Okt. 052010
 

Und ich habe gerade zwei Werke der Weltliteratur in Arbeit. Da wäre zum ersten Franz Kafkas Proceß, doch dazu in einem spätereren Beitrag mehr.
Und gestern im Auto zu Ende gehört: Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
Beides bereute ich in keinster Weise. Alexander Solschenizyns Werk von 1962 hinterließ einen bleibenden Eindruck und Herrn K.s Probleme sind meinen durchaus ebenbürtig.
Von daher werde ich mich wohl demnächst einmal auch an andere große Werke wagen, solange es nicht Ulysses ist…

 Posted by at 8:04 p.m.
Sep. 302010
 

… verstarb gestern im Alter von 85. Ich möchte hier keine Laudatio halten, das sei anderen Menschen vorbehalten. Viele mögen sich an ihn, wenn überhaupt, noch an ihn erinnern als dandyhaften Millionär an der Seite von Roger Moore in der Fernsehserie „Die Zwei“.
Doch zu seinen Ehren, zu seiner Erinnerung sah ich mir gerade den Film Manche mögen’s heiß an. Wer den Film kennt, der kann an dieser Stelle mit Lesen aufhören.
Doch wem dieser Film, nicht sagt, der schaue ihn sich unbedingt an, gerne auch bei mir. Dieses Werk ist nicht umsonst unter den Top 100 der besten Filme aller Zeiten. Und das völlig berechtigt. Und das als schwarz-weiß-Film ohne tolle Effekte. Ja, 1959 gab es noch Geschichten, die so raffiniert verfilmt wurden, daß man sie auch problemlos zwei Vierteljahrhunderte später noch 100% genießen kann, darüber sollte ein Mädchen einmal nachdenken.
Daher an dieser Stelle ein Appell an alle Nichtkenner des Films: Schaubefehl! Jederzeit gerne bei mir.

 Posted by at 8:45 p.m.
Sep. 292010
 

Ende Juli lud ich Ware in mein Auto ein, welche ich im Mediamarkt kaufte. Als ich das letzte Paket vom (Unterflur-) Einkaufswägelchen ins Auto wuchtete, kullerte das nunmehr leere Wägelchen gemächlich Richtung nächstes Auto. Da ich schlecht deswegen das schwere Paket mit 500 Euro teurer Technik fallenlassen konnte, wuchtete ich es in den Kofferraum und ging zu meinem Wägelchen, welches an einem benachbarten Autos Stoßstange zum Stehen kam. Es war für mich an diesem Auto keinerlei Schaden sichtbar; wie auch, denn was soll ein leerer Einkaufswagen, der gemächlich ein paar Meter über einen ebenen Parkplatz rollert und an einer Stoßstange anhält schon für einen Schaden anrichten? Der ganze Vorfall besaß für mich keinerlei Wichtigkeit oder Schöpfungshöhe, um weiter Gedanken daran zu verschwenden.
Mitte August erhielt ich nun einen Anruf von der für meinen Wohnbezirk zuständigen Polizeistelle Mainz-Lerchenberg. Eine junge Polizistin erklärte mir, sie ermittle in einer Fahrerfluchtsache, ob ich das Kennzeichen sowieso und einen PKW sowieso hätte und dann und dann dort und dort gewesen wäre. Sie besitze Fotos einer verkratzten Stoßstange und es müsse nun gegen mich eine Ermittlung geführt werden und ich solle am Montag dann und dann aufs Revier kommen.
Geschockt, wann habe ich schon mal mit der Polizei zu tun, überlegte ich so lange, bis mir obenbeschriebene Episode wieder einfiel. Da mußte also ein besorgter Bürger alles beobachtet, mein Nummernschild notiert und die Sache bei der Polizei zur Anzeige gebracht haben.
Gewitzt durch diverse Erfahrungen mit den staatlichen Organen, befragte ich befreundete Anwälte, wie ich mich in dieser Sache zu verhalten hätte. Diese meinten, ich brauche nicht zur Polizei zu gehen und solle erst einmal abwarten.
Lange mußte ich nicht warten, ich erhielt relativ rasch einen Befragungsbogen zur Stellungnahme. Dort schrieb ich wahrheitsgemäß, daß ich mir keiner Schuld oder Handlung bewußt sei und dachte, damit sei die Sache erledigt.
Pustekuchen!
Ende August bekam ich folgendes Schreiben:
Schriebs
Straftat? Tatzeit, Tatort? Hinreichender Tatverdacht? Hey, ich habe nichts gemacht und nichts gemerkt was soll das denn. Ok, immer mit der Ruhe, die Sache ist wegen fehlendem öffentlichen Interesse eingestellt, wenn, ja wenn…
Schriebs
Wie bitte?!? 400 EUR für nix? Ich beschloß, mich zu wehren. Doch mehrere, teils ausführliche Gespräche mit verschiedenen Anwälten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis führten dazu (Hauptgründe: Zeit, Ärger, Anwaltskosten, Akteneinsichtsgebühren usw.), daß ich mich heute zähneknirschend als kultureller Spender betätigte und vorhin von meinem sauer verdienten Geld 400 EUR abzwackte. Für nichts! Und der BlockwartTyp, der mich denunzierte, hat nun seine Freude. Der Autofahrer dessen Stoßstange „beschädigt“ ist, ist übrigens außen vor.
Der kann mich jetzt theoretisch zivilrechtlich verklagen und in einem anzustrengenden Verfahren auf die Ersetzung des Schadens klagen. Doch es gibt ja keinen Schaden, zumindest keinen von mir verursachten Schaden.
Übrig bleibt also das schale Gefühl, daß ein „aufrechter“ Bürger jemanden wegen nichts denunziert und man in den Mühlen der Staatsanwaltschaft hängenbleibt und zu völlig überzogenen Zahlungen genötigt wird. Ich wette, daß ein solches Verfahren gegen Nichtnormalbürger gar nicht erst eröffnet worden wären.
Ich jedenfalls überlege mir jetzt, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, denn damit lohnt es sich nämlich wieder, sich gegen solche Auswüchse des modernen (und offensichtlich armen) Rechtsstaates zu wehren.
Übrigens wurde mir vor einigen Jahren in Osnabrück der Fahrerspiegel (in Wagenfarbe lackiert, beheizbar, elektrisch) abgefahren. Ich rief die Polizei, die sagte „wegen solcher Kleinigkeiten komme man nicht.“ Klar, damals hatten sie noch Räuber zu fangen.

 Posted by at 7:30 p.m.
Sep. 282010
 

Ich verweise mal auf ein Stück sequentieller Kunst.
Warum?
Nun, wer sich die Mühe machte, alles seitenverkehrt zu lesen, der gehe in Gruppe 1.
In Gruppe 2 gehören alle, die sich keiner Mühe unterwarfen und aufgaben.
In Gruppe 3 gehen die Pfiffigen, die einen Handspiegel holten oder die Seite extra noch einmal im Notebook öffneten und zum Spiegel eilten.
In der letzten Gruppe finde ich mich wieder. Ich machte einen Bildschirmschnappschuß, den ich im Irfanviewer mit H horizontal spiegelte. 😎

 Posted by at 9:36 p.m.
Sep. 282010
 

Statistiken nach dem Studium sind cool. Von daher auch von mir eine kleine Nachlese. So ein Studium kostet ja bekanntlich Geld. Ich bezahlte für meine 10 Semester 2.000 EUR Studentenbeitrag und nochmals um die 5.000 EUR an Unternehmerbeitrag. Dazu kommen die pro Jahr 90 x gefahrenen 30 Kilometer, also gesamt auch mehr als 5.000 Kilometer.

Ganz schön viel Zeit und Geld gehen für ein Studium drauf. Da möchte man, auch angesichts der momentanen Armutsdebatten, meinen, daß sich die ach so armen Studenten im Internet um günstige Fachliteratur kümmern.
Fehlanzeige!
Ich präsentiere eine Tabelle, aus der ersichtlich wird, was ich für ein gutes Dutzend aktueller Standardfachbücher erlöste.

Fachbuchverkauf

Die beiden in der vierten Spalte grau unterlegten Erlöse sind sogar je um 85 Cent höher, da die Käufer mir das Porto bezahlten.

Ich versichere an dieser Stelle, daß alle Bücher in einem sehr guten Zustand waren und in aktueller, maximal vorletzter Auflage vorlagen. Alle Billigwerke und Selbstbeweihräucherungen von lokalen Professoren hatte ich selbstverständlich aussortiert.

Natürlich verkaufte ich die Bücher in erster Linie aus sozialen Gründen. Junge Menschen sollten günstig an Studienliteratur gelangen. Ich bot alle Bücher versandkostenfrei zur abgerundeten Hälfte des Neupreises und weniger zum Sofortkauf an. Die dadurch entstehenden Gebühren hätte ich mir sparen können, niemand zog diese Option. Das teuerste Buch überhaupt, welches mich 2009 fette 90 EUR kostete und das heute immer noch nicht wesentlich günstiger zu haben ist, wurde sogar gänzlich verschmäht.

Abgesehen davon bereitet eBay wirklich keinen Spaß mehr. Erstmal die doofen Fragen. Hey, wenn ich die ISBN eines Buches angebe, die Auflage und vom Titel auch noch ein selbstgescanntes Foto bereitstelle, dann muß man mich nicht noch fragen, welche Auflage das Buch hat. Dazu die endlosen nervigen Mehls mit tausend erhobenen Zeigefingern und Entmündigungen. Und warum die Leute dann auch anderthalb Wochen zur Überweisung oder Paypal-Zahlung(!) von den paar Quieksern benötigen bzw. es bis heute nicht auf die Reihe bekamen, mir einen EUR zukommen zu lassen, ist mir auch ein Rätsel. Sei’s drum, ich hätte es ja nicht machen müssen.

Dennoch frustrierend, wenn man dann ein 1-EUR-Buch in eine Verpackung steckt, per Lineal und Küchenwaage eine 0,85 EUR-Büchersendung ermittelt und diese dann zwei Tage später zurückkommt und mit 0,55 EUR nachfrankiert werden muß, weil irgendwas nicht der Vorschrift entsprach. Komischerweise kamen die anderen, identisch verpackten und frankierten Sendungen aber an. Klar hatte ich „von der Post zu Kontrollzwecken leicht zu öffnen“ kreativ interpretiert, aber ich wollte nun ganz bestimmt nicht auch noch teure Buchversandtaschen kaufen.
Nicht zu erwähnen brauche ich an dieser Stelle, daß der Empfänger dann auch noch nervte, wo die Sendung bleibe.
Auch nicht lustig ist es, wenn das fette Fachbuch 1031 Gramm wiegt und somit für eine Büchersendung zu schwer wird. Und natürlich betraf das mehrere Werke. Bis auf eines, das wog nur 956 Gramm. Und natürlich hatte ich keine Verpackung, die weniger als 44 Gramm samt Marke wiegt…

Zu meinem Glück fehlt mir jetzt eigentlich nur noch das Finanzamt, welches feststellt, daß ich mit so vielen Auktionen eigentlich ein gewerblicher eBayer sei und mir noch 19% meines kargen Gewinns vereinnahmt. Und dann klagen sofort irgendwelche Abmahndeppen, weil ich eine der 1.000.0000 AGBs übersah oder flahcs interpretierte…

Der Leser merkt es schon…viel Frust, doch so schlimm war es eigentlich nicht, wie beschrieben.

Dennoch mache ich so eine Aktion NIE WIEDER!

 Posted by at 7:26 p.m.
Sep. 282010
 

… ein „Künstler“, der sehr spät noch auf den Zug der NDW aufsprang. Obwohl seine Lieder eher dem banalen Schlager zuzuordnen sind, hatte er seltsamerweise noch einigen Erfolg. So wurden mir in BR3 so oft seine beiden unsäglichen Liedlein vorgespielt, bis ich sie nicht mehr vergessen könnte.
Dabei war er doch zu Recht völlig in Vergessenheit geraten. Und tatsächlich findet man nur noch eine seiner Singles bei ePay, für die der Verkäufer mutige 42 Euronen verlangt.
Auf der Single ist übrigens noch das bessere Lied drauf, nämlich

Leberkäs mit Ei, am Morgen – am Abend usw usf.

Doch dieses dümmliche Liedlein wird noch getoppt durch, mir fiel es leider vor wenigen Tagen wieder ein und seitdem werde ich es nicht los:
Kalt duschen!
Worum geht es in dem Lied? Achtung, Gefahr! Kleine grüne Männlein landen auf der Erde und wollen was?
Genau, sie wollen kalt duschen. Und zwar, wie im Leberkäselied am Morgen und am Abend.
Peinlichster Text, billigstes Arrangent und voila, selbst mehr als ein Vierteljahrhundert später nerven mich die blöden Lieder immer noch.
Danke Hansi, daß es bei diesen beiden Ergüssen blieb.

 Posted by at 6:42 p.m.
Sep. 232010
 

Normalerweise wäre ich ja heute in München und somit natürlich auch wie üblich auf dem Oktoberfest gewesen. Aus verschiedenen Gründen klappte es dieses Jahr nicht. Doch wo ist das Problem?
Als ich heute im Edeka war, entdeckte ich originale Paulaner-Maßkrüge mit Aufschrift „200 Jahre Oktoberfest“. So einen Krug erstand ich subvensioniert, da ich eine Kiste Paulaner Oktoberfestbier kaufte.
Schnell und spontan war die Idee geboren: ich erwarb noch Brezn, Obazda, süßen Senf und Weißwürste und rief dann 11:30 Uhr (vor den Mittagsglocken, die ja bekanntermaßen nicht von den Weißwürsten gehört werden dürfen) ein Mini-Oktoberfest aus. Musikalisch untermalt wurde das Ganze vom bayerischen Defiliermarsch, von Hubert von Goisern, Nicki, DJ Ötzi u.a.
Allerdings warf mich die Maß Bier doch arg zurück. Ich wurde rasch müde und beendete das Minifest in meiner Wohnung gegen 13:00 Uhr.
Dennoch eine super Sache!

 Posted by at 5:16 p.m.