März 072008
 

…englisch rabbit proof fence. Und ebendieser Titel wurde für den herrlichen Film gewählt, den ich kürzlich sah und für den ich an dieser Stelle einen Schautip geben möchte.
Auf den Zaun, der Anfang des 20. Jahrhunderts über mehrere Tausend Kilometer durchs westliche Austalien gezogen wurde, um der Kaninchenplage Herr zu werden, richtet sich die Hoffnung der drei jungen Heldinnen des Films, ist er doch ihr Wegbegleiter und ihr Kompaß auf dem langen Weg nach Hause. Auf deutsch heißt der Film deswegen auch Long Way Home (sic!).
Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sondern nur sagen, daß ein Film mit Aborigines, unendlich weiter australischer Landschaft, Moral, schönen Menschen und schöner Musik (Peter Gabriel) gar nicht scheitern kann.

 Posted by at 10:31 p.m.
März 052008
 

Diesmal wirklich ein aufrichtiger Dannk ohne jede Ironie. Ich mag den DLF. Er bietet mir während der Autofahrten, von denen ich ja nicht wenige unternehme, meist ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. Dummerweise ist ausgerechnet an meinem Wohnort ein Funkloch, so daß ich bei interessanten Beitragen während der Heimfahrt immer auf die Mittel- oder Langwelle ausweichen muß.
Kürzlich faszinierte mich wieder so ein Beitrag des DLF, der mich wieder ein Stück schlauer machte und auf den ich ohne seine Hilfe sicher nie gestoßen wäre.
Es ging um die Rückstufung der Kartoffel vom Grundnahrungsmittel zum Gemüse. Denn sie ist kein Grundnahrungsmittel mehr wie noch vor wenigen Jahren, sondern mittlerweile von den Verzehrmengen her in den Bereichen angelangt, in denen man Artischocken, Gurken und Karotten ansiedelt, eben im Gemüsebereich.
Tiefergehende Informationen findet man hier.

 Posted by at 8:36 p.m.
März 042008
 

…, konnten doch in den letzten fünf Jahren über 4.000 Euro von mir nicht eingenommen werden, da ich nämlich vor fünf Jahren mit dem Rauchen aufhörte und seitdem nicht eine Zigarette mehr rauchte.
Bild zum vergrößern anklicken:
Rauchtabelle
Beim Studieren der Tabelle fällt auf, daß Rauchen mittlerweile schweineteuer geworden ist. Und daß in diesen fünf Jahren die Tabaksteuer dreimal erhöht wurde. Die Umsatzsteuer dafür nur einmal, dafür aber kräftiger.
Angesichts des Zahlenwerkes bin ich im Nachhinein froh, es bisher mit dem Nichtrauchen gepackt zu haben. Vermissen werde ich es dennoch immer.
Und ich wundere mich immer wieder, wie einfach das alles war. Nochmal zur Erinnerung: Am 04.03.2003 feierte ich bei meinem Hausarzt seinen 60. Geburtstag. Woraus man schließen kann, daß er heute theoretisch Rentner werden könnte, was er wohl aber noch nicht will. Aber das wollte ich nicht erzählen, sondern darüber berichten, daß es feine Häppchen zum Essen gab. Zurückhaltend wie man mich kennt, wühlte ich mich durch das Buffetangebot und stopfte die Leckereien in mich hinein. Dabei übersah ich vor Gier einen Zahnstocher, der Käse, Weintrauben und Gehacktes miteinander verband und verletzte mir mit diesem übel den Gaumen. Die Schmerzen ließen schnell nach, aber es war eine Wunde entstanden, die auf Tabakinhalation überhaupt nicht gut zu sprechen war. Mit jeder Zigarette wurde die Schwellung dicker und schmerzhafter, das war so beeindruckend, daß ich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam. Also ließ ich gegen 21:30 Uhr das Rauchen vor Schmerzen und vor Angst, daß mir das Gesicht explodiert, bleiben. Der Zahnarzt konnte am nächsten Tag außer Wundversorgung auch nur den klugen Ratschlag geben „um Gottes Willen nicht zu rauchen“. Daran hielt ich mich wacker. Am 07.03.2003 ging es mir schon etwas besser und langsam wuchs die Lust auf eine gute Zigarette. Doch an diesem Tag verkündete der damalige Finanzminister Hans Eichel (SPD), daß mal wieder die Tabaksteuer zu erhöhen sei. Ansonsten kein cholerischer Mensch überkam mich eine solche Wut, auch ob der blöden Masche mit der Terrorismusbekämpfung, daß ich mich spontan entschloß, das Rauchen sein zu lassen. Ich hatte ja ein paar Tage auch prima ohne Zigaretten gelebt. Also rauchte ich einfach nicht mehr. Keine Entzugserscheinungen, nicht die geringsten halfen mir sicher auch dabei. Das mag daran gelegen haben, daß ich vor ein paar Jahren auf die Mädchenzigaretten R1 minima umgestiegen war, die einen sehr geringen Nikotinanteil haben. Vielleicht aber auch an meiner positiven Lebenseinstellung, am Wetter, an der Zeit, der Arbeit, was weiß ich denn. Ich weiß nur, daß es sich insgesamt als Nichtraucher besser lebt. Man spart Geld, die Wohnung und die Klamotten stinken nicht mehr, man ist fitter, schmeckt besser, die Zähne vergilben nicht, der Atem ist besser und man ist kein Opfer der immer stärker und agressiver werdenden Antitabaklobby mit all ihren unsäglichen Diffamierungsgesetzen.
Auf die Negativseite stelle ich mal das Lebensgefühl, die Coolness, das nicht offen gegen die Nichtraucherlobbyseinkönnen, die nicht unbeträchtliche Gewichtszunahme (weil es eben besser schmeckt) und das Gehören zu den Nichtrauchern aus der Sicht der Raucher.

 Posted by at 6:21 p.m.
März 032008
 

… daß es sich beim folgenden Titelbild um eines der Zeitung Titanic handelt.
Spiegeltitel
Aber heute am Kiosk sah ich, daß der Spiegel dieses doofe Bild tatsächlich abgedruckt hat.
Fassen wir zusammen.
Karl Marx, ein Trierer Waffenstudent aus jüdischem Haus, schreibt von England aus weltverändernde Buch „Das Kapital“. Nach Karl Marx ist eine ganze „Religion“ benannt worden und im Namen des Marxismus wurde im 20. Jahrhundert manches zum Guten und sehr viel zum Argen für die Menschheit geändert. Seine Jünger sind immer noch da, wurden aber manchmal von der Realität eingeholt bzw. mußten aus Altersgründen abdanken.
Ein Jünger Marx‘ war Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin. Seine Verehrung überstieg noch die von Karl Marx. Noch heute kann man in Moskau seinen einbalsamierten Leichnam bewundern, ein Privileg, daß vor ihm nur große Pharaonen in Anspruch nahmen. Lenin krempelte das postfeudale, hinterwäldlerische Rußland in ein marxistisch-leninistisches Land um und legte für seinen Nachfolger Stalin, der ein noch größerer Massenmörder als Hitler war, die Marschrichtung fest.
Marx‘ und Lenins Werke stehen in jeder philologischen Fakultät und kein ernsthaft Soziologie, Politik oder Geschichte Studierender kommt an diesen beiden weltverändernden Persönlichkeiten vorbei.
Und hinter diese beiden „großen“ Männer stellt der Spiegel also nun Oskar Lafontaine und Kurt Beck?
Den intriganten Landsmann von Erich Honecker, der 1989 noch vehement gegen eine deutsche Einheit war, der schäbig 1995 seinen SPD-Parteigenossen Scharping aus dem Vorsitz putschte, der machtgeil mit seinem Feind Gerhard Schröder 1998 an die Regierung ging und wenige Monate später als wichtigster Minister das Handtuch warf, der kürzlich seinen jahrelangen Parteifreunden der SPD mit seiner linken Partei, die mittlerweile mit der ehemaligen SED wiedervereint ist in den Rücken fiel und seit Wochen das ganze Land unregierbar macht; diese intrigante, ehrlose, linke Gestalt, diesen Treppenwitz der Geschichte in eine Reihe mit großen Gestalten der Weltgeschichte zu werfen, das ist ein Witz und dazu noch ein schlechter.
Und beim „Spitzenmann“ Kurt Beck spare ich meine Worte gar.
Auch das „Vorwärts… und Vergessen“ des Titels ist unter aller Sau. So wird doch der selbstzufriedenen SPD in der Tat noch ein Hauch des Revolutionären zugestanden, der im Solidaritätslied von Bertold Brecht und Hanns Eisler weht.
Spiegel – das war nix, das üben wir noch einmal. Vergessen, das ist das Einzige, was man von diesem Titel mitnehmen sollte.
Aber bei allem Gemecker hat der Titel auch was Gutes, es ist nämlich einer der wenigen Spiegeltitel ohne Adolf Hitler.

 Posted by at 3:43 p.m.
Feb. 292008
 

(01) 1968 – Im Vorgänger des WBS70 wird der Kachelofen geheizt, damit Klein-Joachim nicht friert.
(02) 1972 – Auf dem zugefrorenen großen Teich wird Schlittschuh gelaufen.
(03) 1976 – letzter Ferientag der Winterferien
(04) 1980 – Noch gibt es weder Sommerzeit noch Ronald Reagan als Ami-Präsident.
(05) 1984 – noch ein Schulhalbjahr und es geht in die EOS
(06) 1988 – Es ist Montag, ich hocke als UaZ in Bad Salzungen.
(07) 1992 – VW – leb wohl, Marburg, ich komme
(08) 1996 – Dank DAA in Alsfeld
(09) 2000 – nun arbeite ich und habe seit einem halben Jahr eine Wohnung in Nieder-Olm, damals noch ein Dorf
(10) 2004 – mein Existenzgründerseminar ist vorbei – bald startet mein Freiberuflerdasein
(11) 2008 – dieser Bericht wurde eben abgesendet

 Posted by at 1:38 a.m.
Feb. 252008
 

… da tranken die Menschen Wasser, weil sie Durst hatten. Sie bezogen es aus Quellen, Bächen, Flüssen, Teichen, fingen Regenwasser auf, gruben Brunnen, entsalzten Meerwasser. So lebten die Menschen vom Beginn aller Tage und so leben die meisten Menschen auch immer noch.
Doch Ende des 19. Jahrhunderts, da kam auf einmal in Selters/Lahn ein findiger Unternehmer auf die Idee, das Wasser in Flaschen zu füllen und es für teuer Geld zu verkaufen. Und da die Leute dafür auch Geld übrig hatten, trat das Wasser in Flaschen den Siegeszug durch die zivilisierte Welt an. Da der nun schon ein Jahrhundert andauert, muß sich die Industrie nun etwas Neues einfallen lassen, um ihre in Massen produzierten Wässer an die Kundschaft zu verhökern. Offensichtlich lief die Wellness-Masche nicht so gut, denn heute punktet man mit Wasser für Zielgruppen:
Das sieht dann so aus:
Wasser
Dazu kann ich nur auf diesen Comic verweisen, der seit April letzten Jahres seiner Veröffentlichung im HodBlog harrt:
Wasser

 Posted by at 8:10 p.m.
Feb. 232008
 

Ja, ich gebe es zu, ich habe auch einmal etwas kriminelle Energie aufgewendet.
Und das kam so…
Vor einiger Zeit kaufte ich eine, eher im oberen Preissegment angesiedelte, elektrische Zahnbürste. Dieses Drecksding ging nach knapp nach der Garantie kaputt. Und, im Gegensatz zu sonst, hatte ich den Kaufbeleg auch verspittelt. Egal, ich kaufte also im Spätherbst 2007 im Edeka eine Bürste der 20-Euro-Klasse. Die arbeitete auch 2 Wochen klaglos, stellte danach aber einfach ihren Dienst ein. Natürlich hatte ich den Kaufbeleg weggeworfen. So ärgere ich mich seit mehreren Monaten quasi täglich über meine defekte, elektrische Zahnbürste, die ich immer in Sichtweite am Waschtisch stehen habe.
Vorgestern nun reifte mein teuflischer Plan. Die seit Wochen ausverkauften 19,95-Elektrozahnbürsten waren nämlich wieder im Regal. Also kaufte ich eine Zahnbürste und verwahrte den Kaufbeleg ordentlich. Mein Genie hatte nun ausgeheckt, nach einigen Tagen die defekte Bürste mit dem Kaufbeleg zurückzubringen und mir das Geld zurückgeben zu lassen. Wie teuflisch, wie fies, wie genial!
Zu Hause stellte ich als erstes fest, daß erstere Bürste nicht defekt ist. Das Ladegerät stellte sich als der Übeltäter heraus. Naja, wie auch immer. Nichts außer der Anstandsfrist, konnte die Verwirklichung meines Planes nun stoppen. Ich war sogar zur Fairness bereit und wollte die unbenutzte Zahnbürste zurückgeben, da ja meine „alte“ Bürste wieder klaglos ihren Dienst versieht. Nun ließ ich also die neue Bürste leerlaufen (dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Akku leer war). Perfekt!
Vorhin beim Aufräumen traf mich dann die Erkenntnis wie ein Schock – ich hatte heute Morgen während der Vorlesung meine Brieftasche aufgeräumt, überflüssigen Papierkram in den leeren Kaffeebecher gestopft und dann in den Müll geworfen. Nun, einer dieser Zettel war offenkundig nicht überflüssig … 😐

 Posted by at 3:27 p.m.
Feb. 212008
 

anderer Stelle über verzerrende Begriffe wie Alleinerziehende, friedliebende Muslime und eben Auszubildende echauffiert, so ist heute das Turbo-Abitur dran, vor meinem gnadenlosen Blick Federn lassen zu müssen.
Überall liest man Turbo-Abitur und beklagt heuchlerisch, wie schwer es doch die armen Kinder nun haben würden.
Dabei hat das Wort Turbo, zumindest im Zusammenhang mit Motoren, einen überaus positiven Klang, haucht doch ein Turbolader einem schwachbrüstigen Saugdieselmotor erst einmal soviel zusätzlich Leben ein, daß er durchaus Benzinmotoren das Fürchten lehren kann.
Nun bekommt Turbo aber im Zusammenhang mit dem Abitur eine negative Konnotation. Da schwingen Nuancen wie Oberflächlichkeit, Beschleunigung, Verfrühung, Streß usw. mit.
Ich betrachte die Diskussion als ausgemachten Schwachsinn. In den meisten Industrieländern fällt der höchste Schulabschluß ungefähr mit der Volljährigkeit zusammen und markiert somit dem Jungerwachsenen auf zweierlei Art den neuen Lebensabschnitt, während in Deutschland der Abiturient dank Wiederholungsjahr, liebevoll Ehrenrunde genannt, und/oder späterer Einschulung meist schon dem 20. Geburtstag näher ist.
Dann braucht man sich freilich über alte Studenten (nein, nicht mich :-)) und späten Berufseinstieg nicht wundern. Und auch nicht darüber, daß Lehrlinge (viele Lehrbetriebe nehmen nur noch Abiturienten an) und Studenten meist bildungsunwillig und unbelastbar erscheinen.
Fielen weniger Schulstunden aus, würden die Lehrpläne entschlackt und hätte man ab und zu auch mal am Samstag Unterricht bzw. würden die Ferientage behutsam gekürzt, so wäre es überhaupt kein Problem, in 12 Jahren zu einem qualifizierten Abitur zu gelangen. Und man hätte schon einen Hauch von Ahnung, was einen in Zukunft erwartet.
Das Gejammer ums Turbo-Abitur ist durchaus kontraproduktiv.

 Posted by at 8:07 a.m.
Feb. 202008
 

…habe ich heute Morgen. Ich fahre so gegen 9:00 Uhr los, bin noch so beim Anschnallen, Musik suchen und mich sortieren und eiere so einhändig um die erste Kurve, als auf einmal der Wagen nicht mehr das machte, was es sonst an dieser Stelle immer macht. Das Auto fing nämlich auf einmal einfach so mit Rutschen an.
Schockschwerenot! Die Karre rutscht irgendwie auf spiegelglatter Straße den Hang hinab und ich rudere wie wild herum. Irgendwie schaffte ich es, ihn vom Bordstein wegzulenken, doch dafür rutschte er fröhlich und unbeherrschbar auf die anderer Seite, wo auch noch zu allem Überfluß ein geparkter PKW steht. Auf diesen steuerte ich nun scheinbar unaufhaltsam zu und alle Versuche, das Auto in die Spur zu bekommen, fruchten nicht. Ich sehe also das andere Auto auf mich zukommen und überschlage schon im Kopf die Reparaturkosten und die gestiegene Versicherung, da bekomme ich im letzten Moment durch Gasgaben (und ASR) die Spur und kann den Wagen ca. 1 cm am Blech des parkenden Wagens vorbeitrudeln lassen. Das ABS hilft dann durchaus, mein Auto an der Kreuzung zum Stehen zu bringen. Puh, das war knapp! Naja, man hätte auch drauf kommen können, daß bei gefrorenem Boden und einsetzendem Regen und minus einem Grad so etwas passieren kann.

 Posted by at 4:59 p.m.
Feb. 172008
 

Wie macht man einen Artikel über eine Studie, ein Wort das seit Jahren immer unsymphatischer wird, also, wie schreibt man einen Artikel, der gleichzeitig sinnlos, dumm, reißerisch, verzerrend, nichtssagend und vorurteilsnährend ist?
Nun, SpOn hat das problemlos hinbekommen.
Reißerisch schon die Überschrift:
„Viel mehr Kindstötungen durch Eltern im Osten“
Nun, welcher Osten ist gemeint? Rußland, Japan und Polen sicher nicht? Man berichtet also pauschal auch im Jahre 2008 geringschätzig vom Osten, der irgendwo drüben ist und nun nach Neonazis und Geldverschwendung nun auch Kinder im Dutzend meuchelt.
Und diese Kindstötungen führen also die Eltern durch. Alleinstehende und Einzeltäter(innen) gibt es nicht, es sind die Eltern, ach was, die Osteltern. Osteltern sind also per se böser als Westeltern, klar, das kommt von den ganzen Leninbildern aus der Kindergartenvergangenheit. Und schon sind alle Osteltern in der Position angelangt, in der sich belgische Männes seit dem Jahre 1995 befinden mögen. Das nur in der Hälfte der Fälle überhaupt Männer involviert sind (30% Frauen, die verheimlichen und 20% psychisch, kranke Frauen), wird erst mal unter den Tisch fallen gelassen.
Natürlich ist das alles nicht so gemeint, wir sind ja aufgeklärt, aber es geht ja diesmal nicht gegen Moslems oder Schwarze, sondern nur gegen Eltern aus dem Osten, das ist was ganz anderes.
Und dann wird also für diese atemberaubende Studie knallhart recherchiert. Aus 150 Fällen von „900 – 1.000“ der letzten 10 Jahre, extrapoliert man die schrecklichen Ursachen.
Halten wir fest: In den letzten 10 Jahren gab es „900 – 1.000“ (abgeschlossene) Fälle bundesweit. Also rund 90 – 100 bekanntgewordene im Jahr bundesweit. (Es wurden also 0,00011 Prozent aller Einwohner Deutschlands durch diese Art vom Leben zum Tod gebracht)
Macht also, da ja die „Ossieltern“ „drei- bis viermal so häufig töten so irgendwie 25 +-4 gemeuchelte Kinder in der Bundesrepublik und 75 +-4 gemeuchelte Kinder, die durch Ossieltern umgebracht werden. Dabei wird natürlich übersprungen, daß meist eine Frau mehrfach als Mörderin in Erscheinung trat. Und da man, in atemberaubendem Tempo unglaublich viele Fälle, nämlich satte 150 mit modernen Computermethoden analysieren konnte, hat man nun so überraschende Fakten gewonnen, daß es vor allem sozial schwache und psychisch geschädigte Eltern sind, die ihre Kinder töten. Naja, und da ja nun im wilden Osten die Armut viel größer ist als im Westen, ist es ja nur logisch, daß auch da Drüben viel mehr Kinder von den Eltern umgebracht werden.
90 bis 100 Kinder, die durch Hand der Eltern sterben, das ist schlimm, das ist grauenhaft. Doch so reißerisch, oberflächlich und falsch dargestellt, wie durch den angesprochenen Artikel, das ist erbärmlich. Leider aber auch Standard in unserer Medienlandschaft. Eigentlich sollte man sich nicht echauffieren, aber ich hatte eben Lust dazu. Und ich mag die verkommene Moral und das Besserwisserische nicht.
Noch ein Denkanstoß an die Medien: Pro Jahr bringen sich in Deutschland ca. 10.000 Menschen um. Nach dem prominenten Fall mit dem Arbeitslosen auf dem Hochsitz, bietet es sich doch an, nun darüber detaillierter zu berichten. Dann lesen wir im Sommer die Studie, daß man in Frankfurt/Oder häufiger den Strick nimmt und in Frankfurt/Main dagegen hohe Gebäude bevorzugt werden.
Man kann natürlich auch die normalen Morde (ca. 800 im Jahr)und Totschläge (1650) nehmen, aber dann natürlich abzüglich der 90 – 100 eigenen Kinder…

 Posted by at 3:41 p.m.