Feb. 122015
 

Auch heute war nichts Besonderes geplant. Tagsüber gingen wir in einem Walmart groß einkaufen und am Abend ging die „Jugend“ in der heimischen Zone 10 spazieren, besichtigte das schicke Hotel „Camino Real“ und genoß im Hardrockcafé einen schönen Cocktail.

Der Abend gehörte wieder der Familie und schönen Gesprächen.

schwarzebohnen

Nicht umsonst in riesigen Holzbottichen präsentiert: das Hauptnahrungsmittel Guatemalas: schwarze Bohnen.

tamal

In diverse Blätter eingeschlagene Essen: Tamal usw. sieht interessant, ist sehr bezahlbar – und schmeckt mir (nicht).

gemuese

Spätestens hier weiß man, daß man weit weg ist: exotisches Gemüse im Walmart.

biere

Zum Trost: selbst in der Ferne gibt es heimatliche Produkte…

heimat

dreidrinks

Unsere Drinks im Hardrockcafé waren nicht nur optisch gut.

hardrockkcafe

Beweis: ich war wirklich da.

 Posted by at 8:11 p.m.
Feb. 112015
 

Heute war etwas Erholung nach der anstrengenden Woche im Norden angesagt. Doch um nichts zu versäumen, drängten wir auf einen Zoobesuch. Der Zoo La Aurora ist direkt am Flughafen und sehr schon angelegt. 30 Quetzales (3 EUR) kostete der Eintritt. Der Zoo war sehr gut besucht. Viele Einheimische haben beengte Wohnverhältnisse und viele Kinder und Verwandte. Und da die meisten gute Katholiken sind, ist es auch für die junge Liebe schwierig, sich zu treffen. Also sind öffentliche Plätze oder eben der Zoo, zumal an Wochenenden, beliebte Treffpunkte.
Statt Elefanten und Giraffen schaute ich lieber auf einheimische Vögel und Pflanzen, die ohne Zaun vor Ort sind, naja, beinahe.
Nach dem sehr schönen Zoobesuch sind wir noch durch die Stadt geschlendert. Mehr unternahmen wir nicht an diesem Tag.

freivogel

Dieser Vogel war nicht hinter Gittern.

laaurora

Viele Besuchswillige vor dem Zoo.

park

Im Zoopark.

baehnle

Diese Bahnen sind offensichtlich sehr beliebt, die fahren auch in den meisten Einkaufszentren herum.

flughafennaehe

Hier sieht man, daß der Flughafen um die Ecke ist.

Nur eines der Tiere ist nicht einheimisch, wer weiß, welches?

 Posted by at 8:50 p.m.
Feb. 112015
 

Diese Frage stellte ich mir am Samstag. Denn es war weg. Bei Anruf reagierte es nicht. Gesehen hatte ich es am Morgen in meiner Wohnung. Ganz sicher. Wirklich! Nun war ich 650 km weg an der Ostsee und es war nicht da. Also mußte es dank Jetlag, Altersschwäche usw. zu Hause liegengeblieben sein. Oder?

Ich durchwühlte alle Sachen, alle Taschen, alle Koffer, durchsuchte das Auto, nix. Naja, egal, so versprachen die Tage an der Ostsee ruhig zu werden. Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag – himmlische Ruhe, niemand rief an, wie denn auch. Nun gut, manch Freund oder Familienmitglied rief bei meiner Mutter an, um sich nach meinem Verbleib zu erkunden, das war tröstlich. Kollegen und Kunden hatte ich per Mail über meinen temporären Verlust informiert.

Heute war ich natürlich leicht gehandicapt.

Wo mußte ich in Bremen noch einmal hin?
Stand der Technikertermin wirklich?
Wo parke ich am besten?
Wie funktioniert kochen mit Halogen? (Autobahnfahrten sind langweilig)
Ist Stau auf der A1?
Besuche ich in Bonn einen Freund?

All das mußte nun konventionell beantwortet werden oder unbearbeitet bleiben. Ich kam problemlos zum Einsatzort, fand dern idealen Parkplatz und konnte alle Arbeiten erledigen.

Heute Abend dann war ich wieder zu Hause und suchte das vergessene Smartphone. Ohne Erfolg. Anklingeln ließ es sich natürlich immer noch nicht, das ging ja schon am Samstag nicht und mittlerweile war der Akku definitiv leer. Was nun? Ich schaue an allen möglichen und unmöglichen Stellen (Kühlschrank) nach, nix.

„Nix“, mußte ich wenig später der Mutter melden. Sie erbot sich, ihren Handkoffer, den ich mir für den Urlaub geborgt hatte und den ich ihr am Wochenende zurückgebracht hatte, erneut zu durchsuchen. Das hatte ich schon einmal halbherzig und zweimal gründlich getan und nichts gefunden und hielt das für Zeitverschwendung. Mittlerweile hatte ich schon den Papierkorb durchwühlt und wollte an die Mülltonne und meine Mülltüte noch einmal durchsuchen.

Was soll ich sagen? Meine Mutter fand das blöde Teil und zwar durch gründliches Ertasten. Dieser Handgepäckkoffer hat ein Ausziehgestell für den Griff. Unter diesem Ausziehgestell hatte sich das Smartphone verklemmt. Es war von oben durch einen schmalen Schlitz im Griffbereich durchgerutscht. Ich schwöre, ich hatte das hinter einem Reißverschluß liegende Griffgestell freigelegt, aber mein vermisstes Gerät dahinter nicht entdeckt.

Das Gerät hatte sich durch den Sturz ausgeschaltet oder irgendwelche Tasten waren blockiert, denn als es meine Mutter einschaltete meldete es sich im abgesicherten Modus. Nun ist es abgeschaltet und tritt morgen die Reise zum Herrchen mit der Post an.

So was Blödes! Und das mir! Aber man soll auch das Positive sehen. Es geht auch ohne die Dinger und man hat mehr Ruhe.

 Posted by at 8:00 p.m.
Feb. 092015
 

Durch den Ausbruch des Fuego und die damit verbundene Sperrung des Flughafens sitzen wir hier schon seit Tagen fest. Der Strom wird knapp und langsam schwinden die…

Nein, im Ernst, ein Glück, daß ich derzeit an der Ostsee sitze und obige Nachrichten nur mit wohligem Schauer sehen brauche.

Übermorgen geht es weiter mit echten Nachrichten…

 Posted by at 10:10 p.m.
Feb. 062015
 

Ich bin bis Mittwoch an der Ostsee zu einer Familienfeier (und um vom Urlaub zu berichten). Evt. schaffe ich das eine oder andere vom Urlaub aus zu bloggen, würde aber nicht drauf wetten.

Also Geduld bis zum 11.02., dann wird berichtet werden von Elefanten, Köstritzer Schwarzbier, mexikanischen Getränken, italienischer Pünktlichkeit, kleinen Prinzen, Quetzals und und und…

 Posted by at 9:26 p.m.
Feb. 062015
 

Heute hieß es Abschiednehmen vom Rio Dulce. Doch zuerst hatten wir noch einen unvergeßlichen Morgen. Ich wachte auf von exotischen Vogelgezwitscher. Draußen war die blaue Stunde gerade vorbei und die artenreiche Vogelwelt tat ihr Erwachen mit verschiedensten und für europäische Ohren völlig unbekannten Geräuschen. Vom gegenüberliegenden Ufer dröhnte das Gebrüll der Affen und das Grunzen der Manatees (letzteres unbestätigt, es gibt aber nachweislich diese faszinierenden Wesen in dieser Gegend). Eine Stunde stand ich fasziniert draußen und ließ das Erwachen der Fauna auf mich wirken. Auch diesen Moment werde ich mein Leben lang abrufen können und dann immer glücklich sein.

Frühstück – Bootsfahrt zur Stadt – Busfahrt durch endlose Plantagen (Kautschukbäume, Bananen, kaffee) nach Quirigua

Durch diese kleine Ausgrabungsstätte führte uns der Architekturstudent Juan (oder Jorge?, muß ich nachfragen). So erfuhren wir viel über die Besiedlung der Anlage zwischen 500 und 1500 und konnten die Handfertigkeiten der dortigen Mayas bewundern.

Auf dem Hinweg waren uns schon technische Sachen aufgefallen. Auf dem Rückweg baten wir den Fahrer anzuhalten und durften eine Bananentransportbahn erleben. Bei der Gelegenheit streiften wir durch die Bananenplantage und sahen diese seltsame Pflanze in allen Phasen ihres eigentümlichen Daseins.

Dann ging es weiter nach Estanzuela, um dort ein noch kleineres Museum mit einem riesigen Mastodonskelett anzuschauen. Nun waren wir mitten im Herzen Guatemalas im Hochland, der Hochburg der Drogenbosse und ihrer Schergen, dort angstvoll Narcos genannt. Alle Supermärkte, Schulen, sozialen Einrichtungen, so wurde uns erzählt, werden von den Drogenbossen finanziert, teils, um die Bevölkerung und Politik (die aber eher verwoben ist) zu beruhigen, sicher aber mehr, um Geld zu waschen.

Dann aßen wir im feinen Hotel Rio an der CA10, der wichtigsten Ost-West-Strecke des Landes, auf der ständig schwere Trucks dahinbrausen und die stets gesäumt ist von fliegenden Händlern, die Getränke und Obst anbieten.

Zu unserem Quartier in der Hauptstadt waren es nun noch 150 Kilometer, immer auf der CA10, stets Hochgebirge zur Rechten und den längsten Fluß des Landes Motagua mal links, mal rechts kreuzend.

Welch gewaltige Natur bot sich uns dar. Daß Guatemala auf mehreren Erdplatten liegt, daß bemerkte man hier deutlich. Und wie oft sahen gewaltige Erdrutsche und Verwerfungen, die gerne auch mal unsere Straße überfluteten und die wir dann auf abenteuerlichen Wegen umgingen, was aber unseren Fahrer nicht hinderte, auch an solchen irren Stellen zu überholen.

Gegen 18:00 Uhr waren wir dann wieder von unserem fast einwöchigen Ausflug wieder zu Hause. Nun konnten wir alles unseren Gastgebern berichten und uns das Wochenende ordentlich erholen.

morgenstimmung

Morgenstimmung vor unseren Schlafhütten. Im Hintergrund die Brücke über den Rio Dulce.

fahne

Immer wieder gerne fotografiert – wir sind in Guatemala!

museumjo

Schaut mal die ollen Knochen an.

dreimaenner

Der Autor, Juan (oder Jose) und Rafael.

bananen

bananenbahn

bananenautobahn

Hochinteressant, die Bananenbahn und die Reifestadien von Bananen.

flussberge

Fluß und Berge, unsere ständigen Begleiter.

amfluss

Szene am Fluß: Autos, Kinder, Wäsche, alles wird gewaschen.
autovoll

Eher unkonventioneller Transport im Auto.

 Posted by at 9:23 p.m.
Feb. 062015
 

Nach Tikal kann dieser Tag als nächster Höhepunkt gelten. Das Wetter war gut, wir hatten exotische Viecher und Pflanzen, Berge, Wasser, gutes Essen, Spaß und kleine Abenteuer; was will man mehr?

Doch in Reihenfolge:

Erst einmal gab es Frühstück, dann bestiegen wir, bei noch unbestimmbaren Wetter, das Boot. Dieses brauste sofort ins knapp 40 Kilometer entfernte Livingston los. In Livingston (und sichtbar nur dort) leben die Nachkommen von Negersklaven, die Garifuna, mit ihrer eigenen Sprache und Kultur. Livingston liegt an der Mündung des Rio Dulce in die Karibik und wurde von Hurrikan Sandy schwer erwischt.

Doch auf dem Weg machten wir an mehreren Stationen Halt. Zum Beispiel auf der Vogelinsel, wo selbst einem Laien wie mir tolle Vogelfotos gelingen müssen, denn dort einen Vogel nicht zu erwischen, ist eher schwierig. Dann hielten wir kurz an einer Insel an, auf der einheimische Fischer leben. Die Kinder verkauften mir erfolgreich für 10 Quetzales (1 Euro) irgendwelchen Tand, aufs Foto bekam ich sie nicht. Dann kamen wir zu einer kleinen Attraktion: eine heiße Quelle direkt am Fluß. Wir stiegen aus und tranken erst einmal einen Kaffee. Ein Maya, an dem wenn nicht ein Arzt, so doch wenigstens ein Therapeut verlorengegangen ist, führte uns dann zu einer Höhle, in der sich eine natürliche Saune mit Heilschlamm befand. Tapfer gingen wir in die Höhle hinein und ich erhielt eine wunderbare Behandlung meines rechten Fußes (ich hatte mir beim Kofferpacken in Deutschland an den Rollen meinen kleinen Zeh verletzt). Dann besuchten wir eine weitere Höhle, in der Stalagtiten, Stalagmiten und riesige Wasserspinnen waren. Dann wurde noch in der heißen (wie Badewanne) Quelle gebadet und weiter ging die Bootsfahrt Richtung Livingston.

Bald war das offene Meer zu sehen, ich war das erste Mal an der Karibik.

Unser Bootsführer zeigte uns noch ein taugendes Restaurant und dann schlenderten wir durch den quirligen Ort, der so ganz anders war als die anderen, die wir bisher kennengelernt hatten. Auf jeden Fall war es noch dreckiger und die Straßenköter (chucho) noch dürrer als sonstwo. Nach einem kurzen Spaziergang gelangten wir an die Karibikküste. Dort schlenderten wir eine Weile entlang, in der Hoffnung, eine Badestelle zu finden. Da sich überall der Dreck türmte und das Wetter noch unentschieden war und die Bevölkerung uns merkwürdig anschaute, verzichteten wir aufs Baden, ein Bier mußte genügen.

Dieses Bier war schwer verdient und das kam so: Meine beiden Begleiter mußten mal wohin. Ich blieb am Strand und lief ein bißchen hin und her. Nach geraumer Zeit war ich immer noch alleine. Ich ging zurück, fand aber die Stelle nicht, wo die Beiden abgeblieben waren. In den engen Gassen wollte ich auch nicht alleine herumirren, also ging ich wieder ans Ufer und stellte mich dort gut sichtbar auf.

Nur kam ewig keiner. Langsam wurde ich unruhig, Schreckensszenarien gingen mir durch den Kopf, Entführung und Organhandel waren noch die plausibelsten Abwesenheitsgründe. Natürlich hatte ich kein Händi dabei. Ich plante schon ernsthaft, mich alleine zum Boot zurückzuschlagen und mich zum Hotel fahren zu lassen und dort dann mit dem Händi… ja was? Als Ausländer die Polizei rufen, von dieser Idee rät jeder Reiseführer und Einheimische dringend ab.

Erst einmal schloß ich mich einer kleiner Gruppe Franzosen an, damit ich nicht so alleine doof rumstehen mußte und dann…kamen meine Vermißten um die Ecke gebogen. Wo waren sie so lange gewesen? Nun, sie hatten kaltes Bier gesehen und drei Flaschen gekauft und die Verkäuferin hatte für die 100 Quetzales kein Wechselgeld und schickte ihren kleinen Jungen und der kam halt ewig nicht wieder. So einfach klären sich manche Dinge.

Wir genossen also unser Bier am Strand, sahen dem Leben zu und schlenderten dann durch Livingston zurück. Unterwegs aßen wir ein tolles Fischessen. Ich hatte einen Robalo, der ausnehmend gut mundete. Die Toiletten waren witzig. Erst einmal waren sie winzig und konnten nur durch die Küche erreicht werden. Dann war die Tür nur etwa einen Meter und begann 30 Zentimeter überm Boden. So konnte man a) immer sehen, ob sie in Benutzung ist und b) beim Hosenlüpfen der Küchenarbeit zuschauen.

Mittlerweile hatte sich das Wetter entschieden, herrlich zu werden, die Sonne schien mit voller Pracht und ein paar Fotowolken garnierten den Himmel.

Dann ging es in aller Ruhe zum Boot zurück und auf gleichem Weg zurück ins Hotel. Dort sprangen wir noch in den Pool, aßen zu Abend und beendeten den wunderschönen Tag mit etwas Rum, Bier und viel Reggaemusik (oder andersrum).

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Ein Garifuna.

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Rafael aß Tapado – Fisch, Krabben, Meeresfrüchte in Kokossauce.

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Das gab es für mich zu essen – megalecker.

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Szene in Livingston, man achte auf den Mann rechts.

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Ich bin am Strand der Karibik.

kraniche

Die Kraniche posieren.

3kraniche

Sie können aber auch in Reih und Glied stehen.

hurrikan

Spuren des Hurrikans…

sauna

Das war ganz schon warm gewesen – Rafa, der Führer und ich nach der Sauna.

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Sehe ich nicht zufrieden aus?

su

Darf heute nicht fehlen, das Sonnenuntergangsbild.

 Posted by at 7:25 p.m.
Feb. 052015
 

Mit echter deutscher Pünktlichkeit verließen wir, gut gefrühstückt und sehr gut ausgeruht, fünf Minuten vor 9:00 Uhr die herrliche Hotelanlage. Unser krokodilgebissener Fahrer brachte uns zu unserem nächsten Ziel, dem Örtchen Rio Dulce (süßer Fluß) am gleichnamigen Fluß. Gute drei Stunden Fahrt für 250 km, in denen wir leere Straßen, unendliche Weiten und viel Armut sahen. Unterwegs kauften wir ein paar Früchte direkt an der Straße ein. Die seltenen Straßen sind echte Lebensadern, man sieht oft Menschen zu Fuß, mit dem Rad, der Schubkarre, seltener mit Getier, dem Motorrad oder dem allgegenwärtigen Pickup Holz, Früchte und Anderes durch die Gegend fahren. An den seltenen Kreuzungen gibt es gleich mehr Leben, dort wird Essen angeboten, gut riechend, aber aus Vorsichtsgründen ungekostet.

Am Ziel suchten wir erst einmal unseren Reiseführer und das Boot, welches uns zum Hotel bringen sollte. Das war nicht trivial, aber dank Händi bekamen wir das auch hin. Wir hatten nämlich unseren ursprünglich geplanten Reiseführer durch unseren Mitbewohner Rafael ersetzt, der gerade in Guatemala weilt, um als Reiseführer zu arbeiten.

Wir bezogen unsere spannende Unterkunft in der Hotelanlage Catamaran.

Heute war der einzige Tag unserer gesamten Reise, an dem wir schlechtes Wetter hatten. Deswegen verzichteten wir auf einen Badeausflug und fuhren statt dessen mit einem Boot zu der Festung San Felipe de Lara. Der Ausflug zeigte uns exotische Pflanzen und Tiere und die Festung war sehr gepflegt und der Reiseführer vermittelte interessantes Wissen. Leider regnete es sich ein. Auf der Bootsfahrt zurück war ich binnen Minuten durchnäßt, die angeblich wasser- und winddichte Jacke erwies sich als Blender, aber immerhin konnte ich meinen neuen Fotoapparat trocken halten.

Gelitten hatten aber die Postkarten. Wir ließen uns in den Ort fahren und suchten dort eine Post, um Briefmarken zu kaufen.

Diese Aktion kann man getrost als erstes (kleines) Abenteuer des Urlaubs bezeichnen. Unter dichtgedrängten Verkaufsbuden, notdürftig mit defekten Planen gegen den den strömenden Regen versehen, schlängelten wir uns vom Hafen ins Zentrum, vorbei an Hühnerinnereien, Kochstellen, Obst, Schnaps, zahnlosen Indianern, räudigen Hunden, Bettlern, Händlern; alle redeten durcheinander, jeder bemühte sich nicht naß zu werden; die olfaktorischen, visuellen und akustischen Eindrücke waren überwältigend. Wir fragten uns mühsam zur Post (correo) durch, die sich als bessere Garage entpuppte. Dort war ein hübsches Mädchen, die uns sehr freundlich und sehr bestimmt eine Ausrede auftischte, daß ausgerechnet heute ausnahmsweise der Briefmarkenlaster nicht da war und es deswegen keine solchen gäbe…

Also der ganze Aufwand umsonst. Wir liefen also, pitschnaß wie wir waren, wieder zum Boot zurück, nicht ohne uns noch ordentlich mit Notwendigkeiten (Bier, Rum und Mangos) einzudecken.

Zurück im Hotel wurden an der Klimaanlage die Sachen getrocknet, es gab Abendbrot und der Abend klang aus auf meiner Veranda
mit ein, zwei Gläsern Rum und karibischer Musik wie etwa dieser.

hotel

Unsere Hotelzimmer waren Hütten, die auf Holzstelzen im Wasser stehen. Man kann dort prima schlafen, das plätschernde Wasser unter einem erinnert an ein Wasserbett. Auf meiner Veranda saßen wir immer zu dritt am Abend, hörten fremde Musik mit deutlichen Reggaeeinfluß und genossen einheimischen Rum.

festung

regen

Auf der Festung. v.r.n.l.: Rafael, unser Begleiter, der einheimische Führer und der schon leicht nasse Autor.

 Posted by at 9:07 p.m.
Feb. 052015
 

Nach der Treppensteigerei (die Pyramiden haben davon ganz schön viele und mit einer sehr unpraktischen Steighöhe) und der ganzen Dschungelwanderei, sah der Reiseplan einen Erholungstag vor.

Wir wollten uns natürlich nicht erholen, sondern ins nahegelegene Flores fahren, doch schnell ließ sich feststellen, daß wir in der Hotelanlage leicht ab vom Schuß waren. Dem, wenn vorhandenen Nahverkehr, trauten wir nicht (abgesehen von mangelnder Sprach- und Ortskenntnis) und ein vom Hotel vorgeschlagenes Taxi für 80 Dollar erschien uns definitiv zu teuer.

So erholten wir uns eben im Hotel Das Camino Real ist wunderschön am See gelegen und in die Natur eingebettet. Wir Gäste waren in einzelnen Kabinen untergebracht, die glücklicherweise über Klimatisierung verfügten, nicht um die Temperatur zu regeln, die war sehr angenehm, aber um die Luft und damit die Sachen zu entfeuchten, denn durch das Tropenklima hatten alle Gegenstände eine unangenehme Klamme erhalten.

Und wie sinnierte ich?

In unseren Breiten wenden die Menschen viele Mittel auf, damit exotische Pflanzen und Tiere den Wohnraum schmücken. Am aktuellen Ort verwendet man diese Mittel, um sich Flora und Fauna vom Leib zu halten, eine kahle, weiße Wand ist dort statt Papageien ein Luxussymbol.

Wie verbrachten wir nun den Tag?

Der erste Höhepunkt des Tages war die angekündigte Fütterung von Fischen und Schildkröten am See. Wir gingen zum Bootssteg und wirklich stand da ein Mann, der bei unserem Erscheinen anfing, Brotreste in den See zu krümeln. Rasch schnappten viele größere Fische sich diese weg und da waren auch schon diverse Schildkröten, die eilig aus allen Richtungen eifrig heranpaddelten. Ein lustig anzusehender Wettstreit zwischen Reptil und Amphibium ums Fressen begann, begleitet von einem Möwenschwarm, der auch seinen Anteil wollte und bekam. Wenn man nichts weiter vorhat, ist so etwas ein echtes Highlight.

Nach der Fütterung erkundeten wir die sehr schöne und großzügige Anlage. Am besten gefiel uns die Hollywoodschaukel auf dem Steg, die nicht nur bequem aussah. Doch schauten wir uns auch ausführlich die vielfältige Pflanzenwelt an.

Dann wurde die Badebekleidung eingeweiht, denn wir verbrachten den Rest des Tages am Pool. Außer einem Kellner, der uns Kaffee brachte (ja, auch australischen Kaffee). Das Klima war spannend. Alle paar Minuten wechselten sich Schauerchen mit gleißendem Sonnenschein ab, also mußte man immer zwischen Sonnenschirm (Regenschutz), Sonnenliege (bedeckt) und bei Wunsch Pool wechseln.

Nach so viel Nichtstun hatten wir beide ein schlechtes Gewissen, so daß wir uns spontan für eine Runde Tischtennis entschieden. Obwohl wir Jahre den Schläger nicht in der Hand hielten, hielten wir uns über eine Stunde recht wacker und lieferten uns schöne Wechsel.

Mittlerweile dämmerte es und die Hollywoodschaukel lud zum Sonnenuntergang ein. Diese Atmosphäre hat sich mir dauerhaft eingeprägt. Die Sonne geht über dem See unter und im Hintergrund ertönen die exotischen, unbekannten Tropengeräusche, die durch Affen, Papageien usw. verursacht werden.

Nach dem Abendbrot, später im Zimmer, schalte ich interessehalber den Fernseher ein.

Wer dachte, Deutsches Fernsehen tauge nicht, der kennt das hiesige Programm nicht. Was mir da geboten wurde, war einfach nur unbeschreiblich mies.

Fasziniert hingegen hat mich die Reklame des einzigen englischsprachigen Kanals. Dort wurden in rascher Reihenfolge Medikamente gegen und für Aufmerksamkeitsstörungen, Schmerzen, Depressionen usw. angepriesen… gefolgt von Reklamespots windiger Anwaltsfirmen, die die Zuschauer stets aufforderten, bei Auftreten dieser und jener Symptome nach Einnahme ebendieser Medikamente, den Pharmakonzern in Grund zu klagen, sehr, sehr seltsam…

kampf

fressen

Schildkröten, Fische und Möwen beim Füttern.

rasta

Unser Lieblingsbaum trug Rastalocken oder so etwas. Sein Name: muß ich nachschlagen, Cola de Pesces oder so…

pool

Am Pool faulenzten wir einige Stunden.

postkarten

Nicht nur faulenzen, hier der Beweis, ich schrieb mehr als ein Dutzend Postkarten.

212

Mein Zimmer von außen. Wer die Mayazählweise überprüfen will, der klicke hier.

 Posted by at 7:56 p.m.
Feb. 042015
 

Genug gegammelt, nun galt es!

Gleich früh um 6:00 Uhr fuhren wir zum Flughafen, wo wir mit der Linie Avianca einen Inlandsflug nach Flores absolvierten.

Gegen 8:30 Uhr waren wir vor Ort. Dort bekamen wir in einem Hotel ein Frühstück Chapin und dann brachten uns der Fahrer Raoul und der Reiseführer Luis nach Tikal, das MUST-SEEN von Guatemala. Zu recht, wie ich schon vorwegnehmen darf.

avianca

Diese nigelnaelneue Turbopropmaschine der Gesellschaft Avianca brachte uns nach Flores.

Tikal entpuppte sich erst einmal als sehr warm. Nach dem eher luftigen und angenehm mit 24 Grad temperierten Guatemala, erwarteten uns hier 30 Grad bei hoher Luftfeuchte.

Im unendlichen Dschungel waberten die Nebel, Brüllaffen machten ihrem Namen alle Ehre, Papageien, Kolibris, Aras, Tapire, Füchse, Krokodile sind zu sehen, Insekten und Schlangen auch. Touristenbäume beeindrucken durch ihre glänzende Rinde und Ceibal-Bäume beeindrucken uns durch ihre Riesenhaftigkeit und Schönheit.

Dazwischen erheben sich riesige Pyramiden, die vor 1.000 Jahren errichtet wurden und sind Plätze angelegt, die der Zivilisation dienten.

Wir haben Riesenglück, denn unser Reiseführer muß der Beste des Landes sein! Luis (oder Luiz) weiß sehr viel über pipselige Orchideen, eßbare Pflanzen (wir kosten bspw. Rohkaugummi und diverse Blätter), Abhängigkeiten des Ökosystem, Bewässerungssysteme, lockt und zeigt uns versteckte Tiere und weiß darüber hinaus auch mit der Geschichte des Platzes Bescheid. So vergehen Ruckzuck mehr als 6 Stunden und wir haben kilometerweit das Areal durchstreift und sind Dank des schwülen Wetters und der steilen Pyramidenstufen rechtschaffen kaputt.

Es gibt ein spätes Essen, einen letzten Besuch in einem kleinen Museum und dann werden wir in unser Hotel am See gefahren.

Das muß als Bericht zu Tikal reichen, ich habe hunderte Fotos und diverse Geschichten parat, die ich Gästen gerne persönlich näherbringen möchte.

krokodil

Ein Krokodil im Schilf. Unser Fahrer hatte übrigens einen Krokodilsiß an der linken Hand, der böse aussah.

ceibal

Ein wunderschöner Ceibalbaum.

turmfern

Da hinaus wollen wir.

turmnah

Das Teleobjektiv holt Details heran.

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Blick über den Urwald von der höchsten Pyramide aus.

tikal2

tikal4

tikal

touribaum

jotikal

*ächz* *stöhn* *keuch*

fuchs

luis

Unser Reiseleiter Luis, 52 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, studiert im 8 Semester Landwirtschaft, spricht spanisch, deutsch, kantonesisch, englisch, lernt japanisch, möchte ein Bio-Restaurant eröffnen.

 Posted by at 8:43 p.m.