
Wie der Zufall so will. Da schrieb ich am Freitag, daß diverse Parteien durch Nichtanwesenheit glänzen und einen Tag später muß ich das gleich wieder revidieren.
So sah ich in der rheinhessischen Pampa die NPD mit dem griffigen Slogan „Minirock statt Minarett“ auf Bauernfang gehen und TheKaiser (Danke!) schickte mir aus der Landeshauptstadt folgendes Bild.

Ende März sind hier in Rheinland-Pfalz andtagswahlen. Heute trudelten die Briefwahlunterlagen ein.

Wen wählen? Schauen wir doch dazu noch einmal die Plakate an.
Bei den Wahlkreisstimmen gibt es nur sechs Kandidaten.
Für die SPD tritt eine Dame an, die von schrecklich gephotoshopten Bildern grinst, die CDU-Dame kenne ich sogar persönlich, die ist sogar schon Landtagsmitglied. Aber hier hatte der Photoshopper mehr Talent. Allerdings würde man die Dame nicht erkennen, stünde sie neben ihrem eigenen Plakat. Der FDP-Mann hat einen Bart und macht einem Angst, die Grüne hat wie die ÖDP kein Gesicht, nur die ollen Plakate von der letzten Wahl mit apfelessenden Kind und Smileys, die fressen und Mutter Erde. Bleibt zum Schluß noch die Piratenpartei. Die haben als einzige Partei einigermaßen spanndende Plakate ausgehängt.
Wenigstens ist die Anzahl der Kandidaten noch überschaubar.
Bei der Landesstimme sieht das schon anders aus.
Kurt Beck (SPD) grinst feist mit seinem „Bart“ von jeder zweiten Laterne und wäre bei einer Wiederwahl länger an der Macht als Helmut Kohl. Den kann man einfach nicht (mehr) wählen. Politisch hat er die letzten Jahre ja nur im Bund gewildert und dort kläglich versagt. Seine SPD ist müde, uninspiriert und amtsatt.
Julia Klöckner (CDU) hat keinen Bart (Wahlspruch) und sieht recht fesch und hübsch aus. Nach vielen Querelen steht sie der CDU als frische und unbelastete Kraft zur Verfügung.
Dr. Peter Schmitz (FDP) kann machen, was er will; seine Partei hatte die Chance, im Bund, Leistung zu zeigen und hat alle Symphatien verspielt.
Die Grünen werben mit der Angst vor Schwarz/Geld und mit Mutter Erde, ob das reicht?
Die Partei der Linken wirbt in Mainz mit dem Motto „Ich liebe euch doch alle“ oder so und lockt damit sicher keinen an die Urne, der sich noch an Mielke erinnert.
Republikaner und NPD gibt es laut Wahlzettel auch, von denen hörte und sah man bisher nichts. Hatten die bei der letzten Wahl nicht einen dabei, der lustigerweise Marx hieß?
Die ÖDP hat wieder apfelessendes Mädchen (die müßte mittlerweile Mutter sein) ab und zu geklebt, das war es aber auch schon.
Büso, DDP und freie Wähler traten plakattechnisch für mich exakt gar nicht in Erscheinung.
Bleiben zum Schluß die Piraten, die ihre gutgestalteten Plakate wohlplaziert in Stadt und Land verteilten.
Alle Programme lesen, ist für mich kaum zu schaffen. Aber den Wahlomaten habe ich schon befragt.
So setze ich nachher meine Kreuze und damit hat sich für mich die Landtagswahl 2011 erledigt.
Irgendwie fällt mir die Antwort auf die Wahlfrage aber auch jedes Mal schwerer.
Gewinnen wird wohl hier nach der stärksten Partei, der der Nichtwähler wohl König Kurt. Und alles bleibt beim Alten.
Von diesem höchsten militärischen Zeremoniell ist nur noch eine Farce geblieben. Oder ein verwesender Leichnam, den man noch mit Füßen tritt. Laßt es doch einfach sein. Es war schon megapeinlich und traurig, daß man im Sommer 2002 den Scharping mit einem Großen Zapfenstreich ehrte (Wofür eigentlich? In anderen Länderen hatte man so einen Faulpelz und Verräter sicherlich anders behandelt, und zwar ganz anders.)
Dann entblödete sich Horst Köhler nicht, zu seiner Verabschiedung (auch er hat sich unehrenhaft aus seinem Amt verpißt und hätte keine Ehrung durch einen Zapfenstreich erhalten dürfen) sich von der Bundeswehrtkapelle Frank Sinatras „My Way“ spielen zu lassen. Ich schäme mich jetzt noch, wenn ich daran denke.
Doch das läßt sich leicht toppen. So hat der zurückgetretene Kriegs^wVerteidigungsminsiter Dr.^wHerr Karl Theodor zu Guttenberg gestern einen großen Zapfenstreich erhalten. Warum, der Mann ist zurückgetreten, da gebe ich nicht noch Geld für eine ehrenvolle Abschiedszeremonie aus.
Und was wünscht sich der Ex-Minister als Abschiedslied? Genau „Smoke On The Water“ von Deep Purple. Das ist so krank, daß man es gar nicht fassen kann. Und das Schlimmste ist, daß eine Mehrheit im Volk gar nicht mehr weiß, wovon ich spreche.
O tempora o mores!
Ich meine ja, zumindest, wenn ich mir die Schlagzeilen des SpOn von eben anschaue.

…hinter mir eine junge Frau mit ihrem Dreikäsehoch. Dieser turnte eifrig überall herum, griff sich irgendwelche Waren und ließ sie irgendwo wieder fallen, spielte unter dem Warenkorb und hinter dem Zeitschriftenregal Verstecken mit seiner Mutter und ließ sich durch die Erziehungsbemühungen seiner Mama aber auch sowas von überhaupt nicht beeindrucken.
Klar, denn auf Aufforderungen wie „Jay-Colin, bitte komm‘ zur Mama!“, „Jay-Colin, bitte komme unter dem Wagen hervor.“, „“Jaychen(sic!), nicht den Schlüssel fallen lassen.“ usw. kann man naturgemäß nicht reagieren. Selbst dann nicht, wenn man Jay-Colin heißt.
…den gestern wir noch huppen sah’n.
Warum auch immer verspürte ich heute großen Appetit auf Hühnerfrikassè. Wie gut, daß ich noch ein Suppenhuhn im Tiefkühlfach hatte. Nun heißt es erst einmal warten…

@Bodo: Wieso hast Du mich nicht darauf hingewiesen?
In den beiden Mike-Oldfield-Liedern Pictures In The Dark (sehr gut) und auch Innocent (naja, „gut“) singt und spielt die Norwegerin Anita Hegerland mit. Sie war sogar zwischenzeitlich mit dem Meister liiert und beide haben auch zwei gemeinsame Kinder.
Doch was ich wirklich nicht wußte und nach wie vor sehr interessant finde ist, daß diese Anita die gleiche Anita ist, die mit Roy Black Schön ist es auf der Welt zu sein sang.
Sofort hat er klare Worte in die Islam-Debatte gebracht. Sofort hat er dem Bundespräsidenten Wulff an den Karren gefahren.
Der Mann hat ja einen Hintern in der Hose oder wie unsere Freunde jenseits des Atlantik sagen „he has balls“ und das, obwohl er KVer ist. 😉
Nun greinen und weinen und kotzen die Gutmenschen rum, aber der Bürger stimmt, wie bei der Welt zu sehen, durchaus im Sinne des Herrn Dr. Hans-Peter Friedrich ab.

Es geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder. Gerade lese ich, daß die Mineralölkonzerne das ungeliebte E10 nicht mehr an die Tankstellen ausliefern. Der Bürger hat mit den Füßen abgestimmt. Sicher nicht nur der Bildungsbürger mit Gewissen hat erkannt, daß E10 energieärmer ist und für seine Gewinnung landwirtschaftliche Nutzflächen (in Ländern mit Hungersnöten) betrieben werden usw, nein auch der Normalbürger hat Angst um sein Auto, denn E10 ist wohl aggressiver zu Schmierstoffen, Gummiteilen und beschädigt gar Motoren.
Und letzteres ist auch der Hauptgrund, daß die Plörre sich verkauft wie Kondome im Vatikan, denn das Auto ist uns nicht nur lieb sondern auch teuer.
Nach Einführung von synthetischen Kraftstoffen und der immer höheren Beimischung von Biosprit in den Diesel hat der Bürger diese Kröte nun nicht einfach so geschluckt. Vielleicht war auch der derzeit völlig überhöhte Spritpreis daran Schuld. Und wie ich bereits im letzten Jahr schrieb, ist die Angebotsvielfalt durch irgendwelche Kunstnamen schon lächerlich verwirrend.
Es ging doch jahrzehntelang im Land mit Benzin, Superbenzin und Diesel prima. Und hätte man vor 10 Jahren das Normalbenzin abgeschafft und gleichzeitig das Superbenzin ein paar Pfennige billiger gemacht, so kämen wir heute prima mit 2 Sorten zurecht, nämlich (Super-)Benzin für Benzinmotoren und Diesel für Dieselmotoren.
Doch so etwas wäre viel zu einfach.