Aufstehen, das gleiche traurige Frühstück – und dann ab mit der Piccadilly Line zu Knightsbridge zu Harrods. Da wir etwas zu früh da waren, spazierten wir einmal ums gesamte Gebäude herum, was eine ganze Weile dauerte. Doch so sahen wir auch die Gedenktafeln, die an die Getöteten der Bombenanschläge der IRA erinnern und konnten natürlich auch in aller Ruhe die fantastischen Schaufensterauslagen bewundern. Fantastisch im wahrsten Sinne des Wortes, denn als Thema war dieses Jahr offensichtlich Peter Pan gewählt.
Schließlich war es 10:00 Uhr und wir konnten das Kaufhaus betreten. Kaufhaus zu Harrods zu sagen fühlt sich in etwa so an wie Kapelle zu einem Sinfonieorchester, irgendwie stimmt es, trifft aber den Kern nicht. Nun, wer schon drin war, weiß, was ich meine und wer noch nicht bei Harrods war, der hole es schleunigst nach.
Nach einigen Stunden Streifzug meldete das Gehirn: TMI (in diesem Fall: too much input). Was mußte es sich auch alles merken: Autogramme von R2D2 und C3PO und William Shatner, Gitarren von Eric Clapton, HiFi-Anlagen für 120.000 GBP, Elfenbein, Kartentische, Kindermode, edler Käse, geniale Fernsehverstecke, feiner Zwirn, Teppiche, nette Verkäufer, imponierendes Wachpersonal, Meeresfrüchte, noch edleres Fleisch, Feinkost, Bücher, Tee…
Ich kaufte sogar etwas, nämlich Tee (der Klassiker) und ein Buch.
Glücklicherweise rief der andere Teil unserer Truppe an und rief uns zu Mittag. Wir fuhren mit der Piccadilly Line bis South Kensington, wo wir in die District Line umstiegen und bis Aldgate East fuhren. Dann liefen wir noch ein paar Meter und erreichten unser tolles Restaurant. Es gab dort indische, bangladheschische, pakistanische, afghanische undwasweissichnochfürwelche Küche, die nicht nur bezahlbar war, sondern auch schmeckte. Dazu gab es echtes indisches Bier (Taj Mahal) aus Pintflaschen.
Nach dem Essen begaben sich einige zur Mittagsruhe, der Rest pilgerte via Hammersmith & City nach Euston Square, von wo aus wir zum Black-Books-Laden irrten, denn schließlich wollte ich mein „Little Book Of Calm“ nicht umsonst mitgenommen haben. Dank Googlemaps und Android erreichten wir auch das Ziel . Aber wir fuhren ab King’s Cross wieder zurück ins Hotel. Dort ruhten wir uns ein Stündchen aus, dann ging es ins Pub und schlußendlich zum eigentlichen Ziel der Reise, dem Konzert von Weird Al Yankovic. Er trat im HMV-Forum auf, das wir mit der U-Bahnlinie Northern Line, Station Kentish-Town erreichten. Dazu mußten wir in Embankment umsteigen.
Vor der Konzerthalle stand eine Riesenschlange, was uns nicht störte, hatten wir doch VIP-Tickets und kamen damit am Seiteneingang exklusiv herein. Drinnen holte ich mir Als aktuelles Album, 2 CDs aller seiner großen Hits der letzten dreißig Jahre. Zwar habe ich alle Alben sowieso schon, aber als Souvenir taugt sowas allemal.
Und dann begann das Konzert. Die Liederfolge kann man sicher irgendwo im Netz nachschlagen, ich nenne einfach mal ein paar Höhepunkte aus dem Kopf.
1. Frank’s 2000“ TV
2. You Don’t Love Me Anymore (stilecht wie im Video mit Gitarrenzerhacken)
Dann folgten viele Hits, wie „Dare To Be Stupid“, „Amish Paradise“, „You’re Pityful“ und es gab weitere Hits in ein Medley gepackt. Da sich der Meister zu jedem Lied umzog, gab es in den Pausen immer Videomaterial aus Als Schaffen. Am lautesten schrieen alle bei der Szene aus der „Nackten Kanone“, in der der kürzlich verstorbene Leslie Nielsen als Lt. Frank Drebin denkt, er würde von Fans erwartet. Die Fans warten aber auf Weird Al.
Weird Als Stimme, die am Anfang noch nich so recht wollte, wurde immer besser, die Band war gut drauf und die Stimmung im Publikum war bestens. Obwohl fast ausschließlich junge Leute da waren, kannte man sich prächtig mit Bild- und Tonmaterial aus und fast alle Texte wurden synchron mitgesungengröhlt. Wir standen da nicht zurück und beim Videoausschnitt aus seinem Film UHF, als die Szene „Wheel Of Fish“ gezeigt wurde, schrie ich als Erster und am lautesten „I’LL TAKE THE BOX!“
Beim Lied „Wanna B Ur Lovr“ kochte der Saal, denn Al verließ die Bühne und schlich durchs Publikum und kam auf wenige Meter auch an unsere Ecke heran. Bei DuRöhre fand Jens ein HQ-Video des Liedes, wo man unsere Truppe in der Tat von 2:21 – 2:48 oder so gut sehen kann (Danke, Jens).
Auch sehr lustig war „Fat“. Al hatte sich doch tatsächlich die Fat Suite aus dem Video angezogen, Hut ab! Auch die Showeinlagen bei dem Lied waren witzig. So bekam bspw. der Weihnachtsmann eins in die Fresse, als er die Hacke als Rückenkratzer überreichen wollte.
Übrigens kann man fast das ganze Konzert auf Youtube nachschauen.
Viel zu schnell war der Hauptteil vorbei. Der frenetische Applaus wollte nicht abreißen und schließlich kam es zum großen Showdown. Starwars Troopers, Darth Vader und Imperator Palpatine bildeten die Kulisse zu „American Pie“, äh, ich meine „The Saga Begins“. Und danach kam „Yoda“, dessen Mittelteil von einer Gaga-Art-Performance vom Feinsten garniert war. Nachdem alle „Yoda, yoyoyoyo Yoda!“ so lange gebrüllt hatten, bis sie heiser waren, war der Auftritt vorbei.
Er war deutlich besser als ich erwartet hatte, ja eigentlich mit das Beste, was ich je sah. Obwohl er keine Polka spielte, obwohl sein Meisterwerk „Albuquerque“ fehlte. Die Stimmung war super. Ich war vollauf zufrieden.
Der Rest ist schnell erzählt. Nach einem kurzen Pub-Besuch fuhren wir erschöpft in unsere Hotels. Am nächsten Morgen eine letzte Fahrt in der U-Bahn, zusammen mit mürrischen Londonern, die scheinbar alle ein iPhone haben und dann mit fast einer Stunde Verspätung ging es zurück nach Frankfurt, wo wir (Florian und Barbara übernachteten bei mir) von einem weiteren meiner Nachbarn zu mir nach Hause gebracht wurden.
An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank, an den .marc, der sich liebevoll um uns vor Ort kümmerte, an TheKaiser, der wettertechnisch zwar nicht da war, dessen wertvolle Tips zu Oystercard und Hotel aber sehr hilfreich waren, vielen Dank an elzoido, daß er das Konzert im Sommer entdeckte und an Weird Al für seine tolle Leistung auf der Bühne. Und vielen Dank an alle Mitreisenden für die schönen gemeinsamen Stunden.

Hmm, wo essen wir denn am besten?

Sehr seltsam, im indischen Viertel gab es diesen Laden, der ausschließlich Rohlinge verkauft.

Da isser, der Laden aus der Serie Black Books

Plakatausschnitt am HMV-Forum

Al beim Intonieren von „Amish Paradise“

Al, fast hautnah
Es war ein wunderschöner sonniger Sonntagmorgen. Nachdem wir gefrühstückt hatten (es gab den Schinken und den Käse und das übliche verbrannte Toastbrot mit Orangenmarmelade, aber Kaffee und Obst waren ganz in Ordnung), fuhren wir mit der Piccadilly Line vier Stationen bis zum Hyde Park. An Speaker’s Corner war leider noch kein Betrieb, am nahegelegenen Weihnachtsmarkt erstaunlicherweise aber schon. Zu unchristlicher Zeit trank ich einen Glühwein (mulled wine) zu 3,50 GBP. Wir schlenderten lange über den Weihnachtsmarkt, der es weder vom Angebot noch der Annahme mit einem üblichen deutschen Weihnachtsmarkt aufnehmen konnte. Dann pilgerten wir dem „Diana-Gedächtnispfad“ entlang zum Buckingham-Palace, wo bei herrlichem Sonnenschein von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr der große Wachaufzug stattfand. Anschließend ging es durch den wunderschönen, massenhaft von Italienern, Eichhörnchen und Gänsen okkupierten, St.-James-Park zur Downing Street. Dort wurde in einem Pub ein technischer Halt eingelegt. Dann trafen wir uns mit elzoido und seiner FreunVerlobten am Trafalgar Square. In der Nähe aßen wir zu Mittag, dann trennten wir uns wieder, denn die junge Dame mußte am Nachmittag leider wieder nach Deutschland zurückkehren.
Jens und ich liefen gemütlich zu Covent’s Garden und stürzten uns in den Trubel. Da wir uns noch die Tower Bridge ansehen wollten, betraten wir die U-Bahnstation Covent’s Garden und fuhren drei Stationen zu King’s Cross/St- Pancras, um dort in die Circle Line zu steigen, die uns zu Tower Hill bringen würde.
Da wir nun schon einmal an King’s Cross waren, durfte natürlich eine Besichtigung von Gleis 9 3/4 nicht fehlen. Dank der Olympiavorbereitungen war aber ganz King’s Cross eine einzige Baustelle, so daß wir und diesen Punkt hätten sparen können.
Am Tower tranken wir erst einmal einen Kaffee in einem Laden namens Star Mug’s. Leider war auch der Kaffee genauso ein Abklatsch wie der Name. Einige SMS später verabredeten sich ein Teil unserer Truppe (der andere Teil war in Wimbledon) an den Leicester Square. Das Hinkommen dahin war diesmal gar nicht so einfach, da sowohl Circle Line als auch District Line auf Grund von Bauarbeiten nicht in östliche Richtung weiterfuhren. Also fuhren wir andersrum zur Liverpool Street und fuhren dann mit der Central Line zum Oxford Circus. Wir aßen dort in einem gemütlichen Pub zu viert zu Abend (ich nahm sehr gute Lammkeule). Einen Verdauungsspaziergang später standen wir am Leicester Square, wo offensichtliche eine Filmpremiere stattfand. (Tron, wie sich herausstellte). Wir wollten eigentlich ins Kino, aber der abschreckende Preis von 15 GBP und die traurige Auswahl ließ uns von dieser Idee Abstand nehmen. Stattdessen gingen wir in den London Comedy Club. Für 7 GBP bekamen wir nicht nur Eintritt in eine „Standup Comedy Shop“, sondern auch noch einen Berechtigungsschein „drei Bier für zwei“. 19:30 Uhr legte dann ein gewisser Inkey Jones los und verbreitete in der Tat gute Laune, na ja zumindestens bei allen Nichtrothaarigen und Bewohnern richtiger Länder, denn Inkey verhöhnte und verspottete alle und jeden. Da kamen wir Deutschen noch am besten davon. Ich fand es jedenfalls ungeheuer witzig, doch dünnhäutigere Zeitgenossen würden ihn sicher gerne im Knast oder an einem Laternenpfahl oder so sehen.
Nach der Pause schafften ein riesiger, junger und unfähiger Inder und ein abgehalfterter, frustrierter BBC-Mann es dennoch nicht, die gute Laune, die Mr Jones verbreitet, zu zerstören. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Dann versandeten wir noch in einem Pub, werteten den Tag aus und fuhren dann, nachdem die „last order“ mahnte, wieder ins heimische Hotel.

Am Buckingham Palace

Im St. James Park





Rudolph in Covent’s Garden



Na, wer erkennt die Referenz?

Spontane Tanzeinlagen in der Tube.
Am 04.12.2010, dem Samstagmorgen, beschloß ich, da alle Mitreisenden noch schliefen oder noch nicht da waren, alleine und ungefrühstückt (endlich kann ich dieses schöne Wort auch einmal verwenden) in die Stadt zu gehen.
Doch wohin? Die U-Bahn-Station Westminster hörte sich für’s erste gut an. Also in Earl’s Court in die District Line Richtung Edgware Road eingestiegen und in High Street Kensington in die Circle Line umgestiegen und dann die 6 Stationen zum Ziel gefahren. Das wäre allerdings mit der passenden District Line viel einfacher und schneller gegangen, wie ich jetzt weiß.
Wo war ich, ach ja, ich kletterte in Westminster zu Füßen des Big Ben aus der Erde und genoß die schöne Fernsicht bei leidlich gutem Wetter. Nach ein paar Minuten Rumstreifen und diversen Auskünften an Touristen, entschloß ich mich, trotz des hohen Eintrittspreises, die eben öffnende Westminster Abbey zu besuchen.
Und der Besuch war seinen hohen Preis wert! Erst einmal herrschte zu dieser frühen Stunde nur moderater Betrieb. So konnte man in aller Ruhe den Erklärungen des Personals lauschen und hatte auch viel Zeit, um an besonders beeindruckenden Orten zu verweilen.
Deutlich über zwei Stunden atmete ich urenglische Geschichte ein, bestaunte die Gräber und Denkmäler bekannter und unbekannter Personen. Hier spürte man die Kraft und Macht des Empire, hier wurden 1000 Jahre Höhen, Tiefen und Veränderungen fühlbar.
Meine Lieblingsplätze waren das Grab von Heinrich dem III, das der Maria Stuart, die Gedenktafeln von Rudyard Kipling und Sir Lawrence Olivier und … Georg Friedrich Händel. Was müssen die Briten den Hallenser Komponisten geliebt haben, wenn sie ihm solch ein Monument setzten…
Nun, wer Westminster Abbey kennt, wird es bestätigen, wer nicht, der solle das schleunigst nachholen.
Als ich gegen Mittag wieder im Freien stand und wieder einigermaßen in die Realität zurückgekehrt war, fuhr ich mit der 2 Stationen zur Victoria Station, an der ich den Jens abholen wollte. Blöderweise meldete er sich nicht auf meine Anrufe und SMS, so daß ich wieder ins Hotel zurückkehrte, übrigens genau so umständlich wie bei der Hinfahrt.
Im Hotel ließ ich gerade die großstadtmüden Füße zur Ruhe kommen, als der Jens eintraf.
Gemeinsam fuhren wir wieder zur Station Westminster, spazierten über Horse Garden und gingen dann zum London Eye, zu dessen Füßen ein kleiner Weihnachtsmarkt war, an dem nach und nach die Mitglieder unserer Gruppe stießen.
Schlußendlich trafen wir uns an der U-Bahn mit Florian und Barbara. Dann fuhren wir mit der Circle Line nach Embankment, stiegen dort in die Piccadilly Line um und fuhren zwei Stationen bis zumLeicester Square. Dort bekamen wir im überfüllten Pub keinen Platz, pausierten kurz in einem seltsamen Club, rannten bei strömenden Regen in ein wiederum überfülltes Restaurant und bekamen schließlich im Mermaid’s Tail Platz für unsere kleine Truppe. Dort stieß auch noch mit Tomas unser letzter Gast zu uns. Wir aßen ausnehmend gut (ich Kabeljau) und hatten viel Spaß. Anschließend streiften wir noch, bei wieder angenehmen Wetter, durchs pralle Großstadtleben Richtung Piccadilly Circus und fuhren von der gleichnamigen Station mit der Piccadilly Line zum Earls’s Court und beendeten dann den Abend im Blackbird, dem Pub, der sehr günstig neben meinem Hotel liegt.
Der Abend endete mit einem lautgesungenem „We do!“, das zu singen der .marc nicht müde wurde. Der Musiktitel „Spätzle mit Soß““ bemühte sich aber den ganzen Abend, dem ollen drts-Titel den Rang abzulaufen.

Hey, das London Eye und ein Dudelsackspieler,daß muß ich fotografieren.

teure Eintrittskarte

Etwas düster, aber man erkennt, daß noch kein Andrang ist, 2 Stunden später war alles rappelvoll.

Detail von einer Sargträgerstatue.

Ha, so ein Foto hat sicher noch keiner gemacht, Westminster Palace und Big Ben im Zwielicht.

Eklig, aber wahr, als Nachspeise gab es Eis mit einem frittierten Riegel Mars.

Rechnung für 8
Im Sommer wurde elzoido durch einen Tweet vom Meister persönlich darauf aufmerksam gemacht, daß am Nikolaustag in London ein Konzert stattfinden wird.
Weird Al, der größte Künstler aller Zeiten und Held meiner Studentenzeit, auf seiner ersten Europatour? DAS konnten wir nicht verpassen und so kauften wir ohne viel Federlesens Tickets für diese Veranstaltung.
Im Laufe der Monate gesellten sich zu uns noch weitere 10 Interessenten. Da ich dieses Jahr noch keinen Urlaub hatte und das Konzert an einem Montag stattfinden würde, beschloß ich, aus dieser Gelegenheit einen Kurzurlaub zu machen.
Gesagt, getan. bereits im Juli waren die Flüge gebucht und das Hotel geordert. Ungeduldig erwartete ich den 03.12., Tag der Abreise.
Endlich war es soweit! Meine Nachbarin war so nett und brachte mich zum Flughafen. Ich kaufte mir einen Reiseführer und wartete geduldig auf den Abflug. Bei der Personenkontrolle mußte ich, wie eigentlich immer, meinen Rasierschaum abgeben, sonst gab es aber keine Vorkommnisse.
Trotz des suboptimalen Wetters konnten wir Passagiere pünktlich an Bord. Freilich besagt das wenig, denn nachdem ich Platz genommen hatte, standen wir noch eine Dreiviertelstunde blöd rum. Der Pilot, der eine Pilotin namens Julia K war, nahm’s mit Humor und mit einer knappen Stunde Verspätung hoben wir gen Heathrow ab. Von wegen schlechtes Wetter, die Sicht war atemberaubend gut, man konnte Mainz, den Hunsrück, den Hahn und Belgien hervorragend sehen, dann wurde es kurz dunkel über dem Kanal und schon befanden wir uns im Sinkflug und hatten eine atemberaubend klare und schöne Sicht auf das nächtliche London. In Heathrow bremste Julia stark ab, bog rechts ein – und schon gingen wir von Bord und das mit nur vier Minuten Verspätung, Respekt.
Am Flughafen besorgte ich mir eine dieser phantastischen Oystercards (Nochmals vielen Dank, TheKaiser), tankte sie mit 30 GBP auf und ab ging es ab Station Heathrow 1,2,3 zur ersten von zahllosen U-Bahnfahrten. Mein Hotel lag supergünstig, zentral, ruhig und einigermaßen bezahlbar in Steinwurfweite von der U-Bahn-Station, die an Heathrow angeschlossen ist, einfach perfekt und auch hier vielen Dank an TheKaiser.
Dennoch verfranste ich mich im Dunkeln in der U-Bahn-Station Earl’s Court, denn dort schneiden sich die beiden Linien Picadilly-Line und die District-Line und ich irrte ein wenig über die Bahnsteige, bis ich den passenden „way out“ fand.
Gerade als ich auf der Straße nach dem Hotel Ausschau halten wollte, bohrte sich ein RevolverlaufFinger in meinen Rücken. Der Finger gehörte zu unserem Resident .marc, der mich netterweise in London in Empfang nahm. Schnell checkte ich im Hotel ein, wir gingen nach einem feinen japanischen Essen (ich aß vegetarisch und trank Rote-Beete-Saft) in ein benachbartes Pub und planten dort bei einem (oder evt. auch Zweien) typisch englisches Bier den nächsten Tag. Im Pub wurde Ausschankschluß geläutet und ab ging’s ins Bett, denn alle, die noch an diesem Tag anreisen wollten, hatten gewaltige Verspätungen.
Wie es weitergeht, steht morgen oder so an selber Stelle, dann sicher auch mit Bildern unterlegt.
SpOn drückt sich mal wieder mehr als gestelzt aus. Captain Obvious erschien und teilte mit:
Am Donnerstag wurden in der Hauptstadt Prag zwei Männer auf der Straße leblos aufgefunden. Sie starben nach ersten Erkenntnissen an Unterkühlung. Nach Angaben der Polizei handelte es sich wahrscheinlich um Obdachlose.
fahre ich morgen ge fliege ich morgen nach England. Genauer gesagt nach London. Dort bin ich bis Dienstag. Deswegen widme ich mich nun den Reisevorbereitungen und überlasse das Blog bis zum Reisebericht den Weitern des Internets.

… in denen irgendwelche durchgeknallten Ami-Hinterwäldler auf Polizei, Steuerbehörden o. ä. bei deren Erscheinen mit Pumpgun usw. losgehen. Diese Menschen sichern ihr (dort: vermeintliches) Recht mit der Knarre in der Hand. Was habe ich über diese Spinner gelacht.
Mittlerweile bleibt einem das Lachen langsam in der Kehle stecken und ich entwicke ein tiefes Verständnis.
Aktuell lassen mich die Reaktionen von Bloggern wie Isotopp oder Netzsheriff schaudern, die auf Grund der Umsetzung des JMStV rechtliche Konsequenzen fürchten und ihr Internetangebot einstellen.
Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust. Auf der einen Seite kann ich die Reaktion 100% verstehen und nachvollziehen und bewundern. Es bleibt ein sehr schaler Beigeschmack, wenn Leute, die sich in der Materie gut auskennen, keinen anderen Ausweg finden und sich zu solch schlimmen Schritt entschließen.
Andererseits ist das wieder ein Stück Freiheit weniger, wieder ein Stück mehr Sieg für faden und öden Kommerzbrei, wieder eine neue Douglas-Filiale statt des individuellen Bettwäschefachhandels.
Was man tun kann, darüber rätselt heute sicher die halbe Blogosphäre und wird ebenso wenig wie ich zu einem klaren Ergebnis kommen.
Ich habe mich jedenfalls entschlossen, mein kleines und unbedeutendes Blog unverändert weiterzuführen. Und ich werde einen Teufel tun, alle Beiträge und Kommentare der letzten Jahre zu revidieren und zu kennzeichnen und sonstigen fragwürdigen Mist dazu zu basteln, den sich inkompetente und ahnungslose Juristenpolitiker und Politikjuristen ausdachten.
Und der abmahngeile Anwalt, der zu mir kommen möchte, der denke zuerst an obenstehende Filmszenen.
AVM Berlin, bekannt durch innovative Produkte für den deutschen Internet- und Telefonmarkt, ist eine sehr gute Wahl, wenn man hierzulande professioneller als der Durchschnitt ins Internet gehen will. Seit diversen Updates an Fritz-Telefonen und Fritz-Boxen funktioniert sogar das Telefonieren leidlich.
Für das neue Fritzfone MT-F macht AVM auf seiner Seite und in diversen Fachzeitschriften, aber auch der Verpackung Reklame mit diesem Bild.

Dieses Bild suggeriert, zumindest mir, eindeutig, daß, wenn Claudia anruft, Claudias Bild im schicken Farbdisplay erscheint. Und bei Karls Anruf Karls Bild usw.
Nach erfolgloser Suche in der Bedienungsanleitung und im Internet, rief ich AVM an und fragte, wie ich denn diese Funktion aktivieren könne und an welcher Stelle ich die Fotos speichern könne.
Antwort: „Das gehe nicht, man hätte das nur für Reklamezwecke gephotoshopt. Eventuell gäbe es später vielleicht einmal so eine Funktion.“
Klingt für mich weder überzeugend geschweige denn seriös.
… in Ingelheim an der Aral kostete der Liter Diesel 1,199 EUR, ich fuhr vorbei. Zu Hause verlangte Shell für den Liter Diesel (nicht etwa V-Plörre, die hatten sie vor Schreck gar nicht angezeigt), also für Diesel 1,319 EUR. 12 Cent Unterschied zwischen zwei quasi Nachbarorten, das ist heftig. Ich tankte für 4,80 EU und teilte dem armen Tankstellenkassierer den Preisunterschied mit. Kommentar: „Bei dieser Differenz würde ich auch nicht hier tanken.“
heute nacht fielen ein paar Millimeterchen Schnee. Hauchfeiner Zuckerguß überzog edie Dächer. So auch den Erweiterungsbau des gegenüberliegenden Kindergartens, dessen Richtfest kürzlich gefeiert wurde.
Punkt 8:00 Uhr erfüllte dröhnender und penetranter Lärm die Gegend.

Irgendein Vollidiotnetter Bauarbeiter hielt es also für eine gute Idee, länger als eine halbe Stunde den Schnee vom Dachgebälk mit einem Laubpuster wegzufönen.
Da es um die Null Grad hat, pappt der Schnee natürlich, deshalb mußte er in der Tat fönen, also recht lange ein Areal bepusten, bis es wegtaute.
Ich kann bestätigen, daß der ohnehin schon unerträgliche Lärm dieser Puster sich durch prominente Dachlage durchaus noch verstärken läßt und in größerem Radius hörbar ist.
Nach einer Dreiviertelstunde permanenten Gejaules herrschte endlich wieder Ruhe. Und nach weiteren 10 Minuten war das Gebälk wieder komplett von Neuschnee bedeckt.