Alle Achtung, so klare und scharfe Worte hört man selten. Und sie enthalten alle auch fundamentale Wahrheiten.
Mein Dank gilt den Juristen.
… der die heutige Wahl in Bremerhaven und Bremen wie folgt in einem Forum charakterisiert, möchte ich niemandem vorenthalten:
Was soll das schon bedeuten? Wiedermal ist die Wahlbeteiligung gesunken und die Volksparteien schmelzen wie die Alpengletscher dahin. Aber die kleinen Elefanten trompeten gerade in der ZDF Runde, dass sie vollauf zufrieden sind. Fein. Trotz Aufschwung und sinkenden Arbeitslosenzahlen trauen die Wähler SPD und CDU immer weniger zu. Wie wird denn das sein, wenn wir mal wieder in einer konkunturellen Delle sind? Ob der Mecki aus Mainz dann immer noch so zufrieden in die Kamera grient? Oder die Merkelmaus? Ich fürchte nicht. Aber vielleicht schafft Herr Schäuble bis dahin den Notstand zum Normalzustand zu erklären und Wahlen aus Sicherheitsgründen abzuschaffen.
Hoffentlich habe ich mich bis dahin totgesoffen. Aber ich fürchte, dass schaffe ich nicht. Prost und Glückwunsch an alle die bei dieser Wahl gewonnen haben und zufrieden sind: Also an alle.
Ich selber sage mal nichts zu dieser Wahl. Dazu ist sie mir zu unwichtig. Man bedenke aber, daß von ca. 480.000 Wahlberechtigten nur 280.000 wählen gingen und 200.000 Leute es vorzogen, den Wahllokalen fernzubleiben.
Wahrscheinlich waren die alle am Columbuskaje, um meiner Mutter und meiner Tante und meinem Onkel zum Abschied zu winken.
Im SpOn wird heute abend über minderjährige, rumänische Kinder, im Artikel liebevoll als Klaukids bezeichnet, berichtet.
Ein Satz stimmt mich da besonders bedenklich:
Die Kinder in den überfüllten geschlossenen Heimen unterzubringen ist zudem kostspielig, bis zu 9000 Euro werden monatlich für Straftäter fällig.
Wie kommen diese 9.000 Euro zustande? Ich bezweifel diese Zahl und nenne sie willkürlich. Wenn dem aber wirklich so wäre, dann prangere ich diese irrsinnig hohen Kosten an und möchte dargelegt haben, wie sie sich zusammensetzen.
Werden die Kinder auf einem Kreuzfahrtschiff untergebracht? Oder im Hotel Adlon? Ist denn hier keiner mehr normal? Wir reden hier über 9.000 Euro! Das ist mehr, als ein Sozialhilfeempfänger im Jahr erhält und dieses Geld soll pro Monat für ein kriminelles Ausländerkind verplempert werden?
Also, wenn ich an der Macht…
Zum einen wäre der gestrige Wahlsieg der Konservativen in Frankreich, den ich sehr begrüße. Zum anderen hat unser Bundespräsident ein klares Wort gesprochen. Recht so!
…wenn sich ein Eber an ihr juckt?
Diesen Spruch würde ich gerne nach einem „Nein!“ vom Bundespräsidenten hören, wenn es um die leidige Terroristenbegnadigung geht.
Ist das jetzt ein verspäteter Aprilscherz? Wie man nachlesen kann, glaubt jeder zehnte angehende Lehrer nicht an die darwinsche Evolutionslehre.
Abgesehen davon, daß bei solchen Umfragen schon mal Unsinn angekreuzt wird, ist das doch ein unglaubliches Ergebnis.
Meiner Meinung nach zeigt es musterhaft, wie das deutsche Bildungssystem in den letzten Jahren vor die Hunde ging.
Ein Trauerspiel.
In Sachsen-Anhalt gingen gestern nur 35,5 % der Wähler ihrer demokratischen Verpflichtung nach.
Also haben sich zwei Drittel der Wahlberechtigten nicht für die Kommunalpolitik in ihrem Bundesland interessiert.
Nun jammern alle Politiker rum und fragen sich scheinheilig bestürzt, betroffen, besorgt, woran das wohl liegen könnte.
Dabei reicht ein Blick in beliebige, alltäglichen Schlagzeilen aus, um die passende Antwort zu finden.
Die Politik ist selbstherrlich und bürgerferner denn je, sie gibt sich volksfeindlich und kümmert sich um jeden Dreck, außer um die Belange der Bürger.
So einfach ist das.
Wie kann man dem Dilemma entfliehen? Patentrezepte gibt es da sicher nicht.
Aber wie wäre es, wenn sich die Politik einfach mal wieder um ihre Bürger kümmert und nicht um 1000 andere Nebensachen? Oder Gesetze für Bürger und nicht gegen Bürger beschließen?
Update:
Jetzt, 14:49 Uhr findet man die Meldung schon nicht mehr auf Spiegel Online.
Aus Verdrossenheit? Aus Scham? Oder einfach nur, weil es kein Schwein interessiert.
…werden wir derzeit überschüttet. Ein toter Deutscher, der sich für das Abendland einsetzte und dem man deswegen die Kehle durchschnitt, 32 von einem irren Austauschstudenten Erschossene und über 200 durch Bomben Getötete im Irak. Und das binnen weniger Stunden. (Von den tausenden Toten im Krieg Somalia-Äthiopien rede ich da gar nicht erst.)
Solche Konstellationen sind selten.
Sie bringen die Nachrichtensender nicht nur in Schwulitäten, was sie wie gewichten sollen, sondern sie zeigen ganz einfach auch Probleme der modernen Nachrichten“kultur“ auf.
Beim ermordeten Deutschen ziert man sich etwas, schließlich ist es nur einer und außerdem will man sich ja nicht gleich wieder in eine Reihe mit Hitler stellen.
Bei den Blacksburg-Opfern berichtet man mit penetranter Minutiosität über alles, aber auch alles, was man nicht wissen will. Daran merkt man, wie krank und erfolgsabhängig die us-amerikanische Medienlandschaft ist und wie treudoof jede Einzelheit auch hierzulande genüßlich breitgewalzt wird. Interviews mit Bekannten, Freunden, Nachbarn, Fotos aller Opfer inkl. kurzer Lebensläufe und erschütternde Berichte quellen aus jeder Medienritze.
Und über die Anschläge in der irakischen Hauptstadt berichtet diese Medien natürlich auch täglich, nüchtern, sachlich, akkurat. Doch war dort in den letzten Tagen die echte Hölle los. Eine wichtige Brücke flog in die Luft, Teile des Parlaments stehen nicht mehr und man kann die Opfer der (Selbstmord-)attentäter gar nicht zählen.
Wo liegen nun die Probleme?
Ich empfinde diese Reizüberflutung als Belastung. Die Gefahr der Gewöhnung und Abstumpfung ist durchaus gegeben. Außerdem gewichtet man unwillkürlich und brüskiert damit sich und andere und legt Feuer an bereits Schwelendes.
Nicht, daß ich ein riesiger Fan vom Irak bin, aber immerhin rennen dort seit Kriegsende abendländische Soldaten rum, angeblich, um die Sicherheit zu gewährleisten, also hat er mich, zumindest peripher zu interessieren.
Doch ich käme mir als Muselmane auch als Mensch zweiter Klasse vor, wenn man stundenlang über den Amokläufer im Amiland palavert und die 200 Landsleute von mir mit wenigen Worten abtut, die mittlerweile nur noch abgedroschene Phrasen sind (schlimmster Anschlag seit langem…, erwägt den Einsatz von Friedenstruppen…, …Selbstmordattentat, …zündeten einen Sprengsatz…, …sprengten sich in die Luft…)
Insgesamt törnen alle Meldungen durch immer gleiche Wortwahl und zu häufige Wiederholung ab. Darin sehe ich eine Gefahr, denn dieses führt zur Resignation und Gleichgültigkeit.
Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma? Differenzierendere Nachrichten? Filtern? Gar Zensur?
Die Antwort kann ich nicht geben. Aber prinzipiell ist weniger mehr. Denn irgendwann kann das arme Gehirn den Außenreizen nicht mehr nachkommen und stumpft ab. Und dieses Abstumpfen (von mir aus auch Ausblenden) geschieht meiner Empfindung nach immer schneller und immer rigoroser. Und somit haben wir ruckzuck aus dem stupiden, uninformierten Mittelaltermenschen über den Umweg des heutigen Bildungsbürgers einen über- (sprich: uninformierten) und stupiden Mittelaltermenschen gemacht, halt nur eine Ebene höher und damit schwieriger zu erkennen.
Solche Entwicklungen hat Stanislaw Lem übrigens schon in den 1950er Jahren beschrieben. Allerdings hat er wohl nicht geahnt, daß noch zu seinen Lebzeiten alles in diese Richtung deutet.
Grausame Morde in deutschem Koran-Verlag – auch Türke getötet
Brutaler Mord an drei Mitarbeitern eines Koran-Verlags im Osten der Bundesrepublik: Die Täter schnitten ihren Opfern die Kehlen durch – unter den Toten ist auch ein Türke. mehr…
…bis der von der Pressemeute gejagte Herr Günther Oettinger einknickte. Mal sehen, wann er zurücktritt. Einer seiner Landsmänner durfte sich wenigstens noch die Kapsel geben, um seine Familie vor der Schande zu bewahren, mal sehen, ob Oettinger das auch darf.
Halten wir einfach fest: auch im Jahre 2007 gibt es auch nicht den Hauch von Normalität, wenn es um die Vergangenheitsbewältigung der Nazizeit geht.
Dabei dachte ich persönlich ja, daß beim Filbinger bereits 1978 alles gesagt war. Immerhin hat Herr Filbinger 12 Jahre das Land Baden-Württemberg als Ministerpräsident geführt und war in der Zeit auch ein Jahr Bundesratsvorsitzender. Die Aufarbeitung seiner Rolle zu Kriegsende im Nazideutschland schien auch spätestens 1980 abgeschlossen. Aber über ein Vierteljahrhundert bricht man wieder den Streit los, weil eben nicht an seinem Totenbett das altbekannte und ewiggleiche Lied der Bösheit und des Verbrechens gesungen wurde, sondern die erfolgreiche, jahrzehntelange Arbeit gewürdigt wurde.
Wenn man einmal in Lexika nachliest, was Filbinger nun tatsächlich Schlimmes getan hat, dann kann man sich nur wundern, daß andererseits nach viel weniger Jahren jemand begnadigt wird, der viel Schlimmeres tat und bis heute ohne Reue ist.
Aber das kann man wohl nicht vergleichen.
Unappetitlich ist jedenfalls die stets zuverlässig funktionierende Hetze, die vorher auch schon andere Leute bitter zu spüren bekamen.