Feb. 132008
 

…durch Glücksspiel und üppigen Lebensstil in den Sand gesetzt habe? Richtig, ich werde vor den Kadi gezerrt, verliere all mein Hab und Gut und darf nach 7 Jahren bei Null wieder anfangen.
Was macht die IKB, wenn sie am wackligen Ami-Immobilienmarkt sinn- und verstandfrei einige Milliarden, warum auch immer und bar jeder Vernunft in den Sand setzt?
Richtig, sie bekommt zur Rettung eine Milliarde Geld vom deutschen Michel, vom Steuerzahler in den löchrigen Rachen geschmissen.
Hey, das sind 12,50 EUR pro Michel inkl. jedem Greis, jedem Baby, jedem Jugendlichen und jedem Arbeitslosen. Wieso eigentlich? Ich hätte all diese unersättlichen, unverantwortlichen, weil ja staatsgebundenen Kreditinstituten die Luft rausgelassen.
Denn das man im allgemeinen Finanztrudel um die US-Immobilien auch brillieren kann, zeigte letzte Woche die Deutsche Bank mit einem Rekordergebnis. Und nochmal. Wieso spielen solche renommierten und mächtigen Großbanken überhaupt am us-amerikanischen Markt um ihre nackte Existenz. Jahrhunderte lang schafften es doch Banken (und Versicherungen) immer mit fetten Gewinnen zu arbeiten. Hey, in der IKB sitzen wahrscheinlich mehr Doktoren und Professoren der Bank- und Finanzwirtschaft, als man sich vorstellen kann. Und alle taumelten mit Wollust aus nackter Profitgier ins Unheil.
Selbstgemachtes Leid – kein Mitleid meinerseits. Nur Wut über die Verschwendung kostbarer Steuergelder.

 Posted by at 8:33 p.m.
Feb. 112008
 

Tja, so drastisch drückte man Anfang der 1980er seine Gefühle aus, wenn es ums Wettrüsten ging. Eine kleine Perle deutscher Protestmusik von 1981 sei dem Leser nicht vorenthalten:
Ich hatte den Titel völlig vergessen, bin aber zufällig dank Usenet wieder darauf gestoßen.
Das ist doch viel aussagekräfiger als sein Wozu sind Kriege da.
Udo Lindenberg – Grande Finale (aus Udopia 1981)
(Text gemopst von http://www.i-songtexte.com/30980/titel/index.html)

In sieben Tagen schuf Gott die Welt
doch sieben Tage sind echt zu knapp
am achten Tag fand er das auch
schmiß sie ins Klo und zog ab
er setzt sich wieder auf seinen Thron
und läßt uns hier hängen in der Kanalisation
wir müssens ausbaden, oh Herr
die einen weniger, die anderen mehr
nun sind wir schon seit Abel und Kain
hier in der Grütze rumgekrochen
nun fängt, ja muß das denn wirklich sein?
die ganze Scheiße auch noch an zu kochen
Bedrohlich brodelt hier ein See
unheimlich bruzzelt dort ein AKW
die Angst war lange nicht so groß
die Raketen stehn auf: Achtung – fertig – los! Willkommen zum Grande Finale
die Erde geht unter, erfahren wir soeben
der Eintritt ist ohne Bezahle
Sie zahlen hier bloß mit Ihrem Leben
Der Globus ist ne große Bühne
und auch Sie werden hier als Statist engagiert
es wird so inszeniert, daß jeder krepiert
und die Puppen tanzen:
Kein Horror in Sodom und Gomorrha
immer lustig und vergnügt
bis der Arsch im Sarge liegt
immer lustig und vergnügt
bis der Arsch im Sarge liegt!
Am Tage, als der Reagan kam
und die Vulkantanzschule übernahm
rechtsherum im Rückwärtsschritt
tanzt man jetzt den Apocalypso, und alle taumeln mit Willkommen zum Grande Finale
am 30. Mai ist alles vorbei
und die Rüstungsindustriellen
sind in Bombenstimmung auf den Seychellen
in Moskau saufen sie viel Wodka
bis sie behämmert sind, und sie wetzen die Sichel
Es wird so inszeniert, daß jeder krepiert
und zuerst der Deutsche Michel
Kein Horror in Sodom und Gomorrha
Immer lustig und vergnügt
bis der Arsch im Sarge liegt
wie schön der Neutronenbomber fliegt
bis der Arsch im Sarge liegt
wie aromatisch Giftgas riecht
bis der Arsch im Sarge liegt
es gibt ne Zeitung, die niemals lügt
bis der Arsch im Sarge liegt
in Bohrleben sich ein Bohrer verbiegt
bis der Arsch im Sarge liegt
ein Ölscheich einen Goldrausch kriegt
bis der Arsch im Sarge liegt
der Krisenstab sich im Bunker verkriecht
bis der Arsch im Sarge liegt
und der Pfaffe, wie immer, seinen Segen gibt
bis der Arsch im Sarge liegt

 Posted by at 4:48 p.m.
Feb. 112008
 

So peinlich und leider auch so falsch titelt SpOn über die heutige Rede Recep Tayyip Erdoğans vor 20.000 Deutschen mit türkischen Migrationshintegrund, ach halt, nein, hier sind es auf einmal (und sicher auch treffender) Türken.
Warum falsch? Nun, intelligente Menschen wissen es schon, denn was hat ein Türke, der vor signifikant vielen Türken (keinen Deutschen) eine Rede redet mit Anglizismen zu tun…

 Posted by at 12:16 a.m.
Feb. 102008
 

Liebe deutsche Nachrichtenagenturen!
Bitte berichtet doch mal von den Amiwahlen so, wie es relevant ist, also (beinahe) gar nicht. Die Wahlen sind erst kurz von dem Star-Trek-Prequel und das ist Weihnachten, also haltet den Ball flach. Soll das ganze Jahr mit diesem öden Thema verplempert werden? Ich hoffe doch nicht!

 Posted by at 10:49 p.m.
Jan. 192008
 

…sich nun der deutsche Michel über die böse Firma Nokia aufregt, die gerade in Bochum mit der Schließung eines Werkes sich unbeliebt macht.
Die deutsche Politik (Struck, Seehofer) macht sich lächerlich mit Boykottaufrufen und benutzt nun lieber werbewirksam das iPhone. Super! Und noch besser ist die unqualifizierte Drohung, daß Nokia damit in Deutschland seinen Ruf ruiniere.
Hallo, jemand zu Hause? Nokia ist ein weltweit agierendes Monsterunternehmen, welches im ruinösen Wettstreit mit weltweit agierenden Monsterunternehmen wie Samsung und LG ist und um die Gunst von Milliarden Menschen buhlt. Und wenn die Subventionsgelder in Deutschland verzehrt sind, dann geht man eben nach Rumänien (genauer gesagt, nach Siebenbürgen)und holt sich dort Subventionen (und EU-Gelder (zu >50% aus Deutschland)) und läßt dort 800 Rumänen zu 300 EUR/Monat dieselbe Menge Händis für einen wachsenden Weltmarkt bauen, die vorher 2.300 Bochumer Arbeiter für mindestens das Achtfache gebaut haben.
So ein Konzern will und kann keine Rücksicht auf das Befinden von ein paar Bochumer Arbeitern nehmen. Deutschland ist für Produktion zu teuer und außerdem ist der Markt hierzulande mehr als gesättigt. Märkte wie die arabische Welt und Afrika sind da viel interessanter, denn dort hat man noch nicht soviel tolle Händis wie hierzulande. Wir nehmen uns also viel zu wichtig. Was interessiert eine europäische Firma, die innerhalb Europas umzieht, so ein kleines Land wie Deutschland, wenn doch die Welt
Das nennt man Globalisierung und dieser Götze rennen doch alle seit einigen Jahren hinterher. Wozu also die gekünstelte Aufregung? Als 1990 im Ossiland über Nacht da mal 10.000, dort mal 50.000 Leute vor dem Nichts standen, interessierte sich doch auch keiner dafür.
Ich werde jedenfalls mein mehr als 5 Jahre altes Nokia-Telefon auch weiter benutzen, denn als das produziert wurde, war der Standort Bochum sicher nur eine Planungsunterlage.

 Posted by at 2:07 p.m.
Jan. 102008
 

…leistet ein Freund von mir gerade Armeedienst in Afghanistan. Insofern lese auch ich jetzt alles, was zu dem Thema durch den deutschen Medienwald geistert. Bizarr fand ich den SpOn-Artikel, in dem steht, daß ein Mitglied des Deutschen Bundestages, der auch Mitglied im Verteidigungsausschuß ist, sagt:

Ich fühle mich besser unterrichtet über laufende militärische Operationen in Afghanistan, wenn ich etwa bei Wikipedia nachsehe, als in den offiziellen Mitteilungen der Bundesregierung.

Und das ist sicher nicht als Qualitätsurteil für die Wikipedia zu verstehen. Wenn unsere Soldaten da unten schon verraten und verkauft sind, dann sparen wir doch bitte Steuergelder und holen die Jungs wieder hierher. Die Hälfte der Ausgaben kann man ja aus Scham auch an Polen, Italien und das UK zahlen, damit sie weiterhin ihre Truppen stehen lassen.

 Posted by at 8:07 p.m.
Jan. 052008
 

Gestern erwarb ich spontan eine (eher teurige) Doppel-DVD, die die Aufzeichnung des 10-jährigen Bühnenjubiläum des niederländischen Plattenauflegers Armin van Buuren aus dem Jahre 2006 (und einiges mehr) enthält.
Zu meiner großen Freude und sicher der eher zurückhaltenden Begeisterung meiner Nachbarn ist die Scheibe ein echter Gewinnkauf.
Bild und Ton sind genial und die Scheibe schafft es auch im kleinen heimischen Wohnzimmer, etwas moderne Monsterdiskothekenatmosphäre zu transportieren. Ich erwischte mich jedenfalls mehrfach beim spontanen Mittanzen und Mitklatschen.
Ein großes Lob an die Kameras, denn sie zeigen neben dem Saal fast ausschließlich hübsche Mädels von der vorteilhaften Seite.
Nach einem harmlosen Auftakt mit Eller van Buuren an der Gitarre steigt peu à peu die Stimmung.
Als Armin endlich den Vorhang fallen läßt ist die Stimmung auf 100%. Spätestens hier frage ich mich, wozu man Designerdrogen braucht, denn ab hier kommt jeder normale Mensch schon voll auf seine Kosten. Ein monströser Saal mit mehr als überlautem, aber sehr wohlklingendem UTZ-UTZ und vollgestopft mit schönen und abertausenden knapp gekleideten jungen Menschen, die zu einer qualitativ hochwertigen Lichtshow abzappeln. Und das Level wird nicht nur gehalten, es wird Stück für Stück verbessert.
Als Sängerin Justine Suissa live den Hit „burning with desire“ vorträgt, kocht der Saal. Genial. Schöne Scheibe. Superkauf. Und ich habe noch nicht einmal die Hälfte gesehen. Auf der Liste warten noch andere Höhepunkte wie bspw. die Technikversion von Barbers „Adagio for Strings“.
Armin van Buuren ist für mich DER Vertreter des globalen Dorfes. Nett fand ich den Blick hinter das Mischpult. Dutzende Platten- und CD-Abspieler, ein Notebook der Fa. Apple und zig andere Geräte werden von Armin souverän bedient. Lustig fand ich den Blick auf die mehr als 1.000 weißen CDs, aus denen sich von Buuren bediente.
Sein richtungweisendes „A State Of Trance“ (einfach einmal in www.shoutcast.com in die Suchzeile eintippen) mit mittlerweile mehr als 400 Sendungen kann seit Jahren kostenfrei in der ganzen Welt per Internet mitgehört werden.
Auf seinen Monster Events sind stets junge Fans aus allen Regionen des Erde vertreten und er tritt auch überall in der Welt auf.
Auch kann ich in der Blogosphäre mitlesen, daß (deutsche) Freunde und Bekannte von mir im letzten Jahr Armin van Buuren live sahen. Allerdings sahen sie ihn in New York, in Shanghai, Dortmund oder irgendwo in Großbritannien. Daran erkennt man den Wandel der Welt. Wie befremdlich muß für diese Gemeinschaft ein religiöser oder ethnischer Konflikt anmuten?
BTW ist das der erste Blogeintrag, bei dem ich alle Kategorien angekreuzt habe.
Wie auch immer. Nochmals einen herzlichen Dank an mich, daß ich die Scheibe kaufte, an Armin van Buuren für seine Botschaft und seine Musik und an meine Nachbarn für ihr Verständnis, daß es etwas lauter wurde. Denn diese Art von Musik kann man nur sehr laut hören.

 Posted by at 5:52 p.m.