Feb. 022015
 

Der Nachbar brachte meine am Vortag abgeholte Reisebegleiterin und mich zum Flughafen Frankfurt. Das Einchecken unterschied sich vom Üblichen in zwei Sachen; erstens hatte ich zwei Koffer aufzugeben (+75 EUR) und zweitens wurden wir mehrfach ausführlich gefragt, ob wir das Gepäck immer bewacht hätten und uns nicht von Fremden Sachen hätten mitgeben lassen.

Die recht betagte Boeing 777 der American Airlines startete pünktlich 10:30 Uhr zum Flug nach Dallas/Texas. Der Flug verlief bis auf wenige Rütteleien ruhig. Leider gab es in dem Flugzeug keinerlei Infotainment, so daß wir nichts von Flughöhe, Distanz zum Ziel, Ankunftszeit usw. mitbekamen. Und drei winzige Deckenmonitörchen für 100 Leute, auf denen irgendwelche Seifenopern dudelten sind auch nicht mehr zeitgemäß. Egal, wir waren aufgeregt, hatten kräftig Geld beim Flug gespart und selber genug Technik in Form von eBook-Reader, Nexus-9-Tablet und 2x Smartphone zur Zerstreuung dabei.

Überpünktlich und mit schön geschwollenen Beinen landeten wir nach über 10 Stunden Flug in Dallas/Fort Worth, mein erster Aufenthalt in den USA und auf dem amerikanischen Kontinent! Die Kontrollen waren nicht so schlimm wie befürchtet und so hockten bzw. humpelten wir recht schnell im bzw. durch den monströsen Wartebereich.

Der dreistündige Anschlußflug mit einer Boeing 737 startete mit einstündiger Verspätung und gegen 21:00 Uhr Ortszeit waren wir am Zielflughafen – La Aurora in Guatemala City, wir waren also 17 Stunden unterwegs gewesen.

Die Landung in Guatemala ist übrigens recht beeindruckend, die Stadt liegt auf 1500 Meter Höhe und ist umrahmt von mehreren über doppelt so hohen Vulkanen, der Flughafen ist mitten in der Stadt und hat eine recht kurze Start/Landebahn. Das merkten wir beim Anflug; die Maschine ging recht rasch nieder, setzte zeitig auf und bremste sehr stark und als wir ausgerollt waren, war die Bahn auch schon zu Ende und hinter ihr begann nach einem Mäuerchen das pralle Stadtleben.

Das Einchecken ins Land und die Gepäckabholung klappten reibungslos und recht schnell waren wir am Ausgang – wo meine Verwandten auf uns lauerten.

Nach herzlicher Begrüßung fuhren wir in unser Zuhause in der Zona 10 (Alle Städte in Guatemala sind nach dem selben Schema aufgebaut, es gibt (historisch gewachsene) Zonen und in diesen Zonen Avenidas (von Nord nach Süd laufend und numeriert) und Calles von West nach Ost laufend und numeriert(gerade rechts, ungerade links), wo wir von den übrigen Gastgebern begeistert begrüßt wurden.

Wir bezogen unsere Zimmer, aßen zu Abend und schnatterten aufgeregt bis gegen Mitternacht (für uns also doch früh um 7:00 Uhr), bis uns die Augen zufielen. Ab ins Bett und erst einmal richtig ankommen.

kaputt

Der Autor kaputt in seinem Bett.

blick

Täglicher atemberaubender Blick aus dem Fenster: Im Hintergrund von links die über 3700 Meter hohen Vulkane Agua, Fuego (aktiv) und Acatenango.

flieger

Ein Flugzeug startet von La Aurora in der Dämmerung.

 Posted by at 7:19 p.m.
Feb. 012015
 

Ich weilte vom 07.01.2015 – 29.01.2015 in Guatemala und werde, so ich Zeit finde, an dieser Stelle dieses phantastische Erlebnis aufarbeiten.

Fangen wir mit dem schnöden Vorgeplänkel an:

Daß ich irgendwann einmal nach Guatemala fahre, daß stand bereits 1990 fest, nachdem ich von einem dort lebenden Verwandten eine Einladung erhielt. Gerade mal ein Vierteljahrhundert später nahm ich die Einladung an.

Haupthindernis waren eingangs die Finanzen und als ich mir die Reise leisten konnte, fehlte es an einer Begleitung. Letzendlich hatte ich letztes Jahr auch eine Begleitperson gefunden und so nahmen die Pläne konkrete Formen an.

Der Rahmen war schnell gesteckt: drei Wochen im Januar, meine Begleiterin wollte einen Vulkan besteigen, ich einmal an den Pazifik; den Rest überließen wir der Kompetenz vor Ort. Im August waren die Flüge gebucht, im Oktober die Hotels bezahlt, nun konnte es losgehen…

 Posted by at 9:43 p.m.
Dez. 102014
 

Anders kann ich die ambitionierten Worte des Chefs des Arbeitgeberverbandes nicht deuten. Und ich kann auch wenig widersprechen.
Zitat:

Wir bauen für 400.000 Euro Fledermausbrücken, weil uns die Sorge um diese Tiere um den Schlaf zu bringen scheint und wir schreddern in Windwahnparks gleichzeitig hunderttausende Tiere ohne jedes Mitgefühl. Wir opfern hunderte Milliarden Euro für eine Energiewende, die unsere Volkswirtschaft und Millionen Arbeitsplätze den Kopf kosten kann. Wir glauben an 46 Geschlechter, investieren Millionen in die Umrüstung von Ampelmännchen auf Ampelfrauchen, werfen ein Vermögen zum Fenster heraus für eine Voodoo-Genderforschung, die nichts weiter als ein in-sich-geschlossenes-Illusionssystem bedient. Wir glauben den Grünen eine Entschuldigung für die Mitverantwortung an so vielen Pädophilie-Entgleisungen und lassen zu, dass die gleichen Ideologen jetzt Kindergärten und Schulen zu Umerziehungsanstalten für eine hypersexualisierte Minderheit machen. Wir nehmen unser eigenes Rechtssystem nicht mehr ernst, wollen höchstes Recht für deutsche Frauen und scheren uns einen Dreck um die Rechtlosigkeit zehntausender Frauen in Deutschland, die das Pech haben, unter dem Diktat einer Religion zu stehen, die den Frauen keine Rechte zusteht.

Der ganze Artikel ist hier.

 Posted by at 10:54 a.m.
Nov. 292014
 

…passierte es, daß die IT zickte.

Ich wollte mich gerade vom Kunden ins Wochenende verabschieden, als Mitarbeiter monierten, daß der Mailserver ständig Timeouts bringe. Tatsächlich konnte ich dabei zuschauen, wie der Mailserver lahmte und Verbindungenn abrissen. Genau das braucht man am Freitag Nachmittag. Dummerweise wird der Mailserver extern gehostet und man weiß ja nie, wann die Provider ins Wochenende verschwinden, also rief ich schnell die Hotline an, nachdem das beste meiner Mittel (i tried the thingy with turning the mailserver off and on) versagte.

Tatsächlich war sogar noch jemand da und versprach, sich zu kümmern.

Zwei Stunden später hatte sich an der Situation aber noch nichts geändert. Da beim Kunden Mail das Zweitwichtigste nach dem Atmen darstellt und der Provider auch nach mehrfschen Anruf noch nichts geleistet hatte, schaute ich erst einmal nach, ob nicht meine Infrastruktur einen Fehler haben könnte. Ich wußte zwar nicht, was, denn der Rest der Fa. (Domäne, Druck, Dateiserver, Video, Internet, WLAN,…) lief tadelos.

Aber nachschauen schadet nicht. Der Ping auf den Mailserver war von außen prima, von innen jämmerlich. Ich verband mein Notebook direkt mit dem Mailserver und koppelte alle anderen Geräte ab. Perfekter PING von 1 ms. Hmm. Jetzt begann ich auf einmal, Böses zu ahnen und behielt recht!

Ich hing mich via WLAN ins Firmennetz und … die IP des Mailservers gab lahme Antworten. Eine doppelte IP-Vergabe war also der Störenfried!
Ich nutzte den direkten Weg und deaktivierte nacheinander alle Ports der beiden Switche. Ergebnis. Das Störgerät antwortete noch immer.
Langsam wurde ich panisch und schaltete einfach im Serverraum alle Geräte aus. Switches, Router, Server, nur die Klimaanlage zurrte… und mein Notebook bekam PING-Antworten von der Mailserver-Adresse. Voodoo? Ich meine, ich war in der Situation eines Autofahrers, dessen Auto fährt, obwohl er den Tank angelassen, den Tank ausgebaut und auch noch Reifen, Motor und Getriebe entfernt hat und dessen Auto immer noch fährt.

Aber natürlich schwebte mir die Lösung schon vor meinen Augen und tatsächlich war es auch so. Auf Grund des exotisch von einem externen Dienstleister eingerichteten Netzwerkes lag des Mailservers feste IP im DHCP-Bereich und der Server hatte eben diese IP an ein… Smartphone vergeben.

Jetzt ging alles superschnell, den Bereich des Mailservers im DHCP-Server ausgeschlossen, das schuldige Smartphone aus dem WLAN geschmissen und schon fluschte der E-Mail-Server wieder wie geschmiert, ja durch den Neustart der ganzen Infrastruktur sogar etwas schneller als üblich 😉

Merke: 1. viele Köche verderben den Brei und 2. Freitags vor 12:00 Uhr ins WE verschwinden

 Posted by at 7:50 p.m.
Nov. 292014
 

…der Welt findet man in Stein gehauen im Dom zu Naumburg. Ich war schon ungezählte Male da und bewunderte das Genie des Künstlers, der diese Statue schuf. Die dargestelle Uta ist seit beinahe 1000 Jahren tot, doch würde man die Frau sicher sofort wiedererkennen, stünde man vor ihr.

Ich war schon immer zutiefst von der Lebendigkeit beeindruckt. So wundert es nicht, daß ich letzte Woche, als ich auf der A9 fuhr und noch etwas Zeit hatte, spontan einen kleinen Abstecher in den Dom machte und „meine“ Uta besuchte.

 Posted by at 7:30 p.m.
Nov. 092014
 

…Klassentreffen! Es ist doch tatsächlich schon 30 Jahre her, daß ich die 10. Klasse abschloß. Da wir alle 5 Jahre ein Klassentreffen machen und ich, soweit ich mich erinnere, auch an allen bisherigen teilnahm, konnte ich natürlich auch dem diesjährigen Treffen nicht fernbleiben.

32 Leute waren wir in Spitzenzeiten, 17 Mädels und 15 Jungs. Durch Sportschule, Umzug, Versetzung blieben irgendwann 28 übrig. Gestern waren davon immerhin 18 anwesend und manche hatten sich immerhin entschuldigen lassen oder ziehende Gründe, nicht zu kommen.

Es war, wie es sein mußte; niemand gönnte dem anderen das Wort im Mund, alles schnatterte aufgeregt durcheinander, olle Fotos wurden kichernd herumgereicht und es wurde viel und herzhaft gelacht, kurz: es lohnte sich wie immer.

Und da Herr Ramelow noch nicht Ministerpräsident ist, war die Zonengrenze noch auf und ich kam heil ins schöne Thüringen herein und sogar wieder heraus.

 Posted by at 4:03 p.m.
Nov. 072014
 

Hä? Wer ist das denn, wird sich der Leser fragen.

Seit Dienstag weiß ich es besser. Da trat nämlich der Gitarrenvirtuose Tommy Emmanuel in meinem Kuhkaff auf, ehrlich!

Nieder-Olm möchte „aus dem Dornröschenschlaf der Banalität erwachen“, wie ein Veranstalter vor dem Konzert erwähnte, und bietet mit Auftritten von Ten Years After und eben Tommy Emmanuel einem verwöhnterem Publikum schmackhafte Kost.
Nächstes Jahr ist schon Canned Heat gebucht, um Saga bemüht man sich noch.

Also bei Saga juckt es mir jetzt schon in den Fingern, von deren Auftritten hört man nur Gutes.

Doch zurück zu Tommy Emmanuel. Alles was ich vorher las und sah, wurde locker in den Schatten gestellt.

Vor dem eigentlichen Konzert hatte Michael Fix einen halbstündigen Auftritt. Ganz schön kuhn, vor einem exzellenten, australischen Sologitarristen einen… nunja, exzellenten, australischen Sologitarristen auftreten zu lassen.

Michael Fix spielte Folk, eigene Werke und interpretierte sogar eine Bachsche Fuge. Das Publikum war begeistert über den souveränen Auftritt dieses begabten Vollblutmusikers.

Doch dann kam Tommy und nach wenigen Minuten war klar, daß es über der Oberliga noch eine höhere Klasse geben muß. Jetzt verstand ich auch, warum um, mich herum (ich hatte glücklicherweise Karten in der zweiten Reihe ergattert und hatte keine 5 Meter zum Geschehen) so viele Leute mit Gitarren saßen, offensichtlich Musiker und Fachpublikum.

Zwei Stunden lang starrte ich dem Meister auf die flinken Hände, genoß die Musik und die glücklichen Gesichter in der ausverkauften Halle und bestaunte die Virtuosität. Wie man einer banalen Westerngitarre so komplexe und schöne Tonfolgen entlocken kann, das wußte ich bis dato nicht. Tommy spielte zwei- oder dreistimmig, und kratzte, schlug oder strich auch noch den Rhythmus dazu. Das alles sah so spielerisch leicht bei ihm aus, doch auch ein Laie mußte ahnen, daß da ein ganz Großer auf der Bühne war. Wie sagte Tommy in etwa über sich? „1959, als ich vier war, fing ich an mit dem Gitarrespielen; mit sechs war ich perfekt und seitdem übe ich.“

Kommentar eines Gitarristen nach dem Konzert: „Morgen verkaufe ich meine Gitarre und hole mir einen Triangel.“

Fazit: eines der besten Konzerte in meinem Leben (und ich sah schon Supertramp, Mark Knopfler, Jean Michel Jarre und selbst Weird Al!)

Tommy Emmanuel absolviert seit Jahren 300 Auftritte im Jahr, die Chance ihn live zu sehen, ist hoch, man sollte, nein man MUSS sie nutzen.

 Posted by at 8:38 p.m.