Okt 162015
 

Am Sonnabend war in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit. In London war davon nichts zu spüren, eher bemerkte man deutlich, daß momentan die Weltmeisterschaften im Rugby stattfanden.

Der erste Ausflug des Tages führte uns mit einem roten Doppeldeckerbus (oben sitzen macht Spaß) nach Primrose Hill. Dort wollten wir den tollen Blick über die Stadt genießen, leider war aber der Morgendunst hartnäckiger als wir.

Egal, wer schöne Bilder dazu sehen möchte, kann ja hier klicken.

Dann wanderten wir durch die offensichtlich etwas bessere Gegend, darauf deuteten zumindest die vielen fetten und superteuren Autos, die an der Straße geparkt waren, hinüber zur nahe gelegenen Abbey Road. Die berühmten Studios mit dem Zebrastreifen waren nicht zu verfehlen, denn die auf einmal rumrennenden dutzenden (japanischen) Touristen mit Deppenzepter waren schwer zu übersehen.

Das nächste Ziel war Klein-Venedig. Reizvolle Kanäle, bunte Fassaden, schmale Hotel- und Restaurantboote ließen wirklich an die norditalienische Stadt denken.

Der Hunger und der Durst trieben uns in die Innenstadt. Natürlich fuhren wir auch dahin mit dem Doppelstockbus. Nach üppigen Mahl ging es via Harrod’s Kaufhaus zurück ins Hotel. Dann fuhren wir ins Odeon-Filmtheater, um dort den Ridley-Scott-Film „The Martian“ zu genießen. Beim Vorbier im benachbarten Pub trafen wir uns mit Florian und Anne sowie den beiden Litauern Tomas und Marija, die frisch aus New York eingetroffen waren.

Der Film war sehr gut, Bild und Ton auch, alleine die Sitze waren ein Graus, da hat man ja bei Ryan Air mehr Platz!

Nach dem Kino stellte sich die Frage, rechts oder links. In diesem Fall war der rechte Weg die falsche Entscheidung, denn wir gerieten in einen Stadtteil, der sehr an den Nahen Osten erinnerte. Nur noch vermummte Frauen und ziegenbärtige Moslems und natürlich kein Pub mehr weit und breit. Aber irgendwann fanden wir dann doch noch ein Lokal und ließen dort den Abend gemütlich ausklingen.

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abbey_road

little_venice

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 Posted by at 8:48 pm
Okt 092015
 

Im Jahr 2010 trat der größte Künstler aller Zeiten, Weird Al Yankovic, mal wieder in Europa auf. Zeit also, nach langer Abstinenz, einen neuen Ausflug in diese tolle Stadt zu unternehmen.

Und hier ist der Bericht:

Freitag, 02.10.2015 – Nullmeridian und Sonnenuntergang in Gondel.

British Airways brachte Tim, Jens und mich zumn Flughafen Heathrow ins Terminal 5. Hey, da war ich doch schon einmal im Februar gewesen! Dank Tim war das Flugzeug nicht so ein üblicher kleiner Stoppelhopser sondern ein richtig Großes.

Wir saßen in Reihe 7, das ist normalerweise die hinterste Reihe der Business Class, so daß ich in den hohen Genuß kam, als allererster das Flugzeug verlassen zu können. Beim Rückflug war die Normalität wieder hergestellt, da saß ich auf dem allerletzten Platz…

Wir fuhren mit der U-Bahn direkt zum Hotel, bezogen es und dann ging es sofort auf Entdeckungungstour.

Tim war schon dutzendemale in London und kennt die Stadt, vor allem aber das Nahverkehrsnetz wie seine Manteltasche, das war für uns Begleiter natürlich ideal.

Das erste Ziel des Tages hieß Greenwich. Mit der DLR, einem Verkehrsmittel das ich GDL-Freunden sehr ans Herz legen möchte, kamen wir bei Kaiserwetter (siehe Bilder) in den Londoner Osten.

Wir schauten uns von außen die Cutty Sark an, dann gingen wir am Themseufer entlang, beobachteten Dreharbeiten zu einem Historienfilm an der Universität und wanderten in aller Ruhe zum Observatorium mit dem Nullmeridian und genossen vom Hügel aus die phantastische Aussicht auf die Stadt.

Dann gingen wir zurück zum Eingang des Fußgängertunnels, der unter der Themse verläuft. Dort trafen wir uns mit Anne und Florian.

Nunmehr zu fünft wanderten wir durch den Tunnel auf die andere Themseseite und fuhren ins Bankenviertel. Dort bestiegen wir die erste und einzige Seilbahn Londons.

Bei wolkenlosem und klaren Himmel genossen wir einen Sonnenuntergang allererster Güte 100 Meter über der Themse. Was will man mehr?

Ok, essen muß man. Wir fuhren zu Earl’s Court zurück, dort gab es feines indisches Essen und damit war der erste Tag auch schon zu Ende.

 Posted by at 6:30 pm
Sep 192015
 

… diverse Beiträge verfaßt. Doch gestern erreichte der Service einen neuen Tiefpunkt.

Ich fang mal umständlich an. Ein Kunde hatte einen 5 Wochen alten Drucker der Fa. Epson reklamiert. Er druckte nicht mehr, klarer Garantiefall. Aus Freundschaft erbot ich mich, das Gerät zurückzusenden.

Bei Epson anrufen – RMA-Zettel ausdrucken, alles kein Problem. Nur hatte ich kein passendes Paket vorrätig.

Ich fuhr auf dem Weg zum nächsten Kunden durch Klein-Winternheim und besuchte die dortige Post, da ich die Post vor Ort möglichst wenig frequentiere, man denke nur an Parkplatzprobleme, Unfreundlichkeit, lange Schlangen…

In Klein-Winternheim wurde bei meinem Ankommen gerade die Außentür abgeschlossen. Doch der sehr freundliche Verkäufer ließ mich noch ein.

Ich fragte nach einem Paket. Die Post hat keine für Drucker passenden Pakete, doch der nette Herr ging in den Keller und fand dort tatsächlich ein passendes Behältnis. Ich packte den Drucker sorgfältig (und zeitraubend) ein.

Der hilfsbereite Betreiber assistierte mir dabei. Das Paket wurde mit Paketband zugeklebt, der Adressaufkleber angebracht und dann war es endlich bereit. Die Retoure war unfrei, also hatte der Mann nur Last mit mir, verspätete Mittagspause und noch ein 16 Kilo schweres Paket zu schleppen, daß er mit seinem Karton und seinem Paketband erst transportfähig gemacht hatte. Natürlich bedankte ich mich herzlich für diese tolle Hilfe und versäumte auch nicht, 2 EUR in die Sparbüchse zu werfen, von der ich weiß, daß deren Inhalt seiner Nichte in $WEITWEG (ich vermute in ihm einen Südseeinsulaner, aber bei solchen Schätzungen aber furchtbar schlecht) zu Gute kommt (IIRC kostet dort Schule 1 $ die Woche).

Nun denn. Der damals weggeschickte Drucker fand seinen Weg zu Epson und wurde mir am vergangenen Mittwoch „repariert“ zugesandt.

Blöder- bzw. interessanterweise hatte der Drucker immer noch das gleiche Fehlerbild, also verfrachtete ich ihn wieder zurück in den Karton und generierte (nach Telefonat mit dem Hersteller) eine neue RMA-Nummer, um ihn erneut reparieren zu lassen.

Da ich im Ort einen wichtigen Termin hatte, entschloß ich mich, nicht die 6 Kilometer Umweg nach Klein-Winternheim zu nehmen, sondern das Paket vor Ort aufzugeben.

Natürlich fand ich keinen Parkplatz in Postnähe, so daß ich die 16 Kilo (siehe oben) durch den halben Ort schleppte. Und natürlich erwartete mich eine üppige Schlange, aber immerhin kümmerten sich 2 Mitarbeiterinnen um diese.

Nach geraumer Zeit stellt ich den Trum auf die Waage und bat um ein kurzes Stück Paketband (30 cm), da sich an einer Seite mein Band verwickelt hatte und dort eine Lücke klaffte.

Die Postbeamte(?) deutete auf den Verkaufsaussteller hinter mir. Ich fragte noch einmal nach und bekam die selbe Deutung bzw. Antwort.

Tatsächlich mußte ich mir für 1,99 EUR eine Rolle Paketband kaufen, welches ich dann unter den amüsierten, mitleidigen, gierigen und betroffenen Blicken der zahlreichen Nachfolger mühsam händisch abknipperte, entrollte und abriß.

Ich habe das nur getan, weil ich wirklich einen wichtigen Termin vor mir hatte und sicher auch, weil ich völlig konsterniert war.

Normalerweise wäre ich mit einem sehr lauten und sehr spitzen Kommentar, der nicht druckwürdig wäre, von dannen gezogen.

Servicewüste Deutschland? Keine Ahnung, aber, wenn ich nicht gezwungen bin, sieht mich dieser Saftladen nicht mehr.

 Posted by at 11:07 pm
Jun 252015
 

… gehabt, denn, wie man hier lesen kann, gibt es derzeit Probleme in den KFZ-Zulassungsstellen.

Nun war ich letzte Woche sogar zweimal in Oppenheim in der Zulassungsstelle.

Das erste Mal am Dienstag, um mir ein Überführungskennzeichen erstellen zu lassen.

Verwaltungsakt: so 20 EUR
Kennzeichen: so 10 EUR
Wartezettel: von Z056 bis Z063
Aufenthalt: ca. 20 Minuten

Mittwoch holte ich das Auto ab und am Donnerstag wurde ich wieder vorstellig.

Verwaltungsakt: so 50 EUR
Kennzeichen: so 30 EUR
Wartezettel: von Z009 bis Z014
Aufenthalt: ca. 120 Minuten!

Ja, ich wartete tatsächlich von Z013 bis Z014 weit über eine Stunde. Und garantiert waren da die „Hacker“ noch nicht am Werke…

Wieso war ich auf der Zulassungsstelle? Welches Auto fahre denn jetzt? Der interessierte Leser wird es irgendwann an dieser Stelle lesen können.

 Posted by at 9:36 pm
Jun 252015
 

…sind sicher ein probates und auch nötiges Instrument des Staates, die autofahrenden Bürger an die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung zu gemahnen.

Aber so, wie ich das heute erleben mußte, darf es nicht sein.

Gegen 19:30 Uhr fuhr ich, aus Mainz über die Saarstraße kommend, auf die A60 auf. Die Auffahrt ist wegen Brückenbauarbeiten verkürzt und auf 40 km/h reguliert, die Autobahnbenutzer hingegen dürfen 60 km/h fahren.

Soweit so gut. Nun war der Blitzer direkt ans Ende der verkürzten Einmündung plaziert worden (roter Kreis), so daß der auffahrende Autofahrer bei (stark) verkürzter Auffahrt und (problematischem) Verkehr auf der BAB sich in einer durchaus schwierigen Verkehrssituation nun auch noch an der neuralgischsten Stelle im Auge einer Radarfalle wiederfand. Mich erschreckte das jedenfalls gehörig. Denn ich hatte natürlich, um mich in den (stark) fließenden Verkehr einzureihen, mein Auto recht zügig in der (deutlich verkürzten) Auffahrt auf die herrschende Geschwindigkeit beschleunigt.
Laut Schild durfte ich 40 km/h fahren, der Verkehr floß deutlich schneller, also gab ich behende Gas… und sah in das Auge des Blitzers, was (zumindest bei mir) durchaus einen Schreck verursachte. In dieser haarigen Situation ist es erste Pflicht, sich nach § 1 StVO in den fließenden Verkehr einzuordnen und dann wird man plötzlich von einem Blitzer erschreckt, in den man, mit wieviel km/h *blickaufdentachodervomfliessendenVerkehrablenk*… ja, darf ich nur 40 km/h oder schon 60 km/h oder was…? Offen gestanden hatte ich in dieser Situation gar keine Gelegenheit auf den Tacho zu schauen, denn viel wichtiger war es, die Einfädellücke zu finden.

Ich finde diese Blitzerstelle skandalös, da gefahrenträchtig und in keiner Weise dem (noblen) Ziel dienlich.

Zu Stoßzeiten ist an dieser Stelle sowieso immer Dauerstau; man kriecht dann im Schritttempo durch die Baustelle; doch sobald der Verkehr irgendwann mal mühsam fließt, den verspäteten Pendlern an einer Endlosbastelbaustelle mit hohem Risikopotential (siehe oben) abzockend aufzulauern, ist arg fragwürdig.

Beschwerde an die Polizei ist raus.

blitzer

 Posted by at 9:13 pm
Jun 142015
 

Voriges Wochenende war ich im Klützer Winkel unterwegs. Am Sonntag unternahmen wir zu viert einen schönen Ausflug durch dieses schöne Stück Deutschland.

Zuerst fuhren wir an die Steilküste und schautem die unberührte Ostseeküste an.

steinbeck

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Nächste Station war ein Bauernhof bei Steinbeck. Dort gab es erst einmal einen Kaffee. Dann besuchten wir den neuen Aussichtspunkt für Wanderer bei Klein Pravtshagen. Am Parkplatz am Bauernhof kamen uns ein paar Urlauber entgegen. Ein Herr erklärte uns:

Auf dem Hof ist keiner, die machen wohl alle Hazienda.

Wir nickten, bedankten uns artig und gingen durch den Hof zur Aussichtsplattform. Als die Leute außer Hörweite waren, analysierten wir den Satz, der uns allen irgendwie komisch vorkam. Als wir dann die arme Hazienda durch die Siesta ersetzten, paßte auf einmal alles. Wir lachten herzlich.

weitblick

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wiese

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steinbeck

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Nach dem Besuch der Plattform, von der aus man Wismar, Lübeck, Travemünde, Neustadt und Scharbeutz sehen kann, fuhren wir quer durch den Klützer Winkel bis zur Wohlenberger Wiek. Obwohl ich dachte, die gegend gut zu kennen, kam ich doch durch Orte, die ich nie zuvor gesegen hatte.

In Wohlenberg gab es erst einmal frisches Dorschfilet mit Bratkartoffeln. Obwohl von Nichteinheimischen zubereitet, schmeckte es vorzüglich.
raeucherfisch

Dann fuhren wir zur Marina nach Hohen Wieschendorf. Man beachte den dort herrschenden hektischen Betrieb, immerhin hatten wir einem Bilderbuchsonntagmittag.
Dort gab es Kaffee und dann ging es wieder nach Hause (zum Grillen). Alles in allem ein sehr gelungener Miniurlaubstag.

marina

 Posted by at 7:11 pm
Jun 142015
 

…aber auch die Nachfolger der Bundespost, namentlich die Telekom AG kann da noch gut mithalten.

Letzte Woche hatte ich bei der Telekom mal nachgehakt, ob man am lahmen Internet-Anschluß meiner Mutter nicht was verbessern kann. Und siehe! es gab doch tatsächlich die Möglichkeit, den jetzigen DSL 3000, der unter Brüdern aber keine 2000 stabil schafft umzurüsten auf einen *trommelwirbel* 6000er DSL RAM. Also quasi der gleiche Mist in Grün, nur ohne ISDN und mit wenigstens echten 3000 stabil, so die Frau am Telefon. Egal, der Anschluß kostet ein paar EUR/Monat weniger und die nötige Technik ist da, also bestellte ich verbindlich.

Gestern erhielt meine Mutter die schriftliche Auftragsbestätigung, aus der man auch das Ausführungsdatum ersehen kann.

Als Ausführungsdatum wurde genannt:

29.12.2015 zwischen 11:00 Uhr und 21:00 Uhr

Naja, immerhin noch dieses Jahr, wenn auch knapp…

 Posted by at 6:37 pm
Jun 112015
 

Das Band ist zerschnitten, war Schwarz, Rot und Gold, und Gott hat es gelitten, wer weiß was er gewollt!

Jeder, der mich kennt, weiß, daß ich Mitglied in einer Burschenschaft bin.

Heute nun jährt sich zum 200. Male die Gründung eben dieser Burschenschaft.

Quasi alles, was uns heute wichtig und heilig ist, also die „richtigen“ deutschen Farben, die Grundlagen unserer Demokratie, unserer Verfassung, unseres Wahlrechtes…, alles, haben meine burschenschaftlichen Vorfahren im Geiste erstritten.

Jubelt, jauchzet Heil der deutschen Burschenschaft! Jubelt, jauchzet unserm deutschen Vaterland!

Solch überschwänglichen Gesang intonierte man, aus heutiger Sicht doch recht heftig, zum 100. Jahrestag im Weltkriegsjahr 1915.

Zum 150jährigen Jubiläum gab es Grußworte und Reden von Herbert Ernst Karl Frahm (SPD, Oberbürgermeister des Tagungsortes Berlin), Heinrich Lübke (Zentrum/CDU, Bundespräsident) und des Bundeskanzlers Ludwig Erhard (CDU).

Heute nun gilt es, dem zweihunderjährgen Bestehen der Burschenschaft zu gedanken, doch, ähnlich, wie beim „Politiker des 19. Jahrhunderts“, dessen Geburtstag (01.04.1815), sich ebenso dieses Jahr zum 200. Male jährt, werden diese Ereignisse zeitgeistig komplett übergangen. Keine Kanzlerin, kein Präsident, kein Leitmedium interessieren sich für unsere echte, richtige, greifbare, Geschichte.

Wir reden über Banken, Griechenland, gehackte IT usw., aber unser ALLER Geschichte wird geflissentlich verdrängt. Wie arm, wie traurig, wie wahr; wie konnte es nur innerhalb weniger Jahre dazu (ver-)kommen, daß in Deutschland die vaterlandslosen Gesellen das Sagen haben?

 Posted by at 10:01 pm