Mai 152008
 

auf See – Dienstag, 25.06.2006
Nach der obligatorischen Seerettungsübung kann unser Urlaub endlich beginnen. Noch ist das Schiff uns unvertraut und es gibt kleinere Orientierungsprobleme. Doch im Gegensatz zur alten Albatros, die der reinste Fuchsbau war, ist die Arielle sehr übersichtlich strukturiert.
Im untersten Deck sind Mannschaften und Passagiere und die Arztpraxis untergebracht, in Ebene 2 wird ein- und ausgeschifft. Dort residieren wie die meisten Passagiere auch wir in einer heimeligen und ruhigen Kabine (A85 und A87), in der man schlafen kann wie in Abrahams Schoß.
Ein Deck höher, auf Ebene 3 sind neben einigen Kabinen die Rezeption, der Fotoladen, der Friseur und die Einkaufsstraße. Im nächsthöheren Deck, der Ebene 4 gibt es die Lounges, Spielzimmer und das Bistro und den Pub und das große Restaurant. In der fünften Ebene schließlich kann man auf das Promenadendeck hinaustreten, welches einmal rund um das Schiff führt. Am Heck befinden sich Sportgeräte. Ebenfalls auf der Ebene ist eine Tanzbar. Noch ein Deck höher, auf Ebene 6, sind schließlich die Saunen, der Swimmingpool, die Poolbar und das Außenbuffett mit Pizzeria. Deck 5 und 7 bilden drei Sonnendecks, von denen das vordere Deck mit einer beängstigenden Anzahl technischer Geräte wie Radar usw. gespickt ist. Man hat Smalltalk mit einigen Passagieren, unter denen sich auffallend viele Großeltern mit Enkelkindern und Schweizer befinden. Die Krönung des Tages ist einer der schönsten Sonnenuntergänge aller Zeiten. Selbst die zahlreichen Kinder an Board, die mittlerweile fast alle dem bordeigenen Dingi-Club beitraten, sind begeistert.
Sonnendeck
Der Pool auf dem Sonnendeck.
Überhaupt ist es wohltuend, daß an dieser Kreuzfahrt nicht nur Menschen jenseits der 80 teilnehmen. Selbst ich als einer aus dem Mittelbau genoß den Kinderlärm eher als daß ich ihn verflucht hätte. Die Uhr wird auf Greenwich Meantime umgestellt (von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurück) und der erste echte Seetag neigt sich dem Ende zu.
Weil sonst für diesen Tag nichts Spannendes zu berichten ist, gibt es an dieser Stelle noch die gesamte Route auf einen Blick und das Motto der Reise:
Feurige Momente und eiskalte Abenteuer am Ende der Welt
Reiseroute
Aufs Bild klicken für die große Karte.

 Posted by at 8:08 p.m.
Mai 142008
 

Montag, 24.07.06 Abreise II
Wiederum um 3:45 Uhr sollte uns besagter Fahrdienst aus Leipzig zum Bus schaffen, welcher 4:45 Uhr starten sollte. Wiederum standen wir, wie es sich für anständige Deutsche gehört, um 3:40 Uhr neben unseren Siebensachen auf der Straße. Und wieder fuhr ein weißer Mercedes an uns vorbei, dessen einsamer Fahrer nun nicht nur sehr irritiert ausschaute, sondern sich eines Déjà-Vu sicher war.
Und wiederum rief ich um 3:55 Uhr, diesmal deutlich erboster, den Fahrdienst an, wo denn das überfällige Fahrzeug bleibe? Dieses sei rechtzeitig gestartet und müsse jeden Moment da sein, versicherte mir der Fahrdienstleiter und erbot sich, den Fahrer zu fragen und uns dann zurückzurufen. Als weitere 10 Minuten später weder der Fahrer eingetroffen noch das Telefon geklingelt hatten, rief ich erneut an, um flatternden Herzens zu vernehmen, daß der Fahrer die Straße nicht fände! Dabei hatten wir die Straße gut beschrieben. Abgesehen davon ist es eine Hauptstraße auf dem Weg nach Leipzig, an der man gar nicht vorbeifahren kann. Und auch 2006 waren Navigationssysteme schon so bezahlbar, daß sich bspw. ein Transportunternehmen, dessen Hauptzweck das Abholen diverser Menschen von vielen unterschiedlichen Orten ist, sich vielleicht ja hätte so ein Gerät…, aber ich schweife ab. Jedenfalls reagierte der Fahrdienstleiter auf meine Aufregung mit Schnippigkeit. Auf seine doofe Bemerkung „Dann ruf ich eben meinen Fahrer zurück und Sie stornieren die Fahrt!“ legte ich einfach auf. Dann dachte ich kurz nach und rief erneut an, da ich befürchtete, der Depp könnte tatsächlich den Fahrer zurückpfeifen. Wer weiß, was noch passiert wäre, wenn nicht wenig später endlich der VW-Bus mit einem leicht verwirrten Fahrer eingetroffen wäre. Wir warfen hurtig das Gepäck ein und rasten 4:05 Uhr, 20 Minuten zu spät, gen Leipziger Hauptbahnhof-Ostseite, der ja immerhin noch gute 50 Kilometer entfernt war. Unterwegs mußte der Busfahrer gebeten, auf uns zu warten. Lange mußte er das glücklicherweise nicht, 3:52 Uhr, also nur 7 Minuten zu spät, konnte der Reisebus Richtung Travemünde starten. Na, das ging ja gut los, alle Passagiere beäugten mich mit solchen Blicken, die ich einem Säumigen entgegengeschickt hätte. Die Fahrer Ronny und Reiner begrüßten uns und teilten uns die Route mit. In Halle/Saale, Dessau (eine schrecklich heruntergekommene Stadt ohne Herz,wie ich entsetzt konstatierte), Berlin-Busbahnhof und BAB-Rasthof Linumer Heide sammelten wir weitere Reisende ein. Um 13:30 Uhr erreichten wir den Ostpreußenkai in Travemünde, in dem in voller Pracht unser Kreuzfahrtschiff, die Arielle lag. Die Einschiffung ging schnell und problemlos vonstatten und wir hatten bis zum Ablegen noch genügend Zeit, um dem bunten Treiben im heißen (29 Grad direkt an der Küste) Travemünde zuzuschauen.
erster Blick auf das Schiff
Unser erster Blick auf das riesige Schiff durch die Alleebäume.
Schiff am Kai
Die Arielle am Ostpreußenkai, im Hintergrund der Segler Passat am Priwall.
Schiff
Meine Mutter vor dem Bug der Arielle.
Unsere siebenminütige Verspätung wurde nicht etwa in Dessau getoppt, wo ein Ehepaar fast eine halbe Stunde zu spät war, sondern von einem Reisebus, der erst 40 Minuten nach dem offiziellen Ablegetermin eintrudelte. (Wie ich später erfuhr, kam der Bus aus Münster/Westf. und fuhr dort 10:00 Uhr ab. Er stand sage und schreibe 4 Stunden in einem Megastau bei Osnabrück) So legte die MS Arielle erst eine Stunde später (genauer gesagt einen Tag und eine Stunde später), also um 17:00 Uhr unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und der zahlreichen Urlauber zu den Klängen von Vangelis „Conquest Of Paradise“ ab, offensichtlich ein Hit bei den Kreuzfahrtschiffen, trotz der eher blutrünstigen Bilder, die im Film zu sehen sind. Beeindruckend ertönte mehrfach das Signalhorn, welches der Größe unseres Schiffes durchaus angemessen ist. Nun sah ich erstmalig aus Kreuzfahrtschiffperspektive auf die Sandwelt, auf den Priwall und auf die dahinterliegende Lübecker Bucht. Zu DDR-Zeiten konnte man vom Ostseebad Boltenhagen aus die dicken Kreuzfahrschiffe in Travemünde ablegen sehen und alle Augen schauten ihnen wehmuts- und sehnsuchtsvoll hinterher mit der traurigen Gewißheit, so etwas nie erleben zu können. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf und ich freute mich ehrlichen Herzens, Bundesbürger zu sein und nährte nochmals intensiv meine Abscheu gegen linke Spinner, die dem SED-Regime nachtrauern.
großer Segler
Großes Segelschiff bei der Einfahrt in die Trave.
Abschied von Travemünde
Die Arielle nimmt Abschied von Travemünde.
das Schiff in der Travemündung
Mitten auf der Trave.
Yachten am Priwall
Viele Yachten am Priwall.
Segler Passat
Die Passat – großer Segler am Priwall.
der Priwall und die Sandwelt
Der Priwall mit der Sandwelt, dahinter Blick Richtung Mecklenburg.
Bald lag Travemünde hinter uns und mit einem herrlichen Sonnenuntergang lassen wir den Tag ausklingen. Wir erkunden das Schiff und unsere Kabinen und erwarten unseren ersten Seetag. Entflohen aus der Gluthitze Deutschlands, genießen wir einen herrlichen Untergang der Sonne in Schleswig. In der Lounge werden uns die Künstler vorgestellt, die, wie meistens, uns nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Mit einem gemütlichen Bier an der Poolbar und nettem Gespräch klingt der Tag angenehm aus.
Sonnenuntergang in Schleswig

 Posted by at 6:18 p.m.
Mai 132008
 

Spät kommt er, aber er kommt!
Auf vielfaches Meckern und mehrfache Nachfrage hin, komme ich nicht umhin, nun endlich einmal von meinem letzten Urlaub zu berichten. Der fand Juli/August 2006 statt und führte mich per Schiff in den hohen Norden.
Also fangen wir an:
Sonntag, 23.03.06 Abreise I
3:45 Uhr sollte uns ein Fahrdienst aus Leipzig zum Bus schaffen, der 4:45 Uhr in Leipzig gen Travemünde starten sollte. Wie es sich für anständige Deutsche gehört, standen wir 3:40 Uhr neben unseren Siebensachen (Mutter 2 Koffer und Kosmetikköfferchen, ich zwei Koffer und eine Schuh- und eine Techniktasche) auf der Straße. 3:44 Uhr passierte uns ein einsamer Fahrer in einem weißen Mercedes, der uns leicht irritiert anschaute.
Um 3:55 Uhr rief ich leicht erbost den Fahrdienst an, wo denn das überfällige Fahrzeug bleibe? Der Schichtleiter teilte mir lakonisch mit, daß auf seinem Tisch ein Zettel liege und diesem Zettel nach die Fahrt storniert sei, da das Schiff mit einem Motorschaden in Stockholm liege. Ferner würde die Reise sich dadurch um exakt einen Tag verschieben!?!
Mutter und ich schauten uns verdutzt an, ich schleppte die Koffer wieder in die Wohnung und wir gingen ins Bett. Der Tag nach dem Aufwachen war voll für die Miezekatze. Alle Lebensmittel waren aufgebraucht, alle wichtigen Klamotten im Koffer, alle Vorbereitungen ja schon längst getroffen. Das Gemeinste war aber, daß wir noch 24 Stunden länger in dieser unsäglichen Hitze aushalten mußten. In der, eigentlich sonst eher wohltemperierten, Wohnung herrschten 28 Grad, von den irrsinnigen Außentemperaturen rede ich erst gar nicht.
Naja, Essen gab es an der Tanke und ansonsten schlichen wir in der Wohnung umher und schlugen die Zeit tod. Mal sehen, was nun der Montag bringen würde…
Abreise I

 Posted by at 9:06 p.m.
Mai 122008
 

Es wäre ja ein Frevel gewesen, das herrliche Wetter nicht ausgiebig zu nutzen.
Also wanderte ich heute einige Stunden am und um und auf dem Donnersberg. Jedesmal, wenn mich der Heuschnupfen einholte, fuhr ich ein Stückchen weiter (Pollenfilter im Auto) und ließ mich per Zufall treiben.
Zuerst war ich in Kirchheimbolanden, wo ich lange an der imposanten und gut erhaltenen Stadtmauer spazierte. Anschließend besuchte ich die „Spitze“ des Donnersberges, floh dort aber vor allzuvielen Ausflüglern. Am schönsten war die nächste Station, die Wanderung durch Falkenstein. Dort gab es nicht nur Mittag, sondern auch die schönsten Blicke in alle Richtungen. Die üppig blühende Natur tat ein Übriges. Wenige Kilometer lud ein Wanderwer ein, ihn zu verfolgen, was ich auch eine halbe Stunde bis zu einem Aussichtspunkt tat. Vorbei an fettgrünen Wiesen, auf denen zufriedene Kühe grasten (dem dort gelegenen Biobauernhof mit eigener Schlachtung glaube ich sogar unbesehen das Bio) ging es auf Nebenstraßen durch viele kleine Orte, die alle auf -weiler endeten. Noch ein letzter Spaziergang durch Alsenz, einem mir bis dato völlig unbekannten Ort und ich fuhr durchs Nahetal bis Wöllstein, wo ich wieder Richtung Heimat abbog.
Einzig störend waren die Rennradler, die, das Gesicht stoisch auf den Asphalt gerichtet und konsequent Radwege ignorierend, Fußgängern, Auto- und Motorradfahrern ihre aufgerichteten Hintern präsentierten.
Leider habe ich viel zu wenig fotografiert. Abgesehen davon kann man die mir heute präsentierte Frühjahrspracht bei tollem Wetter sowieso nicht in einem schnöden Bild einfangen.
Donnersberg vom Norden
Aussicht auf den Donnersberg von Alsenz aus.
Burgruine Falkenstein
Die Burgruine in Falkenstein.
Ginster
Blühender Ginster auf Rhyolit.

 Posted by at 5:11 p.m.
Mai 102008
 

… Postkarte. Nicht zum ersten Mal bekam ich heute exotische Post.
Briefmarken
Wer aus meinem Bekanntenkreis kann schon von sich behaupten, eine Postkarte aus Armenien geschickt bekommen zu haben? Vielen Dank an Christine, die sich im Moment in dieser Gegend im Urlaub befindet.
Die Frontseite der Postkarte sei meinen Lesern nicht vorenthalten.
Sewansee
Ach der Sewansee! Dank des Schriftstellers mit dem melodischen Namen Wachtang Ananjan, dessen Bücher „Armenische Jagderzählungen“ und „An den Ufern des Sewansees“ ich als Kind und Jugendlicher ich mit Begeisterung las, habe ich eine große Sehnsucht (oder Seensucht?) nach dem Sewan entwickelt und viel über die dortige Natur und Landschaft gelernt.
Ich werde dem Reisebericht Christines aufmerksam lauschen und bei Gefallen eine Reise dahin in näheren Betracht ziehen.

 Posted by at 11:31 a.m.
Mai 092008
 

…kaufen sich Nougathobel, Trüffelschäler oder edelsteinbesetzte Halsbänder für ihre Haustiere. Aber das ist oberflächlich, das trifft nicht den Punkt. Wirklich bedeutende Männer tragen Hausschuhe aus rotem Saffianleder!
Das trifft auf Leute zu wie Phileas Fogg oder auch Charles Montgomery Burns
Jedesmal, wenn ich in einem Roman aus dem 19. Jahrhundert von einem wichtigen Earl oder Lord las, so hatte er in seinen Privaträumen Hausschuhe aus (rotem) Saffianleder an.
Logisch, daß mich dieses Thema seit meiner Kindheit immer interessierte. Bei Bekannten erspähte ich ein Nagelnecessaire (sagt das außer mir eigentlich noch jemand?) mit rotem Saffianlederbezug. Und ein Onkel besaß ein Etui, in dem er einen kostbaren Füllfederhalter aufbewahrte aus grünem Saffianleder. Wie sich das anfühlte, wie das roch. Welch heimliche Obsession!. Unbewußt sehnte ich mich immer nach Saffian, strahlt es doch Eleganz, Weltmännischkeit, Qualität, Hochwertigkeit, Geschmack und Vermögen aus.
Doch geriet dieses Thema im Laufe der Jahre völlig in Vergessenheit. Nun unternahm ja meine Mutter im März eine Kreuzfahrt, die sie unter anderem auch an die Atlantikküste Marokkos, genau gesagt nach Agadir, führte. Nun ist Agadir 250 Kilometer von Safi, der Heimat des Leders, entfernt. Aber immerhin stimmt schon mal das Land. Wer weiß, ob heutzutage dieses traditionsreiche Leder überhaupt noch in alter Güte gefertig wird. Ist aber auch egal, ich gab meiner Mutter einen sonnenklaren Auftrag, mir Saffianhausschuhe mitzubringen. Natürlich im Scherz, denn ich habe ja bereits dank Florian die tollsten Hausschuhe der Welt. Abgesehen davon dürften solche Schuhe, so es sie denn gibt, ein kleines Vermögen kosten.
Zumindest hatte ich mit diesem Scherzauftrag der lustigen Reisetruppe, die sich im Laufe der Fahrt gebildet hatte, ein kleines Thema gegeben. Jeder der es hören wollte (und sicher auch jeder, der es nicht hören wollte), war informiert, daß man beim Landgang in Agadir gefälligts nach roten Saffianlederhausschuhen Ausschau halten zu habe. Und… man fand welche!
Naja, nicht gerade Saffianleder, aber immerhin die Kriterien Hausschuhe und rot waren erfüllt. Nach dem ortsüblichen Feilschen (40-10-30-20-ok) wechselten die Schuhe den Besitzer und wurden mir vorletzte Woche feierlich dediziert. Und hier sind sie nun:
'Saffian'
Der kleine als Schlüsselanhänger dienende rote Schuh wurde als Souvenir und zusätzlicher Gag in Menorca erworben.

 Posted by at 4:38 a.m.
Mai 082008
 

…Tagen, daß sich mit der Inspektion nun die Wartungskosten am Wagen in Grenzen halten, so wurde ich heute eines Besseren belehrt. Irgendein Magnetscheibe / $BAUTEIL ist defekt. Deswegen funktioniert meine Klimaanlage nicht mehr. Damit sie wieder geht, muß ich nun 400 EUR oder so berappen. Hoffentlich geht es nicht so weiter.

 Posted by at 3:18 p.m.