Apr. 082011
 

… Frau mit ihrem Vater(?) im silbernen Opel Corsa fünf Autos vor mir. Sie fiel auf der Landstraße dadurch auf, daß sie selten schneller als 55 km/h statt der erlaubten 100 km/h fuhr. Nach einigen Kilometern kam eine Ortschaft. Dort waren 50 km/h erlaubt und die Opeldame bremste auf 25 km/h und zuckelte bis zu einer roten Ampel mit diesem Tempo und ordnete sich als Linksabbieger ein. Als unsere Schlange (mit ihr an der Spitze) Grün bekam, fuhr sie auch zögerlich los und ließ sich von Gegenverkehr, der Vorfahrt hatte und auch Lichthupe gab nicht im Mindesten beeindrucken. Die anderen Autos fuhren geradeaus weiter, so daß ich, ebenfalls links abbiegend, nun direkt hinter dem Opel war. Es ging leicht bergauf und es war kam eine enge Straße mit Gegenverkehr. Den hätte man passieren lassen müssen, die junge Frau fuhr aber mit 25 km/h und unverdrossen auf die entgegenkommenden Auto zu, die irgendwie in Parklücken auswichen oder sich zentimeterscharf vorbeiquetschen mussten. Ich wartete den Gegenverkehr ab und hatte dank des Schneckentempos den Corsa schnell wieder vor mir.
Dann kam eine scharfe Rechtskurve, in der die Fahrerin das rechte Hinterrad über den sehr hohen Bordstein quälte.
Nach der Kurve kam eine Tempo-30-Zone (Wohn- und Schulgebiet. Dort gab sie dem Opel die Sporen, so daß ich, der ich 30 fuhr, nicht hinterher kam. Doch nach dem Ortsausgang hatte ich das Auto ruckzuck wieder eingeholt, denn mehr als die in der 30ger-Zone herausgefahrenen 60 km/h fuhr sie nicht. Dann hatte ich mein Ziel erreicht. Ich hege Zweifel, daß besagter Opel das tat…

 Posted by at 9:50 p.m.
Apr. 062011
 

Gerade beim Automobil gibt es ja Tips und Tricks für alle lebenslagen. Jedes Jahr kann man lesen, wie man TReifen richtig lagert, wie man das Auto zu putzen hat, was bei Werkstattbesuchen zu beachten ist usw. usf.
So steht auch heute im Spiegel Online ein Artikel zum Thema Selbsthilfe am Auto.
Ich zitiere mal den ADAC-Experten:

Ein Satz Ring-Maul-Schlüssel in den gängigsten Größen, um Muttern lösen und festziehen zu können, Schraubendreher, eine Kombizange, einen Meter Draht, eine Rolle Isolierband, eine Taschenlampe, einen Satz Glühlampen und einen Liter Öl.“

Weiterhin liest man, daß man auch immer mitführen sollte:
– Warnweste (Gesetz)
– Warndreieck (Gesetz)
– Bedienungsanleitung (180 Seiten)
– Abschleppseil
– dicke Starthilfekabel
Wenn ich all diese Dinge in einen Smart packe, dann war’s das aber für den Beifahrer. Das alles nimmt doch Platz weg und wiegt bestimmt 10 Kilo oder mehr, die dann permanent spazierengefahren werden. Und das in Deutschland, wo man auf einen Quadratkilometer 10 KFZ-Werkstätten hat und 99% Mitglieder im ADAC sind.
Man sieht einmal wieder, daß gutgemeinte Ratschläge gut gemeint sind, aber wie immer an der Praxis vorbeigehen. Ich denke da auch an die vierzehntägige Kontrolle des Reifendrucks (inkl. Ersatzrad). Zu Käfer- und Entezeiten mag das sinnvoll gewesen sein. Ich kontrolliere in den letzten Jahren meinen Reifendruck superselten und habe dann noch nie, nie nie Korrekturen vornehmen müssen. Abgesehen davon, merke ich es, wenn der Druck nicht stimmt, weil dann nämlich das Auto schlechter auf der Straße liegt usw.
Ich jedenfalls führe in meinem Auto nur das Nötigste bzw. Vorgeschriebene mit und habe so in den letzten 20 Jahren auch prima eine Million Kilometer oder so zurückgelegt.
Und sollte ich mal eine Panne haben, die ich nicht selber beheben kann, was heutzutage bei ca. 99% aller Pannen der Fall sein dürfte, dann rufe ich den ADAC, so einfach ist das.

 Posted by at 7:32 a.m.
Apr. 032011
 

Am 31.03.2011 wurde der Newsserver der Deutschen Telekom abgeschaltet. „Zu wenig Nutzer, die Leute können in Webforen gehen, unmodern“, so die lapidare Begründung, die sich irgendwo dezent in den FAQ versteckt.
Nun wird das diejenigen, die das Usenet nie kennengelernt haben, nicht stören und die, die vor Jahren in Webforen abgewandert sind oder sich aus anderen Gründen dem Usenet abgewandt haben nur ein Schulterzucken entlocken. Klar, die Glanzzeit im (deutschsprachigen) Usenet ist deutlich vorbei, in den meisten Gruppen herrscht gähnende Langeweile, es fehlt an Nachwuchs (der nie kommen wird), an Themen (meist alles episch ausgewälzt zu Ende diskutiert) und an Reaktionen (man kennt sowieso schon alle und alles).
Dennoch gibt es einige Usenetgruppen, die voll im Leben stehen und deren Lektüre Spaß bereitet und bildet.
Ich selber, der mehrere Jahre aktiv im Usenet teilnahm und seitdem immer „aktiv“ lurke wurde jedenfalls vom Abschalten des Servers kalt erwischt. Mittlerweile habe ich einen Ersatzserver am Laufen, aber man kann davon ausgehen, daß das ein weiterer und erfolgreicher Todesstoß für das Usenet ist. Der erste Dochstoß wurde übrigens vor 10 jahren von Google geführt, die das finanziell angeschlagene, aber bis heute unerreichte Deja News übernahmen und so verkrüppelten, daß es kaum nutzbar ist und man sich auf Ergebnisse nicht mehr verlassen kann. Den zweiten Todesstoß vollführte der technische Fortschritt in Zusammenarbeit mit dem Nachlassen der Aufmerksamkeitsspanne und der Zunahme der Informationsflut.
Oder einfacher: der Nachwuchs blieb aus, es gab viele neue (und bequemere) Möglichkeiten der Kommunikation.
Das kann man bedauern und sich dagegen stemmen, aber ändern kann man es nicht. So bleibt einem die Erinnerung an eine sehr schöne Onlinezeit, wo man noch eine hohe Diskussionskultur hatte und pflegte, wo man „unter sich“ war, wo man unheimlich viel echtes Wissen von echten Menschen erhielt.
Erstaunlich im Nachhinein ist, daß man am Auf- und Niedergang des Usenet sehen kann, wie beliebig, wie kurzfristig und wie oberflächlich unsere Zeit geworden ist. Ich lernte das Usenet erst 1999 kennen, da hatte es seine Glanzzeit und war doch erst wenige Jahre verbreitet (wer hatte 1995 schon einen Computer mit Internetzugang, der bezahlbar war?).
Gerade im Zusammenhang mit der neuen Serie Futurama von Simpsons-Schöpfer Matt Groening, war das Usenet für mich DER Platz, an dem man sich am besten über diese Fernsehserie informieren und austauschen konnte. Doch noch mehr galt das später für die Simpsons. Durch die Newsgroup de.rec.tv.simpsons entstanden seit 1999 so viele persönliche Kontakte, Freundschaften, Treffen usw., das diese Geschichten ein gelungenes Beispiel für die Vorzüge des Netzes bilden.
Mit dem Niedergang der Simpsons, dem Umschwenken der neuen Fans auf Webforen und auch dem Erwachsenwerden (viele Nutzer waren 1999 noch Schüler) wurde es dann Jahr für Jahr immer stiller.
Wo zu Hochzeiten täglich mehr als 100 Beiträge zu lesen waren, gab es diese Posting-Anzahl wenig später nur noch im Monat. Seit zwei Jahren ist die Newsgroup faktisch tot, ein Löschantrag nur noch Formsache.
Vom Aufleben zum Sterben in weniger als einer Dekade, das ist wirklich kurzlebig. Und es wird immer schlimmer, die Spirale dreht sich immer schneller. Nehmen wir MySpace, 2003 gegründet, jetzt schon so gut wie weg vom Fenster. Neue Hypes werden noch schneller etabliert sein und noch schneller verschwinden, als man sich das heute vorstellen kann.
Warum wir uns diesem Stress unterwerfen soll und kann nicht in diesem Beitrag geklärt werden, mir war nur wichtig, an das Usenet zu erinnern und mich zu ärgern, daß es so für Telekomkunden enden mußte; unwürdig, heimlich, still und leise.

 Posted by at 7:24 a.m.
März 312011
 

Wie ich kürzlich in Hoffnungsschimmer schrieb, saniert man derzeit an der Schiersteiner Brücke die Hochspannungsmasten. Hier mal zwei Bilder dazu. Man verzeihe die Qualität, die Bilder schoß ich aus dem fahrenden Auto und das Wetter war auch schlecht. Auf dem ersten Bild sieht man drei Personen auf dem Mast. Bild 2 zeigt das Kabelgewirr, dem diese Menschen Herr werden müssen.
3 Leute klettern auf einem
Mast herum
Neue Kabel werden gespannt, noch hängen sie wirr herunter

 Posted by at 8:50 p.m.
März 302011
 

Nein, ich meine nicht die BLOED-Zeitung, ich meine ganz allgemein, daß es mit der Volksverblödung vorangeht.
Wie sonst kann man erklären, daß wir es uns als das (ehemalige) Volk der Dichter und Denker gefallen bzw. vorschreiben lassen, was allzu banal und selbstverständlich ist?
Das ganze schwappte aus dem Amiland rüber. Zuerst waren es Erdnußpackungen, auf denen stand, daß in ihnen Erdnüsse vorhanden sind. Da haben wir noch gelacht. Die nicht in der Mikrowelle zu trocknende Katze mag sogar eine UL sein.
Doch dann nahm die Verdummungs- und Verklavungsmaschinerie langsam Fahrt auf.
Zuerst nervte sie in den 1990er Jahren mit dem leidigen Hinweis auf „Arzt und Apotheker“, die man zu Risiken und Nebenwirkungen konsultieren mußte. Die gebetsmühlenartigen Wiederholungen dieses öden und überflüssigen Spruchs, den irgendwelche Gutmenschen oktroyierten, war einer der Gründe, warum ich heute kein Fernsehen mehr schaue.
Doch immer weiter ging es, neben mutmaßlichen Tätern, rechtsextremen NPDs und neuerdings Familienvätern verkam nicht nur die Sprache zu einem schwurbeligen Brei, sondern die Perfidität des Dummen feierte neue Erfolge. Nicht nur bei den Aufdrucken auf den Zigarettenschachteln, dort mag sogar etwas Moral und Hoffnung dahintergestanden haben. Doch spätestens mit „Bier bewußt genießen“, was man auf den heutigen Bierflaschen ebenso flächendeckend und nutzlos findet wie den Grünen Punkt, war es mit dieser Moral vorbei.
Und es geht noch zu toppen. So werden jetzt bei der Lottoreklame auch immer die 1 zu 140 Millionen Gewinnchancen genannt und davor gewarnt, daß Glücksspiel süchtig machen kann.
Ein normaler Mensch weiß das auch so und derjenige, an den diese Warnung gerichtet wird, ignoriert sie doch sowieso, es ist echt zum Wimmern.
Aber seit Kurzem gibt es einen neuen Angriff auf meine Nerven.
Ich kaufe seit Jahren immer das gleiche Brot beim Bäcker, ein kleines Roggenbrot. Das schmeckt mir, ist meist ausgebacken und ist entsprechend lange haltbar.
Vor ein paar Wochen ging es dann los. Ich wollte mir, wie immer, das Brot schneiden lassen, denn ich friere die Scheiben ein.
Da fragt doch die Verkäuferin im „Arzt-oder Apothekerton“: „Wenn ich das Brot schneide, ist es kein Bio mehr.“
Und tatsächlich, wenn man sich ein Biobrot (und ich wußte bis zu dem Zeitpunkt nicht einmal, daß es ein Biobrot war, da ich mir auch absolut egal ist) kauft und es schneiden läßt, _müssen_ die Verkäuferinnen darauf hinweisen, daß es durch das Schneiden in der Maschine, in der schrecklicherweise vorher Nichtbiobrot geschnitten worden sein könnte, zu Kontaminierungen mit Nichtbiobrot kommen könnte und damit das Biobrot seinen Status als Biobrot verliert und zum ordinären Brot mutiert. Freilich nicht, was den Preis angeht.
Um so einen Dreck kümmert man sich also, so wird man wieder ein Stück mehr verblödet und entmündigt.
Ich jedenfalls kaufe ab nun bewußt _kein_ Biobrot mehr, damit ich den doofen Spruch „Wenn ich’s schneide, ist’s kein Bio mehr.“ nicht mehr hören brauche.

 Posted by at 3:16 p.m.
März 292011
 

SE
… wenn man feststellen muß, daß einem die Antivirensoftware die Diplomarbeit madig macht.
Dabei ist Adobe schuld, denn ich klickte im neuen, supermegalahmen und fetten Adobe Reader römisch 10 aus Versehen die Tastenkombination fürs Vorlesen (Strg+Umschalt+Y). Ja, Adobe liest jetzt auch die PDFs vor. Naja, die mit erkennbaren Text. Wenigstens weiß ich jetzt, warum diese Software so übel lahmt.

 Posted by at 9:56 p.m.
März 292011
 

WTF, das steht für What The Fuck, also einen erstaunten Ausruf.
Und WTF kann man ruhig ausrufen, wenn man liest, daß ein 22jähriger mit 290 km/h in der Nähe von Hamburg vor der Polizei davonraste. Daß es ein Brasilianer in einem 7er BMW mit polnischen Kennzeichen ist (so berichtete der NDR), interessiert da schon nicht mehr.
Interessant ist das witzige Strafmaß. 4 Punkte in Flensburg (zum Vergleich: ich bekam 3 Punkte fuer 129 km/h statt 100 km/h auf einer leeren dreispurigen BAB im Niemandsland), ein paar Monate Fahrverbot und 1.800 EUR Geldstrafe. Ok, letztere tut weh, aber nur dem Normalbürger, sicher aber nicht einem Drogendealer, denn wer kann sich schon ehrlich ein solche Auto als junger Rotzer leisten?

 Posted by at 8:10 p.m.