Samstag, 04. August
Royal Leamington Spa
Jens und ich standen bereits gegen 6:00 Uhr auf. Nach der Morgentoilette in einem Bad, welches wie das gesamte Haus schon das halbe Jahrhundert deutlich überschritten hatte, spazierten wir noch etwas durch die Wohngegend. 
Vor Florians Haus stellten wir fest, daß keine Klingel vorhanden ist. Da wir auch beide kein Mobiltelefon dabei hatten, mußten wir unverrichteter Dinge wieder abziehen. Naja, das Wetter war angenehm und so wandelte wir durch eine typische englische Siedlung.
Mir fiel ein Plakat auf, welches die drakonischen Strafen im Land untermalt. Daß man fürs Falschparken eine wheel clamp verpaßt bekommt, die man nur gegen eine Gebühr von 320 GBP los wird, weiß der erfahrene Reisende. Doch zu Touristen sind die Bobbies meist nett, denn schließlich sollen die ja nicht verprellt werden, so zumindest meine Erfahrung von früheren Reisen.
Doch eine Strafe von 1.000 GBP für nichtentfernte Hundehaufen, das ist arg heftig. Aber es schien zu wirken. Ich sah zumindest keine einzige Tretmine. Allerdings sah ich auch wenig Hunde. Nicht, daß es keine gegeben hätte, alleine in unserer Pension liefen mindesten vier davon rum. Zwei große schmale und zwei kleine dicke, von denen einer nur drei Beine hatte.

Um 9:00 Uhr gab es ein genehmes Frühstück im weinbelaubten Wintergarten, der Aussicht auf ein sehr gepflegtes und schönes Grundstück gewährte.
Gegen 10:00 Uhr wurden diverse Umzugsaktionen nötig, denn Jensens und mein Zimmer waren andersweitig vermietet.
Also zog Jens (er mußte am Ort bleiben, weil seine Fahrbesetzung auch dort kampierte) in Sebastians Zimmer und bezog Markus‘ Quartier. Markus und ich wanderten ins drei Kilometer entfernte „Best Western“ aus. Langsam beherrschte ich den Stadtverkehr. Aber das die Autos in den Nebenstraßen fast ausschließlich seitenverkehrt parkten, das irritierte gewaltig, sahen die Straßen doch beim Einbiegen vertraut kontinental aus.
Noch vor 11:00 Uhr waren alle neun Personen in den zwei Autos und wir fuhren los in die zweitgrößte Stadt Englands, ins 20 Meilen entfernte Birmingham.
Birmingham
Das die Stadt riesig ist merkten wir daran, daß wir eine halbe Stunde lang durch immergleich aussehenden Vorortsiedlungen fuhren. Teilweise hatte man den Eindruck, daß außen eine Endlosleindwand abgespult wurde, die immergleichen Einfahrten, Schornsteine und Gärten bargen hohe Verwechslungsgefahr. Aber das Navigationssystem zählte brav den Countdown und tatsächlich standen wir kurz nach Mittag mitten im Zentrum Birminghams, am futuristischen Selfridge-Gebäude.

Dort spalteten wir uns in Grüppchen auf, denn die einen wollten einkaufen, die anderen essen. Jens und ich schauten uns das Treiben auf dem Wochenmarkt an (so viele Völker und so viele exotische Waren sah ich noch nie auf einem Haufen) und besuchten das Innere einer Kirche. Eindrucksvoll, wie die anglikanische Kirche das Innere des Gotteshauses so gestaltete, daß es nahezu anheimelnd wirkte und nicht so protzig und erdrückend, wie man es gewohnt ist.
Im Kaufhaus sah ich „Lebensmittel“, die das eben auf dem Markt gesehene noch locker in den Schatten stellten. Skorpione im Lutscher, Krokodilfleisch, getrocknete Maden und ähnliches ließen den Appetit verfliegen. Wir hatten noch etwas Zeit und umrundeten den Konsumtempel, sahen Gewerkschafter Werbung für Labour machen, bestaunten einen goldenen Bullen und wunderten uns über den Trubel, der mir schon beängstigend zuviel wurde.
Nachdem wir uns alle wieder am Treffpunkt eingefunden hatten, wanderten wir zum Rathaus. Unterwegs kaufte ich ein Sandwich bei der Kette mit dem originellen Namen „EAT“.
Der Rathausplatz war beeindruckend und viele Einheimische und Gäste nutzten das schöne Wetter zum Flanieren. Beinahe wäre einer von uns noch den Tücken des Linksverkehrs erlegen, denn die Schriftzüge auf der Straße look right sollte man tunlichst beachten. Ich will nicht wissen, wieviele Kontinentaltouristen jährlich von englischen Autos jäh aufgegabelt werden.

Auf dem Rückweg zu den Autos machten wir noch Station in einer wunderschönen Kathedrale. Auch hier beeindruckte mich die Familienatmosphäre im Inneren.
Zurück am Konsumtempel nutzten wir alle noch die Gelegenheit, kostbare GBP loszuwerden, indem wir uns Puzzle, DVDs, Bücher usw. kauften.
Dann gemahnte Florian an den Aufbruch, schließlich hatten wir noch einiges vor.
So ging es zurück zum Parkhaus. Dort zwängten sich die fünf bzw. vier Herren wieder in die Astras und auf ging die Fahrt, diesmal in die Geburtsstadt William Shakespeares.
Stratford upon Avon
Was Rüdesheim oder Rothenburg in Deutschland, das ist Stratford/Avon für England. Die Stadt sieht aus wie für Touristen gemacht und tatsächlich sieht man dort auch endlose Mengen davon. Und Englands größter Dichter wird auf Schritt und Tritt vermarktet, daß es schon wieder lustig ist.





Leider drängte die Zeit, so daß wir nur eine gute Stunde Zeit hatten. Wenigstens konnte ich noch eine Kugel Eis mit clotted cream genießen (1,35 GBP). Nach Stratford werde ich auf jeden Fall noch einmal fahren, es ist sehr schwiegermutterkompatibel.
Es war nun schon tea time und wir mußten leider schon aufbrechen, denn es sollte noch gegrillt werden und der Kinobesuch in Coventry stand auch noch an.
Fortsetzung folgt…
16x Verbatim-Rohlinge werden von meinem Brenner mit 18x gebrannt und sind danach sogar noch lesbar.


Meinen herzlichen Glückwunsch, liebes Microsoft!
Ihr habt es geschafft. Das neue Office 2007 ist so herrlich kaputtdesignt, daß man nicht mehr damit arbeiten kann.
Ich habe es heute mal spaßeshalber auf einer neuen Maschine installiert. Für einen erfahrenen Anwender oder einen jahrelangen Nutzer ist es ein Schock. Jedwede Produktivität ist zum Teufel.
Die Software ist so komplett überarbeitet worden, man findet rein gar nichts mehr. Und wieder einmal wurde alles über Bord geworfen und wird einer neuen Philosophie gehuldigt. Alles wurde sanft umbenannt und an irgendeine wirre Stelle plaziert. Wer nicht Text erfaßt (dafür war Word früher mal) oder Zahlen einhämmert (dafür war Excel früher einmal), der kann nun mit der Maus über der Arbeitsoberfläche fuchteln und wird durch sanft ein- und ausblendende mehr oder weniger monströse Symbolketten an allen Ecken und Enden belohnt. Alles in Bonbonfarben und in solcher Fülle, daß man sofort vergißt, wie man nun die Zelle bzw. den Text manipulieren wollte. Dafür kann ich jetzt im Internet per Diktat sechs Lektoren auf 4 Kontinenten mein Blogdiktat mit Smarttags und Tags versehen lassen und hunderterlei anderen Stuß anstellen, ohne den die Menschheit bisher prima lebte. Oder in Excel kann ich jetzt nicht nur 16,7 Mio Zellen pro Tabelle bearbeiten wie vor 10 Jahren, sondern mehr als 16 Billionen. Das ist natürlich megawichtig, werden doch in 99% aller Exceltabellen, die ich kenne, weniger als 100 Zellen benutzt.
Naja, neue Anwender werden es schon lernen, wie man mit 18 Mausklicks das erledigt, was vorher eine Tastenkombination war und sich auf die immer noch öde Rechtschreibkontrolle blind verlassen und auf die immer noch vorhandenen Iterationrundungen vertrauen. Und in wenigen Jahren sitzen wir alle mit der Maus vor dem Bildschirm und klickern hilflos und haben vergessen, daß noch vor einer Generation eine durchschnittliche Sekretärin 200 fehlerfreie Anschläge in der Minute schaffte. Wie war das? Computer(programme) sollen die Arbeit erleichtern?
Setzen: durchgefallen. Und zwar mit Pauken und Trompeten.
Ja, bald werden in den Geschäften wieder die Lebkuchen, Stollen usw. Einzug halten. Damit die Federweißer-Saison damit nicht kollidiert, wurde in meiner Region bereits gestern angefangen, ihn herzustellen und zu verkaufen. Normalerweise kommt er erst in vier Wochen auf den Markt.
Ich warte noch bis Anfang September und werde dann wieder feinen Zwiebelkuchen nach Omas Rezept backen.
Das diesjährige drts-Treffen fand vom 03.08. – 05.08. in Royal Leamington Spa statt. Näheres dazu, wenn ich den Jetlag überwunden haben. Bzw. wenn ich Zeit und Muse habe.
Erste Bilder findet man lose an dieser Stelle.
Nach über dreiwöchiger Krankheit bin ich beinahe wieder 100% gesund. Lange genug hat’s auch gedauert.
Ich bedanke mich nochmals bei allen Kommentatoren für die Genesungswünsche, sie haben geholfen.
Lebensmittel werden teurer! Ich spürte die Thematisierung heute, als ich in meinem Supermarkt ein Stück Butter holen wollte. Es gab nämlich nur noch wenige Stücke edle, sündhaft teure Kerry Gold. Die deutschen Sorten waren alle ausverkauft, denn Butter soll, wie alle Milchprodukte deutlich teurer werden.
Ob nun das Hamstern von Butter die Situation in den blanken Privatgeldbeuteln deutlich verbessern wird bleibt zu bezweifeln. Zumal ja auch Fleisch teurer werden soll. Und alle anderen Lebensmitteln auch.
Was ist von dieser Situation zu halten?
Die Situation ist komplex.
Ich persönlich möchte als erstes auf einen wunderschönen Spiegelartikel verweisen.
Dort heißt es sehr deutlich:
Du bist, was du isst – das ist ein Sinnspruch so abgedroschen, dass es weh tut, aber wer Fleisch einkauft billiger als Katzenfutter, der hat allen Grund über ihn nachzudenken.
Nun gut, das wird sich durch die Teuerung (kurzfristig) ändern. (Sarkasmus)
Weiterhin findet man auch alarmierende Artikel, wie diesen hier.
Insofern erscheint eine Verknappung des irrsinnigen Überangebots, eine Reduzierung des Butterbergs, der 1.000 Joghurtsorten und 80 Milchsorten (inkl. türkenkoscher, laktosefrei und fettarm), der zusammengefegten Schlachthoffrikallen (5 Stck. für 1,49), der farb- und geschmacklosen Wasserhühnchen, der ekligen Legebatterieeier, der … usw. usf.. durchaus sinnvoll.
Ich persönlich hätte jedenfalls keine Probleme, wenn sich Lebensmittel durchgängig hoher Qualität auf hohem Preisniveau einpendeln.
Nicht nur, weil ich zu dick bin, sondern weil ich mich nie mit dem Überangebot und dem Wegwerfen von Lebensmitteln anfreunden konnte.
Und das im Lebensmittelmarkt schon lange vieles im Argen liegt, sollte man eigentlich wissen.
Damit meine ich nicht nur Gammelfleisch (Sommerthema 2006). Ich esse bis heute keine Birkel-Nudeln.
Doch die Preiserhöhung auf die hungrigen Chinesen und die gestiegenen Getreidepreise zu schieben, das ist mir allzu billig.
Ich wette, daß sich Deutschland vollständig problemlos von eigenen Äckern ernähren könnte. Und insofern können mir australische Getreidepreise ziemlich egal sein.
Mir erscheint es nur so, daß man wieder mal, weil es gerade gut paßt, dem deutschen Michel in die ziemlich leere Brieftasche greifen möchte.
Darunter leiden werden nicht Leute wie ich oder der Bankenjuppie. Auch nicht die Alten, die kennen andere Lebensmittelknappheiten noch aus ganz anderen Zeiten.
Treffen wird es ausschließlich junge Familien, deren frei verfügbares Einkommen schon durch die exorbitanten Spritpreise weggeschmolzen wurde und die nun an die Reserven gehen müssen.
Und damit wird sich mal wieder einmal mehr aus wirtschaftlichen Gründen gegen Nachwuchs entschieden. Tolle Wurst! (thematisch passender Ausruf)
Mein Wunsch: eine schmale Palette hochwertiger, einheimischer Lebensmittel, das ist besser als ein sinnloses Überangebot aus allen Kontinenten im Billigbereich.
Sowas gab es früher im KaDeWe oder in Großstädten und dort soll es auch wieder hin. Es müssen nicht in jedem Dorfladen 100 Obst- und Gemüsesorten aus aller Herren Länder frisch verfügbar sein. Das verdirbt den Charakter und die Preise einheimischer Produkte.
Oder man ist sich dessen bewußt und setzt sich bewußt mit dem Thema auseinander, dann darf man auch sündigen. Aber gedankenlos konsumieren ist blöd.
Und zum Abschluß zum Thema Lebensmittel nochmals mein Gejammer über das deutsche Brot, ein Produkt, um welches uns weltweit viele Nationen beneidet haben.
Ich hole mir nach dem Ausprobieren von drei verschiedenen Bäckern mein Brot zu 0,85 EUR abgepackt und geschnitten im Edeka. Das schmeckt nicht schlecht und vor allem schimmelt es nicht nach 2 Tagen. Denn die backen den Einheitsteig aus! Das schaffen die „Bäcker“ nicht trotzt mehrmaligen, deutlichen Hinweisen von mir nämlich nicht mehr. Ich begreife nicht, daß das außer mir anscheindend keinen stört.
Früher hätte ich mich vehement gegen abgepacktes Supermarktbrot gewehrt, aber so wurde ich ja quasi dazu genötigt.
Ja, DER Stau des Jahres sollte heute sein. So prophezeite es der ADAC seit Tagen. Klar, in den zwei großen südlichen Ländern fangen die Ferien an, in NRW enden sie nächste Woche, da geht was bzw. eben nicht mehr.
Unbeeindruckt von all diesen Hiobsbotschaften fuhr ich heute dienstlich nach Münster/Westfalen. Münster ist 320 Kilometer weg von mir. Ich benutzte die A1, A45, A3, A5 u.a.m..
Hinfahrt: Fahrzeit: 3:10h (7:00 bis 10:10), ein Stau (3 km, 20 Minuten) am Westhofener Kreuz (wie immer) ohne erkennbare Ursache
Rückfahrt: 2:45h (17:30-20:15), keinerlei Stau (aber in Gegenrichtung A5 ca. 15 km)
Durchschnittsverbrauch 7,5 Liter und das bei eher sportlicher Fahrweise.
So kann das bitte immer sein.
Gestern nachmittag, draußen herrschen 37 Grad im (nichtvorhandenem) Schatten. Ich kaufe diverse Lebensmittel ein, da ertönt eine Durchsage: „Auf dem Parkplatz sind zwei kleine Kinder in einem Auto zurückgelassen worden, bitte holen sie die Kinder aus dem Auto.“
Unfaßbar, daß es jedes Jahr immer wieder Idioten gibt, die nicht geschnallt haben, daß sich bei solchem Wetter das Fahrzeuginnere ruckzuck in eine Todesfalle verwandelt.
Angina tonillaris und Otitis media acuta. Diese netten Worte sagte der Onkel Doktor heute früh zu mir, nachdem er mich untersucht hatte.
Kein Wunder, daß meine einwöchige Eisenbartkur mit Dampfbad, Salbeibonbons und Lindenblütentee voll danebenging.
Mal sehen, ob das da mehr hilft.