Apr. 162013
 

Die nächsten Tage wird gefeiert. Nämlich in den Mai hinein. Bisher geschafft sind:

am Samstag: Geburtstag Nachbarin
gestern: Geburtstag andere Nachbarin

Ab jetzt warten auf mich:

Am Samstag: ein Fest der Lebenswende (was: Jugendweihe, was: Konfirmation)
Am Montag: Geburtstag eines Onkels
Am Donnerstag: Mutter wird 70, dazu kommen >40 Leute
Dann noch ein 70er und eine Silberhochzeit und eine weitere Feier und dann muß ich mich wohl den Rest des Mais erholen.

Damit ist jetzt schon das Schweigen der nächsten Tage erklärt.

 Posted by at 7:10 p.m.
Apr. 082013
 

Seit langer Zeit mal wieder ein politisch angehauchter Kommentar von mir. Ich bin überrascht über die fast 100% negativen Reaktionen auf die Nachricht über das Ableben der ehemaligen Premierministerin Großbritanniens.

Deswegen an dieser Stelle mein Senf dazu.

Als 1979 Frau Thatcher die Macht auf der Insel übernahm, war ich noch zu jung und politisch uninteressiert. Aber meine gesamte Kindheit spielte sie in meiner Wahrnehmung eine wichtige Rolle, für die ich ihr ewig dankbar sein werde. Sie bezog klare Positionen, vertrat diese Positionen aufrecht und wich von diesen Positionen nicht ab. Damit war sie in meinen Augen ehrenwert. Sie hat nicht nur rumtaktiert, gelogen, betrogen und rumgeheuchelt wie alle heutigen Abklatsche von Politikdarstellerlaien, sondern sie hat klare Positionen aufgezeigt und diese so aufrecht vertreten, daß man heutzutage primitiv ausrufen würde: „Er hat Eier!“. Ging ja nicht, weil Frau und so, aber der Amipräsident hat es dennoch abgemildert gesagt durch seinen Ausspruch: „Englands bester Mann“; dem Rest der Welt wurde das spätestens durch das Attribut „Eiserne Lady“ klar.

Und wenn wir schon bei Ausdrücken unter der Gürtellinie sind, M. Thatcher hatte auch einen A* in der Hose. Nicht nur im Falklandkonflikt, sondern vor allem gegen die übermächtigen und maroden Gewerkschaften. Wie ich heute lesen konnte: „arbeiten wie die Südländer, verdienen wie die Deutschen und Qualität wie bei den Russen“, tja, so sah das damals im UK aus. Diesen gordischen Knoten hat sie durchschlagen und DAS sollte Vorbild für alle Gegner übermächtiger Gewerkschaftsbosse sein.

Freilich hat sie Fehler gemacht. Sicher hat sie Sachen gemacht, die mir überhaupt nicht gefallen.

Ich erinnere mich bspw. an eine Karikatur aus dem Jahr 1990 (kann sie online nicht finden), die Frau Thatcher zeigt, wie sie angesichts der unmittelbar bevorstehenden deutschen Einheit, mit einer (Notfall-)handtasche mit verkniffenem Gesicht in einen Bunkerraum hinabsteigt, während ihr Gemahl ihr hinterherruft: „Siehst du die Dinge nicht allzu pessimistisch?“.

Doch das sei alles verziehen. Sie war aufrecht, sie war geradlinig, sie polarisierte, sie war intelligent, half sogar beim Erfinden leckeren Softeises, wenn sie ihm nicht sogar den Namen gab.

Ich jedenfalls feiere keine Party wegen der Todesmeldung (87 ist ein sogenanntes „gesegnetes“ Alter), ich jubel nicht wie wahrscheinlich alle Gewerkschaftler, sondern ich gedenke mit Trauer und Demut einer Frau, die für das Frauenbild der modernen Welt mehr getan hat, als 10 Alices Schwarzers es je könnten.

 Posted by at 10:08 p.m.
Apr. 042013
 

Vor ein paar Wochen ließ ich hier im Ort an der Tankstelle meine Kreditkarte liegen. (Weil die neuerdings nicht mehr die Karte ins Lesegerät schieben und wieder entfernen sondern man das selber machen soll) Das bemerkte ich auf der folgenden Autobahnfahrt und rief beim Unternehmen an und sagte, ich würde sie in der Folgewoche abholen.
Tatsächlich holte ich sie aber erst gestern ab, denn mir war erst letzte Woche wieder aufgefallen, daß sie mir fehlt.
Also tankte ich in letzter Zeit zu selten oder besitze zuviele Kreditkarten oder das Gedächtnis läßt nach, das Gedächtnis läßt nach…

 Posted by at 1:36 p.m.
März 242013
 

Eben erfahre ich, daß Reinhard Lakomy gestorben ist. Ein großer Künstler, ein Mensch ist von uns gegangen. Mich berührte die Musik Lakomys immer, das macht ihn so besonders. Sei es sein derbes Duett mit Angelika Mann, wo es schlicht ums Fressen geht („Mir doch egal“), sein unvergeßlicher Allzeitklassiker „Heute bin ich allein“ oder selbst die Geschichtenlieder, immer berührte mich etwas, sei es die feine Poetik verstärkt durch seine rauhe, unverwechselbare Stimme oder der dahinterliegende Feinsinn.
1982 lieh ich in der Stadtbibliothek eine Schallplatte aus, die Reinhard Lamomys Namen trug. Sie hieß „Das geheime Leben„. Zu Hause legte ich die Platte auf und war, ich weiß es heute noch, zutiefst erstaunt und beeindruckt.

Da waren keine Balladen zu hören, sondern elektronische Musik, so wie von Jean Michel Jarre oder Tangerine Dream?!?

Da hatte doch der Künstler sich mit, damals brandneuen und sicher kaum in der DDR aufzufindenden, Synthesizern ein paar Wochen im Studio eingeschlossen und hatte ein mehr als respektables Ergebnis auch in diesem Genre hervorgebracht.

Vor dieser respektablen Leistung ziehe ich heute noch den Hut. Freilich war das Nachfolgealbum „Asgard“ eher schwach, aber seitdem ist für mich Reinhard Lakomy ein musikalisches Alltalent, dessen Lebensstationen ich immer im Auge behielt.

Seit gestern ist der Meister tot, sein endloses Zigarettenqualmen hat sich letztendlich doch noch gerächt. Bleibt mir zum Abschluß nur, ihm Ruhe in Frieden zu wünschen, vergessen kann ich ihn dank seiner Lieder und ausdrucksvollen Persönlichkeit sowieso nicht.

Ich schließe mit einem seiner Lieblingssprüche, angesprochen darauf, warum er seinen Lungenkrebs nicht behandeln läßt:

Wenn man auf ein so reiches Leben zurückblicken kann, wird das Fest nicht schöner, nur weil es länger dauert.

 Posted by at 4:52 p.m.
Feb. 272013
 

Wenn man einige Stunden mit dem Sortieren und Taggen verplempbringt, schießen einem ja viele Gedanken durch den Kopf.

Da wäre als Erstes das Problem der Vergänglichkeit und der Geldverschwendung.

meine mehr als 1.000 CDs habe ich von 1993 bis heute zusammengekauft. Manche waren speibillg (bspw. V-Kidz – Woodpacker from Space – Maxi, die kostete 15 Cent und wurde nur deswegen im Karstadt gekauft, damit ich mir mein Parkticket abstempeln lassen konnte), die meisten kosteten CD-Standardpreise zwischen 10 EUR und 20 EUR, als teuerstes Exemplar ermittelte ich das weiße Album der Beatles…

Ziemlich komplette bzw. üppige Sammlungen besitze ich von:

– Kraftwerk
– Depeche Mode (in drei Wochen nicht vergessen, das neue Album zu kaufen)
– Jean Michel Jarre
– Tangerine Dream (naja, 20 Alben, die haben aber weit über 100 veröffentlicht)
– Sigur Ros
– Die Ärzte (Bela B. Farin Urlaub)
– Marillion
– Pet Shop Boys
– Culture Beat
– ABC
– Simpsons
– Southpark
– Dire Straits (Mark Knopfler)

Ich bin also durchaus „elektrolastig“.

Das exotischste Album stammt wohl vom Label „Erdenklang“, was mich mit Synthesizermusik aus dem sozialistischen Bulgarien bereicherte.

Die exotischsten Kauforte waren das Skifan in Reykjavik, wo ich (selbstverständlich) Björk und Sigur Ros erwarb. Altnorwegisch angehauchte Gothicmusik erhielt ich in Tromso und orthodoxe Männerchöre gab’s in Kostroma.

Doch der Hauptgedanke war natürlich die Geldverschwendung bzw. Geldvernichtung (Wertvernichtung). Denn die CDs werden logischerweise nach der Digitalisierung nicht mehr gehört werden. Verkaufen lohnt nicht oder ist mir sehr hohem Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum Erlös steht. Verschenken kann man die Sammlung nicht, wer will so etwas schon noch heutzutage?

Also bleibt einem die Erkenntnis, daß früher alles besser man sich zum Konsumdeppen gemacht hatte, der mehr als 10.000 EUR für Datenträger ausgegeben hat, die nun in rein digitaler Form auf einen Datenträger für 50 EUR locker Platz finden.

Und man hat auch sonst ein mieses Gefühl, denn bei der nun stets und einfach verfügbaren schieren Masse oder Menge an MP3 (alleine 2.000 Stücke passen auf einen gängigen USB-Stick und damit ins Auto, abgesehen von den Möglichkeiten des Streamens…) verkommt das Hören. Besser gesagt verlottert es. Man genießt kein Gesamtwerk, erschließt sich nicht Albenstrukturen oder beschäftigt sich nicht mehr so intensiv mit Text und Werk wie zu Zeiten knapper Ressourcen.

Wollte ich alle bei mir vorhandenen MP3s hören, würde ein halbes Jahr (ohne Schlaf) nicht reichen. Also pickt man sich hier etwas raus, spult da weiter, überspringt jenen Titel… kein gutes Verhalten.

Abgesehen davon läuft man natürlich in die Gefahr, Qualität und Quantität zu vermischen.

Ein weiterer (negativer) Effekt bei mir zu beobachten. Ähnlich wie beim Fernsehen, wo ich immer weniger schaute, je mehr Sender ich zur Verfügung hatte, höre ich weniger in die Breite, sondern beschränke mich auf immer die selben wenigen Titel. Denn das Wissen, die Auswahl zu haben, scheint zu reichen, das tatsächliche Ausnutzen bleibt oft auf der Strecke.

Aber nach dem Durchsehen der Sammlung kann ich die nächste Zeit problemlos auf das „normale“ Radioprogramm aller gängigen Sender verzichten. Was dort so läuft, das könnte ich mit eigenen Mitteln problemlos und im Zweifel sogar besser bestreiten.

 Posted by at 10:27 a.m.
Feb. 272013
 

Eines meiner Lebenselexiere ist Musik. Mit Malern und Bildhauerei usw. kann ich wenig anfangen, da schwingt keine Saite in mir. Bei Musik geht mir das Herz auf. Ich liebe schon immer Musik. Eigentlich alle Arten von Musik. Gut, sie muß schon harmonisch sein, also mit Freejazz, Zwölftonmusik kann ich nichts anfangen. Aber zu harmonisch taugt auch nichts, denn mit der synthetischen Dudelfunkmusik oder Schlagern bzw. sogenannter Volksmusik kann man mich jagen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Langer Rede, kurzer Sinn.

Meine über die letzten Jahre, ach was, Jahrzehnte entstandene Musiksammlung hat nun ihren Weg auf die heimische Festplatte bzw. in die (private) Datenwolke gefunden. Naja, nicht nur meine Sammlung, vor allem ein Freund hat locker die andere Hälfte dazu beigetragen, indem er sein umfangreiches CD-Archiv in MP3-Form brachte und mir zur Verfügung stellte.
Also habe ich, dem schlechten Wetter der letzten Tage sei Dank, damit angefangen, alles zu ordnen und in Form zu bringen. Das ist der Zwischenstand:

Also über 4.000 CDs, alle nach besten Wissen und Gewissen, durchgetaggt, mit Bildchen versehen und mit (ziemlich) einheitlicher Dateistruktur abgelegt.

Da steckt schon die eine oder andere Stunde Arbeit drin. Auf die reinen Alben folgen nun noch die anderen Titel, die Einzellieder, die Charts, DDR-Nostalgie, diverse Mischalben, Musicals, Techno, Klassik, aber auch noch Hörbücher, Kabarett u.a.

Insgesamt verfüge ich derzeit über einen Pool von

Die erste Hälfte (und die bei weitem Wichtigste) ist also fast geschafft.

 Posted by at 9:46 a.m.
Nov. 102012
 

Naja, beinahe…

Seit den frühen 1980er Jahren liebe ich das Livealbum „Paris“ von Supertramp, welches im Dezember 1979 aufgenommen wurde. Ich habe die Schallplatte/Kassette so oft gehört, daß ich wirklich jede Note mitsummen kann. Und bis heute ist dieses Konzert eines der wenigen Geniestreiche, die je irgendeiner Band gelangen. Alle Lieder haben ein gewisses Etwas, die Band gibt ihr Bestes, das Publikum ist super drauf – kurzum perfekt.

Jedenfalls gehört dieses Doppelivealbum definitiv zum Allerfeinsten, was die moderne Musikwelt je hervorgebracht hat. Punkt!

Nun war schon immer einer meiner unerfüllbaren Träume, per Zeitmaschine zu genau diesem Konzert zu reisen, um es in Person erleben zu können.

Diesem Traum kam ich vor gut 1 Jahrzehnt schon sehr nah, als ich am 16.06.2002 in der Jahrhunderthalle zum Supertrampkonzert in der ersten Reihe stand. Freilich war mit Roger Hodgson eine der Ikonen nicht am Start, das tat der Sache aber keinen Abbruch, denn der Rest der Band war gut drauf. Selten habe ich (und das aus nächster Nähe) eine so perfekte Band agieren sehen. Alle Noten, alle Akzente saßen da, wo sie hingehörten, ein riesiger Genuß und eines der besten Livekonzerte, an denen ich die Ehre hatte, anwesend sein zu dürfen.

Doch wieso der Titel mit dem Traum, der wahr wird?

Nun, ich denke doch diese Woche, ich sehe nicht richtig. Entdecke ich doch eine DVD, die genau das legendäre 1979er-Konzert beinhaltet.

Ich habe sie vor 15 Minuten eingelegt und… es ist wirklich zu 100% in der Tat und leibhaftig mein geliebtes Konzert. In 16:9, in DTS und freilich grottiger Bildqualität, aber das ist mir bei diesem Konzert aber auch sowas von egal. Endlich kann ich die Supertramps, die allesamt wie langhaarige Bombenleger aussehen, bei ihrem Tun zuschauen.

Ein Traum wird wahr!

 Posted by at 8:25 p.m.
Aug. 122012
 

Gestern abend gegen 20:00 Uhr saß ich alleine in meiner Wohnung und hatte genau dazu keine Lust. Was tun? Die 20:00-Uhr-Nachrichten halfen mir gleich zweifach weiter. Und die Wetterbedingungen waren dazu ideal.

1. Also setzte ich mich ins Auto und fuhr nach Stolzenfels, wo ich mir eine knappe Stunde lang den Rhein in Flammen anschaute.
Eine knappe Stunde lang zog ein riesiger Schiffskorso den mit bengalischen Feuern illuminierten Rhein aufwärts, begleitet von mehr als einem halben Dutzend Feuerwerken. Dreien davon war ich ganz Nahe. Leider ist mit Fotos nichts geworden, denn bei der mitgenommenen Kamera war der Akku alle und die Händikamera kann schon nix bei Tageslicht.
Aber eine Bildersuche sollte einiges bringen.

2. Ich wählte die Rücktour auf der rechtsrheinischen Seite. Gleich hinter Lahnstein verkrümelte ich mich ins Niemandsland zwischen Bad Ems, Nastätten usw. Und mitten in dieser Pampa fuhr ich auf einen landwirtschaftlichen Weg und hielt dann an. Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, das erste Mal seit Jahren, die Milchstraße in ihrer Pracht am klaren Himmel. Und dann Sternschnuppen. Halt, die Sternschnuppen pulsierten gleichmäßig und bewegten sich in Richtung des Frankfurter Flughafens.
Ich beobachtete weiter. Blick in Richtung Osten und dann hoch an den Himmel. Und die Perseiden taten mir den Gefallen und zeigten sich zahlreich. Mindesten 50 Stück konnte ich beobachten und mindestens 10 Wünsche gab ich ihnen mit auf den Weg.
Nach einer guten Stunde brach ich ungern die Beobachtung ab und fuhr in aller Ruhe nach Hause, wo ich gegen 1:00 Uhr müde, aber sehr zufrieden mit dem Ausgang des Abends eintraf.

 Posted by at 10:17 a.m.
Juni 262012
 

Massaraksch? Das klingt wie ein Fluch und ist durchaus auch einer. Verwendung findet er im ersten Teil der Maxim-Kammerer-Trilogie der Gebrüder Arkadi und Boris Strugatzki namens „Die bewohnte Insel“.
Das Buch las ich das letzte Mal als Jugendlicher und hatte es beinahe vergessen. Wie sträflich, behandelt es doch zutiefst menschliche Themen.
Wie komme ich zu diesem Blogeintrag?

Nun, ich räumte vor ein paar Tagen mein Bücherregal auf. Dabei entdeckte ich das Strugatzkibrüderbuch „Ein Käfer im Ameisenhaufen“ und las es. Im Klappentext war vermerkt, daß es sich um eine lose Trilogie handelt. Band 3 „Die Wellen ersticken den Wind“ fand sich auch in meiner, nicht unbescheidenen Sammlung osteuropäischer utopischer Literatur. Nur Teil 1 fehlte. Diesen erwarb ich sofort antiquarisch. Beim Recherchieren im Internet las ich, daß der erste Band kürzlich (2010) aufwendig verfilmt wurde.
Natürlich erwarb ich sofort die Bluray, denn ich habe schon zwei Strugatzki-Verfilmungen im Schrank und liebe beide sehr. Zum einen handelt es sich um
Andrey Tarkovskiys berühmtes Meisterwerk von 1979 Stalker, der andere Film „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ ist auch hervorragend, ging aber im deutschen Einheitstrubel unter.

Den aktuellen Film, der sich sehr genau an der „bewohnten Insel“ orientiert, sah ich mir nun gestern an. Er heißt in der deutschen (sic!) Version, warum auch immer „Dark Planet: Prisoners of Power“. Im englischsprachigen Raum wurde der Filmtitel korrekt „mit Inhabited Island“ übersetzt.

Jedenfalls ist der Film eine positive Überraschung. Super Bild, genialer 7.1 HDMA-Ton, Originalton, super Schauspieler, aufwendigste Kulissen, eine echte Überraschung. Dazu, ich sagte es bereits, recht nahe am Original und somit sowieso genial.

Fazit: ein unbedingter Schautip, wer Lust verspürt weiß ja, wo ich wohne 🙂

 Posted by at 7:10 a.m.
Juni 172012
 

Eine gute Woche und ein paar tausend Kilometer später bin ich wieder zu Hause. Hier des Reiseberichts erster Teil:

Donnerstag, 07.06.2012

Nach einem Kurzbesuch bei meiner Großtante in der Nähe von Kassel fahre ich nach Kassel, um dort einen Freund aufzupicken. Wir fahren nach Halle/Saale und beziehen ein Hotel, welches direkt gegenüber eines Bordells liegt. Verstörend ist zudem, daß das Bordell auch so heißt. Also nicht Etablissement, Villa XY oder Privatclub, sondern wirklich Bordell.
Nach Hotelbezug geghen wir bei schwül-heißem Wetter die guten 2 Kilometer in die Hallenser Innenstadt und beschließen, beim Schad, uns um das leibliche Wohl zu kümmern. Wir sitzen draußen, es gibt das obligatorische Würzfleisch mit Worcestersauce aus dem VEB excellent Dresden (es gibt keine Bessere!), für mich Hirschbraten und meinen Begleiter eine halbe Ente. Dazu ein, zwei, oder auch drei Glas des hauseigenen Bieres, das Leben ist schön. Nachdem ein dritter Mann dazustieß, verlagern wir zum Ort der Begrüßung, der satte 120 Meter entfernt liegt.

Und Überraschung, es ist schon wieder das Diebels, in dem ich erst kürzlich war! Und ich saß sogar am gleichen Tisch.

Doch dieses Mal waren wir nicht zu zweit, sondern binnen kurzer Zeit tummelten sich mehr als 30 Freunde und Bekannte in der Lokalität. Bis auf die seltsame „Musik“, die ein DJ auflegte und eben das Diebels war alles perfekt und wir verließen den Ort des Geschehens erst nach 2:00 Uhr, um wiederum zu Fuß zum immer noch 2 Kilometer entfernten Hotel zurückzukehren.

Freitag, 08.06.2012

Sachsen-Anhalt ist das Land der Frühaufsteher. Ein Frühaufsteher hielt es in der Tat für nötig, 7:30 Uhr direkt unter meinem Fenster mit einem lauten Gerät Gras zu schneiden. Damit war die karge Nachtruhe (es war heiß und stickig) endgültig vorbei. Im Zimmer funktionierte die Toilettenspülung nicht, was ich glücklicherweise bemerkte, bevor es zu spät war. Dennoch hoffe ich da auf eine Preisminderung.
Nach dem gemeinsamen Frühstück, setzte sich der radelwillige Troß in Bewegung. An der Radtour, weswegen wir uns in Halle trafen, konnte ich leider nicht teilnehmen, stand doch eine große Familienfeier ins Haus. Aber den ersten Programmpunkt, den Besuch der Lutherstadt Eisleben, konnte ich noch miterleben.
So fuhr ich nach Eisleben und schaute mir dort Kirchen und Geburts- und Sterbehaus des Herren M. Luther an. Nach so viel Kultur brauchte ich eine Pause. Glücklicherweise standen am Fuße des Marktplatzes runde und eckige Tische. Zuerst gab es am runden Tisch einen Erdbeereisbecher, dann an den eckigen Würzfleisch mit Worcestersauce aus dem VEB excellent Dresden und, ähh, Bratkartoffeln und Sülze.
Alles übrigens zu sehr zivilen Preisen, hierzulande bekomme ich sicher nicht einen Eisbecher, ein Glas Sekt und ein Bier für 7,25 EUR.
Eine weitere Premiere gab es für mich in Eisleben, denn ich erwarb mein Parkticket mittels SMS, was erstaunlich einfach und gut klappte. Schuld daran war mein leerer Kleingeldbeutel, denn ich hatte alles an Eislebener Abiturienten gespendet, die in großer Fröhlichkeit und Anzahl die Innenstadt unsicher machten.

Am frühen Nachmittag war das Kapitel Eisleben abgeschlossen, die Radler zogen weiter gen Wettin und ich reiste die restlichen 100 Kilometer in den Harz ins malerische Ilsenburg, wo ich im dortigen Berghotel nach einer Runde im Pool mir eine späte Mittagsruhe gönnte.


Detail aus dem Hallenser Gasthaus Schad. Praktisch jeder, der in der DDR-Kulturszene wichtig war, war hier.


Blick vom Café auf den Eislebener Markt.


Blick vom Lutherdenkmal zu Café (rechts mit runden Tischen) und Restaurant (links mit eckigen Tischen).

 Posted by at 10:12 a.m.