Nov. 202013
 

Ein Kunde in NRW bekam Ende letzten Jahres von mir einen LTE-Router gesetzt, der bis in den Spätsommer auch recht gut seine Aufgabe erfüllt. Dann fingen die Schwierigkeiten an, erst gab es Störungen bei VoIP, dann hakelte das WLAN, schließlich sah selbst die Telekom ein, daß irgendetwas nicht stimmt und schickte im September einen neuen Router.
An diesem Gerät ging VoIP überhaupt nicht mehr, dafür funktionierte das WLAN wohl einige Tage stabil. Da Büroarbeit ganz ohne Telefon auf Dauer etwas öde ist, starteten wir im Oktober nochmals einen Routertausch. Die Kollegin vor Ort schaffte es mit zwei verschiedenen Notebooks und drei verschiedenen LAN-Kabeln nicht, einen Erstkontakt zu diesem nagelneuen Gerät herzustellen. Nach fast einer Stunde Mobiltelefonsupport gaben wir genervt auf.

Ich bat die Kollegin, den LTE-Router im T-Punkt testen zu lassen. Eine Stunde später rief sie mich von dort an; der Telekomiker meinte, der Router funktioniere?!?
Am folgenden Tag probierten wir noch einmal ganz langsam und in Einzelschritten die Kontaktaufnahme:

– Router an? Check! warten
– Notebook an? Check! warten
– LAN aktiv? Check!
– Funktioniert das Kabel in einer anderen IT-Umgebung? Check!
– Kabel beidseitig ordentlich eingesteckt? Check!
(da DHCP nicht ging)
– Feste IP im Nummernkreis des Routers vergeben und pingbar? Check!
– Router pingbar? FAIL!

Das Ganze noch mit anderen Notebooks versucht. Auch der Versuch per Smartphone mit WLAN auf den Router zuzugreifen scheiterte.

Also bemühte ich die Kollegin nochmals in den T-Punkt. Diesmal stellte man fest, daß der Router kaputt sei. Immerhin, ich zweifelte nämlich schon an meinen Qualitäten.
Also wurde wieder ein Austausch veranlaßt, denn natürlich hatte man kein passendes Ersatzgerät vor Ort.
Damit nun das Büro endlich wieder arbeiten konnte, schickte ich ein mittlerweile lagerndes Ersatzgerät, von mir fertig programmiert, in den Norden. Und am nächsten Arbeitstag, wir hatten mittlerweile Mitte Oktober, konnte das Büro nach mehreren Monaten gestörten und mehreren Tagen ganz brachliegenden Internetempfang wieder wie gewohnt arbeiten.

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende, denn der Leser wird sich sicher fragen, was denn nun mit dem Austauschgerät passierte?
Nun, dieses Gerät kam tatsächlich am 25. Oktober im Büro an. Da in der Nähe eine weitere Filiale eröffnet werden sollte, dirigierte ich diesen neuen (Ersatz-)router dorthin um. Letzte Woche nun wollte ein Kollege das neue Büro einrichten und mußte feststellen, daß statt des vollwertigen, kleinbürotauglichen LTE-Routers mit 4xLAN die Telekom aus Versehen einen kleinen LAN-losen LTE-WLAN-Router geschickt hatte.

Das konnte nun keinen mehr schocken und so schickten wir diese Fehllieferung retour mit der Bitte um Zusendung des uns zustehenden passenden Gerätes.

Vorgestern, am Montag, weilte der Kollege wieder am Standort und wollte nun endlich den neuen Router in Betrieb nehmen. Dreimal darf der mir hoffentlich noch folgende Leser raten, was er im Austauschpaket vorfand? Richtig, nochmals genauso einen falschen Router!

Ich bat, nun mit sehr wenig Hoffnung, dieses Gerät zu reklamieren. Die T-Hotline meinte aber nur lakonisch, daß das 14-tägige Rückgaberecht überschritten sei und man da nichts mehr machen könne. Klar, denn die zuständige Sachbearbeiterin war im Jahresurlaub und vor Ort fängt der Regelbetrieb erst in Kürze an, da bekam das niemand mit. Und das ein Geräteaustausch zum, ja, zum wievielten Male eigentlich (vierten?) Male schiefgeht; damit muß man ja nun wirklich nicht rechnen.

Nun, darum wird sich mit Freude die Rechtsabteilung kümmern, aber damit haben wir ja immer noch keinen Router vor Ort. Gestern war der große Chef vor Ort, der sich über die ganze Sache tierisch aufregte und die Sache unpragmatisch damit löste, daß er im T-Punkt für 300 EUR einen passenden LTE-Router, den er vorher auf Funktion überprüfen ließ, kaufte.
Diesen nun wollten die Herren gestern auch vor Ort in Betrieb nehmen… und scheiterten an der fehlenden PIN, die im Brief stand, den die Urlaubs-Kollegin unauffindbar versteckt hatte. Also wieder nichts.

Heute nun war die Kollegin wieder im Lande, die PIN da, der Router erreichbar und flugs programmiert.

Die einzige unschöne Sache war nur, daß er sich nicht ins Internet verband. Doch hier war die Lösung nahe, denn ich hatte schon einmal Erfahrung sammeln müssen, wie man ein paar APN-Routereinträge manipulieren muß, damit ein Privatkundenrouter mit einer Firmenkunden-SIM ins LTE-Netz gelangt.

Also endete heute die LTE-Router-Odyssee – mit einem Happy-End?

 Posted by at 9:15 p.m.
Nov. 152013
 

Baustellen gibt es im Kleinen und Großen.
Im Großen „erfreuen“ einen diese Baustellen seit Wochen im gesamten Mainzer Stadtgebiet. So werden auf wichtigen Einfalls- und Durchgangsstraßen in Gonsenheim, im Münchfeld, in Bretzenheim, in Hechtsheim und in Mombach derzeit Gasleitungen verlegt. Im Münchfeld, wo ich fast täglich zu einem Kunden fahre, zieht sich das auf einer Strecke von 200 Metern seit Ende August hin. Dazu herrschen die seltsamsten Einbahnstraßenregelungen und Umleitungen und Haltestellenverlegungen. Kürzlich hatte ich in einer Pseudoeinbahnstraße das zweifelhafte Vergnügen, auf einer halbseitig abgerissenen Straße (Im Münchfeld) hinter einem Gelenkbus zu stehen, der nicht weiterfahren konnte, weil ihm ein LKW gegenüberstand, hinter dem ein Bagger baggerte. In Bretzenheim ist die Alfred-Mumbächer-Str. mittlerweile so oft aufgerissen und danach mies zusammengeflickt worden, daß man zu verstehen beginnt, warum sich Geländewagen so gut verkaufen. Ortsunkundige, die sich auf ein Navi verlassen, dürften momentan ähnliche Erfahrungen machen wie die Griswolds in London.
Hoffen wir, daß mit dem Frost bzw. mit dem Jahresbudgetende alles wieder in Ruhe und Frieden versinkt.

 Posted by at 8:30 a.m.
Nov. 082013
 

Irgendwie reden alle über eine Maut für deutsche Autobahnen, doch berühren alle Diskussionen nie die Punkte, über die ich nachdenke. Deswegen seinen meine Gedanken dazu an dieser Stelle vorgestellt.

Man soll ja alle Sachen historisch und im Zeitablauf und gesamtheitlich betrachten.

In Deutschland wurden Verkehrswege fast ausschließlich staatlich vorangetrieben. Das war in der Weimarer Republik schon so und fing nicht erst mit Adolf Nazi an, in dessen 1000 Jahren dennoch signifikant viele Kilometer Autobahnen durchs Land gebaut wurden. Bis in die 1990er Jahre waren Autobahnen in Deutschland weltweit berühmt. Ich selber lernte als junger Bundesbürger noch die westdeutschen Autobahnen kennen und lieben. Es gab praktisch keine Baustellen, wenn, dann werkelten dort jederzeit dutzende Maschinen und hunderte Leute wie die Ameisen. Im Dunkeln sah man selbst mit Trabbilicht die Begrenzungsstreifen bis zum Horizont. Die rechte Fahrspur konnte man problemlos benutzen, denn zum einen waren LKWs dort eher selten und dadurch auch die Fahrbahn für PKW benutzbar und zum anderen war der Gesamtverkehr auch trotz Wiedervereinigung noch sehr überschaubar.

Das europäische Ausland schaute neidvoll auf diese Leistung und wollte nun auch Autobahnen bauen. Da der jeweilige Staat dafür kein Geld aufbringen konnte (oder wollte), wurden die meisten Autobahnen mit privaten Geldmitteln errichtet und genau DAS ist der Grund, warum man in Frankreich, Italien, Kroatien usw. PKW-Maut entrichten muß.

Vorher: keine Autobahn, keine Maut; nachher: tolle Autobahn, aber nur gegen Gebühr.

Dann kamen der europäische Binnenhandel, die europäische Erweiterung nach Osten und Südosten und binnen weniger Jahre wurden aus Autobahnen LKW-Bahnen oder rollende Lager. Die LKW wurden nicht nur mehr sondern dazu auch immer größer und schwerer. Die Folgen: die rechte Spur ist auf diversen BAB wie der A1, der A2, der A61, der A7 permanent eine einzige, lückenlose LKW-Kolonne aus aller Herren Länder. Diese oft überladenen Laster schädigen die Fahrbahnen und vor allem die Brücken deutlich stärker als je zuvor. Man sagt, ein LKW belastet eine Brücke so stark, daß ein Äquivalent von 40.000 PKW nötig wär, dieselbe Beanspruchung hervorzurufen.
Dazu kommt eine offensichtliche Planlosigkeit und Lobbyismus bei der Vergabe von Bauprojekten.

Weitere Folgen:

Noch 1997 schaffte ich es mit einem VW Golf III TDI mit 90 PS von Mainz nach München in zweieinhalb Stunden zu fahren, keine einzige Baustelle, keine endlosen LKW-Kolonnen, keine sinnlose Einhausung bei Aschaffenburg und kein komisches Tempolimit versauten einem die Fahrzeit.
Heutzutage schafft man selbst mit einem V6 mit mehr als doppelt so viel PS selten innerhalb von vier Stunden, diese Strecke zu fahren.
Und trotz Xenonlicht kann man abends die Begrenzungen kaum noch ausmachen. Eine Bastelbaustelle löst die nächste ab, auf 10 Kilometern Baustellenlänge steht ein Hansel rum und telefoniert und ein zweiter Mensch fegt Bitumenstückchen zusammen, überall sinnfreie Tempolimitschilder, die sich alle paar Kilometer ändern. 60-120-100-80-100-120-60-80-120-100; in anderen Ländern gäbe es statt dessen vielleicht ein Temposchild.
Ist die Straße dann doch mal benutzbar, dann reduzieren Elefantenrennen oder Oberlehrer, die von LKWs überholt werden, die Durchschnittsgeschwindigkeiten. Ich fahre oft die A7 von Bad Hersfeld bis Hamburg, dort habe ich in den letzten Jahren nie, nie NIE ein höheres Durchschnittstempo als 105 km/h erreicht.

In den letzten 15 Jahren hat sich der Spritpreis durch Steuererhöhungen von 0,45 EUR auf 1,45 EUR erhöht, also quasi verdreifacht. Es wurde eine Umweltplakette eingeführt. Die KFZ-Steuer wurde ebenfalls erhöht. Was ist mit den Steuereinnahmen passiert?
Es wurde unter Qualen ein LKW-Maut-System namens Toll-Collect installiert. ich erinnere an das über 10.000-seitige Vertragsdokument, an die mehrjährige Verspätung und die milliardenschweren Kosten dieser Kopfgeburt. Mittlerweile scheint das System sogar Gewinne einzufahren, so gab es laut Ministeriumsbericht im Jahr 2012 mehr als vier Milliarden Euro (genau: 4.362.146.966,51 EUR) Erlöse aus der Maut.

Trotz 488 Millionen Personal- und Unterhaltskosten sollte also seit 7 Jahren die eine oder andere Milliarde hängenbleiben.

Halten wir fest: Deutschland hat eine jahrzehntelang gewachsene Infrastruktur, auf die sich seit zwei Generationen das wirtschaftliche Leben stützt. Es wird kaum nichts Relevantes getan, diese Strukturen grundlegend zu ändern. Das seit Jahrzehnten vorhandene (und gut funktionierende) System wird vernachlässigt und wissentlich auf Verschleiß und irgendwann an die Wand gefahren. Das trifft übrigens auch auf Strom-, Kabel-, Abwasser-, Schienen-, und sonstige Netze zu.
Statt grundlegend zu sanieren und weise in die Zukunft zu investieren, wird sinnfrei rumgebastelt (Einhausungen) und selbst offenkundig notwendige Projekte wie etwa Rheinquerungen in Karlsruhe oder Ersatz der Schiersteiner Brücke nördlich von Mainz kommen nicht in Gang. Und angesichts von Baupleiten wie BER hat man regelrechte Angst vor dem Projekt, sollte irgendwann mal mehr gemacht werden als Bäume zu fällen oder Gründungen durchzuführen.

Und anstatt die Oberen der Republik sich wirklich um echte probleme kümmern, diskutieren CDU und SPD-Vertreter seit Tagen über ein WIE einer PKW-Maut mit Ausnahmen hier und Zusatzregelungen da.

Dabei steht noch nicht einmal die Koalition der Parteien, die übrigens nicht den Wählerwillen ausdrückt. Eine Minderheitenregierung oder Neuwahlen oder von mir aus CDU und Grüne wären angesagt, sicher aber nicht das traurige Heckmeck, was mir täglich die Laune vermiest.

Mein wesentlicher Punkt:

Aus vorhandener (und bei sachgemäßer Pflege heute noch währender) hervorragender Infrastruktur urplötzlich eine Maut für deutsche Autobahnfahrer zu generieren, obwohl diese die Infrastruktur über ihre Vater und Väterväter (und Väter Väter Väter, genauer brauchen wir’s nicht, Loretta) und natürlich auch selbst über die 8,4 Mrd. EUR KFZ-Steuer und üppige Mineralölsteuer von 39,3 Mrd. EUR finanzieren; das ist widerlich.
Und ich weiß jetzt schon, daß sich an den oben beschriebenen Sachen nichts ändern wird.

Ändern wird sich nur, das meine Freiheit wieder ein Stück eingeschränkt wird und mir wieder ein Haufen nutzloser Schmarotzer wegelagernd mir in die Tasche greift.

Mein unwesentlicher Punkt:

Mautsysteme wie in Kroatien und Frankreich, wo es überschaubar wenig Autobahnen gibt, die primär dem schnellen Transit zur Urlaubszeit dienen taugen nicht für Deutschland. Alleine die Autobahndichte, die Anzahl der Ausfahrten verbieten eine solche Lösung. Pickerl für Ausländer von mir aus. Uns Deutschen kann man ja einfach die KFZ-Steuer erhöhen.

Und schlußendlich: ich vermisse eine grundlegende Diskussion. Brauchen wir unendliche Mobilität? Müssen Waren per Flugzeug und LKW in Unmengen quer durch die Welt geschleppt werden? Muß man täglich 100 Kilometer pendeln? Gibt es nicht sinnvollere Konzepte? Konzepte ohne Gängelung, Überwachung und Abkassiererei?

S, nun ist erst einmal Schluß mit meinem unausgegorenen und oberflächlichen, aber doch sehr länglichen Eintrag.

 Posted by at 8:00 a.m.
Nov. 082013
 

…gerade den Bach runter. Sie wissen offensichtlich nicht, wie sie gegen die Internetkonkurrenz bestehen sollen. Nun, sicher nicht mit Einsparungen bei der Beratungskompetenz oder mit den miesen Rechnern, Monitoren, Druckern und Notebooks und dem völlig überteuerten Zubehör, das sie an immer weniger Ahnungslose verramschen.
Früher bin ich sehr gerne und oft in den Mädchenmarkt gegangen, doch mittlerweile besuche ich ihn äußerst selten und dann gehe ich auch nur noch in die (auch schlecht gewordene) Musik- und Filmabteilung, um meistens nichts zu finden und nichts zu kaufen.

Gehörter Kommentar in der Notebookecke eines solchen Marktes: Das einzige Notebook, das augenscheinlich was taugte, war das olle ThinkPad eines Vertreters, der Kabellage einsortierte.

 Posted by at 7:06 a.m.
Okt. 242013
 

Wieso bloggte ich eigentlich nie etwas zur NSA-Abhöraffäre? Nun, da ich wußte, daß in solchen Sachen selbst meine Paranoia locker von der Realität getoppt wird. Und so ist es ja auch eingetroffen.

Jetzt wird mit Krokodilstränen gejammert, daß die bösen Amis das Händi der Kanzlerin anzapften. Wie überraschend! (<- Sarkasmus) Den passendsten Kommentar zu dem Thema liefert der Postillion.

Was ich seit Jahren vermisse und was allerallerspätestens jetzt unverzüglich geschehen muß sind folgende Sachen:

– Bereitstellung eigener, wirklich abhörsicherer Kommunikationsmittel und -kanäle.

Damit meine ich keine gedongelte Hard- und Software aus Cupertino oder Redmond, sondern stelle mir vor, daß auf offenern Standards aufsetzende Produkte mit Opensourcesoftware eigenentwickelte und gehärtete Software sich um die Verschlüsselung kümmert. Bei offnen Standards und taugenden und WIRKLICH geheimen Schlüsseln ist dann der Große Bruder jenseits des teiches außen vor. Ein Blick in die Geschichtsbücher, in Prosa oder bei Fachleuten mag da durchaus dienlich sein.

Alternativ gebe man mir 1.000.000 EUR/a und ich mache da alleine eine Analyse, eine Studie, ein Projekte und eine projektbegleitung draus 🙂

 Posted by at 7:09 p.m.
Okt. 202013
 

… für mich hochinteressanten Details. Es geht um Max Grundig. Hintergrund der Recherche war, daß ein (hochbetagter) Kunde einen aktuellen Grundig-Fernseher anfragte. Nun wollte ich genau wissen, seit wann der Name Grundig nur noch als Zombie durch die Elektromärkte geistert (2003) und stieß so auf obigen Artikel.

Herr Grundig hatte ein sehr ereignisreiches Leben mit vielen Höhen und Tiefen und hatte sicher eine starke Persönlichkeit, ich hätte ihn gerne kennengelernt.

Nette Gewinne machte Max Grundig in den 1930er Jahren durch die Tatsache, daß es in Nürnberg und Fürth unterschiedliche Stromsysteme (Gleichstrom/Wechselstrom) gab. Wenn also ein Fürther nach Nürnberg zog und sein Radiogerät in die Steckdose steckte, dann hatte Max Grundig einen Trafo zu reparieren. Das sind Geschichten, die das Leben schreibt. Übrigens erwähnte mein Vater, daß seine Studentenbude in Greifswald Mitte der 1960er auch noch mit Gleichstrom versorgt war.

Ich bin mir sicher, daß der Artikel mindestens dreien meiner Stammleser gefallen wird.

 Posted by at 9:30 a.m.
Aug. 302013
 

Gestern trudelten die Briefwahlunterlagen ein. Nun möchte ich gerne meine Kreuze machen, doch bei welcher Partei? Deshalb nutze ich mein Blog für laute Gedanken, die nicht immer der Weisheit letzter Schluß sein mögen, mir aber beim Denken und Entscheiden helfen können.

Gehen wir der Reihenfolge auf dem Wahlzettel nach:

1. CDU (Frau Groden-Kranich)

Gleich als erstes ein „politisches Strichmädchen“. Nun, ich wähle nicht nur Gesichter und Personen, sondern Parteien und deren Programme und Aussagen.

Früher war ich CDU-Stammwähler und sogar einige Jahre Mitglied. Bei der bayerischen Schwesternpartei zahle ich sogar noch außerbayerischer Gastbeiträge.
Pro: stabile Innen- und Außenpolitik, wenig Änderung, gutes Wirtschaftsklima, so weiterwurschteln wie bisher
Contra: Frau Dr. Merkel ist schon zu lange im Amt und damit abgehoben, machtgeil und abgehoben und hat den Bezug zur Realität eingebüßt. Ein Nachfolger wurde nicht herangezogen bzw. weggemobbt (zu Guttenberg). Die CDU stand früher für christliche Werte (mir als Nichtchrist eher suspekt) und national-konservative Politik. Jetzt bewegt sie sich in einer Wischiwaschiecke und tummelt sich links von der SPD eines Schmidt. Gute und kompetente Leute gibt es zuwenig, das, was nachrückt sind entweder Loser oder Technokraten, aber keine „normalen“ Leute.

Fazit: eigentlich unwählbar, aber was ist die Alternative

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde (Skala von 0 (niemals) bis 5 (sicher): 2

2. SPD (Herr Hartmann)

Nun, ich war noch nie ein Sozi und werde auch nie einer werden.

Pro: sind seit Jahren in meinem Bundesland (Rheinland-Pfalz) fest an der Macht, daher Kontinuität
Contra: was soll ich sagen, SPD! Verräter, keine Linie, kein Charakter, machtgeil, links wie sonstwas, aber gegen echte Linke, ideenarm

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde (Skala von 0 (niemals) bis 5 (sicher): 0

3. FDP (Herr Brüderle)

Irgendwann habe ich sogar mal FDP gewählt, mein Elternhaus war liberal, Gentscher war (vor Jahrzehnten) cool.

Pro: auf dem Papier kümmert man sich um Wettbewerb, Unternehmertum, Steuerentlastung, kann der CDU beim Weiterregieren nützen
Contra: ist eine politische Hure, die mit jedem ins Bett geht, hat ihren Kredit bei der letzten Wahl 100% verspielt. Der jetzige Parteichef hat sich hemmungslos der Pharmaindustrie an den Hals geworfen und die Partei gespalten.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 1

4. Grüne (Frau Rößner)

Der einzige echte Verdienst der Grünen war, daß sie in den späten 1970er Jahren den anderen Parteien das Umweltthema zwangsverordnete. Doch das ist ein paar Jahrzehnte her. Seitdem bevormunden und gängeln die ehemaligen Anarchos in sehr spießbürgerlicher Art den Normalbürger, also mich.

Pro: Hmmm, ich kenne einen Grünen, der nett ist. Und was Geldabpressen vom Bürger angeht, sind sie halbwegs ehrlich.
Contra: Vor allem die schleichende Entmündigung durch Sprachmanipulation und Vorschreibungen in jeglichen Lebensbereichen (las heute etwas darüber, daß in Freiburg kein Schuß mehr in den Glühwein darf).

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

5. Die Linke (Frau Senger-Schäfer)

Für mich als Ex-Ossi im Westen natürlich unwählbar. Auch nach diversen Umbenennungen für mich immer noch SED. Wird sich auch auf meinem Totenbett nicht ändern.

Pro: Denkt, daß früher alles besser war.
Contra: Denkt, daß früher alles besser war.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

6. Piraten (Frau Werner)

Die frischste Partei im Lande. Wird von mir moralisch und finanziell unterstützt.

Pro: Basisdemokratisch, sorgt für Bewegung im Spektrum, unkonventionell, jung, dynamisch…
Contra: erfolglos, nach diversen Parteitagen in der Außenwahrnehmung neben Grünen, Linken und SPD eine weitere linke Partei, Themen wie Drogen sorgen für Unbehagen beim Bürger; bedingungsloses Grundeinkommen sorgt für starke Irritationen.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 3

7. NPD (ohne Erststimme)

Warum man den Laden 1956 nicht zusammen mit der KPD verboten hat, ist mir schleierhaft. Und wieso es rot-grün in diesem Jahrtausend nicht schaffte noch schleierhafter.

Pro: Würde, wenn sie größere Erfolge erzielen würde (aber bitte unter 50%!) Deutschland wieder politisch zurechtrücken.
Contra: Muß ich da was schreiben?

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

8. REP (ohne Erststimme)

Waren sicher mal vor einem Vierteljahrhundert von gewisser Bedeutung, sind aber heute untergegangen und verhindern, daß es ein intellektuelles, rechtes Lager entsteht. So

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 0

Jetzt kommen noch die Parteien ÖDP (Faschoökospinner), MLPD (ewig Gestrige), pro Deutschland (nie gehört), Freie Wähler, Partei der Vernunft und BüSo (alle chancenlos). Mit der Wahscheinlichkeit 0 setze ich dort mein Kreuz.

Einzig die AfD (Platz 11, nur Zweitstimme) verdient noch ein paar Zeilen.
So, wie sie von den Medien verbal (und von diversen „Gutmenschen“ auch tatkräftig) angegangen wird, erregt sie beinahe Mitleid. Doch das reicht nicht, um sie zu wählen. Der oft als einziges Argument gebrauchte „Euroausstieg“ steht ja zentral und unübersehbar im Wahlprogramm bereitet mir Unbehagen.

Wahrscheinlichkeit, daß ich sie wählen werde: 1

Fazit: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die derzeitige Ausprägung der Demokratie in Deutschland zwangsläufig zu Desinteresse, Neurosen, Radikalität oder Resignation (je nach gusto) führt. Ich bin jedenfalls noch nie so ratlos und lustlos gewesen und kann schon jetzt dem definiertem Gewinner der Wahl, dem Nichtwähler, kopfschüttelnd gratulieren.

Auch der Wahlomat unterstützt meinen Pessivismus; was er ermittelt hat, stimmt nämlich mit obigem Bild nicht sonderlich überein. Das bedeutet ja, daß Parteiprogramme und Wirklichkeit meilenweit auseinanderklaffen.

 Posted by at 4:45 p.m.
Aug. 052013
 

…so liest man, möchte bei einem Wahlsieg in bundesdeutschen Kantinen einen vegetarischen Tag einführen.

Was vernünftig begründet klingt und dem berühmten und bei dieser Gelegenheit gerne zitierten Gutmenschen gefallen mag, ruft bei mir Protest hervor. Und zwar massiven Protest. Langsam werde ich unwirsch. Seit Jahren lasse ich mich immer mehr gängeln und mir Stck. für Stck. Lebenssqualität stehlen. Beim Heizen, Trinken, Essen, Autofahren, Müllwegschaffen, Einkaufen und und und wird einem immer mehr die Freiheit eingeschränkt. Ok, das betrifft nicht nur die Grünen, aber die sind bei sowas immer unter Generalverdacht.

Ich bemerke jedenfalls in der Öffentlichkeit ein immer stärkeres Murren und bei mir unverhohlenen Zorn, der sich durchaus in Haß erwandeln kann. Und wie das so immer ist, wird er beim Ausbruch a) fürchterlich sein und b) die Falschen treffen (wobei ich die Grünen ausdrücklich ausklammere).

Andererseits kämpfe ich in letzter Zeit immer aktiver gegen solche Bevormundungen und Lebensqualitätseinschränkungen und hoffe, damit gegen den Trend ein Zeichen zu setzen.

Jedenfalls werde ich beim Veggie-Tag in einer Kantine diese unter lautem Protest verlassen oder, noch besser, mir irgendwo ein blutiges, fettiges Fleischstück besorgen und dieses dann vor Ort schmatzend verzehren.

 Posted by at 5:27 p.m.
Juli 152013
 

…war in der DDR eine sehr bekannte Künstlerin, die vor allem im Eulenspiegel mit ihren mitunter selbst für DDR-Verhältnisse recht kritischen Zeichnungen gern gesehener Gast war. Wer aktuelle Zeichnungen sehe möchte, der besuche ihre Homepage.

Eine ihrer kontroversen Zeichnungen, die mir im Gedächtnis blieb, stellt den Blick auf die DDR-Autobahn aus Sicht eines Westautofahrers dar, der gerade die DDR-Grenze passiert hat. Das Bild zeigt

Mit dem Ergänzungsschild

die nächsten 450 km

Besonders pikant war die Tatsache, daß man durch die DDR ja höchstens 450 Kilometer weit fahren konnte; größer war das Ländchen nicht. Das Bild muß Mitte der 1980er Jahre im Eulenspiegel erschienen sein.

Was haben wir uns begeistert ob dieser Kritik die Schenkel geklopft. Wir wußten ja, daß in der heilen BRD Schlaglöcher kein Thema waren. Und nach dem Mauerfall lachte ich noch herzlicher, als ich das erste Mal auf bundesdeutschen Autobahnen entlangrollte, ein Schild „Schlaglöcher“ sah, wie gewohnt (und in der DDR auch angezeigt) abbremste und… sich nichts am sehr gepflegten Straßenzustand änderte.

Nun, mittlerweile sind gut 20 Jahre ins Land gegangen und ich muß feststellen, daß Barbara Henniger die Zeichnung von damals wieder abdrucken kann, wenn auch mit leicht geänderter Kilometerzahl, denn unser schönes Straßennetz hat sich mangels Pflege mancherorts durchaus wieder dem ostzonalen Zustand angenähert. Ganz so schlimm ist es wohl nur deswegen noch nicht, weil erst 20 Jahre ins Land gegangen sind und in der DDR noch ein paar Jährchen mehr Zeit zum Vergammeln waren.

Mangel statt Überfluß – was im Supermarktregal mal nicht schaden würde ist bei der Aufrechterhaltung des Straßennetzes längs die Norm. Statt kleine Schlaglöcher zeitnah ordentlich zu reparieren, wird erst einmal besagtes Schild aufgestellt und so lange gewartet, bis die Schadensbeseitigung das Mehrfache kostet usw. usf.

Wieso ich auf dieses Thema komme? Nun, vor mehreren Wochen wurde an der Kreuzung Mainz-Stadecken-Lerchenberg-Ober-Olm stadteinwärts die Ampel angefahren. Heute morgen sah es dort so aus:

 Posted by at 12:02 p.m.
Juli 112013
 

Letztes Jahr kaufte ich vier Multifunktionsgeräte Brother MFC7460DN. Eines davon ging auch gleich kaputt. Die lustige Odyssee der Reparatur kann man hier im Blog nachlesen.

Heute nun ging ein zweites Gerät mit dem selben Fehler kaputt. Gewitzt durch die Erfahrung mit der vorherigen Reparaturfirma, wollte ich eine dann doch einen anderen Brother-Servicepartner haben. Also wühlte ich die Rechnung heraus, notierte mir die Seriennummer, registrierte sogar mich und das Gerät vorsorglich bei brother.de (was gar nicht so trivial war) und rief die Brother-Hotline an, die ich dank 0180.info wenigstens nicht auch noch bezahlen mußte.

Bedingt witzig war das Einspielen von „He Ain’t Heavy, He’s My Brother“ von den Hollies in der warteschleife, zumal ich es mir sehr oft anhören mußte, bis sich endlich mal jemand meldete. Dieser nette Herr verband mich gleich zu einem unbesetzten Telefon und irgendwann flog ich aus der Leitung. Kein problem, wozu hat man Wahlwiederholung und Freisprecheinrichtung? keine 10 Minuten später hatte ich endlich einen Herren am Draht, der mir doch tatsächlich wieder diese seltsame Firma vom letzten Mal empfehlen wollte. Dankend lehnte ich ab und bekam die Daten eines Brother-Partners in Mainz.

„Prima“, dachte ich, „und dann auch noch in Hechtsheim, das paßt super, da ich sowiesso nachher in der Richtung einen Termin habe.“

Flugs rief ich also dort an, um zu erfahren, wie lange heute geöffnet ist.

Die Antwort war ernüchternd.

„Sie sind in Frankfurt rausgekommen. Ware in Mainz wird Dienstag und Donnerstag zwischen 8:00 Uhr und 10:00 Uhr angenommen.“

 Posted by at 2:40 p.m.