März 282011
 

Die Fernsehanstalten, die nonstop wollüstig in Zeitlupe jeden noch so unerträglichen Müll ausstrahlen, wandeln sich angeblich angesicht der Erdbebenkatastrophe von Japan.
Ach halt, es ist hierzulande ja zur reinen Atomkatastrophe verkommen. Die halbstündlichen dümmlichen Meldungen von Block sowieso und erhöhten Strahlungswerten, die 1250 mal höher sind (ohne Bezugsgrößen zu wem oder was zu nennen) nerven jedenfalls gewaltig.
Doch nun gilt es, Rücksicht zu nehmen.
Rücksicht auf, ja was eigentlich? Egal, man nimmt Rücksicht und streicht ein paar unpassende Simpsons-Folgen aus dem derzeitigen Sendeablauf.
So wie man Ende 2004 Joachim Witt nicht „Hier kommt die Flut“ oder, noch viel übler, Juli nicht mehr „Die perfekte Welle“ singen ließ.
Ich wette, die haben jetzt bestimmt auch wieder Sendepause.
Nun nimmt man vermeintliche Rücksicht auf, ja auf was eigentlich? Echte Fans der Serie verstehen den ursprünglichen Sinn des SNPP und dem durchschnittlichen Simpsons-Gucker wird bestimmt nicht vor Betroffenheit der Atem stocken, wenn Homer durch pures Glück eine Kernschmelze abwendet.

 Posted by at 9:25 p.m.
März 282011
 

Der Bordcomputer meines Autos meldete seit einiger Zeit „Service jetzt!“ Nun, man soll ja auf sein Auto hören. Dieser Service umfaßt auch den Wechsel der Zahnriemen, was erfahrungsgemäß aufwendig und somit teuer ist. Also entschloß ich mich, die große Inspektion von Herrn Michael Hösel in Thalheim/Erzgebirge durchführen zu lassen, der mir auch in den vergangenen Jahren bei Reparaturen, Umrüstungen und Inspektionen treu zur Seite stand. So meldete ich mich für eine Zahnriemendurchsicht an. Da diese nicht an einem Tag samt An- und Abreise zu schaffen ist und meine Mutter mittlerweile an der Ostsee wohnt, hatte ich ein Unterkunftsproblem. Doch wo Probleme sind, gibt es auch Lösungen. So hatte mein ehemaliger Passat ebenfalls eine Durchsicht nötig und der Besitzer des Passats wohnt zufällig nur 60 Kilometer weg, also ebenfalls im Erzgebirge.
Hier nun der Ablauf.
Montag, 21.03.11
4:30 Uhr klingelt der Wecker, 5:00 Uhr geht es los, 460 Kilometer sind es via Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt. In Bayreuth tanke und frühstücke ich und bin kurz vor 9:00 Uhr in der Werkstatt.
Dort fangen Michael und ein Gehilfe sofort an, die Front meines Autos zu demontieren. Nachdem ich nach einer Stunde merkte, daß meine klugen Ratschläge nicht benötigt werden, ging ich durch den Ort, um die Eltern eines Studienfreundes zu besuchen. Blöderweise war niemand zu Hause, aber nur wenige Minuten vergingen, bis sich per Mobiltelefon der Passatbesitzer samt Frau, also Uli und Corinna meldeten.
Wenige Minuten später fuhren wir gemeinsam zur Werkstatt, wo Michael den Passat überprüfte, um entsprechende Ersatzteile bestellen zu können.
Anschließend fuhren Uli, Corinna und ich mit dem Passat nach … Altenburg! Nunja, das ist ja nur 50 Kilometer weg und dort kenne ich mich ganz gut aus.
In Altenburg gab es erst einmal für alle eine Thüringer Rostbratwurst. Dann saßen wir noch bei strahlendem Sonnenschein vor einem Eiscafe. Anschließend kauften wir Senf im Senfladen und Ziegenkäse in der Stadtinformation.
Es folgte eine kleine Stadtführung, denn Altenburg bietet viele interessante Gebäude. Zum Schluß kauften wir noch Altenburger Bier und beim berühmten Fleischer Zschammer Bratwurst, geräucherte Sülzwurst und Griebenschmalz.
So gerüstet fuhren wir heim. Heim bedeutet in diesem Fall Zethau, ein Ortsteil von Mulda, einer Gemeinde, die südlich von Freiberg in Sachsen liegt.
Dort ist die Welt noch ein bißchen zu in Ordnung, denn außer Schnee, Schlamm, schlechten Straßen und Langzeitarbeitslosen bietet der Ort nicht allzuviel.
Wir aßen Abendbrot, tranken ein, zwei Bierchen und schnell war die Zeit der Nachtruhe herangerückt.

Dienstag, 22.03.11

Frühstück, Telefonate, Tagesplanung und dann fuhren wir auf blauen Dunst nach Thalheim. Das sind zwar nur 65 Kilometer, aber dank der Straßen, Fahrer, Orte usw. schafft man diese Strecke nicht unter einer Stunde. Dafür kommt man an interessanten Orten vorbei wie Kalkwerk
(dort versteckte man die Dresdener Kunstschätze im Krieg) oder das endlos lange Gelenau.
Gegen Mittag waren wir vor Ort und gingen erst einmal fein im Gasthof „Paradies“ in Dorfchemnitz essen.
Dann schauten wir uns die nahegelegenen und prominenten Plutone, die Greifensteine an.
Endlich meldete sich Micha, mein Auto war fertig. Neue Reifen, neue Bremsscheiben, Getriebeölwechsel, Zahnriemen und und und hatten die Rechnung auf satte 2.500 EUR anwachsen lassen. Naja, meine Schuld, was fahre ich auch soviel herum.
Wir zogen in mein Auto um und überließen den Passat Michaels kompetenten Händen.
Schnell kauften wir noch etwas zum Abendessen ein und nach einer mühseligen Heimreise genossen wir einen ruhigen Abend bei Tee und DVD.
Mittwoch, 23.03.11
Auch heute wieder Kaiserwetter, keine Wolke am Himmel, doch mit 4 Grad ist es doch recht frisch am Morgen.
Wir hatten beschlossen, einen Urlaubstag einzulegen. Das 70 Kilometer entfernte Dresden ist dafür natürlich ideal.
So besichtigen wir den schönsten Milchladen der Welt, fuhren mit der ältesten Standseilbahn der Welt in Loschwitz, sahen das blaue Wunder und elbabwärts die leidige Seeschlößchenbrücke und genossen zum Mittag ein geistiges Getränk im Ausflugslokal Loschwitzhöhe. Mit anderen Worten: uns ging es richtig gut.
Den wunderschönen Tag beschloß ein ausgezeichnetes Essen am Fuße der Frauenkirche.
Donnerstag, 24.03.11
Es liegen immer noch Schneereste im Hof, es ist morgens immer noch saukalt und es ist immer noch strahlendblauer Himmel. Wir fahren erneut nach Thalheim. Ulis Passat ist fertig, seine Regeneration kostete „nur“ die Hälfte von meiner. Wir verabschiedeten uns voneinander. Ich bekam bei den nun anwesenden Eltern meines Studienfreundes ein feines Mittag, schwätzte noch ein wenig, holte in Altenburg noch Mutters olle Sommerreifen ab und dann ging es wieder heim.
Vier Tage „Urlaub“, vier Tage Sachsen, vier Tage in einer anderen Welt.
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Der Hauptmarkt von Altenburg. Links vorne gab es Roster, rechts hinten Eis und Kaffee.
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Das Naturtheater in den Greifensteinen.
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Die älteste Standseilbahn der Welt.
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Blick über das Elbtal von den Loschwitzer Höhen aus. Die Brücke ist das blaue Wunder.
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Der Service war nötig, die Zahnriemen waren brüchig und so sah einer der Keilriemen aus.

 Posted by at 8:44 p.m.
März 282011
 

Fassen wir doch mal die Landtagswahl hier in Rheinland-Pfalz zusammen.
Platz 1: mit respektablen 38,2 % – die Nichtwähler, ok die zählen ja nicht.
Platz 2: 35,7 % für die SPD, die fast 10 % einbüßt.
Platz 3: 35,2 % für die CDU, die sich sogar leicht verbessert hat und knapp an der SPD dran ist.
Platz 4: diesen belegen mit 15,4 % die Grünen. Sie schafften 2006 keine 5 % und sind nun in der Lage, mit Beck zu kungeln. Ich würde aber trotzdem zur CDU gehen, die GFrau ist jünger, hübscher und hat bestimmt auch Beziehungen zu Wein.
Die restlichen 13,4 % teilen sich die kleine und unbedeutende Parteien, die man nicht gesondert erwähnen muß.
Also haben die Bürger Vertrauen zu den Grünen. Ein Glück, nun werden in Rheinland-Pfalz endlich alle Atommeiler stillgelegt!

 Posted by at 5:53 p.m.
März 262011
 

…Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz. In Letzterem wählte ich ja schon per Brief. Aus Spaß ließ ich mal meine Meinungen durch den Wahlomaten von BaWü laufen. Hier ist das Ergebnis.
Wahl

 Posted by at 9:57 p.m.
März 202011
 

… sollte man gerüstet sein. Der Bund verplempert sein Geld nicht nur, sondern kümmert sich mit seinem Amt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sogar um sein Ureigenstes, sein Volk. So kann man auf der Internetpräsenz eine Broschüre laden, in der sehr ambitionierte, aber oft auch realitätsferne Empfehlungen stehen. Nach der Lektüre hat man zumindest das ungute Gefühl, alles falsch gemacht zu haben, denn ich habe bspw. nicht einen Bruchteil der empfohlenen Vorräte im Hause.

 Posted by at 4:39 p.m.
März 202011
 

Seit langem habe ich mal wieder Die Vögel vom zu Recht so genannten Altmeister Alfred Hitchcock gesehen. Wer diesen Kultfilm nicht kennt, hopp hopp!; so schnell es geht nachholen, ich verspreche, es lohnt sich. Für die Kenner einige Gedankensplitter dazu:
– Hey, der ist ja schon in Farbe!
– Die Hauptdarstellerin („Tippi“ Hedren) ist bildschön.
– Die Hauptdarstellerin hat todschicke Sachen an.
– Ihr (auch heute noch absolut geniales) lindgrünes Kostüm und den Pelzmantel trägt sie drei Tage hintereinander.
– Sie ist nicht nur die Mutter von Melanie Griffith, sondern auch Linkshänderin.
– der Film ist (immer noch) verstörend.
– Wow, was ein Film!
Nach so langer Zeit hat die Horrorwirkung ja nachgelassen, so dachte ich mir vor Einlegen der Schnickschnackscheibe. Und ich glaubte auch daran. Aber als ich mir dann die Ohren zuhielt und irgendwelche Melodien summte, um mich vom Film abzulenken, merkte ich, daß dem so nicht war.
Nichtkenner sind hiermit eingeladen, sich dieses Meisterwerk bei mir in bester Bild- und Tonqualität anzuschauen.

 Posted by at 2:22 a.m.
März 182011
 

Aus München erhielt ich gestern Abend einen Anruf von einem Umfrageinstitut. Ein Mädel mit sehr angenehmer Stimme stellte mir diverse Fragen, bunt durch den Gemüsegarten, Alter, Bildung, Vermögensverhältnisse usw. usf. Doch dann kam es:

Sie: „Wenn nächsten Sonntag Landtagswahlen in Ihrem Bundesland wären, wen würden Sie dann wählen?“
Ich: „…Hey Moment mal, nächstes Wochenende SIND Landtagswahlen in meinem Bundesland!“
Sie: „Echt jetzt? Gnihihi. Also wen wählen Sie dann nächste Woche?“
Ich: „Ich habe schon gewählt.“
Sie: „?!?“
Ich: „Briefwahl?“
Sie: „“
Ich: „Man kann sich die Wahlzettel im Voraus per Brief schicken lassen und dann zu Hause wählen und dann per Brief zurückschicken. Das nennt man dann Briefwahl und ich habe genau eine solche Briefwahl getätigt.“
Sie: „Ach das! Ja und, wen haben Sie denn gewählt? SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke, Republikaner oder NPD?“
Ich: „Da fehlen aber noch ein paar Parteien, die Piratenpartei zum Beispiel.“
Sie: „Gut, die schreibe ich noch dazu. Und wen haben Sie nun gewählt?“
Ich: „Tut mir leid, aber das kann ich Ihnen nicht sagen, denn die ursprüngliche Frage war fiktiver Natur, meine Antwort hingegen wäre ja konkreter Natur.“
Sie (pfiffig): „Nächste Frage…“

Dann kamen noch ein paar Atomausstiegsfragen, wo keine Stolpersteine mehr lauerten. Aber am Schluß verwirrte ich die Ärmste noch einmal, denn auf die Frage, wie viele Telefonnummern in meinem Festnetzanschluß enthalten seien, antwortete ich wahrheitsgemäß mit „10“. Das war ihr dann zuviel.

 Posted by at 1:31 a.m.