Apr. 082013
 

Seit langer Zeit mal wieder ein politisch angehauchter Kommentar von mir. Ich bin überrascht über die fast 100% negativen Reaktionen auf die Nachricht über das Ableben der ehemaligen Premierministerin Großbritanniens.

Deswegen an dieser Stelle mein Senf dazu.

Als 1979 Frau Thatcher die Macht auf der Insel übernahm, war ich noch zu jung und politisch uninteressiert. Aber meine gesamte Kindheit spielte sie in meiner Wahrnehmung eine wichtige Rolle, für die ich ihr ewig dankbar sein werde. Sie bezog klare Positionen, vertrat diese Positionen aufrecht und wich von diesen Positionen nicht ab. Damit war sie in meinen Augen ehrenwert. Sie hat nicht nur rumtaktiert, gelogen, betrogen und rumgeheuchelt wie alle heutigen Abklatsche von Politikdarstellerlaien, sondern sie hat klare Positionen aufgezeigt und diese so aufrecht vertreten, daß man heutzutage primitiv ausrufen würde: „Er hat Eier!“. Ging ja nicht, weil Frau und so, aber der Amipräsident hat es dennoch abgemildert gesagt durch seinen Ausspruch: „Englands bester Mann“; dem Rest der Welt wurde das spätestens durch das Attribut „Eiserne Lady“ klar.

Und wenn wir schon bei Ausdrücken unter der Gürtellinie sind, M. Thatcher hatte auch einen A* in der Hose. Nicht nur im Falklandkonflikt, sondern vor allem gegen die übermächtigen und maroden Gewerkschaften. Wie ich heute lesen konnte: „arbeiten wie die Südländer, verdienen wie die Deutschen und Qualität wie bei den Russen“, tja, so sah das damals im UK aus. Diesen gordischen Knoten hat sie durchschlagen und DAS sollte Vorbild für alle Gegner übermächtiger Gewerkschaftsbosse sein.

Freilich hat sie Fehler gemacht. Sicher hat sie Sachen gemacht, die mir überhaupt nicht gefallen.

Ich erinnere mich bspw. an eine Karikatur aus dem Jahr 1990 (kann sie online nicht finden), die Frau Thatcher zeigt, wie sie angesichts der unmittelbar bevorstehenden deutschen Einheit, mit einer (Notfall-)handtasche mit verkniffenem Gesicht in einen Bunkerraum hinabsteigt, während ihr Gemahl ihr hinterherruft: „Siehst du die Dinge nicht allzu pessimistisch?“.

Doch das sei alles verziehen. Sie war aufrecht, sie war geradlinig, sie polarisierte, sie war intelligent, half sogar beim Erfinden leckeren Softeises, wenn sie ihm nicht sogar den Namen gab.

Ich jedenfalls feiere keine Party wegen der Todesmeldung (87 ist ein sogenanntes „gesegnetes“ Alter), ich jubel nicht wie wahrscheinlich alle Gewerkschaftler, sondern ich gedenke mit Trauer und Demut einer Frau, die für das Frauenbild der modernen Welt mehr getan hat, als 10 Alices Schwarzers es je könnten.

 Posted by at 10:08 p.m.
Apr. 072013
 

Eigentlich banal. Meine Mutter rief heute an und beschwerte sich, daß sie keine Faxe empfangen kann. Das ist fast eine Stunde an dem blöden Problem herumbasteln mußte, bis ich es gelöst hatte, damit konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht rechnen.
Zuerst war die Fehlerdiagnose einfach. Ich rief die Faxnummer an und nichts passierte. Ein Neustart der Fritzbox wirkte: nun konnte ich problemlos Faxe senden. Nur kamen sie nicht als E-Mail an, wie sie es aber die letzten Wochen problemlos taten. Hmm, ich prüfte (Fernwartung sei Dank) in der Fritzbox die Einstellungen und fand nichts Verdächtiges.
Gewitzt durch diverse Erfahrungen (AVM patzt bei der EInrichtung des Push-Services ganz gerne), löschte ich alle vorhandenen Einstellungen im Push-Dienst und richtete das interne Fax neu ein, denn nur so kann man händisch am SMTP schrauben.
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Offensichtlich hat die Telekom an ihren SMTP-Servern irgendwas geändert, denn der Eintrag T-Online brachte nur noch Autorisierungsfehler.

Also nahm ich den securesmtp.t-online.de, setzte das Häkchen auf sichere Verbindung (liebe Fa. AVM, an dieser Stelle bitte den Port wählbar machen und anzeigen), gab Nutzername und Kennwort ein und … scheiterte grandios. mailto.t-online.de ging auch nicht (mehr), smtp.t-online.de tat auch nicht, weder mit noch ohne SSL-Haken. Als Lösung ergab sich endlich smtpmail.t-online.de mit Autorisierungshäkchen.

Kurz: ich probierte diverse Einstellungen, bis ich nach gefühlt 20 Versuchen ENDLICH die passenden Einstellungen hatte. Kontraproduktiv kam dazu, daß ich nach 10 Versuchen erst bemerkte, daß ich ein faschles Kennwort zur Autorisierung benutzte. Das mußte ich nämlich vor einigen Wochen ändern, weil das originale (und immer noch gültige) Masterpaßwort nur 7 Stellen hat, die neuen Richtlinien aber mindestens 8 Stellen fordern.

Doch letztendlich habe ich es hinbekommen und nun faxt und mehlt alles wieder wie es soll.

Was genau da aber versaubeutelt war, entzieht sich meiner Kenntnis.

 Posted by at 9:53 p.m.
Apr. 042013
 

Vor ein paar Wochen ließ ich hier im Ort an der Tankstelle meine Kreditkarte liegen. (Weil die neuerdings nicht mehr die Karte ins Lesegerät schieben und wieder entfernen sondern man das selber machen soll) Das bemerkte ich auf der folgenden Autobahnfahrt und rief beim Unternehmen an und sagte, ich würde sie in der Folgewoche abholen.
Tatsächlich holte ich sie aber erst gestern ab, denn mir war erst letzte Woche wieder aufgefallen, daß sie mir fehlt.
Also tankte ich in letzter Zeit zu selten oder besitze zuviele Kreditkarten oder das Gedächtnis läßt nach, das Gedächtnis läßt nach…

 Posted by at 1:36 p.m.
Apr. 032013
 

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…

…noch lange nicht!

Ich hatte vor Ostern dienstlich in der Leipziger Gegend zu tun. Da ich wenig Lust verspürte, mich mit dem Rest der Autofahrerrepublik in diverse Osterstaus zu stellen, beschloß ich, einen Freund im Erzgebirge zu besuchen.
Von dort aus besuchten wir zu dritt am Sonnabend die nahe gelegene Stadt Komotau, nicht nur um einkaufen zu gehen,

sondern auch noch, um dort gescheit zu Abend zu essen.

Das Essen war ausgezeichnet, die Getränke für deutsche Verhältnisse sehr bezahlbar (drei Essen, neun Getränke 40 EUR). So kam ich, nach Jahren, also auch einmal wieder in die CSSR, ähh Tschechei, Tschechien oder wie auch immer.

 Posted by at 3:16 p.m.
Apr. 032013
 

Langsam glaube ich wirklich, daß alles bald den Bach runtergeht. So weisen sieben von zehn von mir kürzlich verkauften Artikeln Mängel auf:

– Notebook – SSD defekt
– Rechner – Board defekt
– SAT-Receiver – nach 2 Tagen defekt
– Rechner – Brenner brennt nicht
– Notebook – jaulender Lüfter
– Rechner – friert ein
– Router – routet nicht

Dazu rechne ich nicht fehlende/falsche Kabel/Adapter, verpatzte Anschlußtermine von Internetprovidern, falsche Anschlüsse, Fehllieferungen… All diese Fehlleistungen mindern nicht nur den Spaß am Beruf, sondern greifen mir auch mehr oder weniger direkt in die Tasche. Abgesehen davon nützt das der Gegenseite auch nichts.
Woran liegt es? An den PISA-Kindern, die in den Beruf gestartet sind? An den schlechten Löhnen? An der durchgestylten IT, bei denen der Kunde nur Störfaktor ist? Oder einfach nur eine zufällige Anhäufung von Pannen? Letzteres wäre mir am liebsten.

 Posted by at 3:02 p.m.
März 242013
 

Eben erfahre ich, daß Reinhard Lakomy gestorben ist. Ein großer Künstler, ein Mensch ist von uns gegangen. Mich berührte die Musik Lakomys immer, das macht ihn so besonders. Sei es sein derbes Duett mit Angelika Mann, wo es schlicht ums Fressen geht („Mir doch egal“), sein unvergeßlicher Allzeitklassiker „Heute bin ich allein“ oder selbst die Geschichtenlieder, immer berührte mich etwas, sei es die feine Poetik verstärkt durch seine rauhe, unverwechselbare Stimme oder der dahinterliegende Feinsinn.
1982 lieh ich in der Stadtbibliothek eine Schallplatte aus, die Reinhard Lamomys Namen trug. Sie hieß „Das geheime Leben„. Zu Hause legte ich die Platte auf und war, ich weiß es heute noch, zutiefst erstaunt und beeindruckt.

Da waren keine Balladen zu hören, sondern elektronische Musik, so wie von Jean Michel Jarre oder Tangerine Dream?!?

Da hatte doch der Künstler sich mit, damals brandneuen und sicher kaum in der DDR aufzufindenden, Synthesizern ein paar Wochen im Studio eingeschlossen und hatte ein mehr als respektables Ergebnis auch in diesem Genre hervorgebracht.

Vor dieser respektablen Leistung ziehe ich heute noch den Hut. Freilich war das Nachfolgealbum „Asgard“ eher schwach, aber seitdem ist für mich Reinhard Lakomy ein musikalisches Alltalent, dessen Lebensstationen ich immer im Auge behielt.

Seit gestern ist der Meister tot, sein endloses Zigarettenqualmen hat sich letztendlich doch noch gerächt. Bleibt mir zum Abschluß nur, ihm Ruhe in Frieden zu wünschen, vergessen kann ich ihn dank seiner Lieder und ausdrucksvollen Persönlichkeit sowieso nicht.

Ich schließe mit einem seiner Lieblingssprüche, angesprochen darauf, warum er seinen Lungenkrebs nicht behandeln läßt:

Wenn man auf ein so reiches Leben zurückblicken kann, wird das Fest nicht schöner, nur weil es länger dauert.

 Posted by at 4:52 p.m.
März 222013
 

Ein nagelneuer Rechner macht Probleme beim CD-Brennen. Er braucht Ewigkeiten, die Rohlinge einzulesen, brennt grottenlangsam und das Ergebnis funktioniert nicht. Also habe ich gestern, mit einem Austauschbrenner bewaffnet, mir das Sorgenkind einmal angeschaut.

Diagnose: alles in Ordnung, aber das Brennprogramm versagt, sobald man eine CD einlegt. Entfernt man die CD, startet das Brennprogramm. Der Brenner steht auf der Kompatibilitätsliste des Brennprogramms.

Nun habe ich von der Rechnersorte dutzende Maschinen verbaut, alle mit gleicher bzw. sehr ähnlicher Hard- und Softwareausstattung, insbesondere nutze ich dieses Brennprogramm seit Jahren hochzufrieden auf zig Maschinen und hatte noch NIE irgendeine Art von Sorgen. Nirgendwo gibt es Probleme, aber, warum auch immer, versagt an dieser Maschine die Software ihren Brenndienst. Ich habe alles Mögliche (Deinstallation, Deaktivierung, Registrygebastel, Kompatibilitätsmodi, andere Versionen, anderer Brenner, andere Anschlüsse, BIOS-Update, Firmware-Update und und und) versucht und fand keine Lösung; das frustriert. Nun benutzen wir ein anderes Brennprogramm, welches klaglos das macht, was der Kunde will, nämlich CDs brennen.

Insgesamt hasse ich so etwas aber, der Kunde ist unzufrieden, ich verdiene damit sicher kein Geld, zahle eher drauf und es gibt nur eine Kompromißlösung, das nervt.

 Posted by at 8:54 a.m.
März 202013
 

Seit einigen Wochen darf/soll/muß ich regelmäßig Tabletten einnehmen. Übermorgen ist die Packung alle. Da die Verpackungsgröße üppig ist, sind die Kosten entsprechend hoch.

Als internetaffiner Mensch wollte ich den zahlreichen Onlineapotheken im In- und Ausland eine Chance geben. Doch nach mühsamer Recherche und diverser Währungsumrechnerei kam ich zu dem ernüchterndem Ergebnis, daß das Präperat egal wo und bei wem immer auf den Cent genau exakt das Gleiche kostet…

Da es in allen Apotheken exakt das Gleiche kostet (und das einzige Generikum übrigens auch), erscheint mir eine Online-Bestellung somit nicht allzu sinnvoll. Man hier hier deutlich, daß ein „Preiswettbewerb“ für „Kunden“ definiert nicht existiert. Wozu auch, ich bin strikt gegen Verhökern von Sachen, die Leib und Leben direkt beeinflussen, aber das soll heute nicht Thema sein.

Also kann ich auch gleich in die Apotheke gehen. Gewitzt, wie ich bin, rufe ich heute morgen im Ort eine der drei Apotheken (liegen fußläufig eine Minute auseinander) an und bestelle das Präparat (es ist nicht vorrätig, soll aber ab 12:15 Uhr verfügbar sein)

Am späten Nachmittag erscheine ich in der Apotheke und will das Medikament mitnehmen. Doch was ist das? Niemand weiß Bescheid. Mein Anruf vom Morgen war offensichtlich ignoriert worden. Öhm, warum hatte ich eigentlich angerufen und wozu war ich extra in den Ort gegangen? Dienstleistungsgesellschaft? Marktwirtschaft? F**!

 Posted by at 11:54 p.m.
März 202013
 

Ich gehe regelmäßiab und zu in Mainz in das Gutenberg-Center, um dort bei real und Media-Markt einzukaufen oder aber auch beim Chinesen Mittag zu essen.

Im Laufe der Jahre hat man sich ja an diesen Konsumtempel gewöhnt und erkennt so Änderungen recht schnell.

Ein relativ großer Bereich wurde vor Jahren von der Sparkasse freigebenen, da das neue SB-Zentrum deutlich weniger Platz benötigt. Diesen Freiraum bezog ein Harrteil-Studio, also ein Laden, der Kämme, Haarsträhnen usw. verkauft. Ich wußte nie, daß dafür so ein hoher Bedarf besteht, daß man dafür ein extra Geschäft in bester Lauflage benötigt, aber man kann sich ja irren.

Irgendwann gab es an dieser Stelle einen Laden, der gebrannte Mandeln, Eisgetränke usw. verkaufte. Auch diese Verkaufsidee schien nicht sooo der Brüller zu sein.

Folgerichtig ist nach einem Jahr (wenn überhaupt) auch dieser Laden verschwunden und stattdessen steht dort nun ein… *trommelwirbel*

Ja, wie nennt man so etwas? Ein Laden, der Luftballons für diverse Feiern verkauft.

Wenn DAS keine Marktlücke ist, dann weiß ich aber auch nicht…

 Posted by at 10:11 p.m.
März 202013
 

LTE – G4 – das superschnelle Internet aus der Luft, ich habe es ausprobiert.

Fall 1:

In einem rheinhessischen Weindorf, das auf -heim endet, habe ich gleich drei LTE-Interessenten. Alle haben LTE Ende Februar beantragt und nächste Woche wird es geschaltet. Auf die Ergebnisse bin ich gespannt. Warum? Siehe…

Fall 2:

Hamburg: LTE wurde Ende November 2012 beantragt. Im Dezember kam die Bestätigung, daß es Anfang Januar 2013 parat sei. Dann eine Verzögerung: der Router sei erst am 05.02.2013 lieferbar. Tatsächlich hatte der Postbote das Gerät an diesem Tag dabei, nur konnte er es nicht ausliefern, da der Kundendienst einen falshcen Empfänger angegeben hatte. Das Neuverschicken dauerte nur drei Wochen. Ende Februar war das Gerät dann auch physisch beim Kunden vorhanden. Allerdings nicht die SIM-Karte, die man ja zum Betreiben eines LTE-Routers zwingend benötigt.
Diese SIM-Karte trudelte am 06. März ein. Zwei Tage später war ich vor Ort und wollte die Technik in Betrieb gehen lassen. Eine Internetverbindung ließ sich aber nicht herstellen.

Grund: Ausfall des großen Sendemastes. Man versprach, den Fehler bis zum 10.03.2012 zu erledigen. Am 15.03.2013 bekam ich eine SMS vom Kundenservice: „Das Problem sei erledigt“.

War es aber nicht und ist es bis gerade eben immer noch nicht. Es gäbe immer noch Störungen am Sendemast.

Ein Blick auf den Kalender zeigt: es ist mittlerweile Frühling. Es wurde in über 100 Tagen nicht geschafft, eine LTE-Verbindung zum Internet herzustellen. Nachher wird der Vertrag wegen Nichterfüllung gekündigt.

 Posted by at 8:15 a.m.