Aug. 282014
 

die Weltherrschein Foto zu sehen (idealerweise zu knipsen), auf dem möglichst viele Transportarten oder Fahrzeuge abgebildet sind. Also Fußgänger, Radfahrer, Reiter, Autos, Luftballons, Schiffe ihr wißt, was ich meine.

Ein erster primitiver Versuch wäre sowas wie dieser hier:

vkm

Also stelle ich mich irgendwann einmal in Flüghafennähe an eine Autobahn, die einen Kanal quert, warte auf einen Ballon und Reiter und *voila*

Gibt es dazu eigentlich schon was von RatioTumblr?

 Posted by at 7:20 p.m.
Juli 112014
 

Heute sah der Arbeitsplan in etwa so aus:

– bei Alzey arbeiten, dann
– in Frankfurt kurz arbeiten und zum Schluß
– in Ingelheim bis zum Abend arbeiten.

Und hier der wirkliche Ablauf:

Ich wachte sehr zeitig auf und plante spontan, erst nach F zu fahren und dann AZ und dann nach ING zu fahren. So war ich etwa halb 7 in F und hatte dort gut zu tun. Gegen 9:15 Uhr fuhr ich wieder Richtung Mainz, als der Anruf eines lieben Kunden kam – Totalausfall des Routers. Da hier gestern sehr heftige Gewitter durchzogen, war mir auch sofort klar, wer daran Schuld trug.

Auf der Fahrt beschloß ich, in Bischofsheim gleich einen Ersatzrouter zu kaufen. Doch der MediaMarkt macht erst 10:00 Uhr auf. Anstatt eine knappe halbe Stunde doof zu warten, trank ich beim Kunden (in Weisenau) einen Kaffee. Beim Kaffeetrinken kam der nächste Katastrophenanruf: in Hechtsheim war in der ganzen Etage das Internet weg. Also holte ich in Bischofsheim gleich zwei Fritzboxen („Auch Gewitterschaden?“, fragte die Verkäuferin).

In Weisenau war die Box schnell eingerichtet (das letzte Image hatte ich erst vor drei Wochen erstellt). Wahrend der Rücksicherung kam der nächste Anruf: Ausfall der rheinland-pfalz-weiten TK-Anlage durch Blitzschlag. Nun, das war glücklicherweise eine Nummer zu groß für mich, ich konnte aber den passenden Ansprechpartner vermitteln.

Dann ging es nach Hechtsheim. Dort mußte ich noch nach den Zugangsdaten wühlen, denn die Sicherung war wie die Box recht betagt und so installierte ich lieber frisch. Gegen 11:00 Uhr lief alles wieder, voila!

Dann zu Hause das Auto noch neu beladen und auf ging es Richtung Alzey. Dort war viel mehr zu tun, als gedacht, so daß ich dort erst 17:30 Uhr wegkam. Bei der Gelegenheit aß ich gleich zu Abend und dann ging es … nach Bingerbrück, ein Notebook ausliefern. Das Notebook wollte der Kunde vorgesestern abholen und ich hatte es bei 99% Updates unrettbar geschrottet und konnte gerade noch einmal von vorne anfangen. Damit der Kunde nicht nochmal zu mir muß und Ingelheim, mein letztes Ziel, soo weit nicht weg ist, klappte das ganz gut.

In Ingelheim war gegen 19:30 Uhr natürlich keiner mehr. Aber wenigstens konnte ich mein Auto vom schweren Material (u.a. USV) befreien. Gegen 20:00 Uhr war ich dann endlich zu Hause. Jetzt nur noch Material bestellen, Überweisungen tätigen, Reklamationen und Rechnungen schreiben…

 Posted by at 7:37 p.m.
Juni 252014
 

…Sony Vaio pflegen. Von wegen „Aus Erfahrung wird man klug“. Ich hatte schon ein paarmal Ärger mit Sonys eigenartiger Auffassung von IT-Kompetenz. Trotz allem nahm ich privat den Vaio eines Freundes in Pflege.
An sich ein schönes Gerät; gehobene Consumerklasse, wird nur arg heiß an der Unterseite. Ansonsten schnell, leicht, schick, nett ausgestattet. Dummerweise auch das Gerät auch mit diversen Trojanern und „nützlichen“ Toolbars gespickt, deswegen landete er bei mir.

Normalerweise gibt es da eine saubere Neuinstallation, doch bei Sony-Geräten bin ich da vorsichtig, da die relativ viel eigene und seltsame Software ins Windows reinpfuschen, ich habe da so meine leidvollen Erfahrungen.

Also baue ich die Platte aus und bereinige Sie von sichtbaren Schädlingen.

Dann starte ich den Rechner und verplemper eine Stunde damit, den Vaio von der ganzen Crapware, Nagware, Toolbarware und Bulkware zu entlausen. Wer sich auskennt, dem nenne ich nur die Namen Yontoo, Imminent und Babylon.

Nachdem ich das Sytsem endlich in einen benutzbaren Zustand überführt hatte, mußte ich feststellen, daß es an einigen Punkten hakte. Bspw. ließ sich der Internet Explorer nicht aufrufen, diverse Änderungen in der Systemsteuerung wurden nicht gespeichert und anderes mehr. Also hatte der Trojaner unbehebbare Spuren hinterlassen.

Schweren Herzens entschloß ich mich, die bisher geleistete Arbeirt über den Haufen zuz werfen und dann doch neu zu installieren.

Die Rohinstallation lief reibungslos doch dann tauchten mehr als 10 unbekannte Geräte im Geräte-Manager auf. Ich gehe also auf die Sony-Seite und… ja, was hatte ich eigentlich für ein Gerät?

Ich versuchte es mit dem Namen auf der Front Sony Vaio NGZE: Fehlanzeige! Auf der Unterseite standen zur Auswahl:

– die Servicetag; damit konnte die Sony-Website nichts anfangen
– die Seriennummer: logischerweise das Gleiche
– der genaue Gerätename VGZ-EM1: doch auch den fand ich nirgendwo bei Sony

WTF?!? Ich ahnte schon, was mich erwartet. Google fand viel, aber Widersprüchliches. Die Sony-Foren waren halb hilfreich. Jedenfalls verplemperte ich einige Zeit, bis ich endlich den genauen Typ aus dem BIOS abschrieb: VPCSB4X9E. Nach einiger Mühe fand ich dann auch die gut versteckte und schweinelahme und kaputtdesignte Treiberseite und konnte endlich anfangen, die fehlenden Treiber nachzuladen. Bis auf Netzwerk, SM-Bus und WWAN fand ich alle. Die Fehlenden holte ich gewitzt direkt von Gobi, IBM und Realtek. So, endlich waren nach STUNDEN alle Geräte erkannt. Windows aktivieren – per Telefon – Check!

Alles in Butter, nur noch 150 Updates und notwendige Software installieren und fertig, oder? Nein, noch nicht fertig, denn die Sony-spezifischen Tasten und Schnickschnacks wie Tastaturbeleuchtung, Stamina usw. waren noch ohne Funktion. Bis ich den Mist alles am Laufen hatte ging mindestens noch eine Stunde ins Land. Dazu mußte ich in einer bestimmten Reihenfolge vier bestimmte und gut versteckte Softwarepakete installieren, deren Installationsmeldungen nichtssagend, wenig erhellend oder auch gar nicht vorhanden waren. So etwas Wirres, Unlogisches und Peinliches in Software habe ich selten gesehen.

Jedenfalls geht jetzt alles sauber und schnell. Aber wie ich das genau geschafft habe, das weiß ich nicht. Da lobe ich mir meine Thinkpads, wo diese ärgerlichen Arbeiten ein funktionierendes Tool übernimmt.

Der Kumpel jedenfalls schuldet mir jetzt mehr als einen Kasten Bier. Und ich fasse nie wieder einen Vaio an, versprochen!

 Posted by at 7:27 a.m.
Juni 232014
 

… spulte die (übrigens sehr hübsche) Kassiererin bei der Mutti mit Kind vor mir ihre Standardsprüche ab:

„Payback-Karte?“, fragte sie.
„Nein“, lautete die Antwort.

„Sammelpunkte?“, kam dann die nächste Frage.
Wieder lautete die Antwort „Nein.“

„Aufkleber?“, kam die letzte Frage.
Das schwache „Nein“ wurde durch den Tochterprotest zu einem „Ja“ und irgendwelche Aufkleber wechselten den Besitzer.

Jetzt war ich dran. Meine Produkte surrten über den Scanner. Ich schäkerte etwas mit der Kassiererin. Dadurch abgelenkt nannte sie die Summe „17,54 EUR“, worauf ich die Debitkarte zückte.

Jetzt besann sie sich auf ihre Pflichten, hatte aber vor lauter Schreck vergessen, was sie mich abfragen sollte.

Ich half wie aus der Pistole geschossen mit einem „Nein! Nein! Nein!“ aus.

Nicht nur wir beide mußten darüber herzhaft lachen…

 Posted by at 10:38 p.m.
Juni 112014
 

An dieser Stelle ein kurzer Beitrag zu einem Lied, das nach über einem Vierteljahrhundert *hüstel* durchaus nicht nur wegen seiner immensen Erfolge 1987 (und als Remix 1994) noch einmal der jüngeren Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte.

Es geht, wie es der Titel schon verrät, um das Lied True Faith der englischen Band New Order.

Hier ist der Link zu dem Musikvideo, das gar nicht einmal so schlecht ist, welches aber für das Lied nicht notwendig ist.

Ich lernte „True Faith“ intensiver zu schätzen durch den Pettibone-Remix von 1988. Damals war ich bei der sozialistischen Volksarmee und hörte das verbotenermaßen und heimlich über den .

Über 9 Minuten aus dem 4:30 Original zu zaubern und das mit einem völlig anderem Charakter, das beeindruckte mich.

Und überhaupt: New Order wurden nicht umsonst ständig vom legendären John Peel protegiert, sie waren eben nicht nur die Erben von Joy Division, sondern etwas sehr exklusives und eigenständiges. Und starrköpfig obendrein, dem Starrsinn ist zum Beispiel zu verdanken, daß „Blue Monday“ 1983 nur als Maxi erhältlich war und somit die erste (uns soweit ich weiß einzige) Maxi-Single war, die es auf den Platz 1 der Hitparaden schaffte. (Nebenbemerkung: ich besitze u.a. deswegen heute eine der vollständigsten
Sammlungen von Maxi-Versionen als MP3)

Jedenfalls verstehe ich New Order bis heute als Wegbereiter der modernen Musik und lernte beim Hören ihres Œuvre durchaus die eine oder andere Perle kennen.

Schade, daß New Order heutzutage im Radio nur, wenn überhaupt, mit dem abgelutschten „Blue Monday“ gespielt wird. Und dann auch meist mit den peinlichen 90er-Mixen.

Wer Interesse an New Order hat, der sollte sich mal die „Best Of“ gönnen. Man staunt, wieviele gute und innovative Titel von dieser Band stammen. True Faith, klar, deswegen tippe ich gerade; aber auch an Titeln wie „Ruined in A Day“, „Vanishing Point“(hier spielregelt der Mix von DJ Stauby), „Shellshock“ und „Round and Round“ (davon habe ich drei taugende Mixe) sind erwähnenswert. Und nicht vergessen darf man „Confusion“, dessen krasser Remix, in dem man das Original nur mit sehr viel gutem Willen erkennen kann, durch den Kinofilm „Blade“ mit Wesley Snipes sehr bekannt wurde (die Eröffnungsszene im Technopartykeller, als das Blut aus den Leitungen spritzt, ist damit untermalt.(eine krude Version davon kann man übrigens in „Duke Nukem in Manhattan“ hören, wenn er im Level 2 im Partyraum ist)).

Doch zurück zu True Faith. Mich hat schon immer der Sound begeistert, der markant geschlagene Anfang, die typisch verzerrte (Baß-)Gitarre, die scharfen Wechsel, der eingängige Refrain, der hohe Wiedererkennensfaktor der Rhythmusgitarre und der Synthis… New Order konnte und kann was!

 Posted by at 9:13 p.m.
Juni 052014
 

Irgendwie habe ich mir nie einen USB-Stick gekauft, sondern diese immer geschenkt bekommen. So auch meinen ersten USB-3.0-USB-Stick 8 GB vom A-Data, den mir vor einigen Jahren ein Freund schenkte(den gab es wohl speibillig im Aldi). Das war einer der ersten bezahlbaren USB-3.0-Sticks überhaupt, was man daran merkt, daß er genauso schnell bzw. langsam ist wie sein 2.0er Bruder. Doch bei dem Preis beschwerte ich mich nicht.
Seitdem leistete der Stick mir treue Dienste. Ich hatte darauf ein Admin-Notpack, Fritzbox-Recovery-Tools, Virenscanner, diverse Texte, Keys, Programme, FTP-Zugänge…, was man halt in meiner Branche auf die Schnelle gebrauchen kann.

Wenn ich morgens aus dem Haus gehe checke ich immer:
– Brieftasche
– Wohnungsschlüssel
– Autoschlüssel
– Stick
– Händi.

Nur wenn ich diese 5 Sachen in meinen Taschen fühle, gehe ich los.

Irgendwann aber, vor drei Jahren, war der Stick weg. Nach stundenlanger Suche an allen möglichen und unmöglichen Stellen gab ich auf und buchte ihn unter Verlust. Natürlich hatte ich keine Sicherheitskopie angefertigt und auch der Gedanke, daß irgendein Fremder sich die Daten genüßlich betrachtet bereitete Unwohlsein. Aber was will man machen? Ich schämte mich ob meiner Leichtsinnig- und Nachlässigkeit.

Wenige Tage später fiel mir im Auto die Parkmark unter den Sitz. Als ich sie dort hervorklauben wollte, kam auch der Stick wieder ans Tageslicht, er war mir offensichtlich aus der Hosentasche gerutscht. Welch Freude! Ich gelobte Besserung, sicherte die Daten also immer noch nicht, entfernte immer noch nicht brisante Infos oder verschlüsselte diese wenigstens und war mit meinem Stick wieder glücklich bis… ich ihn wieder vermißte.

Das ist etwa zwei Jahre her. Der Stick war weg! Er lag auch nicht unter dem Fahrersitz wie beim letzten Mal. Diesmal entdeckte ich ihn nach einer knappen Woche beim Staubsaugen unterm Bett. Auch hier war er aus der Hosentasche gerutscht, die auf dem Herrendiener ruhte. Diesmal dachte ich an eine Datensicherung, die Verschlüsselung entfiel aus Faulheit und immerhin der Gedanke an einen Stick, den man mit einem Schlüsselring oder Ähnlichem befestigen kann, zog durch meinen Kopf.

Insgesamt paßte ich aber besser auf den Stick auf. Einmal noch fischte ich ihn unter dem Fahrersitz hervor und mehrfach half auch ein genauerer Blick unters Bett oder in die Nähe des Herrendieners.

Vor zwei Wochen verschwand der Stick erneut. Keine Suche half. Im Auto brauchte ich gar nicht erst zu schauen, daß habe ich erst seit anderthalb Wochen in meinem Besitz. Hmm, im Vorgängerauto, das mußte es sein, dort lag er! Doch das Auto war mittlerweile wieder in seiner bayerischen Heimat und aus meinem Zugriff.

In der Wohnung fand ich ihn auch nach intensivster Suche nicht.

Diesmal war er also endgültig weg. Aus, vorbei, Pustekuchen! Ich erstellte aus der hoffnungslos veraltenden Sicherheitskopie einen neuen Stick, aber der schale Geschmack des Verlustes blieb.

Heute Mittag brachte ich meine Brille zur Reparatur zum Optiker. Und was fällt mir ins Auge, als ich das Etui der Ersatzbrille öffne? Genau, da war er wieder, der Stick. Warum ich den aber dort hineingelegt hatte, entzieht sich meiner Kenntnis.

Jedenfalls habe ich meinen geliebten USB-Stick wieder!

Und werde wieder nichts Sichern und Verschlüsseln und ihn irgendwann wieder verlieren. Denn bei der Vorgeschichte, werde ich ihn immer sowiso wieder wiederfinden.

 Posted by at 6:34 p.m.
Apr. 242014
 

Was so harmlos als Anglizismus daherkommt und den meisten Leuten nichts bedeutet und nichts sagt, daß breitet sich allmählich wie eine Seuche aus. So gibt es in D mittlerweile um die 100 Lehrstühle, die sich damit beschäftigen, daß Mann und Frau nicht Mann und Frau sind, sondern die Gesellschaft diese erst zu Mann und Frau macht, capiche?

Wer eine Prise diesen Irrsinns konsumieren möchte, dem sei der heutige SpOn-Artikel dazu, naja, nicht empfohlen, verlinkt.

Das Ganze breitet sich aus wie die Pest und erobert eine Alma Mater nach der anderen. Überall sind schon nur noch Studierende, selbst in den Ferien, an der Leipziger Uni muß man schon heute offiziell „Herr Professorin“ sagen und nun dieser Schwachsinn mit Professx und Studiernix und Schlimmeres.

Meine Steuergelder werden für megaüberflüssigen Scheißdreck verplempert, ich kriege mich vor Wut gar nicht mehr ein. Ein Haufen nichtsnutziger und im Zweifel potthäßlicher Lesben maßt sich an, dummes Gefasel, orwellsches Neusprech und Sprachvergewaltigung durch die Medien zu prügeln ohne Sinn, ohne Verstand, ohne jedweden Nutzen, aber immer mit geschwungner Moralkeule.

Also meine Geduld ist zu Ende. Wenn ich mal an die Macht komme, dann werden diese Studiengänge ersatzlos gestrichen und die sogenannten Professoren erst mal sanft verprügelt und dann entweder in die Irrenanstalt oder von mir aus auch in die Produktion geschickt, wir haben da bspw. viele marode Straßen…

 Posted by at 3:54 p.m.
Apr. 132014
 

Vor drei Wochen kaufte ich in Mainz im Modehaus ein. Eine Verkäuferin begeisterte mich für eine farbenfrohe Hose, die ich dann auch nebst anderen Sachen kaufte.
Zu Hause mußte ich feststellen, daß an delikater Stelle die Naht auf zwei Zentimetern unterbrochen war, vielleicht hatte der der Fadentrenner bei der Sicherheitsnaht versagt.

In meiner ersten Naivheit dachte ich an einen Umtausch. Schnell mußte ich über diese Idee schmunzeln, so leicht geht das in deutschen Landen sicher nicht. Und ich sollte recht behalten.

Zuerst fand ich keine Zeit, in die Stadt zu gehen. Letzten Dienstag klappte es dann doch. Ich ging ins Geschäft, 4. Stock. Natürlich war keine einzige Verkäuferin anwesend, schon gar nicht die mich beratende Dame, dafür erkundigte sich ein gegelter junger Mann nach meinem Begehr.

Ich zeigte die unvollendete Naht und brachte auch gleich die irre Idee mit dem Tausch ins Spiel, zumal in Sichtweite ein ganzer Stapel gleichgefärbter Artgenossen gestapelt war. Dieses freche Ansinnen wurde seitens des Verkäufers ignoriert und er fragte nach dem Kassenzettel.

Dem Kassenzettel! Immer, ich schwöre, immer hebe ich Kassenzettel auf, man weiß ja nie (siehe oben). Doch diesmal habe ich ihn, ich weiß es noch genau, smat Tüte weggeworfen und mir dabei gedacht, hast Du sowieso noch nie gebraucht.

Doch dieses Problem war gar keins, denn ich habe eine Kundenkarte, die in diesem Fall glücklicherweise, ja alle meine Transaktionen dokumentiert.

In den nächsten Minuten, wurden Formulare ausgefüllt, mit Stecknadeln die betreffende Stelle markiert, Zettel angebunden und… dann ging es gemneinsam vom 4. Stock in die Parterre, wo ich an der Hauptkasse nach kurzer Wartezeit mit Erklärungen und Hinweisen zusehen dürfte, wie das Hosenformular einen Stempel erhielt. Auch mein Abholzettel bekam einen Stempel aufgedrückt. Ab Freitag, teilte man mir noch mit, könnte ich die reparierte Hose abholen. Die Schneiderkosten in Höhe von 8,50 EUR erstatte man mir „aus Kulanz“. Nun verstehe ich unter Kulanz sicher nicht die Reparatur eines Werkfehlers an einer teuren Hose, aber der gegelte junge Mann kannte scheinbar die genauere Bedeutung des Wortes nicht.

Egal, ich ging schleunigst zum Auto ins Parkhaus zurück, wo ich dennoch 4,00 EUR Parkgebühr berappen mußte (1 Stunde und 7 Minuten hatte die Rückgabe gedauert).

Gestern nun wollte ich die Hose abholen. Und das ging so:

Ich fuhr gegen Mittag in die Innenstadt und parkte. Auf Grund des Wochenmarktes, der mittlerweile bis zum Stadtbrunnen ausgedehnt ist und dadurch an dieser Stelle Staus entstehen läßt, kam ich nur langsam ins Bekleidungsgeschäft. Natürlich war dort mehr los als wochentags.

Ich stellte mich an der Hauptkasse in Parterre an. Dort bedienten immerhin drei Leute, so daß die Hoffnung bestand, es würde einigermaßen schnell gehen. Nun, die Hoffnung trog, denn die Käufer waren durch die bank ältere Ehepaare, die betulich alles hinterfragten, kluge Ratschläge gaben, umständlich am ec-System scheiterten und, als Krönung, sich einen Antrag auf eine Kundenkarte ausfüllen ließen. Egal, ich langweilte mich mit Anstand und kam endlich an die Reihe und konnte stolz meinen Abholzettel präsentieren.

„Oh“, sagte das schmalgesichtige Mädchen hinter der Kasse. „Abholung ist an der Kasse im 2. Stock.“

„Umpfh“, dachte ich und trabte in den 2. Stock. Dort bedienten zwei Mädels, das Publikum war gemischt, doch die Schlange ungleich länger. Naja, ich nahms mit Schulterzucken und stellte mich an und beantwortete länglich eine Kundenanfrage per Mehl. Danach spielte ich noch ein Spielchen, las alle neuen Nachrichten im Postillion, in der FAZ, dem Spiegel und bei heise und vertiefte mich in sogar einen technology-review-Artikel.

Als ich damit fertig war, standen immerhin nur noch drei Leute vor mir. Die Dame vor mir und der junge Familienvater hinter mir waren mittlerweile schon kurz davor, Brüderschaft zu trinken und ich begann, mit der vierjährigen Tochter des Mannes zu schäkern.

Dann war ich endlich dran und konnte wieder stolz meinen Zettel vorweisen. Doch damit war der Lehrling, nur um einen solchen konnte es sich handeln, leicht überfordert. Alle Arbeitsschritte (gehe nach hinten ins Lager, zweite Tür recht, links oben, die Nummer suchen und vergleichen, den Abschnitt abhaken, ins Ausgangsbuch eintragen, in die Tasche packen, die Tasche dem Kunden geben, Danke sagen) mußten dem armen Mädel gesagt werden. Immerhin dauerte die Hosensuche nicht allzulange. Irgendwann war ich also wieder draußen und quälte mich durch den überfüllten Wochenmarkt zum Parkhaus. AM Gutenbergdenkmal campierten irgendwelche jungen Lebenskünstler, die gemeinsam Reissalat mit den Fingern aßen, irritierend.

Im Parkhaus sagte mir der Automat „1 Stunde, 2 Minuten“ und wollte wieder 4,00 EUR.

Ich holte das Auto ab und… dann war irgendeine Störung und die Autos stauten sich an der Ausfahrt bis in den ersten Stock zurück. Mir war schon alles egal, ich hatte Genesis im Autoradio, die mir aus dem 77er Livealbum „Seconds Out“ gerade ihr episches“Supper’s Ready“ vorspielten. Ganz so lange wie das Lied (mehr als 20 Minuten) reichte die Störung dann nicht und ich konnte irgendwann das Parkhaus verlassen, ohne, wie ich es schon befürchtete, nachzahlen zu müssen.

Fazit: Um eine Naht zu reparieren braucht man: 1 Stunde Fahrzeit, mehr als 2 Stunden Modehausaufenthaltszeit, 2 x 4,00 EUR Parkgebühren, viel Geduld und Humor und keine 8,50 EUR „Kulanz“.

 Posted by at 7:20 a.m.