…ist ein junger Mann, der vor einigen Jahren mit einer Idee schwanger ging. Irgend etwas intellektuelles für deutsche Medien. Im Endeffekt eine intelligente Fernsehserie im Zeichentrickformat, die ähnlich wie die frühen Simpsons, nicht nur den Konsumenten anspricht, sondern auch dem geneigten Bürger Vergnügen bereitet.
Nun, die Idee war da, doch wie setzt man als kleiner Bürger so etwas in die Tat um?
Ich bemühte mich damals (das muss so 2003/2004 gewesen sein) sogar beim nahegelegenen und allmächtigen 2DF um eine Audienz, die mir freilich versagt wurde (nach mehr als dreimonatiger Wartezeit kam ein lapidares Schreiben von irgendeinem Vorzimmerpraktikanten).
Christian kämpfte sich durch diverse Funkhäuser, doch nur der Bayerische Rundfunk äußerste gelindes Interesse. Nunja, eine Zeichentrickserie kostet sehr viel Geld und birgt viel Risiko, da ist Deutschland sicher der falsche Platz.
Doch die Ideen sprießten weiter und mittlerweile wurden über 100 Folgen entwickelt. Hut ab vor dieser umfangreichen Arbeit. Ein ganzes Universum ist mittlerweile um Alex, Rick, Mike und die zahlreichen anderen Bruchbacher entstanden.
Doch ständig nur sozusagen auf Halde produzieren ist auf Dauer auch unbefriedigend. Also wurden neue Vertriebswege gesucht und gefunden.
Ein talentierter Zeichner ward gefunden und entwarf und zeichnete für zahlreiche Chris’sche Euros die Figuren und eine komplette Comic-Erzählung.
Auch ein Produzent fand sich und nunmehr liegt das erste Heft vor. Ich habe gleich einpaar käuflich erworben und mir diese vom Verfasser sogar widmen lassen!
Wer weiß, in wenigen Jahren sind die Dinger meine Altersvorsorge.
Wer nun etwas neugierig geworden ist, der kann sich über das Projekt bei Chris selber informieren oder bei einem erfahrenen Blogger weiter zum Thema lesen.
Meine bestellten Hefte sind leider noch nicht eingetrudelt, aber dank Chris, der von Dienstag bis heute morgen bei mir weilte, habe ich bereits einige signierte Exemplare hier.
Normalerweise mag ich ja keine Comics, aber dieses hat mir ausgenommen gut gefallen. Viele stimmige und nette Referenzen, feingeistige Seitenhiebe und eine runde Geschichte bereiteten durchaus ein schönes, wenn auch kurzes Lesevergnügen.
Nun wäre es a) gut, wenn viele Leute diese Comics lesen würden und b) das ganze irgendwann kommerziell einmal so interessant wird, daß sich das 2DF endlich mal dafür interessiert.
Warum ich das überhaupt schreibe? Nun, mir gehören an dem Projekt 50,01% und … 😉
Also los, kauft ein Heft, solange noch welche da sind!!!1
Viele Grüße aus Osnabrück. Komme gerade aus Münster. Mal sehen, was heut‘ Abend geht…
Auf meiner Autofahrt durch Deutschland hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, Nachrichten zu hören. Es war Mariae Himmelfahrt und dennoch nur schlimme Nachrichten: 3 deutsche Polizisten in Afghanistan ermordet, 6 Männer in Duisburg erschossen, jeweils mehr als 500 Tote bei Erdbeben in Peru (Puh, ein Freund von mir war noch letzte Woche in der Ecke) und Selbstmordanschlägen im Irak (…).
Ich möchte ein paar Worte zu den Berichten über die Ermordeten im Pott sagen.
Die erste Meldung hörte ich morgens 05:30 Uhr.
Im Duisburger Bahnhofsviertel wurden fünf Menschen erschossen aufgefunden. Ein sechster starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Zum Tathergang können derzeit noch keine Angaben gemacht werden.
Ich dachte mir so, daß dahinter nur ein organisiertes Verbrechen stecken kann und wartete neugierig auf weiterführende Meldungen.
Nun kamen zwar nonstop auf allen möglichen Sendern, die ich extra deswegen durchschaltete mehr oder weniger ausführliche Berichte zu dem Thema, aber bis nach 11:00 Uhr war ich keinen Deut schlauer. Man erzählte exakt nichts Relevantes. Ok, eine Frau hatte die Polizei informiert, es war vor einer Gaststätte, es waren zwei Autos (Golf und Astra), eines mit Duisburger und eines mit irgendeinem anderen Kennzeichen beteiligt, aber sonst immer noch nichts.
Da man nicht mehr Namen oder Merkmale der Opfer nennt, konnte man auch nicht mutmaßen, welche ausländische Mafia da ihre Hand im Spiel hatte.
Am frühen Nachmittag dann fiel endlich das erlösende Wort „Mafia“. Vorher hatte man aber noch um den heißen Brei geredet. Dabei wäre es mittlerweile auch einem Vollidioten klar gewesen, denn die gestelzt bemühte Neutralität in den Berichten ließ gar keinen anderen Schluß zu. Oder wie anders soll man das interpretieren, wenn die italienische Polizei Hinweise gibt, wenn die Toten Angehörige zweier Familien aus einem süditalienischen Dorf waren und wenn man mutmaßte, daß das Restaurant dem organisierten Verbrechen dient?
Und auf einmal waren die Experten da, die wußten, daß dieses Lokal der schlimmsten aller Mafias gehört, eine Hochburg sei, die Familien sich seit 19xx bekriegen und und und…
Man lese nur beispielhaft diesen SpOn-Beitrag, um zu wissen, worauf ich hinauswill.
Jedesmal, wenn ich mich über das Versagen des Rechtsswtaates aufrege oder kriminelle Machenschaften von Ausländern an den Pranger stelle, werde ich mit der Faschismuskeule kleingekloppt und wird mir der nette Gemüsehändler Ali als bereichernd für mich dargestellt.
Und wenn sich mal die Spuren der organisierten Kriminalität nicht verwischen lassen und sie es in die Medien schaffen, dann wird mir immer gesagt:
Das ist halt so, das weiß man doch,
– daß man in Frankfurt problemlos am Hbf. Waffen usw. kriegt
– daß die Ndrangheta die schlimmste italienische Mafiatruppe aus dem Dorf San Luca ist und eine ihrer Hochburgen Erfurt ist
– daß die vietnamesische Zigarettenmafia die allerschlimmste ist und alle Dolmetscher verängstigt und/oder bestochen sind,
– daß die Russenmafia ab 10.000 EUR problemlos Mordaufträge durchführt,
– daß die Kosovo-Albaner die schlimmsten sind
– usw, usf.
Wie kann es sein, daß sich die Mafia binnen so weniger Jahre in der Landeshauptstadt von Thüringen ein Standbein aufbaut, es „jeder“ weiß und niemand was unternimmt?
Ich könnte schreien vor Wut. Nicht, daß ich hier den Polizeistaat haben will, aber ich will an dieser Stelle einfach nur Ehrlichkeit.
Ich will nicht wie ein Verbrecher behandelt werden, nur weil ich auf der BAB 20 km/h zu schnell fahre. Ich will Gerechtigkeit und Ehrlichkeit.
Wenn mir der Innenminister sagt, es gäbe Probleme mit organisierter Kriminalität, gegen die man machtlos ist bzw. die einen nicht interessieren, dann meinetwegen…, aber so zu tun, als gäbe es diese Probleme nicht (man schaue sich nur die mittlerweile bundesweit einheitlichen und flächendeckenden griechischen, italienischen, chinesischen Restaurants an, die offensichtlich nur der Geldwäsche dienen) und dann dem Bürger vorzuwerfen, „das sei halt so“ und „das wisse man doch“, das stinkt mir gewaltig.
Die Titanic, das dem Ossi-Eulenspiegel immer hinterherhinkende Satiremagazin, hat einen neuen Tiefpunkt markiert. Der aktuelle Titel sieht nämlich so aus:

Nicht, daß ich damit ein Problem hätte, Achim Menzel, Henry Maske(?), den mir persönlich bekannten Wolfgang „Lippi“ Lippert, das Ding von der Spastikombo Tokio Hotel und unsere Frau Dr. Kanzlerin (v. l. n. r.) nicht zu mögen, aber satirisch überspitzt den Schießbefehl an der Mauer dafür einzuspannen, das ist nicht mal unterirdisch schlecht, daß ist einfach nur Scheiße.
Dabei frustriert mich nicht einmal, daß so ein Dreck ins Sommerloch gestellt wird, um wieder einmal genug Deppen zu finden, die die Agonie der Adorno-Anbetergazette mal wieder um einen Monat zu verlängern.
Viel frustrierender ist es, daß viele Titanic-Käufer so etwas auch bewußt nett, lustig, spaßig, fetzig, kuhl genug finden, um ihr Hirn auszuschalten, und darüber so zu lachen, wie ich als Halbflügger über KZ-Witze (Hey Jude, Du bist frei! Wo ist der Ausgang? Durch den Schornstein.)
Das ist eines Satiremagazins einfach unwürdig. Das ist zu billig. Aber ich habe jetzt keinen Bock auf erhobene Zeigefinger und Moralpredigten. Ich bin nur schwer enttäuscht von der Titanic. Gute Satire sieht anders aus, bspw. so:

Samstag, 04. August
Royal Leamington Spa
Jens und ich standen bereits gegen 6:00 Uhr auf. Nach der Morgentoilette in einem Bad, welches wie das gesamte Haus schon das halbe Jahrhundert deutlich überschritten hatte, spazierten wir noch etwas durch die Wohngegend. 
Vor Florians Haus stellten wir fest, daß keine Klingel vorhanden ist. Da wir auch beide kein Mobiltelefon dabei hatten, mußten wir unverrichteter Dinge wieder abziehen. Naja, das Wetter war angenehm und so wandelte wir durch eine typische englische Siedlung.
Mir fiel ein Plakat auf, welches die drakonischen Strafen im Land untermalt. Daß man fürs Falschparken eine wheel clamp verpaßt bekommt, die man nur gegen eine Gebühr von 320 GBP los wird, weiß der erfahrene Reisende. Doch zu Touristen sind die Bobbies meist nett, denn schließlich sollen die ja nicht verprellt werden, so zumindest meine Erfahrung von früheren Reisen.
Doch eine Strafe von 1.000 GBP für nichtentfernte Hundehaufen, das ist arg heftig. Aber es schien zu wirken. Ich sah zumindest keine einzige Tretmine. Allerdings sah ich auch wenig Hunde. Nicht, daß es keine gegeben hätte, alleine in unserer Pension liefen mindesten vier davon rum. Zwei große schmale und zwei kleine dicke, von denen einer nur drei Beine hatte.

Um 9:00 Uhr gab es ein genehmes Frühstück im weinbelaubten Wintergarten, der Aussicht auf ein sehr gepflegtes und schönes Grundstück gewährte.
Gegen 10:00 Uhr wurden diverse Umzugsaktionen nötig, denn Jensens und mein Zimmer waren andersweitig vermietet.
Also zog Jens (er mußte am Ort bleiben, weil seine Fahrbesetzung auch dort kampierte) in Sebastians Zimmer und bezog Markus‘ Quartier. Markus und ich wanderten ins drei Kilometer entfernte „Best Western“ aus. Langsam beherrschte ich den Stadtverkehr. Aber das die Autos in den Nebenstraßen fast ausschließlich seitenverkehrt parkten, das irritierte gewaltig, sahen die Straßen doch beim Einbiegen vertraut kontinental aus.
Noch vor 11:00 Uhr waren alle neun Personen in den zwei Autos und wir fuhren los in die zweitgrößte Stadt Englands, ins 20 Meilen entfernte Birmingham.
Birmingham
Das die Stadt riesig ist merkten wir daran, daß wir eine halbe Stunde lang durch immergleich aussehenden Vorortsiedlungen fuhren. Teilweise hatte man den Eindruck, daß außen eine Endlosleindwand abgespult wurde, die immergleichen Einfahrten, Schornsteine und Gärten bargen hohe Verwechslungsgefahr. Aber das Navigationssystem zählte brav den Countdown und tatsächlich standen wir kurz nach Mittag mitten im Zentrum Birminghams, am futuristischen Selfridge-Gebäude.

Dort spalteten wir uns in Grüppchen auf, denn die einen wollten einkaufen, die anderen essen. Jens und ich schauten uns das Treiben auf dem Wochenmarkt an (so viele Völker und so viele exotische Waren sah ich noch nie auf einem Haufen) und besuchten das Innere einer Kirche. Eindrucksvoll, wie die anglikanische Kirche das Innere des Gotteshauses so gestaltete, daß es nahezu anheimelnd wirkte und nicht so protzig und erdrückend, wie man es gewohnt ist.
Im Kaufhaus sah ich „Lebensmittel“, die das eben auf dem Markt gesehene noch locker in den Schatten stellten. Skorpione im Lutscher, Krokodilfleisch, getrocknete Maden und ähnliches ließen den Appetit verfliegen. Wir hatten noch etwas Zeit und umrundeten den Konsumtempel, sahen Gewerkschafter Werbung für Labour machen, bestaunten einen goldenen Bullen und wunderten uns über den Trubel, der mir schon beängstigend zuviel wurde.
Nachdem wir uns alle wieder am Treffpunkt eingefunden hatten, wanderten wir zum Rathaus. Unterwegs kaufte ich ein Sandwich bei der Kette mit dem originellen Namen „EAT“.
Der Rathausplatz war beeindruckend und viele Einheimische und Gäste nutzten das schöne Wetter zum Flanieren. Beinahe wäre einer von uns noch den Tücken des Linksverkehrs erlegen, denn die Schriftzüge auf der Straße look right sollte man tunlichst beachten. Ich will nicht wissen, wieviele Kontinentaltouristen jährlich von englischen Autos jäh aufgegabelt werden.

Auf dem Rückweg zu den Autos machten wir noch Station in einer wunderschönen Kathedrale. Auch hier beeindruckte mich die Familienatmosphäre im Inneren.
Zurück am Konsumtempel nutzten wir alle noch die Gelegenheit, kostbare GBP loszuwerden, indem wir uns Puzzle, DVDs, Bücher usw. kauften.
Dann gemahnte Florian an den Aufbruch, schließlich hatten wir noch einiges vor.
So ging es zurück zum Parkhaus. Dort zwängten sich die fünf bzw. vier Herren wieder in die Astras und auf ging die Fahrt, diesmal in die Geburtsstadt William Shakespeares.
Stratford upon Avon
Was Rüdesheim oder Rothenburg in Deutschland, das ist Stratford/Avon für England. Die Stadt sieht aus wie für Touristen gemacht und tatsächlich sieht man dort auch endlose Mengen davon. Und Englands größter Dichter wird auf Schritt und Tritt vermarktet, daß es schon wieder lustig ist.





Leider drängte die Zeit, so daß wir nur eine gute Stunde Zeit hatten. Wenigstens konnte ich noch eine Kugel Eis mit clotted cream genießen (1,35 GBP). Nach Stratford werde ich auf jeden Fall noch einmal fahren, es ist sehr schwiegermutterkompatibel.
Es war nun schon tea time und wir mußten leider schon aufbrechen, denn es sollte noch gegrillt werden und der Kinobesuch in Coventry stand auch noch an.
Fortsetzung folgt…
Achja, das Internet ermöglicht viele tolle Sachen.
So buchte ich im Juni via Internet sechs Flüge von und nach London und orderte einen Mietwagen. Mein Freund Jens buchte seinen Flug und den Mietwagen ebenfalls per Internet. Markus Dressler buchte seinen Flug selber.
Donnerstag, 02. August
Westfalen
Markus D. fliegt mit Lufthansa von Düsseldorf nach Birmingham und besucht dort Verwandte.
Nieder-Olm
Stephanie S. und Tim K. besuchen mich am frühen Abend. Wenig später stoßen
Sebastian S. und Marc W. dazu. Wir genießen einen fröhlichen Grillabend. Steffi und Tim verlassen uns am späten Abend. Wir drei Übrigen trinken noch ein, zwei Biere, werten den neuen und letzten Harry-Potter-Band aus … und schwups ist es halb drei in der Nacht.
Freitag, 03. August
Nieder-Olm
Ich stehe um 6:00 Uhr auf, mache mich landfein und packe den Rest zusammen. Gegen 7:00 Uhr werfe ich meine Schlafgäste aus den Betten. Dusche, einfaches Frühstück und pünktlich um 8:00 Uhr fährt das Auto ab.
Mainz
Tobias B. hat sich in Mainz mit Tim K. getroffen und wartet auf das Auto. 8:17 Uhr trifft dieses ein. Noch schnell Geld geholt und ab geht die Reise zu fünft auf den ca. 100 Kilometer entfernten Flughafen „Frankfurt“-Hahn.
Berlin
Andreas K. steigt 9:30 Uhr in Berlin-Schönefeld ins Flugzeug, um eine knappe Stunde später als Erster in London-Stansted zu landen und dort auf alle weiteren zu warten.
Hahn
Nach einer Parkplatzsuchodyssee (es ist deprimierend, über drei Großparkplätze, die jeweils 1.000 PKW fassen zu irren und keinen, einzigen freien Parklatz zu entdecken) und einer halben Odyssee über Maschendrahtzäune und wilde Hügel ist endlich das Terminal erreicht. Nach einer Viertelstunde Warten werden uns die Flugtickets ausgestellt. Einer der Mitreisenden hatte Glück, sein Reisedokument wurde argwöhnisch vom Sicherheitspersonal beäugt, aber dennoch für gut befunden. Also liebe Leser, Ausweise bitte nicht waschen oder in der Erde verbuddeln, das mögen die Sicherheitsdienste nicht.
Nun folgte der Sicherheitscheck. Da wir alle nur Handgepäck hatten, wurden bei einigen die bösen Flüssigkeiten beanstandet.
So mußte ich meinen halbleeren Rasierschaum (200 ml Verpackung)und mein fast leeres Shampoo (300 ml Verpackung) wegwerfen. Dann mußte ich die Schlange verlassen, um mir ein geeignetes Behältnis zu besorgen. Gegen 0,50 EUR bekam ich einen verschließbaren, durchsichtigen Beutel, in den ich die gefährlichen Flüssigkeiten Odol (70ml), Deo-Roller (30ml), Rasierwasser Calvin Klein (100 ml) und Parfüm Lacoste (75 ml) unterbringen mußte. So durfte ich anstandslos passieren. Der Metalldetektor schlug wie wild bei meinen Hosennieten aus, der war also ziemlich scharf eingestellt. Schädigt sowas eigentlich das Erbgut? Wenn ja, dann sollte ich besser auf Nachwuchs verzichten.
Bis zum Abflug 11:40 Uhr war noch viel Zeit, die Sebastian telespielend, Tobias lesend und die restlichen drei skatspielend verbrachten.

Stansted
11:35 GMT landet unser Flieger recht unsanft auf englischem Boden. Wir verlassen das Flugzeug und beginnen sofort eine krampfhafte Suche nach dem schon gelandeten Andreas. Mit kollektiven Andi-Andi-Rufen verwirren wir die Mitreisenden. Schließlich erwartet und Andi nach der Zollkontrolle in ganzer Person. Wir begrüßen uns freudig und liefern Tobias bei Andreas ab, denn die beiden werden in Jensens Auto mitfahren. Apropos Jens.
Chemnitz
Jens S. verläßt gegen Mittag seinen Arbeitsplatz und fährt zum Flugplatz nach Altenburg, wo 15:05 Uhr seine Maschine nach Stansted starten wird. Seine Ankunft ist auf 15:45 Uhr GMT terminiert.
Jens hat nicht so viel Glück mit dem Wetter, er gerät in ein schweres Gewitter, welches viele Passagiere nach der berühmten Tüte rufen läßt.
Stansted-Europcarstand
Ich nehme den gebuchten Wagen in Empfang. Obwohl ich einen Golf Plus Diesel geordert hatte, bekam ich nur einen Vauxhall Astra Benziner. Naja, wenigstens nagelneu war er und recht hochwertig ausgestattet. Meine mitgebrachte Musikkassette mit Liedern über England, inklusive national anthem und nicht ganz zeitgemäßer Titel konnte ich nicht verwenden, aber die identische CD spielte das Autoradio klaglos.
So setzen wir uns gegen 13:00 Uhr in Richtung Royal Leamington Spa in Bewegung.
Dank mitgenommenen Navigationssystems (es stürzte zwar immer nach dem Einschalten ab, ging dann aber stabil), war die zu fahrende Route auch recht schnell gefunden. Nach 30 Kilometern, ich meine nach 18 Meilen, hatte ich mich grob daran gewöhnt, daß ich auf der linken Seite fahren mußte. Da die anderen Autos das auch machten, ging es so einigermaßen.
Wenig hilfreich war die Handschaltung, die ich ja völlig ungewohnt, mit der linken Hand bedienen mußte. Also statt mit rechts ranziehen mußte ich nun den Ganghebel mit links wegdrücken. Daran gewöhnte ich mich aber flott. Nicht geöhnen konnte ich mich hingegen an die idiotische Gestaltung des Blinkers. Statt Einrasten und Antippen, hatten die Opel-„Ingenieure“ einen Antippen- und Längerantippenschalter mit Nachdreimallinksblinkenvonalleineausgehautomatik eingebaut. Auch nach drei Tagen kam ich mit dem Drecksmüll nicht so richtig zurecht. Ansonsten verhielt sich das Auto brav. Dennoch vermisste ich den Golf, denn er wäre größer und sparsamer gewesen. So wurde es auf der Rückbank doch immer recht eng. Naja, egal. Wir machten erst einmal Rast und nahmen typisch englisches Essen beim Burger König zu uns.
Dann ging die Reise ins noch 75 Meilen entfernte Leamington weiter. Leider verloren wir fast zwei Stunden in einem ewiglangen Stau. In einer Baustelle verengten sich 5 dichtbefahrene Fahrspuren auf 2 und auf einer der beiden war auch noch ein Postlaster liegengeblieben. Gegen 16:15 Uhr informierten wir Auto II per Mobiltelefon über diesen Stau und empfahlen der Besatzung, die kürzere Strecke über die Dörfer zu nehmen.
Es war heiß, die Klimaanlage hatte viel zu leisten, ich quatschte mit Tim, Sebastian spielte tele und mein Beifahrer Marc schlief. Irgendwann setzte sich die Kolonne in Bewegung und wir rollten unserem Ziel entgegen.
Eigentlich wollten wir ja Florian B., unseren Gastgeber, von der Arbeit abholen, doch durch den Stau schafften wir das nicht.
Royal Leamington Spa
Gegen 17:00 Uhr treffen wir in der Straße ein, in der Florian wohnt. Das Navgationssystem hat tatsächlich funktioniert, wir staunen alle.

Markus und Florian begrüßen uns begeistert und wir bekommen erst einmal ein kaltes Bier.
Anschließend bringen wir die Sachen und das Auto zum Hotel und wandern, nunmehr zu sechst, durchs idyllisch schöne Leamington. Der Park vermag nur mich zu begeistern, die anderen rennen durch, als ob sie gejagt würden. Wir treffen sogar Kolleginnen und Kollegen von Florian. Ich fotografiere los wie ein Weltmeister und stelle fest…, daß der Film noch in meinem Kartenleser in Olm steckt. Tolle Wurst! Also muß ein Chip her. Da alle gängigen Geschäfte schon 18:00 Uhr die Pforten schlossen, wandern wir, vorbei am herrlichen Rathaus, am durch böse Deutsche im Weltkrieg um einen Zoll verrückte Denkmal der Königin in den Tesco, einen großen Supermarkt. Dort bekomme ich zu 6 GBP einen Chip und die Welt ist wieder in Ordnung. Die anderen kaufen Ersatz für am Flughafen abgegebenes Shampoo, Deo und auch alkoholfreie Getränke. Völlig unverständlich, sind wird doch in unmittelbarer Nähe unseres ersten Pubs. Das „White Horse“ bot ausreichend Platz, deutsche Biere und angenehme Atmosphäre. 3 GBP das Glas schreckten uns nicht ab und rasch füllte sich der Tisch mit leeren Gläsern.
Gegen 19:30 Uhr trafen dann die fehlenden drei aus Stansted ein und somit war unsere Runde komplett.

Nach dem freudigen Willkommen wurden die Spätankömmlinge ins Hotel eingewiesen. Wir trafen uns dann alle in einem anderen Pub wieder. Dort war das Bier billiger (2,10 GBP statt 3 GBP für ein Glas) und es gab taugendes Essen, welches sich manche Mitreisende durch ekliges Zeugs auf englisches Niveau herunter würzten.
Dafür taugte die Atmosphäre nicht halbsoviel. Das war aber egal, da wir dort wegen eines lächerlichen Vorfalls vom Aufpasser der Tür verwiesen wurden. Nunja, es war schon recht spät und der Tag war anstrengend. So gingen Jens und ich ins Hotel, der Rest verlustierte sich noch in anderen Lokalen.
So ging der erste Tag zu Ende.

…möchte ich mal dokumentieren, wie ein Hype um ein Buch aussehen kann.

Keine Sorge, erst auf Platz 8 ist ein Nicht-Harry-Buch in der Bestenliste. Wählt man dieser Tage Spitzenreiter bei Fantasie/Science Fiction aus, dann traut sich erst auf Platz 12 ein Fantasy-Werk, die Reihe zu stören.
Irgendwie öde. Genauso öde sind die „Klassik-Charts“, die ich im hiesigen Mediamarkt bewundern kann. Auf Platz 01-10 ist achtmal Anna Nebrebko mit 8 verschiedenen CDs vertreten. Laaaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Anna ist eine wunderschöne Frau und hat auch eine sehr schöne Stimme. Aber es gibt noch mehr Mezzosopranistinnen. Und nein, auch nicht nur Cecilia Bartoli, die vor zwei Jahren Platz 1-5 der Charts belegte. Diese Vermarktungen stinken zum Himmel. Gott sei Dank kann man durch gute persönliche Kontakte, Internetrecherchen, Antiquariatsgestöbere und CD-Regalwühlen noch Alternativen finden und schätzen lernen.
Letzte Entdeckung: Edita Gruberova. Eine engelsgleiche Stimme, die sich maximal vor Maria Callas ein bißchen verstecken muß. Die Wahnsinnsarie aus Donizettis „Lucia di Lammermoor“ (bekannt aus dem V. Element von Luc Besson, dort gespielt von der blauhäutigen Plava Laguna und gesungen von der ebenfalls hochkarätigen Albanerin Inva Mula-Cako) treibt jedem Menschen Rührungstränen in die Augen, es sei denn er ist stocktaub oder bereits tot.
Ja, auch ich habe mich erstmals dem Hype um den letzten Band abgeschlossen. Heute 14:40 kam der Postbote. Auf meine Nachfrage antwortete er, daß er an diesem Tag nur 40 Bücher ausliefern brauchte, er allerdings im Herbst mit dem Tieflader ausliefern müsse.
Seis drum, ich machte mich gleich an die alles bedeutende Lektüre. Internet, Radio, etc. waren aus und konnten nicht ablenken. Die ersten 20 Kapitel hatte ich ja, dank des bösen Internets, schon gelesen, also konnte ich sofort in medias res gehen.
Doch dann war alles, passend zum Buch,, wie verhext.
Das fing schon damit an, daß der Nachbar gegenüber die glorreiche Idee hatte, mit lautem Baugerät Dauerkrach zu machen. Auch das geschlossene Fenster half nicht. Also wechselte ich die Wohnungsseite. Gerade hatte ich das Buch wieder aufgeblättert, klingelte das Telefon. Das tat es noch mehrfach. Es riefen Leute an, die sonst nie anrufen. Dann waren noch die Nachbarn da und wollten sich auf dem Rechner Fotos anschauen. Naja, nach einer Dreiviertelstunde gingen sie wieder. Puh! Weiterlesen, gerade war nämlich eine existenziell spannende Stelle im Buch…Dingdong.
Wer zum …?!? Ein Kumpel, der sich seit >1 Jahr nicht blicken ließ kam zum Schwätzen vorbei. Gottseidank wurde er nach einer halben Stunde von seiner Frau zum Essen abberufen. Puh! Jetzt konnte wirklich keiner mehr stören, was auch besser war, war es doch im Buch gerade megaspannend.
Das Telefon klingelt und eine Tante nötigt mich, eine Sendung im Fernsehen anzuschauen. Ich habe tatsächlich die Sendung angemacht und weitergelesen. Das war aber suboptimal, so machte ich sie nach 15 Minuten wieder aus und vertiefte mich in die Lektüre. Selbstverständlich rief die Tante nach Ende der Sendung an und wollte sie ausführlich mit mir besprechen.
Danach war aber wirklich Ruhe und nun habe ich es geschafft.
Wenn man sich mal so die Abrechnung des Marktes betrachtet, dann wird man kaum glauben wollen, daß ich das alles wirklich einkaufte. Ist aber so, denn als Kranker gibt es Hühnersuppe PUNKT!

…, der in China umfällt hat Konkurrenz in Deutschland bekommen. SAT1 nämlich, das muß man sich vorstellen, SAT1 schafft seine Nachrichten ab!
Ich habe prima mein Leben verbracht, ohne auch nur ein einziges Mal bewußt Nachrichten auf SAT1 zu schauen oder gar bewußt registriert zu haben, daß SAT1 Nachrichten ausstrahlt.
Naja, ich wußte es schon, denn 1996 wurde von Oliver Kalkofe Hans-Hermann Gockel als Nachrichtenmoderator erwähnt.
Bewußt habe ich aber nie eine Nachrichtensendung auf SAT1 (oder anderen Privaten) gesehen.
Und man stelle sich vor, mir geht es blendend!
Also, liebe Medien, bitte Ruhe bewahren. Die Welt wird prima ohne SAT1-Nachrichten weitergehen.