Alles klappte, alles war prima, bis aufs Wetter.
Eine nette Geschichte erlebte ich, die ich niemandem vorenthalten möchte.
Am Montag schenkte mir eine Kollegin aus Münster als Dankeschön eine schöne Flasche Pfälzer Wein. Ich steckte sie in die Kabelkiste die auf der Rückbank lag…, ja, mein ganzes Auto war gerammelt voll mit EDV-Zeugs.
Dienstag stellte ich mein Auto an ebenso illegaler wie altbekannter Stelle ab.
Am frühen Nachmittag hatte sich das Wetter verschlechtert, es goß in Strömen. Ich mußte ans Auto, um einige längere Kabel zu holen (Vernetzung neues Stockwerk). Also renne ich durch den Regen unter das Vordach, unter dem mein Auto steht und… es ist eingekreist von einem Haufen wetterflüchtiger Penner, die zudem der deutschen Sprache nicht so mächtig sind.
Es sind, wie ich an Hand der Gesprächsfetzen vermute, Polen. Sie beobachten mich interessiert, wie ich aus einem Umzugskarton einen Router und 5 RJ45-Kabel berge.
Die blöden Netzwerkkabel sind zu einem monströsen Knäuel verbunden und ich brauche ziemlich lange, um passende Stücken zu extrahieren.
Das wird begleitet von „witzigen“ Kommentaren wie „Du Elektrist?“, „schweres Sache so Leine“ u.ä..
Also wohl fühle ich mich unter den interessierten Blicken von 15 oder so polnischen u.a. Pennern nicht. Ich sehe Horrorszenarien von verkratztem Lack und Schlimmerem vor mir. Auch lagern im Kofferraum durchaus relevante Werte, die ich nicht gerade entblößen möchte.
Doch in der Kabelkiste liegt ja noch der rettende Wein! Mit Verschwörermiene sage ich: „Mal sehen, ob ich auch was für euch finde, wühle aufmerksamkeitsheischend in der Kiste … und zaubere die Flasche hervor, die ich dann dem offensichtlichen Oberhaupt der Truppe reiche.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie ehrlich und aufrichtig und herzlich sich diese Menschen darüber gefreut haben…
Die Kollegin möge mir also verzeihen, daß ich ihren tollen Wein nicht selber trank, aber so hat er deutlich mehr Nutzen gehabt.
Viele Grüße aus Osnabrück. Komme gerade aus Münster. Mal sehen, was heut‘ Abend geht…
Die Titanic, das dem Ossi-Eulenspiegel immer hinterherhinkende Satiremagazin, hat einen neuen Tiefpunkt markiert. Der aktuelle Titel sieht nämlich so aus:

Nicht, daß ich damit ein Problem hätte, Achim Menzel, Henry Maske(?), den mir persönlich bekannten Wolfgang „Lippi“ Lippert, das Ding von der Spastikombo Tokio Hotel und unsere Frau Dr. Kanzlerin (v. l. n. r.) nicht zu mögen, aber satirisch überspitzt den Schießbefehl an der Mauer dafür einzuspannen, das ist nicht mal unterirdisch schlecht, daß ist einfach nur Scheiße.
Dabei frustriert mich nicht einmal, daß so ein Dreck ins Sommerloch gestellt wird, um wieder einmal genug Deppen zu finden, die die Agonie der Adorno-Anbetergazette mal wieder um einen Monat zu verlängern.
Viel frustrierender ist es, daß viele Titanic-Käufer so etwas auch bewußt nett, lustig, spaßig, fetzig, kuhl genug finden, um ihr Hirn auszuschalten, und darüber so zu lachen, wie ich als Halbflügger über KZ-Witze (Hey Jude, Du bist frei! Wo ist der Ausgang? Durch den Schornstein.)
Das ist eines Satiremagazins einfach unwürdig. Das ist zu billig. Aber ich habe jetzt keinen Bock auf erhobene Zeigefinger und Moralpredigten. Ich bin nur schwer enttäuscht von der Titanic. Gute Satire sieht anders aus, bspw. so:

Samstag, 04. August
von Stratford upon Avon nach Royal Leamington Spa
In 500 Metern im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen
Von dieser Anweisung des Navigationssystemes träumen meine Mitfahrer sicherlich noch heute, denn sie ertönte sicher hundertmal auf den heutigen Autofahrten und sollte auch noch hundertmal erklingen. Wir trafen vor Florian bei ihm ein und wanderten noch ein paar Minuten am schönen Grand Union Kanal, der aber nichts mit dem namensgebenden Flüßchen Leam zu tun hat.

Auf Grund akuten Zeitmangels wurde das Grillen ersatzlos gestrichen und die Steaks schnell in der Pfanne zubereitet. Gegessen wurde in Florians „Garten“, ein chaotischer Müllplatz, der so inadäquat und mies geeignet war, das es schon wieder kultig war, dennoch dort zu verharren.


Das Essen war gut, das Bier auch, leider durfte ich nichts trinken, wollten wir doch noch nach Coventry fahren, um uns dort den Simpsons-Film anzuschauen.
Genug Reklame für den Film wurde ja gemacht, wie man an den beiden folgenden Bildern sehen kann.


Coventry
In Coventry wollten wir uns eigentlich noch die im II. Weltkrieg zerstörte Kathedrale anschauen. Die Mehrheit protestierte aber ob des langen Fußmarsches und zog den links neben dem Kino befindlichen Pub vor.
Florian hatte die Karten per Internet vorbestellt und uns alle eingeladen, dafür sei ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.
Zum Film selber möchte ich an dieser Stelle nichts weiter schreiben, zumindest habe ich es nicht bereut, ihn gesehen zu haben.
Gegen 23:00 trafen wir Neun uns letztmals vollzählig in der Garage, in der auch das folgende Bild entstand.

Jens drängte zur Rückfahrt, mußte er doch schon früh um 5:00 Uhr los. Der Rest fuhr zu Florians Wohnung. Dort wurde noch etwas geschwätzt, dann zogen Sebastian und Andreas noch in die Stadt und Markus und ich fuhren zum Hotel.
Wie schon in der vorigen Nacht war es extrem ruhig draußen und das inmitten der Stadt und so konnte ich prima schlafen.
Sonntag, 05. August
Royal Leamington Spa
Damit war es Punkt 6:00 Uhr vorbei, denn direkt vor dem Fenster startete die Hotelklimaanlage, die mit gefühlten 110 dB betrieben wurde. Naja, eine Stunde döste ich noch, dann kam die Morgentoilette und das Frühstück. Auch diesmal wurde ich wieder vor den ekligen Würsten und Tomaten verschont, denn der zuständige Kellner klappte vor mir mißmutig die Töpfe zu und verschwand.
Also gab es wieder Tee, Toast und bittere Orangenmarmelade, die mir wieder wohl schmeckte und mit der Markus immer noch nichts anfangen konnte.
Wir räumten das Hotel, holten Markus‘ Zugfahrkarte am Bahnhof ab und fuhren zu Florians Wohnung. Gegen 10:00 Uhr trafen wir uns dann vor dem anderen Hotel und schossen ein letztes Abschiedsbild.

Florian und ich holten noch Geld bzw. Sprit im nahegelegenen ASDA und dann setzten wir uns wieder Richtung Stansted in Marsch. Florian und Markus fuhren mit dem Zug nach Coventry.
Unterwegs hatten wir schon wieder eine Stunde Stau vor London. Glücklicherweise hatten wir ein dickes Zeitpolster. So konnten wir kurz vorm Flughafen noch Mittag essen und den Mietwagen zur Abgabe volltanken. In dieser Zeit rief uns bereits Jens an, der schon wieder zu Hause war und auch beim Rückflug Pech mit dem Wetter hatte.

Stansted
Im Flughafen stieß unser fünfter Mann Tobias wieder zu uns. Er war ja bereits früh um 5:00 Uhr mit der ersten Fuhre aufgebrochen. Er und Andreas hatten sich die Londoner Innenstadt angesehen. Andreas‘ Flugzeug sollte erst 18:45 Uhr gehen, so war er noch in London geblieben. Sein Rückflug verlief glatt.
Wir checkten ein, wurden akribisch kontrolliert, sogar ein zweites Mal, bei dem wir alle die Schuhe ausziehen mußten, und verbrauchten dann noch im Starbucks unsere letzten Münzen. Ganz alle wurden sie nicht, wie das letzte Bild beweist.

15:30 GMT hob das Flugzeug pünktlich ab und wir hatten die ganze Zeit fantastische Sicht auf Land und Wasser.
Deutschland
17:35 Uhr landeten wir sanft wie eine Feder in Hahn. Ryan Air wollte wohl den Patzer bei der Londoner Landung wettmachen.
Auschecken, Auto holen, 24 Euronen Parkgebühr bezahlen, Gepäck einladen und los ging die Rückfahrt. Ich fuhr brav auf der rechten Seite und suchte auch nur einmal am Anfang auf der linken Seite den Schalthebel.
Nach nicht mal einer Stunde konnten wir Tim und Tobias in Mainz entlassen. WIr drei Übriggebliebenen aßen noch gemeinsam zu Abend und dann trennten sich unsere Wege wieder.
Gegen 19:30 Uhr war ich körperlich erschöpft und finanziell geschröpft wieder in meiner Wohnung und damit endet dieser Bericht beinahe.
Fazit: Jederzeit wieder, dann aber länger und mit einem größeren Auto. Das Wetter war schön, die Städte sehenswert, das Ambiente stimmte. Nochmals vielen Dank an unseren Gastgeber Florian.
Samstag, 04. August
Royal Leamington Spa
Jens und ich standen bereits gegen 6:00 Uhr auf. Nach der Morgentoilette in einem Bad, welches wie das gesamte Haus schon das halbe Jahrhundert deutlich überschritten hatte, spazierten wir noch etwas durch die Wohngegend. 
Vor Florians Haus stellten wir fest, daß keine Klingel vorhanden ist. Da wir auch beide kein Mobiltelefon dabei hatten, mußten wir unverrichteter Dinge wieder abziehen. Naja, das Wetter war angenehm und so wandelte wir durch eine typische englische Siedlung.
Mir fiel ein Plakat auf, welches die drakonischen Strafen im Land untermalt. Daß man fürs Falschparken eine wheel clamp verpaßt bekommt, die man nur gegen eine Gebühr von 320 GBP los wird, weiß der erfahrene Reisende. Doch zu Touristen sind die Bobbies meist nett, denn schließlich sollen die ja nicht verprellt werden, so zumindest meine Erfahrung von früheren Reisen.
Doch eine Strafe von 1.000 GBP für nichtentfernte Hundehaufen, das ist arg heftig. Aber es schien zu wirken. Ich sah zumindest keine einzige Tretmine. Allerdings sah ich auch wenig Hunde. Nicht, daß es keine gegeben hätte, alleine in unserer Pension liefen mindesten vier davon rum. Zwei große schmale und zwei kleine dicke, von denen einer nur drei Beine hatte.

Um 9:00 Uhr gab es ein genehmes Frühstück im weinbelaubten Wintergarten, der Aussicht auf ein sehr gepflegtes und schönes Grundstück gewährte.
Gegen 10:00 Uhr wurden diverse Umzugsaktionen nötig, denn Jensens und mein Zimmer waren andersweitig vermietet.
Also zog Jens (er mußte am Ort bleiben, weil seine Fahrbesetzung auch dort kampierte) in Sebastians Zimmer und bezog Markus‘ Quartier. Markus und ich wanderten ins drei Kilometer entfernte „Best Western“ aus. Langsam beherrschte ich den Stadtverkehr. Aber das die Autos in den Nebenstraßen fast ausschließlich seitenverkehrt parkten, das irritierte gewaltig, sahen die Straßen doch beim Einbiegen vertraut kontinental aus.
Noch vor 11:00 Uhr waren alle neun Personen in den zwei Autos und wir fuhren los in die zweitgrößte Stadt Englands, ins 20 Meilen entfernte Birmingham.
Birmingham
Das die Stadt riesig ist merkten wir daran, daß wir eine halbe Stunde lang durch immergleich aussehenden Vorortsiedlungen fuhren. Teilweise hatte man den Eindruck, daß außen eine Endlosleindwand abgespult wurde, die immergleichen Einfahrten, Schornsteine und Gärten bargen hohe Verwechslungsgefahr. Aber das Navigationssystem zählte brav den Countdown und tatsächlich standen wir kurz nach Mittag mitten im Zentrum Birminghams, am futuristischen Selfridge-Gebäude.

Dort spalteten wir uns in Grüppchen auf, denn die einen wollten einkaufen, die anderen essen. Jens und ich schauten uns das Treiben auf dem Wochenmarkt an (so viele Völker und so viele exotische Waren sah ich noch nie auf einem Haufen) und besuchten das Innere einer Kirche. Eindrucksvoll, wie die anglikanische Kirche das Innere des Gotteshauses so gestaltete, daß es nahezu anheimelnd wirkte und nicht so protzig und erdrückend, wie man es gewohnt ist.
Im Kaufhaus sah ich „Lebensmittel“, die das eben auf dem Markt gesehene noch locker in den Schatten stellten. Skorpione im Lutscher, Krokodilfleisch, getrocknete Maden und ähnliches ließen den Appetit verfliegen. Wir hatten noch etwas Zeit und umrundeten den Konsumtempel, sahen Gewerkschafter Werbung für Labour machen, bestaunten einen goldenen Bullen und wunderten uns über den Trubel, der mir schon beängstigend zuviel wurde.
Nachdem wir uns alle wieder am Treffpunkt eingefunden hatten, wanderten wir zum Rathaus. Unterwegs kaufte ich ein Sandwich bei der Kette mit dem originellen Namen „EAT“.
Der Rathausplatz war beeindruckend und viele Einheimische und Gäste nutzten das schöne Wetter zum Flanieren. Beinahe wäre einer von uns noch den Tücken des Linksverkehrs erlegen, denn die Schriftzüge auf der Straße look right sollte man tunlichst beachten. Ich will nicht wissen, wieviele Kontinentaltouristen jährlich von englischen Autos jäh aufgegabelt werden.

Auf dem Rückweg zu den Autos machten wir noch Station in einer wunderschönen Kathedrale. Auch hier beeindruckte mich die Familienatmosphäre im Inneren.
Zurück am Konsumtempel nutzten wir alle noch die Gelegenheit, kostbare GBP loszuwerden, indem wir uns Puzzle, DVDs, Bücher usw. kauften.
Dann gemahnte Florian an den Aufbruch, schließlich hatten wir noch einiges vor.
So ging es zurück zum Parkhaus. Dort zwängten sich die fünf bzw. vier Herren wieder in die Astras und auf ging die Fahrt, diesmal in die Geburtsstadt William Shakespeares.
Stratford upon Avon
Was Rüdesheim oder Rothenburg in Deutschland, das ist Stratford/Avon für England. Die Stadt sieht aus wie für Touristen gemacht und tatsächlich sieht man dort auch endlose Mengen davon. Und Englands größter Dichter wird auf Schritt und Tritt vermarktet, daß es schon wieder lustig ist.





Leider drängte die Zeit, so daß wir nur eine gute Stunde Zeit hatten. Wenigstens konnte ich noch eine Kugel Eis mit clotted cream genießen (1,35 GBP). Nach Stratford werde ich auf jeden Fall noch einmal fahren, es ist sehr schwiegermutterkompatibel.
Es war nun schon tea time und wir mußten leider schon aufbrechen, denn es sollte noch gegrillt werden und der Kinobesuch in Coventry stand auch noch an.
Fortsetzung folgt…
Achja, das Internet ermöglicht viele tolle Sachen.
So buchte ich im Juni via Internet sechs Flüge von und nach London und orderte einen Mietwagen. Mein Freund Jens buchte seinen Flug und den Mietwagen ebenfalls per Internet. Markus Dressler buchte seinen Flug selber.
Donnerstag, 02. August
Westfalen
Markus D. fliegt mit Lufthansa von Düsseldorf nach Birmingham und besucht dort Verwandte.
Nieder-Olm
Stephanie S. und Tim K. besuchen mich am frühen Abend. Wenig später stoßen
Sebastian S. und Marc W. dazu. Wir genießen einen fröhlichen Grillabend. Steffi und Tim verlassen uns am späten Abend. Wir drei Übrigen trinken noch ein, zwei Biere, werten den neuen und letzten Harry-Potter-Band aus … und schwups ist es halb drei in der Nacht.
Freitag, 03. August
Nieder-Olm
Ich stehe um 6:00 Uhr auf, mache mich landfein und packe den Rest zusammen. Gegen 7:00 Uhr werfe ich meine Schlafgäste aus den Betten. Dusche, einfaches Frühstück und pünktlich um 8:00 Uhr fährt das Auto ab.
Mainz
Tobias B. hat sich in Mainz mit Tim K. getroffen und wartet auf das Auto. 8:17 Uhr trifft dieses ein. Noch schnell Geld geholt und ab geht die Reise zu fünft auf den ca. 100 Kilometer entfernten Flughafen „Frankfurt“-Hahn.
Berlin
Andreas K. steigt 9:30 Uhr in Berlin-Schönefeld ins Flugzeug, um eine knappe Stunde später als Erster in London-Stansted zu landen und dort auf alle weiteren zu warten.
Hahn
Nach einer Parkplatzsuchodyssee (es ist deprimierend, über drei Großparkplätze, die jeweils 1.000 PKW fassen zu irren und keinen, einzigen freien Parklatz zu entdecken) und einer halben Odyssee über Maschendrahtzäune und wilde Hügel ist endlich das Terminal erreicht. Nach einer Viertelstunde Warten werden uns die Flugtickets ausgestellt. Einer der Mitreisenden hatte Glück, sein Reisedokument wurde argwöhnisch vom Sicherheitspersonal beäugt, aber dennoch für gut befunden. Also liebe Leser, Ausweise bitte nicht waschen oder in der Erde verbuddeln, das mögen die Sicherheitsdienste nicht.
Nun folgte der Sicherheitscheck. Da wir alle nur Handgepäck hatten, wurden bei einigen die bösen Flüssigkeiten beanstandet.
So mußte ich meinen halbleeren Rasierschaum (200 ml Verpackung)und mein fast leeres Shampoo (300 ml Verpackung) wegwerfen. Dann mußte ich die Schlange verlassen, um mir ein geeignetes Behältnis zu besorgen. Gegen 0,50 EUR bekam ich einen verschließbaren, durchsichtigen Beutel, in den ich die gefährlichen Flüssigkeiten Odol (70ml), Deo-Roller (30ml), Rasierwasser Calvin Klein (100 ml) und Parfüm Lacoste (75 ml) unterbringen mußte. So durfte ich anstandslos passieren. Der Metalldetektor schlug wie wild bei meinen Hosennieten aus, der war also ziemlich scharf eingestellt. Schädigt sowas eigentlich das Erbgut? Wenn ja, dann sollte ich besser auf Nachwuchs verzichten.
Bis zum Abflug 11:40 Uhr war noch viel Zeit, die Sebastian telespielend, Tobias lesend und die restlichen drei skatspielend verbrachten.

Stansted
11:35 GMT landet unser Flieger recht unsanft auf englischem Boden. Wir verlassen das Flugzeug und beginnen sofort eine krampfhafte Suche nach dem schon gelandeten Andreas. Mit kollektiven Andi-Andi-Rufen verwirren wir die Mitreisenden. Schließlich erwartet und Andi nach der Zollkontrolle in ganzer Person. Wir begrüßen uns freudig und liefern Tobias bei Andreas ab, denn die beiden werden in Jensens Auto mitfahren. Apropos Jens.
Chemnitz
Jens S. verläßt gegen Mittag seinen Arbeitsplatz und fährt zum Flugplatz nach Altenburg, wo 15:05 Uhr seine Maschine nach Stansted starten wird. Seine Ankunft ist auf 15:45 Uhr GMT terminiert.
Jens hat nicht so viel Glück mit dem Wetter, er gerät in ein schweres Gewitter, welches viele Passagiere nach der berühmten Tüte rufen läßt.
Stansted-Europcarstand
Ich nehme den gebuchten Wagen in Empfang. Obwohl ich einen Golf Plus Diesel geordert hatte, bekam ich nur einen Vauxhall Astra Benziner. Naja, wenigstens nagelneu war er und recht hochwertig ausgestattet. Meine mitgebrachte Musikkassette mit Liedern über England, inklusive national anthem und nicht ganz zeitgemäßer Titel konnte ich nicht verwenden, aber die identische CD spielte das Autoradio klaglos.
So setzen wir uns gegen 13:00 Uhr in Richtung Royal Leamington Spa in Bewegung.
Dank mitgenommenen Navigationssystems (es stürzte zwar immer nach dem Einschalten ab, ging dann aber stabil), war die zu fahrende Route auch recht schnell gefunden. Nach 30 Kilometern, ich meine nach 18 Meilen, hatte ich mich grob daran gewöhnt, daß ich auf der linken Seite fahren mußte. Da die anderen Autos das auch machten, ging es so einigermaßen.
Wenig hilfreich war die Handschaltung, die ich ja völlig ungewohnt, mit der linken Hand bedienen mußte. Also statt mit rechts ranziehen mußte ich nun den Ganghebel mit links wegdrücken. Daran gewöhnte ich mich aber flott. Nicht geöhnen konnte ich mich hingegen an die idiotische Gestaltung des Blinkers. Statt Einrasten und Antippen, hatten die Opel-„Ingenieure“ einen Antippen- und Längerantippenschalter mit Nachdreimallinksblinkenvonalleineausgehautomatik eingebaut. Auch nach drei Tagen kam ich mit dem Drecksmüll nicht so richtig zurecht. Ansonsten verhielt sich das Auto brav. Dennoch vermisste ich den Golf, denn er wäre größer und sparsamer gewesen. So wurde es auf der Rückbank doch immer recht eng. Naja, egal. Wir machten erst einmal Rast und nahmen typisch englisches Essen beim Burger König zu uns.
Dann ging die Reise ins noch 75 Meilen entfernte Leamington weiter. Leider verloren wir fast zwei Stunden in einem ewiglangen Stau. In einer Baustelle verengten sich 5 dichtbefahrene Fahrspuren auf 2 und auf einer der beiden war auch noch ein Postlaster liegengeblieben. Gegen 16:15 Uhr informierten wir Auto II per Mobiltelefon über diesen Stau und empfahlen der Besatzung, die kürzere Strecke über die Dörfer zu nehmen.
Es war heiß, die Klimaanlage hatte viel zu leisten, ich quatschte mit Tim, Sebastian spielte tele und mein Beifahrer Marc schlief. Irgendwann setzte sich die Kolonne in Bewegung und wir rollten unserem Ziel entgegen.
Eigentlich wollten wir ja Florian B., unseren Gastgeber, von der Arbeit abholen, doch durch den Stau schafften wir das nicht.
Royal Leamington Spa
Gegen 17:00 Uhr treffen wir in der Straße ein, in der Florian wohnt. Das Navgationssystem hat tatsächlich funktioniert, wir staunen alle.

Markus und Florian begrüßen uns begeistert und wir bekommen erst einmal ein kaltes Bier.
Anschließend bringen wir die Sachen und das Auto zum Hotel und wandern, nunmehr zu sechst, durchs idyllisch schöne Leamington. Der Park vermag nur mich zu begeistern, die anderen rennen durch, als ob sie gejagt würden. Wir treffen sogar Kolleginnen und Kollegen von Florian. Ich fotografiere los wie ein Weltmeister und stelle fest…, daß der Film noch in meinem Kartenleser in Olm steckt. Tolle Wurst! Also muß ein Chip her. Da alle gängigen Geschäfte schon 18:00 Uhr die Pforten schlossen, wandern wir, vorbei am herrlichen Rathaus, am durch böse Deutsche im Weltkrieg um einen Zoll verrückte Denkmal der Königin in den Tesco, einen großen Supermarkt. Dort bekomme ich zu 6 GBP einen Chip und die Welt ist wieder in Ordnung. Die anderen kaufen Ersatz für am Flughafen abgegebenes Shampoo, Deo und auch alkoholfreie Getränke. Völlig unverständlich, sind wird doch in unmittelbarer Nähe unseres ersten Pubs. Das „White Horse“ bot ausreichend Platz, deutsche Biere und angenehme Atmosphäre. 3 GBP das Glas schreckten uns nicht ab und rasch füllte sich der Tisch mit leeren Gläsern.
Gegen 19:30 Uhr trafen dann die fehlenden drei aus Stansted ein und somit war unsere Runde komplett.

Nach dem freudigen Willkommen wurden die Spätankömmlinge ins Hotel eingewiesen. Wir trafen uns dann alle in einem anderen Pub wieder. Dort war das Bier billiger (2,10 GBP statt 3 GBP für ein Glas) und es gab taugendes Essen, welches sich manche Mitreisende durch ekliges Zeugs auf englisches Niveau herunter würzten.
Dafür taugte die Atmosphäre nicht halbsoviel. Das war aber egal, da wir dort wegen eines lächerlichen Vorfalls vom Aufpasser der Tür verwiesen wurden. Nunja, es war schon recht spät und der Tag war anstrengend. So gingen Jens und ich ins Hotel, der Rest verlustierte sich noch in anderen Lokalen.
So ging der erste Tag zu Ende.

Ich bin ja schon da und dort im Urlaub gewesen, habe es aber bis heute nicht geschafft, Europa zu verlassen.
Die untenstehende Karte umreißt das von mir bereiste Gebiet.
Nördlichster Punkt, den ich je erreichte:
Ny-Ålesund auf Svalbard: 78° 55′ 50″ nördliche Breite und 11° 55′ 0″ östliche Länge
Östlichster Punkt, den ich je bereiste:
Kostroma in Rußland: 57° 46′ 0″ nördliche Breite und 40° 56′ 0″ östliche Länge
Südlichster Punkt, an dem ich je war:
Luqa Airport auf Malta: 35° 51′ 26.99″ nördlicher Breite und 14° 28′ 39″ östlicher Länge
Und schließlich der westlichste Punkt:
die Westküste von Island: 55° 50′ 0″ nördlicher Breite und 24° 6′ 0″ westlicher Länge
Auf der Karte ergibt das Pi x Daumen diese Ellipse:

Übermorgen geht es zum Florian ins UK, aber das liegt ja auch in Europa. Ich werde meinen „Heimatkontinent“ wohl nie verlassen…
Update: Mittlerweile war ich noch in Afrika und Amerika, siehe folgende Abbildung (läßt sich nicht mehr sinnvoll auf einem Globus abbilden, deswegen in Mercatorprojektion):
Lebensmittel werden teurer! Ich spürte die Thematisierung heute, als ich in meinem Supermarkt ein Stück Butter holen wollte. Es gab nämlich nur noch wenige Stücke edle, sündhaft teure Kerry Gold. Die deutschen Sorten waren alle ausverkauft, denn Butter soll, wie alle Milchprodukte deutlich teurer werden.
Ob nun das Hamstern von Butter die Situation in den blanken Privatgeldbeuteln deutlich verbessern wird bleibt zu bezweifeln. Zumal ja auch Fleisch teurer werden soll. Und alle anderen Lebensmitteln auch.
Was ist von dieser Situation zu halten?
Die Situation ist komplex.
Ich persönlich möchte als erstes auf einen wunderschönen Spiegelartikel verweisen.
Dort heißt es sehr deutlich:
Du bist, was du isst – das ist ein Sinnspruch so abgedroschen, dass es weh tut, aber wer Fleisch einkauft billiger als Katzenfutter, der hat allen Grund über ihn nachzudenken.
Nun gut, das wird sich durch die Teuerung (kurzfristig) ändern. (Sarkasmus)
Weiterhin findet man auch alarmierende Artikel, wie diesen hier.
Insofern erscheint eine Verknappung des irrsinnigen Überangebots, eine Reduzierung des Butterbergs, der 1.000 Joghurtsorten und 80 Milchsorten (inkl. türkenkoscher, laktosefrei und fettarm), der zusammengefegten Schlachthoffrikallen (5 Stck. für 1,49), der farb- und geschmacklosen Wasserhühnchen, der ekligen Legebatterieeier, der … usw. usf.. durchaus sinnvoll.
Ich persönlich hätte jedenfalls keine Probleme, wenn sich Lebensmittel durchgängig hoher Qualität auf hohem Preisniveau einpendeln.
Nicht nur, weil ich zu dick bin, sondern weil ich mich nie mit dem Überangebot und dem Wegwerfen von Lebensmitteln anfreunden konnte.
Und das im Lebensmittelmarkt schon lange vieles im Argen liegt, sollte man eigentlich wissen.
Damit meine ich nicht nur Gammelfleisch (Sommerthema 2006). Ich esse bis heute keine Birkel-Nudeln.
Doch die Preiserhöhung auf die hungrigen Chinesen und die gestiegenen Getreidepreise zu schieben, das ist mir allzu billig.
Ich wette, daß sich Deutschland vollständig problemlos von eigenen Äckern ernähren könnte. Und insofern können mir australische Getreidepreise ziemlich egal sein.
Mir erscheint es nur so, daß man wieder mal, weil es gerade gut paßt, dem deutschen Michel in die ziemlich leere Brieftasche greifen möchte.
Darunter leiden werden nicht Leute wie ich oder der Bankenjuppie. Auch nicht die Alten, die kennen andere Lebensmittelknappheiten noch aus ganz anderen Zeiten.
Treffen wird es ausschließlich junge Familien, deren frei verfügbares Einkommen schon durch die exorbitanten Spritpreise weggeschmolzen wurde und die nun an die Reserven gehen müssen.
Und damit wird sich mal wieder einmal mehr aus wirtschaftlichen Gründen gegen Nachwuchs entschieden. Tolle Wurst! (thematisch passender Ausruf)
Mein Wunsch: eine schmale Palette hochwertiger, einheimischer Lebensmittel, das ist besser als ein sinnloses Überangebot aus allen Kontinenten im Billigbereich.
Sowas gab es früher im KaDeWe oder in Großstädten und dort soll es auch wieder hin. Es müssen nicht in jedem Dorfladen 100 Obst- und Gemüsesorten aus aller Herren Länder frisch verfügbar sein. Das verdirbt den Charakter und die Preise einheimischer Produkte.
Oder man ist sich dessen bewußt und setzt sich bewußt mit dem Thema auseinander, dann darf man auch sündigen. Aber gedankenlos konsumieren ist blöd.
Und zum Abschluß zum Thema Lebensmittel nochmals mein Gejammer über das deutsche Brot, ein Produkt, um welches uns weltweit viele Nationen beneidet haben.
Ich hole mir nach dem Ausprobieren von drei verschiedenen Bäckern mein Brot zu 0,85 EUR abgepackt und geschnitten im Edeka. Das schmeckt nicht schlecht und vor allem schimmelt es nicht nach 2 Tagen. Denn die backen den Einheitsteig aus! Das schaffen die „Bäcker“ nicht trotzt mehrmaligen, deutlichen Hinweisen von mir nämlich nicht mehr. Ich begreife nicht, daß das außer mir anscheindend keinen stört.
Früher hätte ich mich vehement gegen abgepacktes Supermarktbrot gewehrt, aber so wurde ich ja quasi dazu genötigt.
Da auch ich ja einen eher Nichtstandardnachnamen habe, interessiere ich mich schon immer für außergewöhnliche Nachnamen. Heute nun hatte meine Mutter mit einem Menschen zu tun, dessen Nachname „Krautwurm“ lautet.
Dieser Name ist mir bisher noch nicht untergekommen.
Am liebsten mag ich es ja, wenn der Name und das Leben des Menschen sich decken.
So heißt der Betreiber einer Broilerbude in Sachsen „Hühnermörder“ und ein gestrenger Wirtschaftprüfer heißt wirklich und wahrhaftig „Dr. Pfotenhauer“.
Auch schön ist es, wenn der Vorname zum Nachnamen paßt.
Im StudiVZ gibt es eine Gruppe „ungewöhnliche Nachnamen“, in der auch ich selbstverständlich mit zwei Namensvetterinnen vertreten bin.
Dort findet man Namen, bei denen man nicht glaubt, daß es sie gibt. Mein Liebling ist und bleibt aber „Sissi Maximini“. Wobei eine einfache „Eva Adam“ auch was hat.
Nun will ich nicht endlos lustige Namen aufzählen, derer Listen gibt es ja im Netz genug.
Zum Abschluß seien nur einige wenige Paare genannt und über Doppelnamen nachgedacht:
– Jens Vornam und Jussy Nachname
– Anna Pracht und Sebastian Latte
– Anna Pickel und Tobias Eiter
Wenn man sich mal so die Abrechnung des Marktes betrachtet, dann wird man kaum glauben wollen, daß ich das alles wirklich einkaufte. Ist aber so, denn als Kranker gibt es Hühnersuppe PUNKT!

