…nein, ich folge natürlich neugierig wie ich bin, dem Link im SpOn-Artikel und schaue mir eine anderthalbstündige Vorlesung von Professor Randy Pausch an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh an, GoogleVideo sei Dank.
Wie vorher schon Millionen Amerikaner und Internetnutzer war auch ich sehr angetan von dieser Veranstaltung. Prof. Pausch versteht es, seine Zuhörer zu fesseln, beherrscht im Gegensatz zu vielen Professoren, die ich kenne, die modernen Medien (Ok, er ist Informatiker, er sollte das von Haus aus können) und ist aber auch rhetorisch gewandt.
Faszinierend, wie er seine tödliche Krankheit überspielt. Obwohl als gewaltiges Medienspektakel angelegt und auch als Vermächtnis für seine Kinder bewahrt die gesamte Vorlesung Sachlichkeit, Professionalität und Würde. Das verdanken wir Prof. Pausch und seinem starken Charisma. Nur gegen Ende, als er seiner Frau zum Geburtstag gratuliert spürt man, welch schwere Last er schultert. Ein Appell an die Menschlichkeit, an die Menschen und das alles ohne religiöse oder politische Intention, das bekommt der Student bzw. Zuschauer geboten.
Allen des englischen einigermaßen Mächtigen kann ich das Video nur empfehlen. Es bildet. Und es regt zum Nachdenken über Wesentliches an.
Wobei hatte ich Glück? Nun, ich wollte mir ein Buch kaufen. So weit, so gut. Das Buch hat ein Pole geschrieben. Sein Name: Henryk Sienkiewicz.
Der Nobelpreisträger dürfte der Welt vor allem durch sein Meisterwerk „Quo Vadis“ bekannt sein, welches 1951 mit Sir Peter Ustinov als Nero sehr erfolgreich verfilmt wurde.
Doch auch andere Romane wurden verfilmt. So sein Abenteuerroman „Durch Wüste und Dschungel“ bzw. „Durch Wüste und Wildnis“. Dieses Buch wurde sogar sowohl 1973 als auch 2001 verfilmt.
Die 73er Verfilmung war in meiner frühen Jugend einer meiner Lieblingsfilme. Ich sah ihn ein halbes Dutzend mal in den mittleren 1970er Jahren im Kino. Damals war ich unsterblich in die Hauptdarstellerin verliebt…
Grund genug also, sich um das Werk zu kümmern. Der Film ist nur in der polnischen Version als Kassette/DVD verfügbar. Die Polen machen blöderweise keine Untertitel auf ihr DVDs, so daß ich dann doch davon absah, mir diese DVD zu besorgen, halten sich doch meine Polnischkenntnisse eher in Grenzen.
So wollte ich mir heute wenigstens das 1912 erschienene Buch kaufen. Das gibt es Gott sei Dank in deutscher Übersetzung. Doch was mußten meine Augen erblicken, als ich in einschlägigen Geschäften nach dem Titel suchte?


…, denn ich finde es nicht.
Hintergrundgeschichte: seit ewig und drei Tagen hängen in der Wohnung meiner Eltern diverse Bilder, mit denen sich logischerweise viele Erinnerungen verbinden.
Eines davon heißt „Das deutsche Mädel“. Es zeigt in einem schlichten ovalen Rahmen ein gelocktes, hübsches Mädchen. Das Werk datiere ich mit meinen „Kenntnissen“ um die Jahrhundertwende 19/20 Jh., es könnte aber auch davor liegen.
Nun weiß ich nicht, welcher Maler dieses Bild verfaßte. Dafür kenne ich sein Pendant. Es heißt „Der deutsche Junge“, ist ebenfalls in einem ovalen Rahmen und hängt bei einer guten Freundin meiner Mutter. Und jedesmal ist die eine auf das Bild der anderen scharf.
Nun wollte ich diesen beinahe 30 Jahre alten „Twist“ beilegen, indem ich die entsprechenden Gegenstücke über das Internet finde und besorge.
Doch Pustekuchen!
Denn was findet man denn, wenn man nach deutschen Jungens und Mädels sucht? Leider ausschließlich Nachrichten von Adolf Nazi und aus der braunen Ecke. Und ich kann die Suche nicht spezifizieren, kenne ich doch, wie gesagt, nicht einmal den Namen des Malers.
Nun suchte ich schon mit dem String „das deutsche mädel“ -nazi -hitler -jahrbuch“, fand aber dennoch auf Platz 1 die NPD in Göttingen.
Auf der Rückseite des Bildes steht ein Blankoformular, bei dem man bei der Handlung Henrich in Leipzig nachbestellen kann, doch 1. muß man dort Namen des Bildes und Maler händisch eintragen und 2. dürfte Herr Henrich schon seit mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Friedhof liegen.
Also werde ich mich einmal durch einen Kunstdruckkatalog durchwühlen müssen. Oder hat jemand probatere Ratschläge.
Abgesehen von der Sucherei finde ich es sehr schlimm, daß man diese schönen Wörter nun nicht mehr nennen kann, ohne gleich Assoziationen mit dem Dritten Reich zu haben.
…ein Buch zu Ende, wenn ich es angefangen habe und tiefer in es eindrang. Doch bei Frank Schätzings Tod und Teufel war ich mitten im Buch kurz davor, es in die Tonne zu treten. Doch wieso?
Nun, der Roman spielt im mittleren 13. Jahrhundert. Da irritiert es alte Kämpen wie mich schon, „grau meliertes Haar“ und „dass“ und „Gräuel“ erblicken zu müssen, da Schätzing reformiert schreibt. Nunja, damit kann ich leben.
Aber wenn der Patrizier zum Mönch sagt: „Ja, das macht Sinn.“, dann schüttelt es mich dann doch sehr.
Nunja, wenigstens hieß die Antwort nicht „nicht wirklich.“
Ich war am Sonnabend zusammen mit Marc eine nette Weile auf dem Griesheimer Zwiebelmarkt.
Es gab unvegetarischen[1] Zwiebelkuchen (und Federweißer), Zwiebelsuppe (und Bier), Zwiebelwaffeln und ein Steak. Letzteres ohne Zwiebeln aber von Holzgrill. Sehr schmackhaft war das alles. Das Ganze wurde mit einem Bier vollendet, welches die örtliche CDU ausschenkte. Die Nachbarn der SPD waren eindeutig die unpopuläre Front, denn dort standen nur drei ältere Damen rum.
Das Ganze fand bei Kaiserwetter statt und gefiel mir ausnehmend gut.
[1] Die Dame vor mir verlangte vegetarischen Zwiebelkuchen und bekam sogar welchen. Daher verlangte ich ausdrücklich „unvegetarischen“, was mir böse Blicke der Frau und gemurmelte Kommentare wie „Gammelfleisch“ usw. einbrachte.
Welcher Schüler hat diesen Spruch nicht schon einmal seufzend ausgebracht. Ähnliches kann man sicher auch auf Deutschunterricht, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Kunst/Musik bzw. den Sportunterricht anwenden.
Was also ist zu tun, um dem armen Schüler das Abitur zu versüßen?
Klar, man erfindet ein Fach, welches man nicht hassen kann. Auf diese profane Idee muß man erst einmal kommen. Verwirklicht hat sie Fritz Schubert an einem Heidelberger Gymnasium.
Dort wird nämlich als abiturrelevantes Fach „Glück“ angeboten. Denn wer will bei Glück schon eine 5 bekommen?
Was sich wie ein Witz liest ist offensichtlich Wahrheit, wie man bspw. hier nachlesen kann.
Hat man vor einigen Jahren noch mitleidig über NRW-Schüler gelächelt, die ihr Abi in Malen und Judo gemacht hatten, so werden einem also in Zukunft junge, selbstbewußte (und glückliche?) Menschen aus einem Bundesland, welches bisher für sein taugliches Abitur bekannt war, begegnen, die stolz berichten werden, das sie ihr Abi unter anderem im Fach „Glück“ absolviert haben.
Was werden diese jungen Leute wohl für Berufe ergreifen? Lottofee? Croupier? Oder gar Börsenmakler? Ich kann mir jedenfalls jetzt schon lebhaft vorstellen, mit welcher Begeisterung sich Hochschulen und die private Wirtschaft um solche Absolventen reißen werden.
Auch in Zukunft wird die LSG – DIE CHAOTE – Klein-Winternheim e.V. sich für die Erhaltung des Brauchtums, die Kulturpflege, für die traditionelle Fastnacht und vor allem für die ausgeprägte kulturelle Kinder- und Jugendarbeit einsetzen, damit diese Vereinsgeschichte weiterhin eine „Erfolgsstory“ bleibt.
Was macht die LaienSpielGruppe, um dieses hehre Ziel zu erreichen?
Also im Moment kleben überall Plakate, auf denen steht…
Cheerleader Casting
Ich nehme ja seit Jahr und Tag an diversen Umfagen teil. Heute flatterte eine Kurzumfrage in den Rechner, deren Ergebnis ich an dieser Stelle gerne präsentieren möchte:

Ich interpretiere die Zahlen so, daß von den lesebefähigten Menschen (andere könnten ja die Umfrage schwerlich mitmachen) beinahe drei Viertel überhaupt keine Bücher mehr lesen. Liege ich mit meiner Sichtweise daneben?
Und wie sähe die Umfrage aus, wenn Frau Rowling nicht den Potter geschrieben hätte?
Fragen über Fragen.
Ich weilte das Wochenende auf einer wunderschönen Hochzeit im Vorharz. Die Trauung fand in der ältesten Kirche des Harzes statt. Schon 732 wurden dort nachweislich Gottesdienste abgehalten.
Es war eine tolle Feier, aber nichts ist zu berichten, was in ein Blog gehört.
Am Sonntag fuhr ich spontan ins nicht allzuweit entfernt liegende Nordhausen. Warum tat ich das? Nun, zum einen stammt der RoadRunnR daher. Zum anderen war ich noch nie da. Außerdem konnte ich für die Rückfahrt gleich die neue A38 nutzen.
Nun stand ich also halb 10 in Nordhausen. Als erstes nahm ich am Gottesdienst in der St. Blasii-Kirche teil. Ich latschte nämlich mitten in den Gottesdienst hinein und blieb dann brav bis zum Ende.
Dann schaute ich mir die wunderschöne Altstadt an. Auch staunte ich über die Straßenbahn. Das Nordhausen so groß ist, war mir gar nicht so bewußt.
So schön das Zentrum war, so desolat und schrecklich sah die Stadt am Rande aus. Man sah deutlich, daß Nordhausen anfangs deutlich auf der Verliererseite der Wiedervereinigung stand.
Die Rückfahrt durchs wunderschöne Nordthüringen verlief unspektakulär.
Für Interessierte habe ich ein paar Schnappschüsse von Nordhausen online gestellt. Hier ist der Link zur Galerie.
Ohne Worte
