild Tankstelle (noch nie habe ich mich so über ein Tankstellenschild gefreut) und … tatsächlich war dort eine Tankstelle. Freilich hatte ich diese Tankstelle schon bei vorigen Ausflügen bemerkt, aber in der Hektik nicht mehr daran gedacht. Die Tankstelle war klein, schäbig, überteuert, aber in so einem Fall war das egal, der Sprit ist da unten sowieso deutlich günstiger als hierzulande und in so einer Situation spielt so etwas keine Rolle.

42,6 Liter wurden getankt, 43 Liter faßt der Tank, also wären wir auch noch bequem zur nächsten Tanke *hust*

Nach diesem „Abenteuer“ stieg die Stimmung ungemein und die letzten Kilometer war allerbeste Stimmung.

Abends ging es an den Pool und dann gingen wir in unmittelbarer Nähe fein essen. Lamm gab es für mich und das Lamm war viel und mundete extrem gut.

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Hier kann man ganz gut unsere Abenteuerstrecke erkennen.

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Eine gute Speisekarte und alles bezahlbar.

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Gewaltige Felsen und einsame Bäume wie im Indianerfilm.

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Und 20 Minuten vorher noch Dünen am Meer.

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Gebirge von unten.

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Gebirge von oben.

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Rast an der Paßstraße.

 Posted by at 7:21 pm
Mrz 222016
 

Heute ist Sonntag. Das BBQ vom Vortag ist gut verdaut, was machen wir heute?

Wir fahren nach Puerto Rico! Also nicht den Freistaat in der Karibik, sondern den reichen Hafen, der wenige Kilometer östlich von Maspalomas liegt. Dank der EU-finanzierten neuen Autobahn sind wir in wenigen Minuten vor Ort. Tunnel-Brücke-Tunnel-Tunnel, das ist ja wie in der Schweiz. Die Landschaft besteht aus ödem, kahlem Fels und deprimiert. Doch das Meer und die tolle Fernsicht entschädigen die Tristesse.

In Puerto Rico finden wir einen tollen Parkplatz direkt am Hafen und setzen gleich mit der Fähre nach Puerto de Mogan über. Das Meer ist blau, die Sonne wärmt – das Leben ist gut.

In Puerto de Mogan waren meine Reisebegleiterinnen bereits gewesen und zeigen mir dieses und jenes Sehenswerte. Wir erkunden die pittoresken Gäßchen, bleiben am Hafen bei einem Kaffee (die Damen) bzw. Sangria (ich) hängen. Dann gehen wir zum nahen Strand, bewundern den regen Badebetrieb und essen eine Kleinigkeit (Fischsuppe bzw. Knoblauchbrot) zu Mittag in einem Restaurant, dessen Besitzer sich als Bodenheimer (12 Kilometer weg von mir) entpuppt. Dann folgen Bummeln, Schauen, Einkaufen, Eis (Damen) bzw. Eiskaffee (ich) genießen und am Spätnachmittag wieder mit der Fähre zurückfahren.

Weil wir dann schon im Auto sitzen, wird die Abendessenfrage geschickt dadurch gelöst, daß wir direkt an der Freßmeile parken. Ich habe noch nicht das Sonnenbrille im Auto deponiert, da hat uns schon ein Kellner „eingefangen“ und wir bekommen einen tollen Sitzplatz zum feinen Abendbrot (Schwertfisch) bei guter und geeigneter Gitarrenlivemusik.

So findet ein weiterer schöner Urlaubstag sein würdiges Ende.

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Bausünden

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Heisenberg war auch da.

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Strandleben.

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Sangria

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Puerto de Mogan von seiner schönsten Seite.

 Posted by at 4:50 pm
Mrz 152016
 

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Mittlerweile ist es Samstag. Für heute sind wir zu einem Grillfest bei Einheimischen eingeladen. Gegen 11:00 Uhr werden wir abgeholt und fahren als erstes in eine Hotelanlage in den Bergen, um dort, bei Kaiserwetter einen Kaffee zu genießen.

Die nächste Station ist ein Ausflugslokal, an dem sich ein kleiner Markt etabliert hat. Dort erstehe ich landestypische Sachen wie Marzipan, Mojo und einen sauleckeren Karamellikör.

Dann fahren wir hinter Santa Lucia zu einem riesigen Grillplatz, wo wir bis zurm Einsetzen der Dunkelheit bleiben.

José Alberto grillte für seine Frau und Tochter und uns Kalmar, Schwein, Rind und Huhn, dazu gab es landestypische Saucen, Salate und selbstgezogene Tomaten. Der gestern gekaufte Wein und diverse kühlschrankkalte Biere ergänzten sehr sinnvoll das Essen.

Zurück geht es über eine wunderschöne Pßstraße, die uns an die Ostküstenautobahn führt, über die wir rasch nach Hause gelangen.

Es war ein wunderschöner Tag.

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EIn Palmenmeer auf der sonst eher trockenen Insel.

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Aussicht bis zum Sandstrand von Maspalomas.

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Vorbereitungen…

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Ulrike, José, Marina, meine Tante und meine Mutter beim BBQ auf einem supertollen Grillplatz.

 Posted by at 9:17 pm
Mrz 152016
 

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Blick vom Hotelbalkon zum Meer. Dort verbrachten wir heute den Großteil des Tages.

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Die berühmten Dünen von Maspalomas. Wenn man da ein Stück reingeht, kann man wirklich einen Hauch Wüste spüren.

Hier saßen wir recht lange und ließen es uns gut gehen. Ich war natürlich auch im Atlantik baden. Hach, bei solchen tollen Wellen, würde ich am liebsten immer im Wasser bleiben.

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Übers Wetter konnten wir nicht klagen. Es gab Mittagessen und kühles Bier an der Strandpromenade, dann wurden mir – endlich – die Haare per Messerschnitt passend gemacht und ich kaufte auch noch eine kurze karierte Hose und ein weißes T-Shirt, um mich den Touris vollends anzupassen.

Dann ging es zum Hotel zurück.

Ich kaufte für den nächsten Tag zwei Flaschen Wein. Dank der üblichen Siesta war der Ortskern wie ausgestorben.

Am Abend gab es dann an der Strandpromenade feines Essen, in diesem Fall Kaninchen.

 Posted by at 8:24 pm